Diese Arbeit beschäftigt sich mit den positiven Auswirkungen von Känguruhen auf die körperliche Entwicklung von Frühgeborenen. Zur genaueren Untersuchung dieser Thematik wurde eine ausführliche systematische Literaturrecherche durchgeführt. Hierbei wurden vier Studien als relevant erachtet. Die Suche nach diesen Studien mit allen Ein- und Ausschlusskriterien, sowie relevanten Suchbegriffen wird im Methodenteil beschrieben. Hier wird auch auf die Beurteilung der Qualität eingegangen. Anschließend wurden die einzelnen Ergebnisse ausführlich miteinander verglichen. Es ergaben sich vorallem Übereinstimmungen in der positiven Beeinflussung durch Känguruhen bei Morbidität, Mortalität, Vitalwerten, Wachstum, sowie Schmerzempfinden. Krankheiten, Sterblichkeit und Schmerzempfinden namen deutlich ab durch die Känguru-Methode. Vitalwerte stabilisierten sich schneller und das Wachstum wurde gesteigert. Im Diskussionsteil werden anschließend die Studienergebnisse mit aktuellem theoretischem Wissen verglichen. Es wird auf die Möglichkeit der Implementierung in der Praxis eingegangen. Hier werden auch Schwierigkeiten beschrieben, wie zum Beispiel schlechte räumliche Bedingungen, sowie mangelndes Personal zur Durchführung. Ebenfalls wird hier auf noch nicht vollendete Studien, wie auch auf eine Metaanalyse zum Thema hingewiesen. Noch vorhandener Forschungsbedarf wird erhoben. Am Ende der Arbeit wird ein persönliches Fazit aus den Studienergebnissen aufgeführt. Auf Grundlage der positiven Ergebnisse der Studien sollte Känguruhen einen fest implementierten Bestandteil in der Frühgeborenenpflege darstellen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretischer Rahmen
2.1 Frühgeborene
2.2 Körperliche Entwicklung von Frühgeborenen
2.3 Känguruhen
3 Fragestellung
4 Methodenteil
4.1 Systematische Literaturrecherche
4.2 Stichprobe, Methodik und Studiendesign
5 Ergebnisse
5.1 Vitalwerte (Atmung, Herzfrequenz, Sauerstoffsättigung)
5.2 Wachtstum (Gewicht, Körperlänge, Kopfumfang)
5.3 Schmerzempfinden
5.4 Mordalität
5.5 Morbidität und Dauer des Krankenhausaufenthaltes
6 Diskussion
6.1 Interpretation der Ergebnisse
6.2 Forschungsausblick
6.3 Implikation in die Praxis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die positiven Auswirkungen der Känguru-Methode auf die physische Entwicklung von Frühgeborenen, um wissenschaftlich fundierte Aussagen über deren Nutzen im klinischen Alltag der neonatologischen Intensivpflege zu treffen.
- Systematische Analyse des Einflusses von Känguruhen auf Vitalparameter.
- Untersuchung der Effekte auf körperliches Wachstum und Schmerzempfinden.
- Evaluation der Auswirkungen auf Mortalität und Morbiditätsraten bei Frühgeborenen.
- Diskussion der praktischen Implementierung und bestehender Barrieren in der Klinik.
- Erörterung des Potenzials zur Verkürzung von Krankenhausaufenthalten.
Auszug aus dem Buch
4.2 Stichprobe, Methodik und Studiendesign
Studie 1: Kangaroo Mother Care for Low Birth Weight Infants: A Randomized Controlled Trial (Suman, Udani & Nanavati 2008)
Frühgeborene mit einem Geburtsgewicht von unter 2000g. (n=206) - Gruppe 1: Känguru-Pflege (n=103) - Gruppe 2: Traditionelle Pflege (n=103). Gruppe 1 erhielt mehrmals täglich Känguru-Pflege für 1 bis 2 Stunden. Gruppe 2 verbrachte die gesamte Zeit des Klinikaufenthaltes im Inkubator. Alle Kinder wurden mit Muttermilch ernährt. Gemessen wurde das Gewicht und die Körperlänge nach Geburt sowie täglich zur selben Uhrzeit.
Studie 2: Effect of Kangaroo Care (skin contact) on crying response to pain in preterm neonates (Kostandy et al. 2008)
Frühgeborene von der 30. bis 32. Schwangerschaftswoche im Alter von 2-9 Lebenstagen. (n=10) - Gruppe 1: Tag 1 Känguru-Pflege (n=5) - Gruppe 2: Tag 2 Känguru-Pflege (n=5). Getestet wurde die Schmerzwarnehmung während der kapillären Blutentnahme. An jedem der beiden Testtagen wurde jedem der Kinder Blut aus der Verse entnommen. An Tag 1 wurde der Gruppe 1 nach 30 Minuten in Kanguruh-Position Blut entnommen. Gruppe 2 lag während der Blutentnahme im Inkubator. An Tag zwei wurden die Gruppen getauscht. Gemessen wurde die Schmerzwarnehmung anhand der Lautstärke und Dauer des Weinens der Kinder.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung erläutert die Motivation der Autorin aus ihrer Tätigkeit auf der neonatologischen Intensivstation und skizziert den Aufbau der systematischen Literaturrecherche.
2 Theoretischer Rahmen: Das Kapitel definiert Frühgeborene, beschreibt deren physiologische Entwicklung sowie die medizinischen Herausforderungen und führt das Konzept des Känguruhens ein.
3 Fragestellung: Hier wird das Ziel der Arbeit formuliert, den Einfluss des Känguruhens auf die körperliche Entwicklung sowie auf Aufwand und Nutzen im klinischen Umfeld zu hinterfragen.
4 Methodenteil: Dieses Kapitel dokumentiert die systematische Suche in Datenbanken, die angewandten Ein- und Ausschlusskriterien sowie die Auswahl der für diese Arbeit relevanten Studien.
5 Ergebnisse: Die Kapitelabschnitte präsentieren die erhobenen Daten zu Vitalwerten, Wachstum, Schmerzempfinden, Mortalität sowie Morbidität und vergleichen diese zwischen Versuchs- und Kontrollgruppen.
6 Diskussion: Der Diskussionsteil interpretiert die Ergebnisse, betrachtet den aktuellen Forschungsbedarf und beleuchtet die Möglichkeiten sowie Hindernisse für eine praktische Umsetzung in der Pflege.
Schlüsselwörter
Frühgeborene, Känguruhen, Kangaroo Mother Care, Neonatologie, Intensivpflege, Vitalwerte, Wachstum, Schmerzempfinden, Mortalität, Morbidität, Systematische Literaturrecherche, Eltern-Kind-Bindung, Hautkontakt, Pflegemanagement, Neugeborenensepsis
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die gesundheitlichen Vorteile der Känguru-Methode (Hautkontakt zwischen Eltern und Frühgeborenem) im Vergleich zur herkömmlichen Inkubatorpflege auf neonatologischen Intensivstationen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?
Die zentralen Themen umfassen die physiologische Entwicklung, die Stabilisierung von Vitalfunktionen, das Schmerzmanagement sowie die allgemeine Morbidität und Mortalität von sehr früh geborenen Kindern.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, den positiven Effekt des Känguruhens auf die körperliche Entwicklung von Frühgeborenen wissenschaftlich zu belegen und zu klären, inwiefern dies den Klinikaufenthalt verkürzen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wurde eine systematische Literaturrecherche in medizinischen Datenbanken wie PubMed und Google Scholar durchgeführt, um vier relevante, randomisierte oder kontrollierte Studien zu vergleichen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Ergebnisse der selektierten Studien hinsichtlich der Auswirkungen auf Atmung, Herzfrequenz, Gewichtszunahme, Schmerzwahrnehmung und Komplikationsraten bei Frühgeborenen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Känguruhen, Frühgeborene, Neonatologie, Vitalwerte, Schmerzempfinden und Morbiditätsreduktion beschreiben.
Wie wirkt sich das Känguruhen auf die Vitalwerte der Kinder aus?
Die Ergebnisse zeigen, dass sich durch den Hautkontakt Vitalparameter wie Sauerstoffsättigung, Herzfrequenz und Atemfrequenz schneller stabilisieren und verbessern.
Welche Herausforderungen behindern die Umsetzung in der Praxis?
Die Arbeit benennt räumliche Enge, Personalmangel und die medizinische Schwere der Fälle (z.B. Beatmungspflichtigkeit) als wesentliche Hürden für die routinemäßige Anwendung.
Kann das Känguruhen die Schmerzwahrnehmung beeinflussen?
Ja, Studien weisen darauf hin, dass die Schmerzreaktion, gemessen an der Weindauer während schmerzhafter Eingriffe wie Blutentnahmen, in der Känguru-Position deutlich reduziert ist.
Was ist das Fazit zur Mortalität?
Die untersuchten Studien legen nahe, dass Kinder, die Känguru-Pflege erfahren, eine niedrigere Sterblichkeitsrate aufweisen als Kinder, die ausschließlich traditionell im Inkubator gepflegt werden.
- Arbeit zitieren
- Mona Schubert (Autor:in), 2019, Positive Auswirkungen von Känguruhen auf die körperliche Entwicklung von Frühgeborenen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1157542