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Die Auswirkungen von generalisierten Kompetenz- und Kontrollüberzeugungen auf die Liebeskummerverarbeitung

Existiert ein Unterschied zwischen Personen mit generalisierter Internalität und solchen mit generalisierter Externalität hinsichtlich ihrer Verarbeitung von Liebeskummer?

Titel: Die Auswirkungen von generalisierten Kompetenz- und Kontrollüberzeugungen auf die Liebeskummerverarbeitung

Forschungsarbeit , 2021 , 28 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Franziska Kraut (Autor:in)

Psychologie - Persönlichkeitspsychologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Arbeit befasst sich damit, ob Menschen mit generalisierter Internalität beziehungsweise Externalität unterschiedlich Liebeskummer, gemessen an den drei Faktoren "Rückzug", "Intensivieren von Kontakten" und "Versuchen, die Beziehung noch zu retten", verarbeiten. Es wurden drei Unterschiedshypothesenpaare gebildet (für jeden Liebeskummerverarbeitungsfaktor eines). Die Stichprobe umfasste insgesamt N=171 Personen (n weiblich=110, n männlich=40, n divers=1, n fehlend=20) zwischen 15 und 58 Jahren, wovon der Großteil (76,7 %) zwischen 19 und 25 Jahren alt war. Mit einer experimentellen Kurzversion des Fragebogens zu Kompetenz- und Kontrollüberzeugungen nach Krampen (1991) sowie mit den Skalen zum Verarbeiten von Liebeskummer nach Grau (2002) wurden in einer Onlinefragebogenstudie Daten erhoben und mit dem t-Test analysiert. Signifikante Gruppenunterschiede zeigten sich für den Liebeskummerverarbeitungsfaktor „Rückzug“: Personen mit generalisierter Internalität in Kontrollüberzeugungen haben niedrigere Mittelwerte auf diesem Faktor als Personen mit generalisierter Externalität in Kontrollüberzeugungen – Erstere ziehen sich also zur Liebeskummerverarbeitung weniger zurück als letztere. Diese Differenz ist signifikant mit t(102)= 2.05, p=.02, die Effektstärke dieses Unterschieds ist mit d=0.41 schwach-mittelstark (interpretiert nach Cohen). Es konnten in dieser Stichprobe keine weiteren signifikanten Gruppenunterschiede in der Liebeskummerverarbeitung hinsichtlich der anderen beiden Faktoren („Kontakte intensivieren“ und „Beziehung retten“) gefunden werden. Keine der fünf Kontrollvariablen (Geschlecht, Alter, Trennungsauslöser, wer trägt die Verantwortung für die Beendigung der Beziehung, fand die Liebeskummerepisode während der Covid-19-Pandemie statt) hatte einen signifikanten Einfluss auf die drei Haupthypothesen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Theoretischer Hintergrund

1.1.1 Kontrolle und Kontrollüberzeugungen.

1.1.2 Liebe und Liebeskummerverarbeitung.

1.1.2.1. Liebe.

1.1.2.2 Liebeskummer(verarbeitung).

1.1.3 Kontrollüberzeugungen und Liebeskummer.

1.2 Design und Hypothesen

2. Material und Methode

2.1 Stichprobe und Rekrutierung

2.2 Messinstrumente

2.2.1 Fragebogen zu Kompetenz- und Kontrollüberzeugungen nach Krampen (1991)

2.2.2 Liebeskummerverarbeitungsskalen nach Grau (2002)

2.2.3 Nicht standardisierte Fragen

2.3 Ablauf

3. Ergebnisse

3.1 Vorgehen bei der Datenanalyse

3.2 Deskriptive Beschreibung der Daten

3.3 t-Test für unabhängige Stichproben

3.3.1 Hypothesenprüfung

3.3.1.1 Hypothese 1.

3.3.1.2 Hypothese 2.

3.3.1.3 Hypothese 3.

4. Diskussion

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, zu untersuchen, ob generalisierte Kompetenz- und Kontrollüberzeugungen (Internalität vs. Externalität) einen Einfluss auf die Art und Weise der Liebeskummerverarbeitung haben. Die zentrale Forschungsfrage lautet, ob sich Personen mit einer generalisierten internale Kontrollüberzeugung in ihrem Verhalten bei Liebeskummer signifikant von Personen mit einer generalisierten externale Kontrollüberzeugung unterscheiden.

  • Zusammenhang zwischen Kontrollüberzeugungen und psychologischer Belastung bei Trennungen.
  • Analyse der Liebeskummerverarbeitung anhand der Faktoren Rückzug, Kontakte intensivieren und Versuche, die Beziehung zu retten.
  • Überprüfung der Hypothesen mittels einer Online-Fragebogenstudie bei n=171 Personen.
  • Diskussion der theoretischen Annahmen zu Internalität und Externalität im Kontext emotionaler Krisen.

Auszug aus dem Buch

1.1.1 Kontrolle und Kontrollüberzeugungen.

Flammer (1990) definiert Kontrolle bzw. Kontrollieren als „eine Handlung oder eine Prozedur. Kontrolliert werden Zustände und Vorgänge [dadurch,] geeignete Prozeduren bereitzuhalten und im Bedarfsfall einzusetzen, damit ein Zustand sich in einen anderen angestrebten Zustand verändert oder dass Veränderungen an einem Zustand kompensiert werden, wenn Nicht-Veränderung angestrebt wird“ (S.20). Kontrolle ist immer auf ein Ziel oder auf einen Zielzustand ausgerichtet, bereichsspezifisch und findet großenteils bewusst statt. Als das Gegenteil von Kontrolle gilt der Zustand der (gelernten) Hilflosigkeit, das heißt, überzeugt zu sein, durch eigenes Handeln keine Kontrolle über das Erreichen eines spezifischen Ziels zu haben (ebd.).

Im Zusammenhang mit Element (d) wird deutlich, dass für die Ausübung von Kontrolle das Vorhandensein bestimmter entsprechender Fähigkeiten beziehungsweise Kompetenz sowie das Wissen, über diese zu verfügen (=Kompetenzwissen), vorhanden sein muss (ebd.).

Allgemein werden zwei Arten von Kontrolle differenziert: Zum einen ausgeübte Kontrolle, welche in meist sichtbaren, objektiv feststellbaren Wirkungen resultiert – dies nennt man objektive bzw. tatsächliche Kontrolle. Daneben gibt es noch Kontrolle, von welcher eine Person erwartet, sie zu haben, ohne dass dessen Wirkung bereits sichtbar oder objektiv feststellbar ist – dies nennt man subjektive bzw. wahrgenommene Kontrolle oder auch, wie in der psychologischen Forschung üblicher: Kontrollüberzeugung. Diese ist beschreibbar durch die Kontrollelemente a, c und den zweiten Teil von d. (ebd.). Flammer (1990) merkt diesbezüglich an: „Vielleicht noch wichtiger als tatsächliche Kontrolle ist der Glaube, man habe Kontrolle, ob dieser Glaube gerechtfertigt oder eine Illusion ist“ (S.22). Diese Forschungsarbeit beschäftigt sich mit diesem Konstrukt der Kontrollüberzeugung, welches auf Rotters (1954) soziale Lerntheorie und in dessen Kontext geprägte Begrifflichkeit „Locus of Control of Reinforcement“ (=Locus of control = LOC) zurückzuführen ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik des Liebeskummers ein, definiert zentrale Begriffe wie Kontrolle und Liebeskummer und leitet die Forschungsfrage sowie die Hypothesen ab.

2. Material und Methode: Hier werden das Design der Studie, die Stichprobenzusammensetzung, die verwendeten psychologischen Messinstrumente (FKK und Liebeskummerverarbeitungsskalen) sowie der Ablauf der Datenerhebung beschrieben.

3. Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die Datenanalyse, die deskriptive Statistik der Stichprobe sowie die Ergebnisse der t-Tests zur Überprüfung der aufgestellten Hypothesen.

4. Diskussion: Das abschließende Kapitel interpretiert die Ergebnisse im Lichte der Theorie, diskutiert Limitationen der Studie, wie die Stichprobengröße und das Messinstrument, und leitet Implikationen für die therapeutische Praxis ab.

Schlüsselwörter

Liebeskummer, Kontrollüberzeugungen, Internalität, Externalität, Liebeskummerverarbeitung, Kompetenzwissen, Rückzug, soziale Unterstützung, Copingstrategien, psychische Belastung, Partnerschaft, Trennung, Selbstwirksamkeit, Persönlichkeitsvariable, Kontrollort.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der generalisierten Persönlichkeitseigenschaft der Kontrollüberzeugung (Internalität vs. Externalität) und dem individuellen Umgang mit Liebeskummer.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind psychologische Kontrolle, Liebeskummerverarbeitung, Bewältigungsstrategien bei Trennungen und die Differenzierung zwischen internalen und externalen Kontrollüberzeugungen nach Krampen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, herauszufinden, ob Personen mit generalisierter Internalität ihre Liebeskummerverarbeitung signifikant anders gestalten als Personen mit generalisierter Externalität, insbesondere im Hinblick auf Rückzug, Kontaktsuche oder Beziehungsrettungsversuche.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es wurde eine quantitative Online-Fragebogenstudie mit 171 Teilnehmenden durchgeführt. Die Daten wurden deskriptiv ausgewertet und mittels t-Tests für unabhängige Stichproben auf signifikante Gruppenunterschiede geprüft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Variablen, die methodische Beschreibung der Erhebungsinstrumente (FKK nach Krampen, Liebeskummer-Skalen nach Grau) sowie die Darstellung und statistische Auswertung der gewonnenen Daten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Schlüsselwörtern gehören Liebeskummer, Kontrollüberzeugungen, Internalität, Externalität, Liebeskummerverarbeitung und Copingstrategien.

Warum spielt der Faktor „Rückzug“ eine besondere Rolle im Ergebnis?

Der Faktor „Rückzug“ war der einzige Bereich, in dem ein statistisch signifikanter Unterschied zwischen internalen und externalen Personen nachgewiesen werden konnte; Internale ziehen sich messbar weniger zurück als Externale.

Welche Limitationen werden bezüglich der verwendeten Tertiärskala genannt?

Die Autorin weist darauf hin, dass die Tertiärskala des FKK konzeptionell unscharf ist, da sie komplexe, multidimensionale Aspekte der Kontrollüberzeugung auf eine einfache bipolare Dimension reduziert.

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Details

Titel
Die Auswirkungen von generalisierten Kompetenz- und Kontrollüberzeugungen auf die Liebeskummerverarbeitung
Untertitel
Existiert ein Unterschied zwischen Personen mit generalisierter Internalität und solchen mit generalisierter Externalität hinsichtlich ihrer Verarbeitung von Liebeskummer?
Hochschule
Universität Koblenz-Landau
Veranstaltung
Empirisches Forschungspraktikum
Note
1,0
Autor
Franziska Kraut (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
28
Katalognummer
V1157693
ISBN (PDF)
9783346555236
ISBN (Buch)
9783346555243
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kontrollüberzeugung Locus of control LOC Kontrollmeinung Kontrollpsychologie Persönlichkeitspsychologie kontrolle Persönliche Kontrolle perceived control wahrgenommene Kontrolle Liebeskummer lovesickness August Flammer Ina Grau Internalität Externalität Coping Liebeskummerverarbeitung handlungstheoretischen Modell der Persönlichkeit Persönlichkeitsvariable Liebe
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Franziska Kraut (Autor:in), 2021, Die Auswirkungen von generalisierten Kompetenz- und Kontrollüberzeugungen auf die Liebeskummerverarbeitung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1157693
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Leseprobe aus  28  Seiten
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