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Literarisches Lernen im Vorlesegespräch

Inwiefern kann das Vorlesegespräch Grundschüler*innen dabei helfen, Perspektiven literarischer Figuren durch Perspektivübernahme und die Reflexion von Figurenverhalten nachzuvollziehen?

Title: Literarisches Lernen im Vorlesegespräch

Internship Report , 2021 , 22 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Anonym (Author)

Didactics for the subject German - Miscellaneous
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Inwiefern kann das Vorlesegespräch Grundschüler*innen dabei helfen, Perspektiven literarischer Figuren durch Perspektivübernahme und die Reflexion von Figurenverhalten nachzuvollziehen?

Viele Kinder erhalten schon weit vor ihrem Schuleintritt Zugang zu Literatur. In einigen Haushalten wird dem Kind bereits ab den ersten Jahren aus Bilderbüchern vorgelesen. Häufig wird der Vorleseprozess von einem unbeschwerten Vorlesegespräch begleitet, in dem die Handlung mit Blick auf das bisher Vorgelesene und die zugehörigen Bilder gemeinsam und konstruktiv erschlossen wird. Andere Kinder erleben diese Situation ausschließlich im Kindergarten. Im Zuge dessen lernen Kinder, Vorstellungen zu Wörtern und Sätzen zu erschaffen, Faszination für erzählte Welten zu empfinden und gemeinsam mit literarischen Figuren zu fühlen und sich im Rhythmus des ungewohnten Sprachklangs zu bewegen.

Entgegen diesen bereits vor Schuleintritt erworbenen Fähigkeiten beschränkt sich der Literaturunterricht der Anfangsklassen vorwiegend auf die Förderung von Aspekten wie ‚Leselust‘, ‚Lesefreude‘ und ‚Lesemotivation‘ (vgl. ebd.).
Das Lesenlernen nimmt in der Grundschule einen wesentlichen Stellenwert ein und wird auf seinen instrumentellen Zweck reduziert. Das Erzeugen von Lesefreude, -lust und -motivation wird eher als Mittel eingesetzt, um die Lesefähigkeit im Sinne der Leseförderung herzustellen.

Erst die späte Grundschulzeit und die Sekundarstufe werden als Räume für ‚Literarisches Lernen‘ anerkannt, die Lesefähigkeit zu diesem Zeitpunkt so weit ausgeprägt ist, dass Schüler*innen sich nun literarisch ästhetischen Texten widmen können.
Die im Laufe der Zeit etablierte Kompetenzorientierung, die dem Umgang mit literarischen Texten und Büchern den Begriff der literarischen Rezeptionskompetenz zuordnet, fordert den Ausbau Literarischen Lernens von Schulbeginn an.

Das Vorlesegespräch soll dieser Forderung entgegenkommen. Schüler*innen wird mit Blick auf ihre vorschulischen Fertigkeiten und Fähigkeiten im Umgang mit Literatur Literarisches Lernen ermöglicht.
Das Literarische Lernen im Vorlesegespräch soll den thematischen Kern dieser Arbeit bilden. Hierfür hat Spinner elf Aspekte aufgezählt. Um den Rahmen der Arbeit jedoch nicht zu sprengen, möchte ich mich auf einen davon – ‚Perspektiven literarischer Figuren nachvollziehen‘ – spezifizieren.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 DAS LITERARISCHE LERNEN IN DER GRUNDSCHULE

2.1 ZUM LITERARISCHEN LERNEN

2.2 ELF ASPEKTE DES LITERARISCHEN LERNENS NACH SPINNER

2.2.1 ZUR BEDEUTUNG DES FIGURENVERSTEHENS FÜR DIE TEXTERSCHLIEßUNG

2.2.2 ZUR BEDEUTUNG DES FIGURENVERSTEHENS FÜR DIE PERSÖNLICHKEITSENTWICKLUNG

3 ZUM POTENZIAL DES VORLESEGESPRÄCHES BZGL. DER FÖRDERUNG LITERARISCHEN LERNENS

3.1 DAS VORLESEGESPRÄCH

3.2 ZUR FÖRDERUNG LITERARISCHEN LERNENS IM VORLESEGESPRÄCH

3.3 FÖRDERUNG DES FIGURENVERSTEHENS IN VORLESEGESPRÄCHEN DURCH PERSPEKTIVÜBERNAHME UND REFLEXION VON FIGURENVERHALTEN

3.3.1 ZUM VORLESEGESPRÄCH ÜBER DAS BILDERBUCH „EIN SCHAF FÜRS LEBEN“

3.3.2 ZUM VORLESEGESPRÄCH ÜBER DAS BILDERBUCH „SCHNIPSELGESTRÜPP"

4 DIE DURCHFÜHRUNG EINES VORLESEGESPRÄCHES AM KAMISHIBAI ZUR FÖRDERUNG DER PERSPEKTIVÜBERNAHME

4.1 DIDAKTISCHE UND METHODISCHE ENTSCHEIDUNGEN

4.2 ABLAUF DER UNTERRICHTSSTUNDE

4.3 REFLEXION UND DISKUSSION DER EIGENEN UNTERRICHTSPLANUNG UND -BEOBACHTUNG

5 FAZIT

Zielsetzung und thematische Ausrichtung

Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial des Vorlesegesprächs zur Förderung des literarischen Lernens in der Grundschule. Dabei steht die Forschungsfrage im Fokus, inwiefern das Vorlesegespräch Grundschüler*innen dabei unterstützen kann, durch gezielte Perspektivübernahme und die Reflexion von Figurenverhalten ein tieferes Verständnis für die Gedanken, Gefühle und Handlungsmotive literarischer Figuren zu entwickeln.

  • Grundlagen des literarischen Lernens in der Grundschule nach Kasper Spinner.
  • Methodik und Potenziale des Vorlesegesprächs zur Bedeutungsbildung.
  • Bedeutung des Figurenverstehens für Texterschließung und Persönlichkeitsentwicklung.
  • Einsatz des Kamishibai als Instrument zur Förderung der Perspektivübernahme.
  • Reflexion über die Planung und Durchführung einer Unterrichtsstunde zum Bilderbuch „Blöde Ziege Dumme Gans“.

Auszug aus dem Buch

3.3 Förderung des Figurenverstehens in Vorlesegesprächen durch Perspektivübernahme und Reflexion von Figurenverhalten

Bestimmte Aspekte Literarischen Lernens können mithilfe von Gesprächsimpulsen angesprochen und gefördert werden (siehe oben).

Fuhrmann und Merklinger (2015) haben mit von Spinner formulierten Typologien zu Gesprächsimpulsen, die Literarisches Lernen anregen sollen, und mit Blick auf die PERLE-Studie sechs eigene Arten von Gesprächsimpulsen für das Vorlesegespräch definiert: erstens Gesprächsimpulse, die die Schüler*innen zur Vorstellungsbildung verleiten und dabei das Vorwissen anregen sollen; zweitens Gesprächsimpulse, die die Schüler*innen zu Antizipationen verleiten sollen; drittens Gesprächsimpulse, die die Perspektivübernahme und das Figurenverstehen bzw. die Reflexion von Figurenverhalten fördern sollen; viertens Gesprächsimpulse, die die Schüler*innen zur Interpretation verleiten sollen; fünftens Gesprächsimpulse, die den Fokus auf die sprachliche Gestaltung des Textes legen; sechstens Gesprächsimpulse, die die Schüler*innen auf die Text-Bild-Korrespondenzen aufmerksam machen sollen.

Ergänzend weisen sie darauf hin, dass Impulse auch durch „besondere Betonungen, wiederholtes Vorlesen einer Textstelle oder durch gezielte Pausen gesetzt werden“ können (Fuhrmann & Merklinger 2015, S. 257).

Mit Blick auf die der Arbeit zugrunde liegende Fragestellung und die Fokussierung auf das vierte von Spinner aufgezählte Lernziel ist hier die dritte von Fuhrmann & Merklinger definierte Art von Gesprächsimpulsen von besonderer Relevanz. Auch hier gilt zu erwähnen, dass eine strikte Trennung der beschriebenen Typen wenig sinnvoll erscheint; sie hängen mehr oder weniger miteinander zusammen, sodass im Vorlesegespräch mit hoher Wahrscheinlichkeit gleichzeitig auch andere Arten von Gesprächsimpulsen gesetzt werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung des Vorlesegesprächs vor dem Hintergrund des literarischen Lernens und spezifiziert die Zielsetzung der Arbeit auf das Nachvollziehen von Figurenperspektiven.

2 DAS LITERARISCHE LERNEN IN DER GRUNDSCHULE: Dieses Kapitel erläutert den theoretischen Rahmen des literarischen Lernens nach Spinner und ordnet das Figurenverstehen als zentrales Element für Texterschließung und Persönlichkeitsbildung ein.

3 ZUM POTENZIAL DES VORLESEGESPRÄCHES BZGL. DER FÖRDERUNG LITERARISCHEN LERNENS: Hier wird das Vorlesegespräch als didaktisches Instrument analysiert, das durch gezielte Gesprächsimpulse narrative Strukturen und die Reflexion von Figurenverhalten fördert.

4 DIE DURCHFÜHRUNG EINES VORLESEGESPRÄCHES AM KAMISHIBAI ZUR FÖRDERUNG DER PERSPEKTIVÜBERNAHME: Der praktische Teil beschreibt die Planung, Durchführung und Reflexion einer Unterrichtseinheit am Kamishibai, um die Perspektivübernahme bei Grundschüler*innen gezielt zu initiieren.

5 FAZIT: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit von Spontaneität und professionellem Geschick der Lehrkraft bei der Steuerung von Vorlesegesprächen.

Schlüsselwörter

Literarisches Lernen, Vorlesegespräch, Grundschule, Figurenverstehen, Perspektivübernahme, Spinner, Kamishibai, Gesprächsimpulse, Leseförderung, Texterschließung, Persönlichkeitsbildung, Literaturdidaktik, Narrative Strukturen, Interpretation, Schülerpartizipation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung des Vorlesegesprächs im Grundschulunterricht als Methode zur Förderung literarischen Lernens, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf dem Perspektivwechsel gegenüber literarischen Figuren liegt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zentrale Themen sind die fachdidaktischen Grundlagen des literarischen Lernens nach Kasper Spinner, die methodische Gestaltung von Vorlesegesprächen mittels Gesprächsimpulsen sowie die Rolle des Figurenverstehens für die Entwicklung von Empathie und Identität bei Kindern.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist es zu untersuchen, wie Grundschüler*innen durch das Vorlesegespräch dazu befähigt werden können, Perspektiven von Romanfiguren einzunehmen und deren Verhalten durch eine Reflexion von Motiven und Handlungen tiefgreifender zu verstehen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Neben einer fundierten Literaturrecherche und theoretischen Herleitung stützt sich die Arbeit auf die praxisorientierte Durchführung und kritische Reflexion einer Unterrichtssequenz, unter Verwendung des Kamishibai-Papiertheaters.

Welche Aspekte stehen im Hauptteil im Fokus?

Im Hauptteil werden sowohl theoretische Ansätze zur Förderung literarischen Lernens diskutiert als auch die praktische Umsetzung und Evaluation einer Unterrichtsstunde dargelegt, in der Bilderbücher als Grundlage für den Perspektivwechsel dienen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Literarisches Lernen, Perspektivübernahme, Vorlesegespräch, Figurenverstehen, Kasper Spinner und didaktische Gesprächsimpulse.

Warum wurde das Kamishibai für das praktische Unterrichtsbeispiel gewählt?

Das Kamishibai wurde gewählt, weil es als Papiertheater die visuelle Darstellung der Geschichte ermöglicht und es der Lehrkraft erlaubt, verschiedene Bildtafeln permanent sichtbar zu machen, was den Vergleich unterschiedlicher Sichtweisen der Tiere (Ziege und Gans) erleichtert.

Wie geht die Autorin mit dem Problem um, dass Gespräche oft vom Thema abweichen?

Die Autorin reflektiert kritisch, dass ihr ursprünglicher Wunsch nach einer rein fokussierten Diskussion der Handlung teilweise durch das Bedürfnis der Kinder nach persönlichen Erzählungen durchbrochen wurde, und lernt daraus, dass eine Balance zwischen Strukturvorgabe und Spontaneität notwendig ist.

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Details

Title
Literarisches Lernen im Vorlesegespräch
Subtitle
Inwiefern kann das Vorlesegespräch Grundschüler*innen dabei helfen, Perspektiven literarischer Figuren durch Perspektivübernahme und die Reflexion von Figurenverhalten nachzuvollziehen?
College
Humboldt-University of Berlin  (Institut für Erziehungswissenschaften)
Grade
2,3
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2021
Pages
22
Catalog Number
V1157701
ISBN (PDF)
9783346555250
Language
German
Tags
Praktikumsbericht Literarisches Lernen Vorlesegespräch literarische Figur Perspektivübernahme Figurenverhalten Deutsch Didaktik Pädagogik Grundschulpädagogik Primarstufe Grundschule
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2021, Literarisches Lernen im Vorlesegespräch, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1157701
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