Wesentliche Unterschiede zwischen HGB und IFRS


Hausarbeit, 2008
11 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Historie
2.1. HGB
2.2. IFRS

3. Definition
3.1. HGB
3.2. IFRS

4. Wesentliche Unterschiede zwischen HGB und IFRS
4.1. Ziele der Rechnungslegung
4.1.1. HGB
4.1.2. IFRS
4.2. Instrumente der Rechnungslegung
4.2.1. HGB
4.2.2. IFRS
4.3. Bilanzierung und Bewertung am Beispiel der Rückstellungen
4.3.1. HGB
4.3.2. IFRS

5. Fazit

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

In der Wirtschaft ist zunehmend eine internationale Verflechtung festzustellen. So werden Waren, Dienstleistungen und Kapital grenzüberschreitend gehandelt. Im Zuge dieser Globalisierung wachsen die Güter- und Finanzmärkte stark zusammen. Diese Veränderung führt dazu, dass ein einheitliches Rechnungslegungssystem verlangt wird, damit z.B. Kapitalanleger weltweit nach den günstigsten Anlagealternativen suchen können.[1]

Im Rahmen dieser Arbeit, werden die wesentlichen Unterschiede zwischen dem Rechnungslegungssystem des HGB und des IFRS deutlich gemacht. Um sich mit der wesentlichen Materie auseinander setzen zu können, werden erstmals die Begriffe der beiden Systeme erläutert. Durch die Vertiefung der Rechnungslegungsziele und Rechnungslegungsinstrumente, wird deutlich gemacht, dass die jeweiligen Systeme unterschiedliche Einzeljahresabschlüsse bzw. Konzernjahresabschlüsse vermitteln wollen. Es ist im Rahmen dieser Arbeit nicht möglich, alle Unterscheidungen der Bilanzierung und Bewertung zu erläutern. Es wird deshalb der Fokus auf die Rückstellungen gerichtet.

2. Historie

2.1. HGB

Das Handelsgesetzbuch (HGB) trat am 1. Januar 1900 zusammen mit dem BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) in Kraft. Die erste Kodifikation des deutschen Handelsrechts, war das Allgemeine Deutsche Handelsgesetzbuch (ADHGB) von 1861, woraus sich das HGB entwickelte.[2]

Das HGB besteht aus fünf Büchern. Das erste Buch enthält Regelungen über den Handelsstand, der sich mit Themen wie z.B. Kaufleute, Handelsregister, Prokura und Handlungsvollmachten beschäftigt. Das zweite Buch stellt die Rechte der Handelsgesellschaften dar: der Offenen Handelsgesellschaft, Kommanditgesellschaft und der stillen Gesellschaft. Die Handelsbücher und die Pflicht des Kaufmanns diese Bücher zu führen, werden vom dritten Buch erfasst, es enthält beispielsweise genaue Vorschriften für die Kaufleute. Das vierte Buch umfasst die Handelsgeschäfte bzw. kaufmännische Betätigung. Der Regelungsgegenstand des Fünften Buches betrifft den Seehandel.[3]

2.2. IFRS

Durch die Globalisierung bzw. Internationalisierung kam es zur Öffnung der internationalen Kapitalmärkte. Durch diesen Schritt wurde eine internationale Rechnungslegung verlangt. So wurde am 29. Juni 1973 in London, von Rechnungslegungsgremien aus insgesamt neun Staaten, die International Accounting Standards Committee (IASC) gegründet. Die IASC ist ein internationaler privatrechtlicher Standardsetter und setzt sich aus Angehörigen (z.B. Wirtschaftsprüfer) verschiedener Berufsverbände, aus zahlreichen Ländern zusammen. Die IASC hat zu verschiedenen Einzelthemen der Rechnungslegung Standards (IAS - International Accounting Standards) entwickelt. Zunächst wurde die IASC von der Öffentlichkeit wenig zur Kenntnis genommen. Dies änderte sich jedoch als die International Organization of Securities Commissions (IOSCO), Weltdachverband der nationalen Börsenaufsicht, die IASC akzeptierte. Damit wuchsen auch die Kontakte und die Abstimmungen der IASC mit der US-amerikanischen Börsenaufsicht (SEC - Securities and Exchange Commission) und der EU-Kommission. Der größte Erfolg der IASC lag aber in der internationalen Akzeptanz im Jahre 2000. So müssen börsennotierte Unternehmen, mit Sitz in der Europäischen Union, seit 2005 ihre Konzernjahresabschlüsse nach IAS erstellen und veröffentlichen. Aus dem Board des IASC, ist 2001 die International Accounting Standard Board (IASB) hervorgegangen. Der IASB obliegt die alleinige Verantwortung der Lenkung und Entwicklung der Standards, die von IAS in IFRS (International Financial Reporting Standards) umbenannt worden sind.[4]

3. Definition

3.1. HGB

Das Handelsgesetzbuch (HGB) enthält die wesentlichen Punkte des Handelsrechts für Deutschland. Es wird auch als das „Sonderprivatrecht der Kaufleute“ bezeichnet, da es die Rechtsverhältnisse der Kaufleute regelt. Wichtig für den Jahresabschluss ist die gesetzliche Grundlage des Dritten Buches (Bilanzrichtliniengesetz) des HGB. Auf Grund dessen wurde die GoB (Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung) entwickelt. Sie bildet ein Regelwerk, das die gesamte Rechnungslegung umfasst.[5]

3.2. IFRS

International Financial Reporting Standards (IFRS) ist eine Sammlung von Standards der internationalen Rechnungslegungsvorschriften, die von der IASB herausgegeben werden. Das IFRS besteht aus den schon genannten Standards, die sich mit den Einzelfragen der Rechnungslegung befassen, und aus dem Framework (Rahmenkonzept), dass die theoretische Konzeption darstellt.[6] Das Framework ist kein eigentlicher Standard, es stellt nur den Rahmen dar, in dem sich die IFRS und die Interpretationen bewegen sollen. Es bildet die allgemeine Basis für die IFRS. Die Standards werden durch die „Interpretations“ ergänzt und konkretisiert.[7]

4. Wesentliche Unterschiede zwischen HGB und IFRS

4.1. Ziele der Rechnungslegung

4.1.1. HGB

Das dominierende Ziel der Rechnungslegung ist die Gewinnermittlung, also die Ermittlung des ausschüttungsfähigen Gewinns. Dabei kommt es zu einem grundlegendem Problem, im Insolvenzverfahren sinkt für den Gläubiger die Haftungsmasse, denn je höher der Gewinn ausgewiesen wird umso mehr kann an die Aktionäre (nur bei Kapitalgesellschaften) ausgeschüttet werden. Damit der Gewinn möglichst vorsichtig ermittelt wird gibt es den Gläubigerschutz (Grundsatz der Vorsicht), der ebenfalls ein wichtiges Ziel ist. Er sorgt dafür, dass die Erfolge bzw. Vermögenswerte eher zu niedrig und Aufwendungen und Schulden eher zu hoch ausgewiesen werden. Damit wird auch ein weiteres Ziel, die Kapitalerhaltung, erfüllt. Im Zweifel haben die Gläubigerschutzinteressen, gegenüber den Anlegerinteressen immer Priorität. Die Information der Rechnungslegung ist also, dadurch dass die Hauptadressaten die Fremdkapitalgeber eines Unternehmens sind, vorrangig kreditorientiert.

4.1.2. IFRS

Beim IFRS hingegen, ist die Vermittlung entscheidungsrelevanter Informationen das wesentliche Rechnungslegungsziel. Denn durch die Informationen über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, die „Cash Flows“ sowie die Veränderungen der finanziellen Lage eines Unternehmens, soll das Interesse der Investoren (Anleger) geweckt werden. Sie sind somit die Hauptadressaten. Erst durch eine realistische Darstellung der wirtschaftlichen Lage eines Unternehmens, kann der Anleger Entscheidungen zur Investition tätigen. Damit steht in der IFRS der Anlegerschutz (Investorenschutz) im Vordergrund.

Im starken Gegensatz zu handelsrechtlichen Einzelabschlüssen, dienen die IFRS-Abschlüsse in keiner Weise der Zahlungsbemessung.[8]

4.2. Instrumente der Rechnungslegung

4.2.1. HGB

Für Einzelunternehmungen und Personenhandelsgesellschaften sind die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung, die wesentlichen Instrumente der Rechnungslegung nach HGB. Dies gilt auch für Kapitalgesellschaften bzw. Personengesellschaften, jedoch kommen bei diesen Unternehmungen noch der Anhang (Bestandteil des Jahresabschlusses) und der Lagebericht hinzu.

Die Bilanz ist eine zeitpunktbezogene Rechnung, da zu einem Abschlussstichtag die Vermögensgegenstände und Schulden der Unternehmung, in Kontenform, gegenübergestellt werden. Die Gliederung der Bilanz ist in § 266 HGB vorgeschrieben. Im Gegensatz zur Gewinn- und Verlustrechnung, dient die Bilanz eher der Vermögens- und Finanzierungsanalyse. Die GuV ist nämlich für die Erfolgsanalyse das wichtigere Recheninstrument, denn sie stellt die angefallenen Erträge und Aufwendungen in einer Periode gegenüber. Sie ermittelt somit den Periodenerfolg in Form des Jahresüberschusses oder –fehlbetrages. Sie wird in Staffelform nach dem Gesamt- und Umsatzkostenverfahren aufgestellt.

Zum besseren Verständnis der GuV und der Bilanz hat der Anhang die Aufgabe, durch Erläuterungen die Interpretationsfähigkeit zu verbessern und somit Fehlinterpretationen zu vermeiden.

Der Lagebericht soll über die Gesamtlage der Gesellschaft einen zusammen-fassenden Überblick geben und somit informieren, ob sich das Unternehmen behaupten und seinen Verpflichtungen nachkommen kann. Es muss dabei auch auf die Risiken der Unternehmensentwicklung eingegangen werden. Der Lagebericht besteht somit aus dem Wirtschaftsbericht inklusive Risikobericht, dem Nachtragsbericht und dem Prognosebericht.

Zusätzlich zum Einzeljahresabschluss müssen die Obergesellschaften von Konzernen einen geprüften Konzernjahresabschluss, der die Kapitalflussrechnung (vermittelt das tatsächliche Verhältnis der Finanzlage) und die Segmentberichterstattung (differenzierte Beurteilung eines Unternehmens) enthält, erstellen und veröffentlichen.[9]

[...]


[1] vgl. Wöhe, Einführung in die Allg. BWL, Seite 955-956

[2] vgl. Eggloff, Bilanzierung nach HGB, US-GAAP und IAS im Vergleich, Seite 15

[3] vgl. Scheffler, Lexikon der Rechnungslegung, Seite 187

[4] vgl. Tanski, Int. Rechnungslegungsstandards, Seite 6-8

[5] vgl. Eggloff, Bilanzierung nach HGB, US-GAAP und IAS im Vergleich, Seite 15

[6] vgl. Weber, Kaufmännische Buchführung von A-Z, Seite 150

[7] vgl. Wöltje, IAS/IFRS, Seite 9

[8] vgl. Wolz, Grundzüge der Int. Rechnungslegung nach IFRS, Seite 11; Haunerdinger/Probst, Der Weg in die int. Rechnungslegung, Seite 30-31; Wöltje, IAS/IFRS, Seite 19

[9] vgl. Gräfer/Sorgenfrei, Rechnungslegung, Seite 9-14

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Wesentliche Unterschiede zwischen HGB und IFRS
Note
1,0
Autor
Jahr
2008
Seiten
11
Katalognummer
V115771
ISBN (eBook)
9783640171170
ISBN (Buch)
9783640179756
Dateigröße
381 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Das ist eine sehr gute und klare Arbeit. Die mit einer 1,0 bewertet wurde. Die Dozentin war begeistert und hat geschrieben, das es eine sehr gute und sprachlich sehr wissenschaftliche Arbeit ist.
Schlagworte
Wesentliche, Unterschiede, IFRS
Arbeit zitieren
Daria Kozakiewicz (Autor), 2008, Wesentliche Unterschiede zwischen HGB und IFRS, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/115771

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