Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit einem Thema, zu dem es noch nicht sehr viel Literatur gibt, da zum Thema Ethnizität und schwarze Identität in Brasilien noch nicht sehr viel geforscht wurde. Seit rund 100 Jahren gibt es Forschungen über die afrobrasilianische Kultur und über die Rassenbeziehungen in Brasilien, mit denen sich Gerichtsmediziner, Psychologen, Anthropologen, Historiker, Soziologen, Politologen und Pädagogen unter unterschiedlichen Blickwinkeln beschäftigt haben.
Inhaltsverzeichnis
0. Vorwort
1. Einleitung
1.1 Forschungsstand
1.2 Vorgehensweise
2. Das Problem des Bestimmens der Hautfarbe und der ethnischen Zugehörigkeit im Zuge der Quotenregelung
3. Definitorische Ansätze zu ethnischer Gruppe, Minderheit und Identität
3.1 Ethnisch
3.2 Ethnische Gruppe
3.3 Ethnische Minderheit
3.4 Ethnische Identität
3.4.1 Selbstbestimmung
3.4.2 Toleranz
3.4.3 Unterstützung
3.4.4 Selbstwertgefühl
3.4.5 Identitätssymbole
3.5 Zusammenfassende Definition
4. Gemeinsame Geschichte/ gemeinsamer Ursprung
4.1 Die Sklaverei
4.1.1 Quilombos
4.2 Nach Abschaffung der Sklaverei
4.2.1 Das Branqueamento-Prinzip
4.2.2 Frente Negra Brasileira
4.3 Vargas-Diktatur
4.4 1940er bis 90er Jahre – zwischen Militärdiktatur und Redemokratisierungsprozess
4.4.1 Movimento Negro Unificado
5. Gemeinsame kulturelle Merkmale und Symbole
5.1 „Typisch schwarze“ Aktivitäten
5.1.1 Capoeira
5.1.2 Afoxé und Bloco Afro
5.1.3 Candomblé
5.1.4 Sambaschulen
5.1.5 Schwarzenbewegung
5.2 Typisch afrikanisch?
5.3 Kulturelle Merkmale der afrobrasilianischen Jugendkultur
6. Gemeinsame Identifizierung und Abgrenzung
6.1 Bei Sansone
6.1.1 Die Eigenbezeichnung negro
6.1.2 Gemeinschaftsgefühl und „communidade negra“
6.2 Bei Ferreira
6.2.1 Estágio de submissão
6.2.2 Estágio de impacto
6.2.3 Estágio de militância
6.2.4 Estágio de articulação
7. Zusammenfassung und Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Diplomarbeit untersucht die Existenz einer afrobrasilianischen schwarzen Identität und analysiert, ob diese als ethnische Identität klassifiziert werden kann. Im Zentrum steht die Frage, inwieweit die afrobrasilianische Bevölkerung über eine kollektive, kulturell bedingte Identität verfügt, die sich durch eine gemeinsame Geschichte, kulturelle Merkmale und Identifizierungsprozesse definiert und eine Abgrenzung zu anderen sozialen Gruppen ermöglicht.
- Analyse theoretischer Definitionen von Ethnie, Minderheit und Identität.
- Untersuchung historischer Etappen der afrobrasilianischen Geschichte und deren Einfluss auf das schwarze Selbstbild.
- Betrachtung traditioneller und moderner kultureller Merkmale sowie Symbole (z.B. Capoeira, Candomblé).
- Evaluation von Identifizierungsprozessen anhand soziologischer und psychologischer Stadienmodelle.
- Einfluss staatlicher Maßnahmen wie Quotenregelungen auf das Bewusstsein ethnischer Zugehörigkeit.
Auszug aus dem Buch
1.1 Forschungsstand
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit einem Thema, zu dem es noch nicht sehr viel Literatur gibt, da zum Thema Ethnizität und schwarze Identität in Brasilien noch nicht sehr viel geforscht wurde. Seit rund 100 Jahren gibt es Forschungen über die afrobrasilianische Kultur und über die Rassenbeziehungen in Brasilien, mit denen sich Gerichtsmediziner, Psychologen, Anthropologen, Historiker, Soziologen, Politologen und Pädagogen unter unterschiedlichen Blickwinkeln beschäftigt haben. Diese Forschungen stehen in engem Zusammenhang mit der Entwicklung Brasiliens zu einer Nation und dem Selbstbild des Landes. Außerdem gibt es einige Forschungsarbeiten der letzten zehn Jahre, die sich mit der afrobrasilianischen Bevölkerung im Zusammenhang mit dem Thema Rassismus in Brasilien befassen und nebenbei auch auf schwarze Identität eingehen. In deutscher Sprache gibt es bisher kaum Publikationen.
Zusammenfassung der Kapitel
0. Vorwort: Die Autorin erläutert ihre persönliche Motivation für die Themenwahl, basierend auf langjährigen Aufenthalten in Brasilien und der Teilnahme an einer Exkursion der Humboldt-Universität.
1. Einleitung: Es wird in die Problematik der ethnischen Vielfalt Brasiliens eingeführt und die Forschungsfrage nach einer spezifischen schwarzen Identität sowie die Vorgehensweise der Arbeit dargelegt.
2. Das Problem des Bestimmens der Hautfarbe und der ethnischen Zugehörigkeit im Zuge der Quotenregelung: Das Kapitel beleuchtet die Schwierigkeit der ethnischen Kategorisierung im Kontext neu eingeführter Quotenregelungen an brasilianischen Universitäten.
3. Definitorische Ansätze zu ethnischer Gruppe, Minderheit und Identität: Hier werden zentrale theoretische Konzepte wie „Ethnie“, „ethnische Minderheit“ und „ethnische Identität“ definiert, wobei Faktoren wie Selbstbestimmung und Identitätssymbole analysiert werden.
4. Gemeinsame Geschichte/ gemeinsamer Ursprung: Dieser Abschnitt behandelt historische Etappen der afrobrasilianischen Geschichte, von der Sklavenzeit über die Vargas-Diktatur bis hin zu zeitgenössischen sozialen Bewegungen.
5. Gemeinsame kulturelle Merkmale und Symbole: Das Kapitel untersucht „typisch schwarze“ Aktivitäten wie Capoeira und Candomblé sowie den Einfluss moderner Jugendkultur auf die Identitätsbildung.
6. Gemeinsame Identifizierung und Abgrenzung: Die Autorin analysiert Identifizierungsprozesse anhand der Ansätze der Forscher Sansone und Ferreira, die verschiedene Stadien der Identitätsfindung und -bildung beschreiben.
7. Zusammenfassung und Fazit: Die Arbeit fasst die Ergebnisse zusammen und beurteilt, inwieweit die untersuchten Kriterien eine ethnische Identität der Schwarzen in Brasilien begründen.
Schlüsselwörter
Afrobrasilianer, schwarze Identität, ethnische Identität, Ethnie, Brasilien, Geschichte, Rassismus, Quotenregelung, Kultur, Symbole, Candomblé, Capoeira, Identifizierung, soziale Bewegung, Identitätsbildung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Diplomarbeit untersucht, ob die afrobrasilianische Bevölkerung eine gemeinsame schwarze Identität besitzt, die als ethnische Identität definiert werden kann.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum?
Die Arbeit fokussiert sich auf die theoretische Einordnung ethnischer Gruppen, die historische Erfahrung der Sklaverei und Unterdrückung sowie die heutige kulturelle Identitätsbildung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist zu analysieren, ob sich afrobrasilianische Bevölkerungsgruppen aufgrund gemeinsamer Geschichte, Merkmale und Symbole selbst als ethnische Gruppe identifizieren und abgrenzen.
Welche wissenschaftliche Methodik wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine Literaturanalyse soziologischer und anthropologischer Werke und kombiniert diese mit dem Stadienmodell der Identitätsentwicklung von Ferreira.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Definition ethnischer Identität, die historische Analyse, die Untersuchung kultureller Symbole und die Darstellung individueller Identifizierungsprozesse.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit beschreiben?
Zentrale Begriffe sind Afrobrasilianer, schwarze Identität, Rassismus, kulturelle Symbole, Identifizierungsprozess und ethnische Minderheit.
Welche Rolle spielt die Quotenregelung in Brasilien für das Thema?
Die Quotenregelungen zwingen die Bevölkerung zur expliziten ethnischen Selbstkategorisierung, was das Bewusstsein für die eigene Identität und die Problematik der Hautfarbenbestimmung in Brasilien verstärkt hat.
Was beschreibt das Modell von Ferreira im Kontext der Identitätsbildung?
Ferreira beschreibt einen vierstufigen Prozess, den viele Afrobrasilianer durchlaufen: von der Unterwerfung unter das weiße Ideal über das Aufwachen (Impacto), das militante Stadium der Identitätssuche bis zur Artikulation einer gefestigten schwarzen Identität.
Warum wird die „typisch schwarze“ Kultur kritisch hinterfragt?
Die Autorin hinterfragt, inwieweit Merkmale wie Capoeira oder Candomblé tatsächlich „afrikanisch“ sind oder ob es sich um Konstruktionen handelt, die erst im brasilianischen Kontext und durch den Blick von außen als solche definiert wurden.
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- Romy Powils (Author), 2007, „A invenção de ser negro“ – Die Untersuchung einer schwarzen Identität als ethnische Identität in Brasilien heute , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/115779