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Stille und Lücken in Archivbeständen. Kritischer Vergleich staatlicher Online-Archivbestände zu der Suffragetten-Bewegung in Großbritannien und zur Frauenwahlrechtsbewegung in den USA

Titel: Stille und Lücken in Archivbeständen. Kritischer Vergleich staatlicher Online-Archivbestände zu der Suffragetten-Bewegung in Großbritannien und zur Frauenwahlrechtsbewegung in den USA

Hausarbeit , 2021 , 16 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Varuna Mattis Venker (Autor:in)

Politik - Region: USA
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser Arbeit werden zunächst werden die Forschungsmethoden vorgestellt. Als Nächstes wird der theoretische Rahmen erläutert, welcher in der Theorie zu Stille und Lücken in Archiven besteht und die Basis der Untersuchung sein soll. Anschließend wird sich den Fallbeispielen gewidmet. Um eine sinnvolle Vergleichsebene zu haben, wird sich in beiden Fällen auf staatliche Archive und die von ihnen bereitgestellten Dokumente bezogen. Die Ergebnisse in Bezug auf die Fragestellung werden verglichen und im letzten Schritt ein Fazit gezogen. Die Tiefe der Untersuchung ist wegen des angestrebten Textumfanges begrenzt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Forschungsmethoden

3. Theorie zu Stille und Lücken in Archiven

4. Fallbeispiele

4.1 Suffragetten-Bewegung (National Archive UK)

4.2. Frauenwahlrechtsbewegung (National Archives US)

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch die Existenz von Leerstellen und Verzerrungen in den Online-Archivbeständen des britischen National Archive UK und des US-amerikanischen National Archives im Kontext der jeweiligen Frauenwahlrechtsbewegungen. Ziel ist es, durch einen systematischen Vergleich dieser digitalen Bestände aufzuzeigen, wie Machtstrukturen und selektive Archivierungsprozesse zur Marginalisierung bestimmter Stimmen – insbesondere im Hinblick auf Intersektionalität, Rassismus und Klassenzugehörigkeit – beitragen.

  • Kritische Analyse von Machtverhältnissen in staatlichen Archiven
  • Vergleich der digitalen Archivbestände zur Suffragetten-Bewegung (UK) und zur Frauenwahlrechtsbewegung (US)
  • Identifizierung von „Stille“ und Lücken im Kontext von Rassismus und Intersektionalität
  • Untersuchung des Einflusses von Klassenunterschieden auf die Archivierung
  • Reflexion über die Rolle der Politikwissenschaft im Umgang mit archivbedingten Verzerrungen

Auszug aus dem Buch

3. Theorie zu Stille und Lücken in Archiven

Die Entstehung von Archiven unterliege den Machtverhältnissen der entsprechenden Gesellschaftsordnung. Es sei gängige Praxis, dass Dissens gegen die dominanten und mächtigen Interessen in Form von kontroversen Informationen unterdrückt wird und diese Perspektiven so zum Schweigen gebracht werden oder Verzerrungen auftreten (Trouillot, 1995, S.60). Trouillot (1995) kritisiert Archive als staatliche Institutionen, die immer auch politische Interessen verkörpern (S. 68-69). „Politische Institutionen dienen der Verwirklichung von Interessen Einzelner und von gesellschaftlichen Gruppen und werden mit Hilfe von Macht und Herrschaft durchgesetzt“ (Peter Massing, 2015).

Archive seien Institutionen, die Fakten und Quellen organisieren. Es seien keine bloßen Sammlungen, sondern gewissermaßen Produktionsorte, die Informationen verständlich aufarbeiten. Archive würden Autorität vermitteln und über Glaubwürdigkeit und Interdependenzen bestimmen. Sie würden die Grenzen der Diskussionsfähigkeit festlegen. Archive und die verfügbaren Quellen zu einem Thema seien weder neutral noch natürlich. Sie würden geschaffen. Bereits Ungleichgewichte in der Menge an verfügbaren Informationen zu einem bestimmten Thema unter dem gleichen Namen würden zu einer disproportionalen Informationslage führen (Trouillot, 1995, S.48). Trouillot bemerkt, dass es konstitutiv für die Geschichte sei, dass einige Menschen und Dinge nicht in ihr auftauchen (Trouillot, 1995, S. 49). Ein Teil der Entstehungsvoraussetzungen für Geschichte würden immer ausgelassen, wohingegen ein anderer Teil aufgenommen würde. Die Entstehung von Archiven setzte sich aus in einer Reihe selektiver Prozesse zusammen. Im besten Fall resultiere dies in unterschiedlichen Rangfolgen von Quellen, Themen und Deutungen und im schlechtesten Fall in einem Ausschluss Ebenjener (Trouillot, 1995, S. 53).

Unter dem Begriff Stille oder Lücken sollen im Folgenden Leerstellen und Verzerrungen in Archiven verstanden werden. Das Konzept wird in der englischen Fachliteratur als silence bezeichnet. Es meint die Disproportionalität und Einseitigkeit von Archivalien und darauf basierenden Deutungen. Die Geschichte sei die Synthese fehlender und festgehaltener Informationen. Die Stille in den Archiven ist das Resultat der Auslassung und Abwesenheit von Informationen, die eigentlich zur Geschichte gehören (Russel, 2018, S.5).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Motivation und das Ziel der Hausarbeit ein, welche im Rahmen des Seminars „Archival Research in Political Science“ entstanden ist, und skizziert die methodische sowie theoretische Herangehensweise.

2. Forschungsmethoden: Das Kapitel erläutert die angewandte systematische Literaturrecherche, die Nutzung der Schneeball-Methode zur Literaturerweiterung sowie das Vorgehen bei der Auswahl und Analyse der digitalisierten Archivbestände.

3. Theorie zu Stille und Lücken in Archiven: Hier werden theoretische Konzepte zur kritischen Archivanalyse vorgestellt, insbesondere die Rolle von Machtverhältnissen und selektiven Prozessen bei der Entstehung von „Stille“ und Lücken in der Geschichtsschreibung.

4. Fallbeispiele: Dieser Hauptteil analysiert spezifische Dokumente des National Archive UK zur Suffragetten-Bewegung sowie des National Archives US zur Frauenwahlrechtsbewegung hinsichtlich auftretender Leerstellen und Verzerrungen.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse des Vergleichs zusammen, reflektiert die unterschiedlichen Ausprägungen von Intersektionalität und Klassenunterschieden in den Archiven beider Länder und betont die Notwendigkeit einer kritischen Auseinandersetzung mit Archivbeständen.

Schlüsselwörter

Archivforschung, Stille, Lücken, Suffragetten-Bewegung, Frauenwahlrechtsbewegung, Machtverhältnisse, Intersektionalität, Geschichtsschreibung, National Archive, Diskriminierung, Rassismus, Klassismus, Quellenkritik, Digitale Archive, Politische Institutionen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit einer kritischen Analyse staatlicher Online-Archivbestände zu den Frauenwahlrechtsbewegungen in Großbritannien und den USA, mit einem Fokus auf identifizierbare Leerstellen und Verzerrungen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Archivierung von Geschichte, Machtstrukturen innerhalb staatlicher Institutionen, Rassismus, Klassismus und Intersektionalität in historischen Bewegungen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie und warum bestimmte Stimmen, besonders von marginalisierten Gruppen, in offiziellen Archiven zum Schweigen gebracht werden oder fehlen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine systematische Literaturrecherche, eine kritische Inhaltsanalyse digitalisierter Archivalien sowie eine Einordnung durch Experteneinschätzungen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die Archive zum National Archive UK (Suffragetten) und zum National Archives US (Frauenwahlrecht) in Hinblick auf Repräsentation, rassistische Grundzüge und sozioökonomische Faktoren untersucht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen gehören Archivforschung, Stille und Lücken, Intersektionalität, Machtverhältnisse, Geschichtsschreibung und Diskriminierung.

Wie unterscheidet sich die Archivsituation zwischen UK und USA in der Arbeit?

Die Arbeit stellt fest, dass das US-Archiv eine deutlich größere Menge an Dokumenten bietet und die Bewegung stärker von Intersektionalität geprägt war, was zu unterschiedlichen Schwerpunkten bei den dokumentierten Lücken führt.

Welche Rolle spielt die „Stille“ laut der Autorin?

„Stille“ wird als das Resultat selektiver Archivierungsprozesse verstanden, bei denen Machtverhältnisse bestimmen, welche Informationen für die Nachwelt festgehalten werden und welche nicht.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Stille und Lücken in Archivbeständen. Kritischer Vergleich staatlicher Online-Archivbestände zu der Suffragetten-Bewegung in Großbritannien und zur Frauenwahlrechtsbewegung in den USA
Hochschule
Freie Universität Berlin  (Otto-Suhr-Institut)
Note
1,0
Autor
Varuna Mattis Venker (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
16
Katalognummer
V1157847
ISBN (PDF)
9783346553799
ISBN (Buch)
9783346553805
Sprache
Deutsch
Schlagworte
stille lücken archivbeständen kritischer vergleich online-archivbestände suffragetten-bewegung großbritannien frauenwahlrechtsbewegung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Varuna Mattis Venker (Autor:in), 2021, Stille und Lücken in Archivbeständen. Kritischer Vergleich staatlicher Online-Archivbestände zu der Suffragetten-Bewegung in Großbritannien und zur Frauenwahlrechtsbewegung in den USA, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1157847
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Leseprobe aus  16  Seiten
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