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Pflegefamilien als Chance für korrigierende Bindungserfahrungen

Titel: Pflegefamilien als Chance für  korrigierende Bindungserfahrungen

Praktikumsbericht / -arbeit , 2019 , 27 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Nazile Karagöz (Autor:in)

Pädagogik - Kindergarten, Vorschule, frühkindl. Erziehung
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Der erste Teil des Praktikumsberichts widmet sich der Konzeption des Pflegekinderdienstes in Ahlen. Darauf aufbauend werden im zweiten Teil einige wichtige Aspekte des Pflegekinderwesens, wie z.B. Kindeswohlgefährdung als Vorerfahrung, Gründe und Formen der Vollzeitpflege sowie die Rolle der Bindung im Pflegekinderwesen, erläutert. Basis der Überlegungen sind die Ansätze der Bindungstheorie von Bowlby und Ainsworth. Das vierte Kapitel widmet sich der terminologischen Klärung, hier werden u.a. die Begriffe "Bindung"und "Feinfühligkeit" definiert. Auf die von Bowlby aufgestellten vier Phasen der Bindungsentwicklung wird im Rahmen dieser Arbeit nicht eingegangen, da sich für die
Bindungsentwicklung in der Pflegefamilie die Integrationstheorie von Monika Nienstedt und Arnim Westermann besser eignet. Die Integrationstheorie wird nach den Zielen und der Motivation der Pflegeeltern dargestellt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Konzeption des Pflegekinderdienstes in Ahlen

2.1 Organisationsform

2.2 Aufgaben

2.2.1 Auswahl und Vorbereitung von Pflegepersonen

2.2.2 Vermittlung von Pflegekindern

2.2.3 Begleitung und Beratung der Pflegepersonen und des Pflegekindes

2.3 Ziel

2.4 Personalsituation und Finanzierung

2.5 Gesetzliche Grundlage

2.6 Tätigkeiten während des Praktikums

3. Pflegekinderwesen

3.1 Kindeswohlgefährdung als Vorerfahrung eines Pflegekindes

3.2 Gründe für die Vollzeitpflege

3.3 Formen der Vollzeitpflege

3.3.1 Dauerpflege

3.3.2 Bereitschaftspflege

3.3.3 Verwandtenpflege

3.3.4 Sonderform

3.4 Rolle der Bindung im Pflegekinderwesen

4. Bindungstheorie (Bowlby und Ainsworth)

4.1 Definition von Bindung und Bindungsentwicklung

4.2 Feinfühligkeit

4.3 Innere Arbeitsmodelle – Bindungsrepräsentation

4.4 Transgenerationale Weitergabe

5. Motivation und Ziele der Pflegeeltern

6. Bindungsentwicklung in der Pflegefamilie

6.1 Integrationstheorie (Nienstedt und Westermann)

6.1.1 Erste Phase – Pseudobindung

6.1.2 Zweite Phase – Reinszenierung der Traumata

6.1.3 Dritte Phase – Regression

6.2 Einflussfaktoren auf Seiten des Pflegekindes

6.3 Einflussfaktoren auf Seiten der Pflegeeltern

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit Pflegefamilien eine Chance für korrigierende Bindungserfahrungen bei traumatisierten Kindern bieten können. Dabei steht die zentrale Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie das Zusammenwirken zwischen den Strukturen des Pflegekinderdienstes, den Voraussetzungen der Pflegeeltern und den individuellen Entwicklungsphasen des Kindes dazu beitragen kann, Bindungsstörungen zu heilen und eine gesunde Persönlichkeitsentwicklung zu fördern.

  • Konzeptionelle Grundlagen und Aufgaben des Pflegekinderdienstes in Ahlen
  • Kindeswohlgefährdung als zentrale Vorerfahrung von Pflegekindern
  • Anwendung der Bindungstheorie nach Bowlby und Ainsworth auf das Pflegekinderwesen
  • Integrationstheorie nach Nienstedt und Westermann als Modell für den Heilungsprozess
  • Einflussfaktoren auf die Bindungsentwicklung durch Pflegekind und Pflegeeltern

Auszug aus dem Buch

3.1 Kindeswohlgefährdung als Vorerfahrung eines Pflegekindes

Kindeswohl ist ein unbestimmter Rechtsbegriff und meint das unversehrte Aufwachsen eines Kindes und die Befriedigung der elementaren Bedürfnisse der kindlichen Entwicklung. Zu diesen zählen das Bedürfnis nach Nahrung, Schlaf, körperlicher Nähe, Schutz, sozialer Zugehörigkeit, Wahrung der eigenen Emotionen und körperlichen Grenzen, Förderung und Anregung im Bereich der Bildung und das Bedürfnis nach der Entwicklung der Identität. Es ist das Recht und gleichzeitig die Pflicht der Eltern ihre Kinder zu erziehen, ihnen ein unversehrtes Aufwachsen zu gewährleisten. Wenn dies nicht der Fall ist, ist von einer Kindeswohlgefährdung auszugehen.

Grund für die Kindeswohlgefährdung kann die psychische Erkrankung eines oder beider Elternteile sein. Bei Kindern psychisch kranker Eltern ist die Wahrscheinlichkeit hoch, ebenfalls eine psychische Störung zu entwickeln. Die psychische Erkrankung kann der Grund dafür sein, dass die Eltern ihren erzieherischen Pflichten nicht nachkommen können. Substanzbezogene Störungen, affektive Störungen (Depressionen), Angststörungen, Psychosen und Persönlichkeitsstörungen sind die am häufigsten vorkommenden psychischen Erkrankungen (vgl. Nowacki/Remiorz 2018, S. 54f.). Unter diesem Zustand sind diese Väter und Mütter meist nicht in der Lage für das Wohl des Kindes zu sorgen. Für Kinder psychisch kranker Eltern ist das unvorhersehbare Verhalten der Eltern nicht einschätzbar (vgl. ebd., S. 50).

Zu den aktiven Kindeswohlgefährdungen gehören körperliche oder emotionale Misshandlung und sexueller Missbrauch.

Unter körperlicher Misshandlung werden impulsive und affektgesteuerte sowie gezielte und bewusste Handlungen von Erwachsenen verstanden. Dies kann alles von blauen Flecken bis hin zu Knochenbrüchen beinhalten. Hierdurch verliert der Erwachsene ihre Funktion als Schutzobjekt und das Kind findet keine Sicherheit. Dies hat unter bindungsorientierten Gesichtspunkten negative Folgen. In einigen Fällen kann solch ein Verhalten tödlich enden (vgl. ebd., S. 55).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung beschreibt den Rahmen des 20-wöchigen Praktikums im Jugendamt der Stadt Ahlen und führt in die Thematik der Pflegefamilie als Chance für korrigierende Bindungserfahrungen ein.

2. Konzeption des Pflegekinderdienstes in Ahlen: Dieses Kapitel erläutert die organisatorische Struktur, die gesetzlichen Grundlagen sowie die zentralen Aufgabenbereiche und Ziele des lokalen Pflegekinderdienstes.

3. Pflegekinderwesen: Hier werden die Gründe für eine Fremdunterbringung, die Formen der Vollzeitpflege und die fundamentale Bedeutung der Bindung für das Kind im Pflegekontext analysiert.

4. Bindungstheorie (Bowlby und Ainsworth): Dieses Kapitel widmet sich den theoretischen Grundlagen der Bindungstheorie, definiert Feinfühligkeit und beleuchtet die Rolle innerer Arbeitsmodelle sowie die transgenerationale Weitergabe.

5. Motivation und Ziele der Pflegeeltern: Hier werden die Beweggründe von Pflegeeltern beleuchtet, ein Kind aufzunehmen, und der Abgleich zwischen dem Ideal der Normalfamilie und der Realität traumatisierter Kinder thematisiert.

6. Bindungsentwicklung in der Pflegefamilie: Dieses zentrale Kapitel analysiert anhand der Integrationstheorie die drei Phasen der Beziehungsentwicklung und die Einflussfaktoren, die von Kind und Pflegeeltern ausgehen.

7. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer kontinuierlichen beratenden Begleitung für ein gelingendes Pflegeverhältnis.

Schlüsselwörter

Pflegefamilie, Pflegekinderdienst, Bindungstheorie, Bindung, korrigierende Bindungserfahrung, Kindeswohlgefährdung, Integrationstheorie, Vollzeitpflege, Trauma, Pädagogik, Sozialarbeit, Feinfühligkeit, Bindungsentwicklung, Pflegeeltern, Jugendhilfe

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Rolle von Pflegefamilien als unterstützende Instanz, die Kindern mit traumatischen Vorerfahrungen durch korrigierende Bindungserfahrungen eine gesunde Entwicklung ermöglichen kann.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zu den Kernbereichen gehören die Aufgaben des Pflegekinderdienstes, die Grundlagen der Bindungstheorie nach Bowlby und Ainsworth sowie die spezifische Integrationstheorie von Nienstedt und Westermann.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Hauptziel besteht darin aufzuzeigen, unter welchen Bedingungen Pflegefamilien in der Lage sind, als „sichere Basis“ zu fungieren und so die Folgen früher Vernachlässigung oder Gewalt abzumildern.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche zur Bindungsforschung und einer praxisorientierten Reflexion der Arbeitsweisen des Pflegekinderdienstes der Stadt Ahlen während eines 20-wöchigen Praktikums.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Dienststellenkonzeption, die theoretische Fundierung der Bindungsentwicklung und die detaillierte Analyse von Einflussfaktoren auf den Integrationsprozess von Pflegekindern.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Bindung, Trauma, Pflegekinderwesen, Feinfühligkeit, Integrationstheorie, Vollzeitpflege und Kindeswohlgefährdung.

Wie definiert die Autorin die „dritte Phase“ der Integration?

In der dritten Phase der Integrationstheorie findet eine Regression des Kindes statt, in der es in frühkindliche Entwicklungsstufen zurückfällt, um dort eine neue, sichere Eltern-Kind-Beziehung aufzubauen.

Warum ist die Unterscheidung zwischen „Pseudobindung“ und „wahrer Bindung“ wichtig?

Die Autorin betont diese Unterscheidung, um zu verdeutlichen, dass eine oberflächliche Anpassung des Kindes zu Beginn oft fälschlicherweise als gelungene Integration gedeutet wird, während der eigentliche Beziehungsaufbau erst später und durch echte emotionale Sicherheit erfolgt.

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Details

Titel
Pflegefamilien als Chance für korrigierende Bindungserfahrungen
Hochschule
Technische Universität Dortmund
Note
1,0
Autor
Nazile Karagöz (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
27
Katalognummer
V1157885
ISBN (PDF)
9783346553577
ISBN (Buch)
9783346553584
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Pflegekinder Pflegekinderwesen Bindung Vollzeitpflege Jugendamt Bindungsentwicklung in Pflegefamilien Motivation und Ziele der Pflegefamilien Bowlby Ainsworth Rolle der Bindung im Pflegekinderwesen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Nazile Karagöz (Autor:in), 2019, Pflegefamilien als Chance für korrigierende Bindungserfahrungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1157885
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Leseprobe aus  27  Seiten
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