Diese wissenschaftliche Arbeit beschäftigt sich mit den Auswirkungen von strategischen Projektfreigaben auf die Prozessbeteiligten von Geschäftsprozessen in Handelskonzernen. Wie Hanschke und Lorenz anführen, werden Veränderungen in einem Unternehmen durch Projekte aufgesetzt und eingeführt. Aus diesem Grund können Projekte als maßgebliche Auslöser für die Veränderung von Geschäftsprozessen bezeichnet werden. Als Problemstellung wurde die in der Fachliteratur angeführte Notwendigkeit der Betrachtung von Projektauswirkungen auf Geschäftsprozesse herangezogen.
Es wird dazu einerseits von der Association of Change & Management Professionals® angeführt, dass die Auswirkungen von Projekten erfasst werden sollen, und andererseits von Hanschke und Lorenz empfohlen nicht viel Aufwand in die Klärung der Auswirkungen von Projekten auf Geschäftsprozesse vor der Projektbeauftragung zu investieren.
Daher befasst sich diese wissenschaftliche Arbeit mit den Fragen, ob es möglich ist die Auswirkungen von strategischen Projekten auf die Geschäftsprozessbeteiligten in einem Handelskonzern zu quantifizieren und in wie weit ein Schwellwert festgelegt werden kann, ab wann ein weiteres Projekt nicht mehr initiiert werden sollte, weil diese Auswirkungen auf die Prozessbeteiligten zu hoch wären.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und wissenschaftliche Fragestellung
1.3 Aufbau und Gliederung der Arbeit
2 Grundlagen
2.1 Allgemeines zu Normen und Standards
2.1.1 Deutschsprachige Normen und Standards im Projektmanagement
2.1.2 Standards und Normen im Bereich des Prozessmanagements
2.1.3 Standardisiertes Changemanagement
2.2 Projektmanagement
2.2.1 Projektbegriff
2.2.2 Projektinitiierung
2.2.3 Betriebs- und Projektmanagement in Organisationen
2.2.4 Projektbeauftragung im Projektmanagementprozess
2.3 Prozessmanagement
2.3.1 Prozessbegriff
2.3.2 Geschäftsprozesse
2.3.3 Geschäftsprozesse als Routineprozesse
2.3.4 Prozessmodellierung und Prozesselemente
2.3.5 Prozessbeteiligte in Geschäftsprozessen
2.3.6 Zusammenspiel mit Projektmanagement
2.4 Changemanagement
2.4.1 Changebegriff
2.4.2 Zusammenspiel mit Projektmanagement
2.4.3 Grundlage einer Veränderung (Definition)
2.4.4 Auswirkung des Change messen
2.5 Stand des Wissens
2.5.1 Besser durch Routine und Routine gibt Sicherheit
2.5.2 Belastung durch Veränderung
2.5.3 Wandlungsbereitschaft und Wandlungsfähigkeit (Barrieren des Wandels)
2.5.4 Schwellen der Veränderung
2.5.5 Erfolgsfaktoren für strategische Veränderungen
2.6 Zusammenfassung zu den Grundlagen und zum Stand des Wissens
3 Vorgangsweise und Methoden
3.1 Vorgangsweise
3.2 Methoden
3.2.1 Fallstudie für Ermittlung der Kennzahl
3.2.2 Literaturrecherche
3.2.3 Deduktion für Ermittlung des Schwellwertes
3.2.4 Machbarkeitsnachweis (Proof-of-Concept)
3.2.5 Vorschlag zur Implementierung der Auswirkungsanalyse und der neuen Kennzahl in Projektfreigabe mittels PDCA-Zyklus
4 Empirischer Teil
4.1 Durchführung der Fallstudie für Ermittlung der Kennzahl
4.1.1 Festlegen der Standard-Rollen von Geschäftsprozessbeteiligten und Ermittlung der Gesamtanzahl an Tätigkeiten
4.1.2 Beschreibung der Auswirkungsanalyse und Festlegung der Kennzahl
4.1.3 Durchführung der Auswirkungsanalyse
4.1.4 Zusammenfassung der Ergebnisse der Auswirkungsanalyse für festgelegten Zeitraum – 4.Quartal 2020
4.2 Durchführung der Deduktion für Ermittlung des Schwellwertes
4.3 Anwendung des Schwellwerts auf die einzelnen Projekte
4.4 Anwendung des Schwellwerts auf den Zeitraum
4.5 Durchführung der Machbarkeitsstudie
4.6 Vorschlag zur Implementierung der Auswirkungsanalyse und der neuen Kennzahl in Projektfreigabe
4.6.1 Schritt 1 - Plan
4.6.2 Schritt 2 - Do
4.6.3 Schritt 3 – Check
4.6.4 Schritt 4 - Act
5 Forschungsergebnisse
5.1 Resultate der Fallstudie
5.2 Beratungskonzept für Unternehmen
5.3 Schlussfolgerungen und Ausblick
6 Zusammenfassung
7 Literatur
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit zielt darauf ab, eine Entscheidungskennzahl für Handelskonzerne zu entwickeln, mit der sich die Auswirkungen strategischer Projekte auf die beteiligten Rollen in Geschäftsprozessen quantifizieren lassen, um bei Projektfreigaben Unsicherheiten für die Mitarbeitenden frühzeitig zu identifizieren.
- Methodische Verknüpfung von Projekt-, Prozess- und Changemanagement.
- Durchführung einer Fallstudie zur Ermittlung einer belastbaren Kennzahl.
- Deduktion von Schwellwerten zur Bewertung der Unsicherheit für Prozessbeteiligte.
- Integration der Auswirkungsanalyse in einen standardisierten Projektfreigabeprozess.
- Entwicklung eines Beratungskonzepts zur praktischen Umsetzung in Unternehmen.
Auszug aus dem Buch
1 Einleitung
Vor ca. 2500 Jahren formulierte Heraklit die Philosophie "Panta rhei" oder "alles fließt" sowie eine längere Aussage desselben Grundgedankens: "Kein Mensch tritt je zweimal in denselben Fluss, denn es ist nicht derselbe Fluss und er ist nicht derselbe Mensch." Diese Aussage trifft auch im 21.Jahrhundert noch unverändert zu und die zunehmende Komplexität und Dynamik von unternehmerischen Aktivitäten ist nicht nur in Lehrbüchern, sondern auch in der Praxis täglich vorhanden. Von Unternehmen werden flexible Handlungsstrategien verlangt. Auslöser dieser sind beispielsweise kürzere Produktlebenszyklen, neue Technologien oder häufig änderndes Kundenverhalten (Ahlers, 2008, S. 1). Laut PMBOK® Guide (Project Management Institute, 2017, S. 7) werden Projekte durch die Leitung der Organisation in Reaktion auf diese Faktoren initiiert. Im Rahmen dieser Masterarbeit wird auf die Auswirkungen von strategischen Projektentscheidungen auf die Prozessbeteiligten der Geschäftsprozesse in der Organisation eingegangen. Dazu werden die Managementdisziplinen des Projekt-, Prozess- und Changemanagements an deren jeweiligen Schnittstellen zueinander näher betrachtet, um dem „Panta rhei“ der strategischen Projektentscheidungen nachzugehen und deren Auswirkungen auf die einzelnen prozessbeteiligten Rollen zu ermitteln.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die Motivation der Arbeit und definiert die Problematik, dass strategische Projekte Geschäftsprozesse stark verändern, aber standardisierte Methoden zur Quantifizierung dieses Impacts fehlen.
2 Grundlagen: Hier werden die relevanten Disziplinen des Projekt-, Prozess- und Changemanagements beleuchtet und deren Schnittstellen sowie bestehende Normen und Standards analysiert.
3 Vorgangsweise und Methoden: Dieses Kapitel beschreibt das Forschungsdesign der Masterarbeit, welches eine Fallstudie mit einer deduktiven Schwellwertbestimmung kombiniert, um die Auswirkungen von Projekten auf Prozessbeteiligte messbar zu machen.
4 Empirischer Teil: Der Hauptteil der Arbeit, in dem die Fallstudie in einem Handelskonzern durchgeführt und die entwickelte Kennzahl auf Basis der Projektdaten angewendet sowie validiert wird.
5 Forschungsergebnisse: Das Kapitel präsentiert die Resultate der empirischen Untersuchung und bietet ein Beratungskonzept sowie Handlungsempfehlungen für das Management zur Integration der Kennzahl in Projektfreigaben.
6 Zusammenfassung: Eine komprimierte Darstellung der Problemstellung, der methodischen Vorgehensweise und der zentralen Ergebnisse der gesamten Masterarbeit.
Schlüsselwörter
Projektmanagement, Prozessmanagement, Changemanagement, Geschäftsprozesse, Auswirkungsanalyse, Entscheidungskennzahl, Schwellwert, Routineprozesse, Handelskonzern, Projektfreigabe, Strategische Projekte, Prozessbeteiligte, Unsicherheit, Belastung, PDCA-Zyklus
Häufig gestellte Fragen
Was ist das grundlegende Ziel dieser Arbeit?
Die Arbeit entwickelt eine Methode, um die Auswirkungen strategischer Projekte auf die Prozessbeteiligten in Handelskonzernen messbar zu machen und somit eine datengestützte Entscheidungsgrundlage für das Management zu schaffen.
Welche Disziplinen stehen im Fokus?
Die Arbeit verbindet die drei Managementdisziplinen Projektmanagement, Prozessmanagement und Changemanagement, um deren Schnittstellen hinsichtlich der Auswirkungen auf die Mitarbeitenden zu analysieren.
Was ist die zentrale Forschungsfrage?
Die zentrale Frage lautet, wie Auswirkungen von strategischen Projekten auf Geschäftsprozessbeteiligte quantifiziert werden können und ob Schwellwerte definierbar sind, ab denen Projekte aus Rücksicht auf die Belastung der Mitarbeitenden überdacht werden müssen.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär genutzt?
Die Autorin verwendet einen kombinierten Ansatz aus einer Fallstudie in einem Handelskonzern, einer Literaturrecherche und einer deduktiven Herleitung von Schwellwerten für die Auswirkungen.
Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil (Kapitel 4) führt die Fallstudie aus, ermittelt die Kennzahl für die Änderungsauswirkung und wendet diese auf ausgewählte Projekte an, um das Ampelsystem zur Risikobewertung zu validieren.
Welche Keywords charakterisieren die Arbeit am besten?
Die wichtigsten Begriffe sind Auswirkungsanalyse, Entscheidungskennzahl, Schwellwert, Geschäftsprozesse und Changemanagement.
Warum ist das "Panta rhei" Thema für die Masterarbeit?
Es dient als Metapher für den ständigen Wandel in Unternehmen, bei dem Projekte den Fluss der Prozesse verändern und Mitarbeitende vor die Herausforderung stellen, ihre Routinen ständig neu anpassen zu müssen.
Was beinhaltet der vorgeschlagene Implementierungsansatz?
Der Vorschlag nutzt den PDCA-Zyklus (Plan, Do, Check, Act), um die Auswirkungsanalyse strukturiert in den bestehenden Projektfreigabeprozess eines Konzerns zu integrieren.
Was sagen die drei Ampelfarben (Grün, Gelb, Rot) aus?
Sie dienen als visuelle Entscheidungshilfe für das Management: Grün steht für keine Unsicherheit, Gelb für mögliche Unsicherheit und Rot für garantierte Unsicherheit bei den Prozessbeteiligten durch das geplante Projekt.
Warum ist die Empfehlung von Hanschke und Lorenz laut der Arbeit hinterfragbar?
Die Arbeit zeigt durch ihre Ergebnisse, dass der Verzicht auf die Analyse von Projektauswirkungen vor der Projektbeauftragung das Risiko von Unsicherheit und Belastung bei den Mitarbeitenden unnötig erhöht, weshalb eine frühzeitige Analyse strategisch notwendig ist.
- Arbeit zitieren
- Rita Stampfl (Autor:in), 2021, Auswirkungen von strategischen Projektfreigaben auf die Prozessbeteiligten. Geschäftsprozesse in Handelskonzernen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1158102