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Permanenz menschliches Leben bei Hans Jonas und Nicolai Hartmanns Prinzip der Fernstenliebe

Titel: Permanenz menschliches Leben bei Hans Jonas und Nicolai Hartmanns Prinzip der Fernstenliebe

Hausarbeit , 2021 , 17 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Gabriele Bensberg (Autor:in)

Philosophie - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit handelt von der Permanenz des menschlichen Lebens bei Hans Jonas und Nicolai Hartmanns Prinzip der Fernstenliebe.

Allen bisherigen Tugendsystemen war noch bis in die jüngste Gegenwart gemeinsam, dass sich ihre Postulate überwiegend auf die Gegenwart bezogen, bzw. auf den Nächsten in der konkreten Wortbedeutung, und weniger auf die Zukunft oder auf zukünftige
Generationen. Durch den fulminanten Siegeszug der Technologie hat sich diese Situation jedoch fundamental verändert. Erstmals ist es dem Menschen möglich, sich selbst auszulöschen bzw. den Planeten Erde so weit zu zerstören, dass menschliches und tierisches Leben kaum mehr möglich sein wird.

Aufgrund dieser Situation fordern auch Philosophen zunehmend eine Erweiterung bisheriger Tugendspiegel beziehungsweise eine neue Ethik. Zu den großen Denkern, die sich einer zukunftsorientierten Perspektive verpflichtet fühlen, gehören Nicolai Hartmann und in ganz besonderer Weise Hans Jonas – ersterer in Bezug auf das Konstrukt der Fernstenliebe und letztere hinsichtlich des Prinzips der Verantwortung.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Das Altruismus-Spektrum bei Nicolai Hartmann

3 Fernstenliebe

4 Postulate des Prinzips der Verantwortung bei Hans Jonas

4.1 Die Notwendigkeit einer neuen Ethik

4.2 Basale Axiome

4.3 Eckpunkte einer zukunftsbezogenen Verantwortungsübernahme

4.4 Die Umkehrung des kantschen Diktums: Du kannst, denn du sollst!

5 Parallelen zwischen den Ansätzen von Hartmann und Jonas

5.1 Der „Nahe“ als Ziel altruistischer Strebungen

5.2 Konzentration auf den typisierten bzw. idealen Menschen

5.3 Verantwortungszuschreibung an die Lebenden

6 Diskrepanzen zwischen den Ansätzen von Hartmann und Jonas

6.1 Systematisierung versus Aufforderung zum Handeln

6.2 Verantwortungsübernahme durch Künstler einerseits, Politiker andererseits

6.3 Annahme eines Schöpfergottes versus fehlende transzendentale Verankerung

6.4 Lösungswege

7 Kritisches Fazit

8 Schluss

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Gebot der Permanenz menschlichen Lebens bei Hans Jonas im Vergleich zu Nicolai Hartmanns Konzept der Fernstenliebe, um Übereinstimmungen und Unterschiede hinsichtlich ihrer ethischen Ansätze für eine technologische Zivilisation herauszuarbeiten.

  • Vergleich der ethischen Konzepte von Nicolai Hartmann und Hans Jonas.
  • Analyse der Fernstenliebe als spezifische Form altruistischen Handelns.
  • Diskussion des Prinzips der Verantwortung angesichts technischer Fortschritte.
  • Gegenüberstellung von Systemethik und handlungsorientiertem Verantwortungsbegriff.
  • Kritische Reflexion über die Fundierung von Verantwortung in menschlichen Gefühlen.

Auszug aus dem Buch

4.4 Die Umkehrung des kantschen Diktums: Du kannst, denn du sollst!

Heute müsse man, so Jonas, davon absehen, mögliche, in der Zukunft liegende positive Konsequenzen des Fortschritts als handlungsleitend zu definieren. Da alle Fernprognosen mit erheblichen Unsicherheiten behaftet sind, bedeute Verantwortungsübernahme in der Gegenwart, die potenziellen unheilvollen Auswirkungen auf künftige Generationen höher zu gewichten: „Der Unheilsprophezeiung ist mehr Gehör zu geben als der Heilsprophezeiung.“ Die übergeordnete Leitlinie besteht nach Hans Jonas darin, apokalyptische Eventualitäten auf jeden Fall zu vermeiden; die Maxime müsse „Bewahrung“ und nicht „Fortschritt“ lauten.

In der Konsequenz sei das Diktum von Immanuel Kant auf den Kopf zu stellen. Statt „Du kannst, denn du sollst“ müsse es jetzt heißen: „Du sollst, denn du kannst.“ Anstelle der Anerkennung von Idealen und Pflichten, nach denen der Mensch sein Tun ausrichten soll, ist der Aspekt des „Sollens“ nunmehr mit der Bewahrung des Planeten Erde und der Möglichkeit einer Weiterexistenz der Menschheit gleichbedeutend. Das „kann“ wiederum bezieht sich auf das mittlerweile verfügbare Wissen und die zur Verfügung stehenden Technologien, die zur Erfüllung dieser Aufgaben eingesetzt werden können.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Notwendigkeit einer neuen Ethik angesichts technologischer Bedrohungen für künftige Generationen.

2 Das Altruismus-Spektrum bei Nicolai Hartmann: Dieses Kapitel ordnet Hartmanns Fernstenliebe innerhalb seines Klassifikationssystems der ethischen Leitlinien ein.

3 Fernstenliebe: Hier wird der Begriff der Fernstenliebe als Abkehr von der Nächstenliebe zugunsten der Zuwendung zu künftigen Generationen und dem idealen Menschentypus definiert.

4 Postulate des Prinzips der Verantwortung bei Hans Jonas: Das Kapitel erläutert Jonas' Forderung nach einer neuen Ethik und begründet diese mit basalen Axiomen sowie einer zukunftsbezogenen Verantwortung.

5 Parallelen zwischen den Ansätzen von Hartmann und Jonas: Der Abschnitt zeigt Gemeinsamkeiten auf, etwa die Fokussierung auf einen idealen Menschentypus und die Zuschreibung von Verantwortung an die Lebenden.

6 Diskrepanzen zwischen den Ansätzen von Hartmann und Jonas: Hier werden Unterschiede in der Methodik, den Akteuren der Verantwortungsübernahme und der transzendentalen Verankerung gegenübergestellt.

7 Kritisches Fazit: Das Fazit hinterfragt die Kluft zwischen Nächsten- und Fernstenliebe sowie die gefühlhafte Fundierung von Jonas' Verantwortungsprinzip.

8 Schluss: Der Schluss reflektiert die menschliche Natur angesichts ökologischer Krisen und Schopenhauers pessimistischer Anthropologie.

Schlüsselwörter

Hans Jonas, Nicolai Hartmann, Fernstenliebe, Verantwortung, Ethik, Zukunft, Technologie, Menschheit, Schopenhauer, Altruismus, Menschenbild, Nachhaltigkeit, Existenz, Tugendsystem, Klima

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit vergleicht die ethischen Positionen von Hans Jonas und Nicolai Hartmann, insbesondere in Bezug auf die Verantwortung für künftige Generationen in einer technologisch geprägten Welt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das Konzept der Fernstenliebe, das Prinzip der Verantwortung, die technologische Zivilisation und die ökologische Existenzsicherung der Menschheit.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den Ansätzen von Jonas und Hartmann aufzuzeigen und kritisch zu bewerten, wie Verantwortung für das Fortbestehen der Menschheit begründet werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine komparative Analyse philosophischer Schriften, um ethische Theorien gegenüberzustellen und auf ihre aktuelle Relevanz hin zu untersuchen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Kernkonzepte von Hartmanns Fernstenliebe und Jonas' Prinzip der Verantwortung, stellt diese einander gegenüber und arbeitet Diskrepanzen in deren Umsetzung und Fundierung heraus.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den Schlüsselwörtern gehören Hans Jonas, Nicolai Hartmann, Fernstenliebe, Verantwortung, Ethik, Zukunft, Technologie und Nachhaltigkeit.

Warum spielt das „Diktum von Kant“ eine zentrale Rolle?

Hans Jonas kehrt Kants Imperativ um zu „Du sollst, denn du kannst“, um die Notwendigkeit zu betonen, angesichts der Macht moderner Technologie aktiv für den Fortbestand der Welt einzutreten.

Wie unterscheidet sich Jonas' Sicht auf den „Schöpfergott“ von Hartmann?

Während Hartmanns Ethik ohne Anbindung an transzendente Ursprünge auskommt, sieht Jonas die Wahrnehmung von Wert in der Welt als Kausalitätsaspekt, um einen Schöpfergott anzunehmen.

Welche Rolle spielt Schopenhauer in dieser Untersuchung?

Arthur Schopenhauer wird als pessimistischer Kontrapunkt eingeführt, dessen Weltbild auf dem „Willen zum Leben“ basiert, was Jonas' positive Argumentation für das Sein-Sollen herausfordert.

Warum wird die gefühlhafte Fundierung von Verantwortung kritisiert?

Die Arbeit kritisiert, dass der von Jonas postulierte instinktive Schutzmechanismus (etwa bei Säuglingen) historisch nicht immer greift und somit als alleinige ethische Grundlage für Verantwortung unzureichend ist.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Permanenz menschliches Leben bei Hans Jonas und Nicolai Hartmanns Prinzip der Fernstenliebe
Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg  (Philosophisches Institut)
Veranstaltung
Hans Jonas: Das Prinzip Verantwortung. Versuch einer Ethik für die technologische Zivilisation
Note
1,0
Autor
Gabriele Bensberg (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
17
Katalognummer
V1158205
ISBN (PDF)
9783346563262
ISBN (Buch)
9783346563279
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Jonas Verantwortung Ethik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Gabriele Bensberg (Autor:in), 2021, Permanenz menschliches Leben bei Hans Jonas und Nicolai Hartmanns Prinzip der Fernstenliebe, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1158205
Blick ins Buch
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