Das Ziel dieser Arbeit ist es, die komplexen Farbdarstellungen zu erforschen und zu verstehen, die Filmschaffende einsetzen, um ihren Film zu präsentieren.
Dazu werden folgende Forschungsfragen gestellt: Wie werden Farben in der westlichen Filmlandschaft als erzählunterstützendes Stilmittel verwendet? Welche Farbgrundlagen sind relevant für westliche FilmemacherInnen? Welche Anwendungsformen kommen häufig vor und welche Funktion erfüllen diese konkret im Kontext der Erzählung?
Um jene Forschungsfragen zu beantworten, wurden Literaturanalysen durchgeführt sowie eine Filmanalyse mit besonderem Fokus auf die Farbgebung im Film „La La Land“ (2016). Zusätzlich wurden einige Filme herangezogen, um die Literaturanalyse zu stützen. Die Ergebnisse dieser Untersuchung zeigen den wichtigen Einfluss, den Farben auf die Wirkung der Erzählung in einem Film haben und die tragende Rolle, die sie dabei spielen, um die Geschichte des Filmes zu vermitteln. An diesen Ergebnissen kann man erkennen, dass eine genauere Analyse der Farbgebung eines Filmes, auch wenn sie anfangs unscheinbar wirkt, einen neuen Einblick in den Film geben kann.
Film ist ein gängiges Medium, um Geschichten zu erzählen. Da es oft als Unterhaltungszweck dient, übersieht der/die Zuschauende häufig die Farben und nimmt sie als naturgegeben wahr. Das sind sie jedoch nicht.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Farbgrundlagen
2.1 Was ist Farbe?
2.2 Warum sind Farben wichtig?
2.3 Farbsymbolik
2.3.1 Blau
2.3.2 Rot
2.3.3 Grün
2.3.4 Schwarz
2.3.5 Gelb
2.3.6 Rosa
2.3.7 Weiß
2.3.8 Violett
2.3.9 Braun
2.3.10 Grau
2.3.11 Orange
2.4 Farbkreis
2.5 Farbharmonien
2.5.1 Komplementäre Farbharmonie
2.5.2 Analoge Farbharmonie
2.5.3 Triadische Farbharmonie
2.5.4 Komplementär Dreiklang
2.5.5 Monochromatische Farbharmonie
2.6 HSV-Farbmodell
3 Erscheinungsformen
3.1 Erscheinungsfarben
3.2 Objektfarben
3.3 Farben im Kostümdesign
3.4 Das Aufkommen von Orange und Blau
3.5 Genrespezifische Einfärbung von Filmen
4 Anwendungsformen
4.1 Farbnaturalismus und Farbexpressionismus
4.2 Zeit- und Realitätsebenen
4.3 Balance und Diskordanz
4.4 Associative und transitional colours
4.5 Farbdramaturgie
5 Analyse der Farben im Film „La La Land“ (2016)
5.1 Welche Stimmung wird mit Farben im gesamten Film erzeugt?
5.2 Können Balance oder Diskordanz erkannt werden und welche Bedeutung tragen jene?
5.3 Ist Farbnaturalismus oder Farbexpressionismus zu erkennen?
5.4 Wo und wie erscheinen signifikante Farben?
5.5 Gibt es „associative colours“ oder „transitional colours“?
5.6 Gibt es einen Unterschied der Farbdarstellung bei verschiedenen Zeit- und Realitätsebenen?
6 Schluss
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die komplexen Farbdarstellungen in der westlichen Filmlandschaft zu erforschen und deren Rolle als erzählunterstützendes Stilmittel zu verdeutlichen. Anhand von Literaturanalysen und einer detaillierten Untersuchung des Films „La La Land“ (2016) soll belegt werden, wie Farben ästhetische und dramaturgische Einflüsse ausüben und zur Vermittlung der Filmgeschichte beitragen.
- Grundlagen der Farbsymbolik und Farbpsychologie im Film
- Analyse von Erscheinungsformen wie Licht und Kostümfarben
- Bedeutung von Farbharmonien, Kontrasten und Farbdramaturgie
- Einsatz von Farbe zur Darstellung von Zeit- und Realitätsebenen
- Techniken wie „associative“ und „transitional colours“ zur Charakterisierung
Auszug aus dem Buch
3.3 Farben im Kostümdesign
„But the main thing is that - and I want to be very sure and explain to you - that fashion is not the primary thing, the primary effort in motion pictures. It’s to tell a story.“ – Edith Head (1978). (Videofashion, 2014, 02:56-03:08)
Mit diesem Zitat erwähnt Edith Head ein wichtiges Kapitel dieser Arbeit. Jedes Kleidungsstück, welches in einem Film getragen wird, ist Teil des Kostüms. Mit dem Kostüm hat der Regisseur ein ausdrucksstarkes Medium, um die Geschichte zu erzählen, aber auch um die Personen zu charakterisieren. Das Kostüm zeigt neben Zeitpunkt, Ort und Situation auch psychologische, soziale und religiöse Informationen. Es deutet darauf hin, wie wichtig dem/der Tragenden Mode ist, ob er/sie ordentlich ist, ob er/sie wichtig für die Handlung ist und zeigt auch eventuelle Absichten des/der Tragenden.
Kostümdramaturgie kann auch Beziehungen zwischen Personen oder Personengruppen darstellen, also Kontraste, Spannungen oder Gemeinsamkeiten, die sich im Laufe des Filmes verändern können. Dabei spielt Farbe eine zentrale Rolle (vgl. Marschall, 2005, S. 231-232).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der Farbnutzung als ästhetisches und erzählerisches Stilmittel im Film ein und definiert die methodische Herangehensweise.
2 Farbgrundlagen: Das Kapitel vermittelt theoretische Basiskenntnisse zu Farbsymbolik, Farbkreisen und Farbharmonien sowie dem HSV-Farbmodell für die Analyse.
3 Erscheinungsformen: Hier werden die verschiedenen Arten des Farbaufkommens untersucht, unterteilt in Erscheinungsfarben, Objektfarben, Kostüme, Trends wie Orange-Blau und genrespezifische Einfärbungen.
4 Anwendungsformen: Dieses Kapitel widmet sich der praktischen Nutzung von Farbe, einschließlich der Unterscheidung von Naturalismus und Expressionismus, Zeitebenen, Balance, Assoziationen und der Dramaturgie.
5 Analyse der Farben im Film „La La Land“ (2016): Der Hauptteil bietet eine vertiefende, praxisbezogene Analyse des Films „La La Land“ unter Berücksichtigung der vorangegangenen theoretischen Aspekte.
6 Schluss: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die Relevanz der bewussten Farbgestaltung für ein ausdrucksstarkes visuelles Storytelling.
Schlüsselwörter
Film, Farbpsychologie, Farbsymbolik, Farbharmonie, Kostümdesign, Farbdramaturgie, La La Land, Filmgeschichte, visuelle Gestaltung, Farbnaturalismus, Farbexpressionismus, Orange und Blau, Filmanalyse, Erzählmittel, Farbsättigung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht, wie Farben in der westlichen Filmlandschaft gezielt als erzählunterstützendes Stilmittel eingesetzt werden.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Themen umfassen Farbgrundlagen, psychologische Wirkungen von Farbsymbolik, Erscheinungsformen im Film sowie spezifische Anwendungsformen und Dramaturgietechniken.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es, den ästhetischen und dramaturgischen Einfluss von Farben auf die Narration in Filmen anhand theoretischer Modelle und einer Filmanalyse aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer Kombination aus Literaturanalyse und einer dedizierten Filmanalyse, wobei Filme als Primärquelle fungieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Abschnitte zu Farbtheorien und -erscheinungen sowie eine praktische Analyse des Films „La La Land“.
Welche Keywords charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Farbdramaturgie, Farbsymbolik, Filmgestaltung, sowie spezifische Farbkonzepte wie „associative“ und „transitional colours“.
Warum wird im Film „La La Land“ das Farbschema Orange und Blau besonders analysiert?
Es dient als prominentes Beispiel für den modernen Trend im Hollywood-Kino, bei dem die Komplementärfarben genutzt werden, um Hauttöne hervorzuheben und Spannung zu erzeugen.
Welche besondere Bedeutung hat die Farbe Violett im analysierten Film?
Gemäß der Analyse gibt sie dem Film einen mystischen Ton und wird genutzt, um Transformationen oder den Schlussstrich der Beziehung zwischen den Protagonisten zu visualisieren.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2021, Farben in Filmen. Filmanalyse mit besonderem Fokus auf die Farbgebung im Film „La La Land“, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1158215