In dieser Arbeit soll die aktuelle Bevölkerungsstruktur Australiens dargestellt werden.
Diese soll auch mit der früheren Bevölkerungsstruktur verglichen werden. Im
folgenden Punkt soll erläutert werden was eine „multikulturelle Gesellschaft“ ist und
erörtert werden, ob Australien als eine multikulturelle Gesellschaft bezeichnet werden
kann. Darauf soll die Thematik der vietnamesischen Konzentration in und um
Cabramatta aufgezeigt werden und Vorteile und Nachteile dieser gezeigt werden.
Schließlich soll die Situation der vietnamesischen Situation mit dem Aspekten der
„multikulturellen Gesellschaft“ abgeglichen werden.
[...]
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Australiens aktuelle Bevölkerungsstruktur und ihre Entwicklung
2.1 Gründe der Einwanderung in Australien
2.2 Alterstruktur der Einwanderer und dessen Auswirkung auf die Gesamtbevölkerung
2.3 Der Einfluss der internationalen Einwanderung in Australien und dessen räumliche Verteilung in Australien
3. Australien eine multikulturelle Gesellschaft!?
4. Die Konzentration der vietnamesischen Bevölkerungsgruppe um und in Cabramatta
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die aktuelle Bevölkerungsstruktur Australiens im Wandel der Zeit und analysiert, inwieweit Australien als multikulturelle Gesellschaft charakterisiert werden kann, wobei die Konzentration der vietnamesischen Bevölkerung in Cabramatta als zentrale Fallstudie dient.
- Entwicklung und Dynamik der australischen Bevölkerungsstruktur
- Analyse der Einwanderungsgründe und Altersstrukturen
- Evaluation des australischen Multikulturalismus-Konzepts
- Sozioökonomische Untersuchung der vietnamesischen Gemeinde in Cabramatta
- Bewertung von Integrationserfolgen und gesellschaftlicher Teilhabe
Auszug aus dem Buch
3. Australien eine multikulturelle Gesellschaft!?
Wie schon in den vorherigen Kapitel beschrieben ist die Einwanderung das Hauptmerkmal der australischen Geschichte gewesen und hat Bereiche wie Wirtschafts- und Sozialwesen stark beeinflusst und natürlich auch die Bevölkerungsstruktur des Landes verändert. Denn die Einwanderung bedeutete unter Anderem auch eine Veränderung der ethnischen Zusammensetzung und somit bildete sich besonders ab der Nachkriegszeit eine „gemischte Gruppe von Siedlern […], die ursprünglich aus Nordwest- und Südeuropa, dem Nahen Osten und […] aus Südostasien stammten“ (Zubrzycki, 1986: 2). Da bis Ende des II. Weltkrieges eine britische Homogenität herrschte, wurde die australische institutionelle Ordnung von der überwiegend britischen Bevölkerung geprägt. Obwohl 1946 der Minister für Einwanderungsfragen A.A. Calwell in seiner historischen Rede erklärte, dass die Bevölkerung überwiegend britisch bleiben soll, und er erklärte zudem, dass „auf jeden ausländischen Einwanderer wenigstens zehn Briten kommen“ (Zubrzycki, 1986:3), nahm die Bevölkerungszahl nichtbritischer Einwanderer aufgrund verschiedener Ursachen stark zu.
Nach dieser Entwicklung sank die Bevölkerungszahl anglo-keltischen Ursprungs (also weitgehend britisch) von 97% 1947 auf 83% 1983. So war dieser Anteil „gemessen an der Gesamtbevölkerung von 15 Millionen, auf […] 13 Millionen Menschen gefallen“ (Zubrzycki, 1986:5). Mehr als ein drittel dieser Bevölkerung sprach eine nichtenglische Sprache und man schätzte, dass über 500.000 von ihnen erhebliche Nachteile, aufgrund der fehlenden Sprachkenntnisse hatten (vgl. Zubrzyck, 1986:5). Diese Tatsachen zeichneten das Ausmaß der demokratischen und kulturellen Vielfältigkeit Australiens auf. So wurde die gesellschaftliche Integration nichtbritischer Immigranten ein Hautanliegen in der Politik und es bildeten sich ab den 1970er Jahren bewegende Maßnahmen in der Einwanderungspolitik, die großen Einfluss auf die Bevölkerungsstruktur Australiens nahmen. Zunächst war das Ziel die Immigranten so schnell wie möglich an die australischen Lebensweisen anzupassen und ihnen die etablierten Strukturen und Einrichtungen in Australien näher zu bringen. Doch zu diesem Zeitpunkt war das Denken der Australier von „rassistischen“ Zügen geprägt und das hat nicht zuletzt mit der „White Australian policy“ von 1901 zu tun (vgl. Dunn, Forrest: 2006:168). Somit stellte sich die Aufgabe Australien zu einer toleranten Gesellschaft zu machen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Darlegung der Zielsetzung, die Bevölkerungsstruktur zu analysieren, den Begriff der multikulturellen Gesellschaft zu erörtern und die Fallstudie Cabramatta vorzustellen.
2. Australiens aktuelle Bevölkerungsstruktur und ihre Entwicklung: Untersuchung der Einwanderungsdaten, der Beweggründe sowie der demographischen Auswirkungen auf die australische Gesamtbevölkerung.
2.1 Gründe der Einwanderung in Australien: Klassifizierung der Einwanderung in Familien-, Flucht- und Wirtschaftsgründe und deren Einfluss auf die Arbeitsmarktsituation.
2.2 Alterstruktur der Einwanderer und dessen Auswirkung auf die Gesamtbevölkerung: Analyse des Einflusses der Einwanderung auf das Durchschnittsalter der Bevölkerung unter Berücksichtigung politischer Auswahlkriterien.
2.3 Der Einfluss der internationalen Einwanderung in Australien und dessen räumliche Verteilung in Australien: Betrachtung der regionalen Verteilung von Einwanderern sowie staatlicher Lenkungsversuche zur Siedlungspolitik.
3. Australien eine multikulturelle Gesellschaft!?: Historische Aufarbeitung des Wandels von der Assimilationspolitik zum ethnischen Pluralismus und der Etablierung multikultureller Prinzipien.
4. Die Konzentration der vietnamesischen Bevölkerungsgruppe um und in Cabramatta: Analyse der soziologischen Situation der vietnamesischen Minderheit und der Debatte um Konzentration vs. Integration.
5. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Bevölkerungsentwicklung, der Integrationserfolge und der Bedeutung der multikulturellen Ausrichtung Australiens.
Schlüsselwörter
Australien, Einwanderung, Bevölkerungsstruktur, Multikulturalismus, Integration, Demographie, Cabramatta, Vietnamesen, Ethnizität, Sozialwesen, Pluralismus, Siedlungsstruktur, Migrationsgeschichte, Arbeitsmarkt, Minderheiten
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Veränderungen der australischen Bevölkerungsstruktur durch Migration und bewertet die Umsetzung des multikulturellen Konzepts anhand konkreter Daten und Fallbeispiele.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Hauptthemen sind Migrationsphänomene, demographische Wandlungsprozesse, politische Strategien zur Integration sowie die räumliche und soziale Konzentration ethnischer Gruppen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den Status Australiens als multikulturelle Gesellschaft zu hinterfragen und zu belegen, wie das Land erfolgreich mit ethnischer Vielfalt umgeht.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine deskriptive und analytische Literaturrecherche, gestützt auf Zensusdaten, statistische Auswertungen und die Auswertung bestehender wissenschaftlicher Studien zur Migrationsforschung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die demographische Analyse der Einwanderung, die politische Entwicklung zum Multikulturalismus und eine detaillierte Fallstudie zur vietnamesischen Bevölkerung in Cabramatta.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Migration, Multikulturalismus, Integration, Bevölkerungsstruktur, ethnische Konzentration und soziale Partizipation.
Wie wirkt sich die Konzentration in Cabramatta auf die Integration aus?
Die Konzentration ermöglicht einerseits die kulturelle Identitätswahrung, kann aber andererseits Hürden für die sprachliche und strukturelle Integration der ersten Einwanderergeneration schaffen.
Warum wird die Konzentration von Vietnamesen als Fallbeispiel gewählt?
Die vietnamesische Gemeinde in Cabramatta bietet ein anschauliches Beispiel für den Übergang vom "Zusammenstoß der Kulturen" hin zu einer erfolgreichen, aktiven Teilhabe an der australischen Gesellschaft.
Wie hat sich die Haltung zur Integration seit 1970 verändert?
Australien hat sich von einer Assimilationspolitik, die ein "Angleichen" forderte, hin zu einem "robusten Pluralismus" entwickelt, der Vielfalt als produktive Stärke anerkennt.
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- Wafa Sturmann - Ben Omrane (Author), 2007, Aktuelle Bevölkerungsstrukturen Australiens: Australien - eine multikulturelle Gesellschaft?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/115827