Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern

BilMoG und Abschlussprüferwechsel

Titel: BilMoG und Abschlussprüferwechsel

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2008 , 19 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Björn Peters (Autor:in)

BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Verschiedene Bilanzskandale in den letzten Jahren sowie ,schwarze Kassen′und Liquiditätsengpässe einzelner Banken im Zuge der ,Subprime′-Krise in der jüngeren Vergangenheit sorgten in den Medien für starkes Aufsehen. Kritik wurde dabei an Management und Aufsichtsgremien wie auch an AP geübt. Als Reaktion auf die Bilanzskandale verabschiedete das EU-Parlament 2006 die 8. EU-Richtlinie (die sog. Abschlussprüferrichtlinie). Die Umsetzung der EU-Vorgaben in nationales Recht erfolgt u.a. über das BilMoG. Ziel dieser Regulierung ist u.a. die Wiedergewinnung des öffentlichen Vertrauens in die Abschlussprüfung, wozu ,,die Sicherstellung einer hohen Qualität der gesetzlichen Abschlussprüfung" ebenso gehört wie die Betonung der Unabhängigkeit des AP. Ein diesbezüglich diskutierter Punkt ist der Abschlussprüferwechsel. Die Gründe und Ursachen eines Wechsels sind jedoch vielfältig und können ebenso zu einer Stärkung wie zu einer Beeinträchtigung der Unabhängigkeit des AP beitragen. Im Rahmen dieser Seminararbeit sollen diesbezüglich folgende zentrale Fragestellungen näher betrachtet werden: Welche Anreize existieren für einen Wechsel des AP? Inwiefern tragen die Änderungen des BilMoG zu einer Stärkung des Vertrauens in die Abschlussprüfung bei?
Zur Beantwortung dieser Fragenstellung gibt Kapital 2 zunächst einen Überblick über die Thematik des Abschlussprüferwechsels. Hierzu gehören die formale Definition wie auch ökonomische Theorien, die sich mit der Abschlussprüfung befassen. Darüber hinaus werden potenzielle Anreize des Management, der Eigentümer sowie des AP bzgl. des Abschlussprüferwechsels herausgearbeitet. Weiterführend werden in Kapitel 3 empirische Erkenntnisse zu dem Phänomen des Abschlussprüferwechsels vorgestellt. Im vierten Kapitel erfolgen Darstellungen des Status quo sowie der geplanten Erweiterungen der gesetzlichen Regelungen, bevor abschließend eine diesbezüglich kritische Be-trachtung vorgenommen wird.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theoretische Grundlagen zum Abschlussprüferwechsel

2.1 Definition Abschlussprüferwechsel

2.2 Ökonomische Theorien des Abschlussprüferwechsels

2.2.1 Agency-Theorie und Abschlussprüfung

2.2.2 Signalling-Theorie und Abschlussprüfung

2.3 Anreize zum Abschlussprüferwechsel

3 Empirische Erkenntnisse zum Abschlussprüferwechsel

3.1 Die „Richtung“ des Abschlussprüferwechsels

3.2 Gründe für einen Abschlussprüferwechsel

4 Evaluation des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG) hinsichtlich des Abschlussprüferwechsels

4.1 Aktuelle rechtliche Normen des HGB

4.2 Geplante Erweiterungen im Rahmen des BilMoG

4.3 Kritische Würdigung

5 Schlussbetrachtung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Seminararbeit untersucht die Problematik des Abschlussprüferwechsels im Kontext aktueller regulatorischer Entwicklungen, insbesondere des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG). Das primäre Ziel ist es, die theoretischen Ursachen für einen Prüferwechsel zu identifizieren, empirische Erkenntnisse dazu einzuordnen und die Wirksamkeit der geplanten gesetzlichen Maßnahmen zur Stärkung der Unabhängigkeit und des Vertrauens in die Abschlussprüfung kritisch zu bewerten.

  • Theoretische Fundierung des Abschlussprüferwechsels durch Agency- und Signalling-Theorie.
  • Analyse der Anreizstrukturen für Unternehmen und Abschlussprüfer.
  • Empirische Betrachtung der Marktdynamik und Wechselgründe.
  • Evaluation des BilMoG hinsichtlich Unabhängigkeitsvorschriften und Publizitätspflichten.
  • Kritische Würdigung der Wirksamkeit gesetzlicher Regelungen zur Vertrauensstärkung.

Auszug aus dem Buch

2.2.1 Agency-Theorie und Abschlussprüfung

Die Agency-Theorie erfasst „Beziehungen zwischen einem oder mehreren Auftraggebern, den Principals, und einem oder mehreren Auftragsnehmern, den Agents“. Diese Theorie unterliegt der Annahme, dass jedes Subjekt über unterschiedliche Präferenzstrukturen, Handlungsspielräume und Informationen verfügt. Somit ist die Leistung des Agenten für den Prinzipal nicht vollständig beobachtbar (‚hidden action’). Diesen Handlungsspielraum kann der Agent nutzen, um seinen persönlichen Nutzen zu maximieren und hierdurch den Auftraggeber zu schädigen (‚moral hazard’). Bei der Betrachtung der Agency-Theorie im Rahmen der Abschlussprüfung bilden die Informations- und Zahlungsbemessungsfunktion der externen Rechnungslegung die notwendige Basis „für die Entwicklung der verschiedenen Motivations-, Kontroll- und Informationsmechanismen“ zur Reduzierung solcher Agency-Probleme. Die nähere Betrachtung erfolgt aus zwei Perspektiven: Zum einen wird die Eigentümer-Manager-Beziehung untersucht. Der WP fungiert hierbei als Kontrolleur und trägt, durch die Prüfung der Normenkonformität des Jahresabschlusses, zur Reduktion der Informationsasymmetrie zwischen Management und Eigentümern bei. Zum anderen wird der AP als weiterer Agent, der vertraglich mit den Eigentümern verbunden ist, in die Betrachtung einbezogen, sodass eine Analyse der Eigentümer-Manager-AP-Beziehung erforderlich ist.

Antle bspw. widmete sich mittels eines spieltheoretischen Ansatzes der Untersuchung dieser Situation. Der AP fungierte in seiner Untersuchung als strategischer Spieler, der sich im Rahmen der Prüfung einen Informationsvorsprung bzgl. der Rechnungslegung sowie seines Prüfungsniveaus ggü. den Eigentümern und dem Management verschaffte. Für alle Parteien beobachtbar war lediglich der von ihm zum Abschluss der Prüfung erstellte Bericht. Damit das Management im Interesse der Eigentümer handelte, versuchten diese, dessen Bezahlung in Abhängigkeit des berichteten Ergebnisses zu setzen. Dieses war jedoch nur erfolgreich, wenn der AP aufgrund von Anreizen (z. B. Vergütung) ebenfalls die Interessen der Eigentümer verfolgte. Aus dieser geschilderten Konstellation ergibt sich „die mögliche Gefahr einer Koalitionsbildung zwischen Manager und Abschlußprüfer“ sowie des ‚moral hazard’ durch den AP sowie das Management.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Kontext von Bilanzskandalen, die zur Regulierung durch das BilMoG führten, und definiert die Forschungsfragen zur Anreizstruktur von Prüferwechseln.

2 Theoretische Grundlagen zum Abschlussprüferwechsel: Dieses Kapitel definiert den Prüferwechsel und erläutert ökonomische Theorien wie die Agency- und Signalling-Theorie als Basis für das Verständnis von Prüfungsbeziehungen.

3 Empirische Erkenntnisse zum Abschlussprüferwechsel: Hier werden Tendenzen auf dem Abschlussprüfermarkt, insbesondere die Präferenz für große Prüfungsgesellschaften, sowie konkrete Gründe für Mandatswechsel analysiert.

4 Evaluation des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG) hinsichtlich des Abschlussprüferwechsels: Es erfolgt eine detaillierte Prüfung der geltenden HGB-Normen sowie eine kritische Bewertung der durch das BilMoG geplanten Erweiterungen zur Stärkung der Unabhängigkeit.

5 Schlussbetrachtung: Das letzte Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert die Erwartungen an eine gestärkte Unabhängigkeit sowie die Gefahr einer zunehmenden Marktkonzentration.

Schlüsselwörter

Abschlussprüferwechsel, BilMoG, Unabhängigkeit, Agency-Theorie, Signalling-Theorie, Wirtschaftsprüfer, Abschlussprüfung, Mandatswechsel, Marktkonzentration, Prüfungsqualität, Rechnungslegung, Informationsasymmetrie, Opinion Shopping, Qualified Opinion, Vertrauensbildung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die theoretischen Hintergründe und empirischen Aspekte eines Abschlussprüferwechsels unter besonderer Berücksichtigung der geplanten regulatorischen Änderungen durch das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG).

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen umfassen die ökonomische Theorie der Abschlussprüfung, die Anreizstrukturen für Management und Prüfer bei einem Wechsel sowie die gesetzlichen Rahmenbedingungen zur Sicherung der Prüfungsunabhängigkeit.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Hauptziel ist die Untersuchung der Anreize für einen Prüferwechsel und die kritische Evaluation, inwiefern die Änderungen des BilMoG tatsächlich dazu beitragen, das Vertrauen in die Abschlussprüfung durch eine gestärkte Unabhängigkeit der Prüfer zurückzugewinnen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung von ökonomischen Theorien und empirischen Erkenntnissen, um eine kritische rechtliche Evaluation der geplanten Reformen vorzunehmen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung (Agency-/Signalling-Theorie), die empirische Marktanalyse und die detaillierte juristische Evaluation der §§ 318 ff. HGB sowie deren geplanter Anpassungen durch das BilMoG.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Abschlussprüferwechsel, Unabhängigkeit, BilMoG, Agency-Theorie und Prüfungsqualität charakterisiert.

Wie bewertet der Autor die Rolle des „Opinion Shopping“ im Kontext der Regulierung?

Der Autor weist darauf hin, dass durch das BilMoG und die Berichtspflichten gegenüber der WPK die Anreize für „Opinion Shopping“ reduziert werden sollen, wobei er jedoch anmerkt, dass die empirische Relevanz für den deutschen Markt teils hinterfragt wird.

Welche Auswirkung hat die Konzentration auf „Big-Four“-Gesellschaften laut der Arbeit?

Die Arbeit stellt fest, dass die Tendenz zu großen Prüfungsgesellschaften zu einer Zweiteilung des Marktes und zur Errichtung von Markteintrittsbarrieren führt, ein Aspekt, der in der aktuellen Regulierung kaum adressiert wird.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten  - nach oben

Details

Titel
BilMoG und Abschlussprüferwechsel
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin  (Institut für Rechnungslegung und Wirtschaftsprüfung)
Veranstaltung
Hauptseminar
Note
1,7
Autor
Björn Peters (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
19
Katalognummer
V115843
ISBN (eBook)
9783640180592
ISBN (Buch)
9783640180721
Sprache
Deutsch
Schlagworte
BilMoG Abschlussprüferwechsel Hauptseminar
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Björn Peters (Autor:in), 2008, BilMoG und Abschlussprüferwechsel, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/115843
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  19  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum