Es ist für Unternehmen extrem wichtig, ihren Aufbau und ihre internen Abläufe genau zu kennen, um das Fortbestehen langfristig zu sichern. Es gilt, für den Geschäftsbetrieb eine perfekte Balance zwischen Zeit, Kosten und Qualität zu finden. Der Einsatz von Modellen verschiedenster Form ist nahezu unablässig, um dieses Optimum zu erreichen und zu halten. Es gibt zahlreiche Methoden, um die Unternehmensrealität abzubilden und anschließend zu analysieren. Die Auswahl der geeigneten Modellierungsmethode für einen Konzern, eine Abteilung oder auch einen Geschäftsprozess hängt nicht nur vom Modellierer ab. Es sollte auch bedacht werden, wer sich das Modell ansehen wird und zu welchem Zweck es erstellt werden soll. Der Bedarf an leistungs- und tragfähigen Modellen wurde vor Allem im Zuge der Verbreitung des Prozessmanagements bei größeren Unternehmen entfacht. In den Achtziger Jahren wurden auch verstärkt theoretische Abhandlungen aufgrund der vermehrten Nachfrage publiziert. In dieser Arbeit soll das ursprüngliche Instrument zur Beschreibung von Software, die ereignisgesteuerte Prozesskette, näher erläutert werden, da sie sich in der Wirtschaft weitgehend in Bereichen des Prozessmanagements durchgesetzt hat und von diversen Fachkapazitäten in Deutschland als Standard eingestuft und verwendet wird. Nicht zuletzt der integrierte Einsatz in der betriebswirtschaftlichen Unternehmenssoftware SAP R/3 führte zum „Durchbruch“ des Modells.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definitionen
2.1 Was ist ein Geschäftsprozess?
2.2 Was ist ein Modell?
2.3 Grundsätze ordnungsmäßiger Modellierung
3. Gründe für Geschäftsprozessmodellierung
4. Die ereignisgesteuerte Prozesskette
4.1 Geschichte
4.2 Aufbau und Elemente
5. Die EPK an einem praktischen Beispiel
5.1 Das Diagramm
6. Kritik & Ausblick
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die Arbeit untersucht die Geschäftsprozessmodellierung unter besonderer Berücksichtigung der ereignisgesteuerten Prozesskette (EPK). Ziel ist es, die theoretischen Grundlagen der Modellierung zu erläutern, die Bedeutung dieser Methode für die Unternehmenspraxis darzustellen und ihre Anwendung anhand eines konkreten Praxisbeispiels aus einem Vertriebsinnendienst zu veranschaulichen.
- Theoretische Grundlagen der Geschäftsprozessmodellierung und Definitionen
- Grundsätze ordnungsmäßiger Modellierung (GoM)
- Detaillierte Analyse der ereignisgesteuerten Prozesskette (EPK) und ihrer Elemente
- Praktische Anwendung der Modellierung zur Prozessoptimierung
- Kritische Würdigung der Vorteile und Grenzen von EPK-Modellen
Auszug aus dem Buch
2.3 Grundsätze ordnungsmäßiger Modellierung
Die Eigenschaften von Geschäftsprozessmodellen sind nicht nur bezüglich ihrer Notationsform unterschiedlich. Sie differieren in Güte, Umfang und Verständlichkeit. Hinzu kommt die steigende Komplexität der Modelle. Um die Anforderungen an Geschäftsprozessmodelle zu vereinheitlichen wurden in Anlehnung an die Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung die Grundsätze ordnungsmäßiger Modellierung als eine Art Ordnungsrahmen von J. Becker, M. Rosemann und R. Schütte 1995 verfasst. Sie beinhalten 6 Grundsätze, die über die modellspezifischen Gestaltungsregeln hinausgehen:
1. Grundsatz der Richtigkeit
Da ein Modell eine Abbildung und kein Kunstwerk kreativen Denkens ist, sollte ein Modellierer bei seinen Anfertigungen auf syntaktische und semantische Korrektheit achten. Jede Geschäftsprozessmodellierungsform beinhaltet gewisse Regeln bezüglich Aufbau und Ablauf, die zu beachten sind (neben den allgemeingültigen Modellierungsmethoden bestehen oftmals zusätzlich unternehmensinterne Individualmodifikationen). So ist das wiedergegebene Original qualitätvoller und auch für Außenstehende eindeutiger und besser verständlich.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung betont die Wichtigkeit der Prozessübersicht für Unternehmen und führt die ereignisgesteuerte Prozesskette als Standardwerkzeug der Wirtschaft ein.
2. Definitionen: In diesem Kapitel werden grundlegende Begriffe wie Geschäftsprozess und Modell definiert sowie die sechs Grundsätze ordnungsmäßiger Modellierung vorgestellt.
3. Gründe für Geschäftsprozessmodellierung: Es werden die Beweggründe für die Modellierung erläutert, insbesondere Wissenssicherung, ISO-Zertifizierung und die Vorbereitung zur Prozessoptimierung.
4. Die ereignisgesteuerte Prozesskette: Dieses Kapitel behandelt die Entstehungsgeschichte der Methode sowie die detaillierte Beschreibung der notwendigen Objekte wie Funktionen, Ereignisse und Konnektoren.
5. Die EPK an einem praktischen Beispiel: Anhand eines realen Szenarios der Firmenkundenakquise wird die Anwendung der EPK in der Praxis detailliert demonstriert.
6. Kritik & Ausblick: Das abschließende Kapitel bewertet die Stärken und Schwächen der EPK-Methode und gibt eine Einschätzung zur weiteren Relevanz des Modells.
Schlüsselwörter
Geschäftsprozess, Geschäftsprozessmodellierung, ereignisgesteuerte Prozesskette, EPK, eEPK, ARIS, Modellierungssprache, Prozessmanagement, Prozessoptimierung, Unternehmensressourcen, Modell, Workflow, Prozesswegweiser, Prozessdurchlauf, Wirtschaftlichkeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Modellierung von betriebswirtschaftlichen Geschäftsprozessen mit der Methode der ereignisgesteuerten Prozessketten (EPK).
Welche Themenfelder stehen im Zentrum der Arbeit?
Neben der Definition grundlegender Begriffe werden vor allem die methodischen Standards der Modellierung, der Aufbau von Prozessketten und deren praktische Implementierung in Unternehmen beleuchtet.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Relevanz der EPK als Standardinstrument im Prozessmanagement darzulegen und aufzuzeigen, wie komplexe Abläufe durch diese Methode strukturiert abgebildet werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Erläuterung verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Kombination aus theoretischer Definition, der Vorstellung von Gestaltungsrichtlinien (GoM) und einer angewandten Fallstudie zur Visualisierung der EPK.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung (Definitionen, Grundsätze), eine methodische Analyse der EPK-Elemente und eine praktische Anwendung durch die Modellierung eines Kundengewinnungsprozesses.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie EPK, Prozessoptimierung, ARIS, Geschäftsprozess und Modellierung geprägt.
Welche Rolle spielen die Grundsätze ordnungsmäßiger Modellierung (GoM)?
Sie dienen als Qualitätsrahmen für die Erstellung von Modellen, um sicherzustellen, dass diese korrekt, relevant, wirtschaftlich und klar verständlich sind.
Warum werden in der Arbeit Prozesswegweiser eingesetzt?
Prozesswegweiser dienen dazu, komplexe Prozessmodelle übersichtlicher zu gestalten, indem umfangreiche Teilprozesse ausgelagert werden, um Redundanzen zu vermeiden.
Welche kritischen Punkte werden im Fazit zur EPK angeführt?
Kritisiert wird insbesondere, dass die EPK Schwierigkeiten bei der Abbildung hochdynamischer oder zwischenmenschlicher Prozesse hat und bei zu detaillierter Darstellung an Übersichtlichkeit verliert.
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- Christian Pohanka (Author), 2008, Geschäftsprozessmodellierung mit ereignisgesteuerten Prozessketten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/115854