Inwiefern erhalten Eltern in der Frühförderung die Möglichkeit, am Förderprozess ihres Kindes zu partizipieren? Diese Frage ist von großer Bedeutung, da Eltern und Familien als Ort der Entwicklung und Erziehung gelten. Durch diese Bedeutung, die der Familie zugesprochen wird, soll sie für die Sicherung von Gesundheit und Zukunft mittels ihrer Kinder sorgen. Wenn Eltern jedoch Kinder mit Behinderungen bekommen, kann Enttäuschung erzeugt und die elterlichen Hoffnungen und Erwartungen umgekrempelt werden.
Um diese Enttäuschungen und eventuelle Schuldzuschreibungen zu vermeiden, soll diese Arbeit im Folgenden Lösungen suchen, die diese Situation abwenden können, indem die Eltern in den Ablauf der Entwicklungsförderung ihrer Kinder einbezogen werden. Dafür können Leistungen und Ressourcen betrachtet werden, die die aktuelle Lebenssituation angemessen nutzbar machen.
Durch Angebote und Möglichkeiten soll Eltern eine Partizipation in der Frühförderung ermöglicht werden und ihnen die Situation erleichtern bzw. Möglichkeiten zeigen mit dieser Situation besser umzugehen. In der vorliegenden Arbeit soll es also um die Klärung dieser Frage und das Finden von verschiedenen Angeboten gehen, die Eltern in die Frühförderung ihres Kindes integrieren.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Frühförderung
2.1. Frühförderung und Ziele
2.2. Tragende Arbeitsprinzipien
3. Eltern und Familien
3.1. Familien und Familienformen
3.2. Elterliche Ressourcen
4. Eltern in der Frühförderung
4.1. Wandel der Rolle der Eltern
4.2. Stellenwert der Eltern
4.3. Familiärer Alltag und Hausbesuche
5. Gestaltung einer Zusammenarbeit
5.1. Voraussetzungen zur Zusammenarbeit mit Eltern
5.2. Kommunikation mit den Eltern
5.3. Angebote
6. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Möglichkeiten der Partizipation von Eltern am Förderprozess ihrer Kinder innerhalb der Frühförderung, um Belastungen abzubauen und eine effektivere kindzentrierte Förderung zu ermöglichen.
- Bedeutung der Familienorientierung in der Frühförderung
- Aktuelle Lebenssituationen und Ressourcen von Familien beeinträchtigter Kinder
- Wandel der Elternrolle vom Kotherapeuten zum Partner
- Methoden und Ansätze der Zusammenarbeit, insbesondere Hausbesuche
- Konkrete Unterstützungsangebote zur elterlichen Einbindung
Auszug aus dem Buch
4.3. Familiärer Alltag und Hausbesuche
Neben den Daten aus Fragebögen und Gesprächen ist es für die Frühförderung von Nutzen, einen Einblick in den familiären Alltag des Kindes zu erhalten. So soll dieser kennengelernt werden, wobei Alltagsaktivitäten und Beziehungen betrachtet und Tätigkeiten, bei denen das Kind noch Hilfe braucht oder die es schon selbstständig kann, erfahren werden. Da die Fördermaßnahmen dazu beitragen sollen, dass dem Kind soziale Teilhabe am Leben ermöglicht wird, ist dieser Schritt unabdingbar. Ziele und Maßnahmen können nach so einem Besuch der Umsetzung und Gestaltung zuteilwerden, indem Informationen über den Alltag des Kindes ausgetauscht werden und auch darüber, wie diese umgesetzt werden können.
Hausbesuche können dabei ein Mittel sein um den Fachkräften die Möglichkeit zu bieten Förderung in den Alltag des Kindes zu integrieren, sowie Belastungen innerhalb der Familie mit der Situation und dem Kind zu ermitteln und Ressourcen berücksichtigen zu können. Mit all diesen Aspekten kann besser auf eine Lebensqualität der Familie hingearbeitet werden.
Die Beratung der Eltern steht bei Hausbesuchen im Fokus, um Hinweise zu geben, wie sie die Interaktion mit ihrem Kind gestalten können. Zeitgleich ist aber auch eine Kontaktaufnahme der Fachkraft mit dem Kind wichtig, um den Eltern zu vermitteln, dass es so wertgeschätzt wird, wie es ist und nicht über es hinweg entschieden wird. Fähigkeiten und Hilfebedürfnisse in bestimmten Situationen können ermittelt werden, wenn die Fachkraft in direkte Interaktion mit dem Kind tritt. Bei diesem Besuch können auch schon Herangehensweisen seitens der Förderkraft angewandt werden, indem diese mit dem Kind vorgemacht werden. So erfahren Eltern Hilfe und können neue Vorgehensweisen unter Anleitung gleich selbst erfahren und ausprobieren.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Das Kapitel thematisiert die Notwendigkeit der Frühförderung für Kinder mit Schwerbehinderung und stellt die Forschungsfrage nach der Partizipation der Eltern am Förderprozess.
2. Frühförderung: Hier werden die Ziele der Frühförderung definiert und die tragenden Arbeitsprinzipien, wie Familienorientierung und Ganzheitlichkeit, vorgestellt.
3. Eltern und Familien: Dieses Kapitel beleuchtet die aktuelle Lebenssituation, unterschiedliche Familienformen und die elterlichen Ressourcen im Kontext eines Kindes mit Beeinträchtigung.
4. Eltern in der Frühförderung: Es wird der historische Wandel der Elternrolle vom Kotherapeuten hin zum Partner sowie die Bedeutung von Hausbesuchen für die Zusammenarbeit erörtert.
5. Gestaltung einer Zusammenarbeit: Dieses Kapitel behandelt die notwendigen Voraussetzungen sowie die Bedeutung einer lösungsorientierten Kommunikation und stellt konkrete Unterstützungsangebote vor.
6. Schlussbetrachtung: Das Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass es keinen pauschalen Weg der Zusammenarbeit gibt, sondern stets die individuellen Bedürfnisse der Familien zu berücksichtigen sind.
Schlüsselwörter
Frühförderung, Elternpartizipation, Familienorientierung, Zusammenarbeit, Förderprozess, Interdisziplinarität, Elterliche Ressourcen, Hausbesuche, Lebensqualität, Beratung, Kommunikation, Familienberatung, Inklusion, Entwicklung, Kooperationsmodell
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit befasst sich mit der Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen Frühförderfachkräften und den Familien von Kindern mit Beeinträchtigungen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Familienorientierung in der Frühförderung, die Ressourcen von Eltern, der Wandel der elterlichen Rolle sowie konkrete Beratungs- und Interventionsangebote.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, Möglichkeiten und Strategien aufzuzeigen, wie Eltern aktiv in den Förderprozess ihres Kindes einbezogen und unterstützt werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der theoretischen Aufarbeitung des aktuellen Fachdiskurses zur Frühförderung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die aktuelle Situation von Familien, beschreibt Prinzipien wie die Familienorientierung und erläutert praxisnahe Angebote wie Hausbesuche und Interaktionsberatung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Frühförderung, Elternpartizipation, Familienorientierung, Zusammenarbeit, Ressourcen und Interaktionsberatung.
Wie hat sich die Rolle der Eltern laut dieser Arbeit historisch verändert?
Sie hat sich von einer funktionalen Rolle als "Kotherapeut" hin zu einer gleichberechtigten Partnerschaft zwischen Eltern und Fachkräften gewandelt.
Warum sind Hausbesuche ein wichtiges Instrument der Frühförderung?
Hausbesuche ermöglichen es, direkt im natürlichen Umfeld des Kindes zu arbeiten, Ressourcen zu erkennen und Eltern durch praktisches Vorführen neuer Handlungsweisen direkt anzuleiten.
- Quote paper
- Julia Kießhauer (Author), 2019, Frühförderung. Aspekt der Zusammenarbeit von Frühförderfachkräften und Familien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1158606