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Die Haftungsregelung im deutschen Gentechnikrecht

Überblick über die Entstehungsgeschichte bis zu den heutigen Reformplänen unter besonderer Berücksichtigung des §§ 32-36 GenTG

Title: Die Haftungsregelung im deutschen Gentechnikrecht

Seminar Paper , 2007 , 38 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Jörg Hurlin (Author)

Agrarian Studies
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Die Erfahrungen in verschiedenen Rechtsbereichen haben gezeigt, dass es in bestimmten Technologiegebieten, die vom wissenschaft-lichen und technischen Fortschritt geprägt sind, neben der Optimierung der Sicherheitsvorschriften notwendig ist, im möglichen Schadensfall einen ausreichenden Haftungsschutz vorzusehen1. Deshalb kann den von Grünen Gentechnik hervorgerufenen Risiken nur durch effektive Haftungsregelungen und dem damit verbundenen Präventionseffekt sachgerecht Rechnung getragen werden2. Die Frage nach geeigneten Haftungsregelungen im Schadensfall zieht sich durch die gesamte Geschichte der Gentechnik bis zur aktuellen Reform-diskussion und hat bis zum heutigen Tage weder an politischer, wirtschaftlicher noch an rechtlicher Brisanz verloren. Im Laufe der Jahre hat sich jedoch aufgrund der Zahl der Gesetze und Inhalte sowie durch die sinkende Beständigkeit der sich ablösenden Novellen ein „Chaos“ im Gentechnikrecht manifestiert, welches für den Leihen, den Kenner und sogar den Gesetzgeber selbst schwer überschaubar ist3. Ziel der vorliegenden Arbeit ist es deshalb, die Haftungsregelungen im deutschen Gentechnikrecht übersichtlich darzustellen. Es wird zunächst grundlegend auf Haftungsfragen Grüner Gentechnik und dabei auf mögliche Schäden sowie Haftungsregelungen eingegangen. Es folgt die Entwicklungsgeschichte der Haftung im Gentechnikrecht. Diese Darstellung setzt bereits vor dem Inkrafttreten des ersten Gentechnikgesetzes an, beleuchtet dann insbesondere die §§ 32-36 GenTG und geht auf die weiteren Änderungsgesetze ein. In Kapitel D werden aktuelle Reformpläne und die Regelung der Haftungsfrage durch ein Fondsmodell vorgestellt, bevor wesentliche Inhalte und Ergebnisse abschließend kurz zusammengefasst werden.

[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

A. Einleitung

B. Haftungsfragen der Grünen Gentechnik

I. Schadenspotenzial der neuen Technologie

II. Notwendigkeit von Haftungsregelungen

C. Entwicklungsgeschichte der Haftung im Gentechnikrecht

I. Rechtliche Situation vor Inkrafttreten des GenTG

1. Deutsche Gesetzesvorhaben der Jahre 1978 und 1979

2. Empfehlungen der Enquete - Kommission

3. „Eckpunkte - Beschluss“ der Bundesregierung

4. Gesetzentwurf vom 12.07.1989

II. Haftungsregelungen des ersten GenTG von 1990

1. § 32 „Die Gefährdungshaftung“

2. § 33 Haftungshöchstbetrag

3. § 34 Ursachenvermutung

4. § 35 Auskunftsansprüche des Geschädigten

5. § 36 „Verpflichtung zur Deckungsvorsorge“

III. Gesetz zur Neuordnung des Gentechnikrechts vom Feb. 2005

1. Haftungsregelungen des 1. GenTNeuordG

2. Folgen der neuen Haftungsregelungen

IV. Regelungen und Schicksal des 2. GenTNeuordG

V. Teilnovellierung des GenTG mit dem 3. GenTNeuordG

D. Reformpläne und Perspektiven zur Lösung der Haftungsfragen

I. „Ausgleichsfonds“ laut Koalitionsvertrag

1. Probleme bei der Einführung eines Fondsmodells

2. Die angestrebte „Versicherungslösung“

II. Eckpunktepapier zur Novellierung des GenTG vom Feb. 2007

E. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die komplexen Haftungsregelungen im deutschen Gentechnikrecht strukturiert darzustellen, ihre historische Entwicklung nachzuzeichnen und die aktuellen Reformdebatten kritisch zu beleuchten. Sie untersucht, wie das Spannungsfeld zwischen der Förderung gentechnischer Innovationen und dem notwendigen Schutz vor potenziellen Schäden durch die Freisetzung oder den Umgang mit gentechnisch veränderten Organismen (GVO) rechtlich bewältigt wird.

  • Haftungsmechanismen bei Grüner Gentechnik
  • Entwicklungsgeschichte des Gentechnikrechts (GenTG)
  • Analytische Betrachtung der §§ 32–36 GenTG
  • Debatte um Ausgleichsfonds- und Versicherungsmodelle
  • Herausforderungen der Koexistenz unterschiedlicher Landwirtschaftsformen

Auszug aus dem Buch

1. § 32 „Die Gefährdungshaftung“

Die zentrale Haftungsvorschrift des GenTG ist § 32 Abs. 1. Danach haftet der Betreiber auf Schadensersatz, falls „infolge von Eigenschaften eines Organismus, die auf genetische Arbeiten beruhen, jemand getötet, sein Körper oder seine Gesundheit verletzt oder eine Sache beschädigt wird“ (§ 32 Abs. 1). Da ein Verschulden des Betreibers genetischer Vorhaben nicht erforderlich ist, handelt es sich bei dieser Regelung um eine Gefährdungshaftung33. Die Eröffnung einer unmittelbaren Schadens- bzw. Gefahrenquelle durch GVO wird vom Staat somit nur unter der Voraussetzung zugelassen werden, dass der Verantwortliche verschuldensunabhängig die damit verbundenen Risiken übernimmt. Auf diese Weise wurde dem Restrisiko Rechnung getragen, das sich beim Umgang mit GVO nicht ausschließen lässt34.

So wird zum einen eine „sozialgerechte Verteilung der Schäden“ gewährleistet, zum anderen sollte das Haftungsrecht durch die drohende Einbeziehung von Schadensersatzleistungen in das betriebliche Rechnungswesen einen marktwirtschaftlichen Anreiz zur Schadensvermeidung bieten und daher mittelbare Präventionsaufgaben erfüllen35. Ähnliche Regelungen der Gefährdungshaftung für gefährliche bzw. risikoreiche Aktivitäten finden sich noch im Bundesberggesetz (BBergG) und im Umwelthaftungsgesetz (UmweltHG).

Zusammenfassung der Kapitel

A. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik ein, dass technischer Fortschritt in der Gentechnik angemessene Haftungsregelungen erfordert, und skizziert das Ziel, das „Chaos“ der historischen Novellierungen zu ordnen.

B. Haftungsfragen der Grünen Gentechnik: Das Kapitel erläutert das Schadenspotenzial von GVO und begründet die Notwendigkeit rechtlicher Haftungsmechanismen als Präventionsmittel.

C. Entwicklungsgeschichte der Haftung im Gentechnikrecht: Hier wird der historische Werdegang von den ersten US-Richtlinien bis zum 3. GenTNeuordG aufgearbeitet, inklusive der spezifischen Haftungsparagraphen im GenTG.

D. Reformpläne und Perspektiven zur Lösung der Haftungsfragen: Dieses Kapitel diskutiert alternative Lösungsmodelle wie Ausgleichsfonds und Versicherungen, die politische und wirtschaftliche Hürden bei deren Umsetzung thematisieren.

E. Zusammenfassung: Diese Zusammenfassung fasst die Entwicklung der letzten 30 Jahre zusammen und unterstreicht die zentrale Bedeutung der „guten fachlichen Praxis“ für zukünftige Haftungslösungen.

Schlüsselwörter

Gentechnikrecht, GenTG, Gefährdungshaftung, Haftung, Grüne Gentechnik, Ausgleichsfonds, Versicherungslösung, GVO, Koexistenz, gute fachliche Praxis, Schadensersatz, Produkthaftung, Übermaßhaftung, Landwirtschaft, Rechtsentwicklung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit behandelt die rechtlichen Rahmenbedingungen der Haftung im deutschen Gentechnikrecht unter besonderer Berücksichtigung der Entstehungsgeschichte und der aktuellen Diskussion um Reformpläne.

Welche Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Zentrale Themen sind die Haftung für Schäden durch genetisch veränderte Organismen, die Entwicklung des Gentechnikgesetzes sowie die Debatte um Fonds- und Versicherungsmodelle für Landwirte.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist eine übersichtliche Darstellung der Haftungsvorschriften, um das „Chaos“ der zahlreichen Novellen zu ordnen und die Wirksamkeit der Regelungen zu analysieren.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine juristische Aufarbeitung und Literaturanalyse der gesetzlichen Entwicklung und der aktuellen Reformdiskussionen im Gentechnikrecht.

Was umfasst der Hauptteil?

Der Hauptteil analysiert die historische Entwicklung des Gentechnikrechts, die spezifischen Haftungsparagraphen (§§ 32-36 GenTG) und aktuelle Perspektiven auf Ausgleichs- und Versicherungsmodelle.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Gefährdungshaftung, Koexistenz, GenTG, Prävention und Haftungsrisiken charakterisiert.

Warum fordern Versicherungsgesellschaften eine verschuldensabhängige Haftung?

Versicherer fordern dies, da eine verschuldensunabhängige Gefährdungshaftung für Landwirte aufgrund der Unvorhersehbarkeit zufälliger Auskreuzungen für sie als Versicherungsrisiko kaum kalkulierbar ist.

Warum scheiterte bisher die Einführung eines Ausgleichsfonds?

Die Einführung scheiterte an Widerständen der Biotechnologieunternehmen, verfassungsrechtlichen Bedenken gegen eine Finanzierungspflicht sowie an der Debatte, wer genau die Beiträge tragen soll.

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Details

Title
Die Haftungsregelung im deutschen Gentechnikrecht
Subtitle
Überblick über die Entstehungsgeschichte bis zu den heutigen Reformplänen unter besonderer Berücksichtigung des §§ 32-36 GenTG
College
University of Göttingen  (Institut für Landwirtschaftsrecht)
Course
Themenzentriertes Seminar
Grade
1,0
Author
Jörg Hurlin (Author)
Publication Year
2007
Pages
38
Catalog Number
V115863
ISBN (eBook)
9783640171330
ISBN (Book)
9783640182466
Language
German
Tags
Haftungsregelung Gentechnikrecht Themenzentriertes Seminar
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jörg Hurlin (Author), 2007, Die Haftungsregelung im deutschen Gentechnikrecht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/115863
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