Diese Arbeit beschäftigt sich unter Hinzuziehung der Erzählung Les amants d’Avignon
von Elsa Triolet und des Romans La bicyclette bleue von Régine Deforges, welcher 26
Kapitel beinhaltet, mit der Rolle der Résistance-Kämpferin während der Kollaboration.
Die Handlung bezieht sich auf die Jahre 1939-1941, während die Erzählung sich auf die
Zeit von Winter 1941 bis Frühjahr 1942 beschränkt. La bicyclette bleue ist der erste von
drei Bänden. Zwar handelt es sich in beiden Fällen hauptsächlich um Liebesgeschichten,
trotzdem werden durch die Zeit des zweiten Weltkriegs, die politische Haltung und
Entwicklung zu wichtigen Bestandteilen des Romans. Die Passagen, die sich thematisch
mit der Liebe beschäftigen, werden ausgelassen, da sie für dieses Thema nicht relevant
sind.
Zu Beginn werden die beiden Autorinnen vorgestellt, die sich mit der Zeit des Vichy-
Régimes auseinandersetzten.
Um einen groben Überblick über die Geschehnisse der Werke zu haben, werden daraufhin
Les amants d’Avignon und La bicyclette bleue kurz zusammengefasst.
Zunächst werden die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden Protagonistinnen
aufgezeigt. Im Anschluss werden die Motive beleuchtet, die letztendlich dazu führten,
dass die Frauen sich für die Résistance entschieden haben.
Hierzu wird zunächst festgestellt, weshalb die Résistance-Kämpferin, aktueller Sekundärliteratur
nach, während der Zeit des Vichy-Régimes im Kampf gegen die deutsche
Besatzung Frankreichs mitgewirkt hat und welche Werte sie verteidigen wollte.
Die jeweiligen persönlichen Gründe, aus denen sich die beiden Protagonistinnen vor
allem für die Arbeit in der Résistance entschieden haben, werden abschließend untersucht
und verglichen.
Im Fazit werden die Erkenntnisse über die Frau in der Résistance aus der Sekundärliteratur
mit der fiktiven Widerstandskämpferin aus der Literatur verglichen.
[...]
Inhaltsverzeichnis
1. Vorwort
2. Elsa Triolet und Régine Deforges – zwei Autorinnen, zwei Generationen - ein historisches Ereignis
3. Zusammenfassungen
3.1 Les amants d’Avignon
3.2 La bicyclette bleue, erster Band von dreien
4. Vergleich der Résistance-Kämpferinnen Juliette Noël und Léa Delmas
4.1 Die Résistance-Kämpferin – Eine typische Frau? – Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Léa Delmas und Juliette Noël
4.2 Motive und Initiationen der Heldinnen
4.2.1 Patriotismus
4.2.2 Persönliche Gründe
4.3 Die Aufgaben der Résistance-Kämpferinnen und damit verbundene Gefahren
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle der französischen Widerstandskämpferin während der Zeit der Kollaboration, indem sie die literarischen Figuren Juliette Noël aus Elsa Triolets "Les amants d'Avignon" und Léa Delmas aus Régine Deforges' "La bicyclette bleue" analysiert und mit historischen Erkenntnissen vergleicht.
- Darstellung der Autorinnen im Kontext des Vichy-Régimes
- Inhaltliche Zusammenfassung der ausgewählten Primärliteratur
- Analyse der Charaktereigenschaften und Lebensweisen der Protagonistinnen
- Vergleich der Motive für den Eintritt in den Widerstand (Patriotismus vs. persönliche Beweggründe)
- Untersuchung der spezifischen Tätigkeiten und Gefahren im Résistance-Alltag
Auszug aus dem Buch
4.2.2 Persönliche Gründe
Nach Klittich wollten die ersten Frauen durch ihre Proteste die Kriegsgefangenen unterstützen. Viele von ihnen verlangten die sofortige Freilassung ihrer Männer, das Recht auf Schriftwechsel und auf die Zustellung von Paketen. Auch Léa ist aus diesem Grund in den Widerstand getreten. Sie will um alles in der Welt Laurent helfen: [Adrien]: « Je dois aller à Langon la semaine prochaine, voir un de nos frères hospitalisé. J’en profiterai pour venir à Montillac. Il faut que je prenne des contacts dans la région. – Je ne peux pas y aller à ta place ? » […] « Non, ma chérie, c’est trop dangereux. Tu en sais déjà beaucoup trop pour ta sécurité et la mienne. – Je veux aider Laurent. […] »
Auch der Hass spielte für einige Widerstandskämpferinnen eine Rolle in Hinblick auf die hohe Motivation für die Teilhabe an der Résistance. So schrieb beispielsweise Anne Marie Chatenay-Crèmer: „Nous detéstions les Allemands en tant qu’occupant, et que nazis. » Dass Juliette die Besatzer hasst, lässt sich an zwei Stellen des Buches erkennen. Beide Male befindet sie sich im Zug und drückt dies durch wenige Worte aus: Pourtant quand un vieux bonhomme mit un pardessus gandin, une perle dans la cravate et deux dents dans la bouche, déclare à très haute voix que s’il y avait ici un Allemand, il se serait fait un plaisir d’ouvrir ces portes et de faire asseoir les gens, que les Allemands sont si heureux de rendre service, qu’ils sont si corrects! Quand le couloir entend ces mots: ils sont si corrects! il les reprend aussitôt, en chœur antique : « Ah, pour être corrects, ils sont corrects! ». Cependant qu’un gamin farfouille la serrure d’un des compartiments für die Wehrmacht mit un canif, encouragé par les conseils des voisins… »Ils vous fusillent si correctement! » dit Juliette sur une mode attendri, et le jeune homme à côté d’elle qui voyage très sagement avec sa mère et disait à l’instant: « Ah, pour être corrects, ils sont corrects… » a l’expression de quelqu’un qui vient de manqué une marche… Il dit tout bas rien que pour Juliette: « Ils en ont fusillé beaucoup, à Valence? ». « A Valence ou ailleurs… », répond Juliette, indifférente.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Vorwort: Dieses Kapitel erläutert die thematische Eingrenzung der Arbeit auf die Rolle der Résistance-Kämpferin in zwei spezifischen literarischen Werken und skizziert das methodische Vorgehen.
2. Elsa Triolet und Régine Deforges – zwei Autorinnen, zwei Generationen - ein historisches Ereignis: Hier werden die Biografien der beiden Autorinnen dargestellt, wobei insbesondere ihr Bezug zum Vichy-Régime und ihr schriftstellerisches Schaffen beleuchtet werden.
3. Zusammenfassungen: Dieses Kapitel bietet einen Überblick über die Handlungsstränge von "Les amants d’Avignon" und "La bicyclette bleue".
4. Vergleich der Résistance-Kämpferinnen Juliette Noël und Léa Delmas: In diesem Hauptteil werden die Persönlichkeiten, Motive für den Widerstand sowie die konkreten Aufgaben der beiden Protagonistinnen detailliert gegenübergestellt.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass sich beide Autorinnen bei der Gestaltung ihrer Figuren eng an der historischen Realität der Widerstandskämpferinnen orientiert haben.
Schlüsselwörter
Résistance, Widerstand, Frankreich, Zweiter Weltkrieg, Kollaboration, Elsa Triolet, Régine Deforges, Juliette Noël, Léa Delmas, Patriotismus, Frauenbild, Besatzungszeit, Vichy-Régime, Untergrund, Literaturanalyse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die Darstellung der französischen Widerstandskämpferin in zwei literarischen Werken während der deutschen Besatzungszeit.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Fokus stehen die Motivation, die spezifischen Aufgaben und das Gefahrenpotenzial, denen sich Frauen in der Résistance ausgesetzt sahen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, den Vergleich zwischen literarisch gestalteten Heldinnen und den historischen Erkenntnissen über Frauen im Widerstand aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Autorin nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse und vergleicht diese mit sozialwissenschaftlichen Erkenntnissen aus der Sekundärliteratur über ehemalige Widerstandskämpferinnen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit primär behandelt?
Der Hauptteil widmet sich dem detaillierten Vergleich von Juliette Noël und Léa Delmas hinsichtlich ihres Charakters, ihrer politischen Motivation und ihrer praktischen Tätigkeiten.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Publikation?
Wichtige Begriffe sind Résistance, Zweiter Weltkrieg, Kollaboration, Patriotismus und die Analyse von weiblichen Protagonistinnen in historischer Literatur.
Inwiefern unterscheiden sich die Motive von Juliette Noël und Léa Delmas?
Juliette zeigt eine stärker patriotisch geprägte Haltung, während Léas Antrieb stärker durch persönliche Erlebnisse, Traumata und den Wunsch, nahestehende Personen zu schützen, motiviert ist.
Welche Bedeutung kommt dem Fahrrad im Werk von Régine Deforges zu?
Das Fahrrad dient als Symbol des Zweiten Weltkriegs, da es das primäre Transportmittel für Widerstandskämpfer war, nachdem Autos von der Besatzungsmacht beschlagnahmt wurden.
- Citar trabajo
- Lisa Mülhausen (Autor), 2008, Die literarische Figur der französischen Widerstandskämpferin - untersucht anhand zweier auserwählter Texte, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/115886