Die Ausgangssituation dieses Projekts stellt zwei Hobby-Brauer mit genau diesem Vorhaben dar. Sie brauen seit nunmehr fünf Jahren Bier im Freundes- und Familienkreis und vertreiben es in kleinen Mengen in ihrem Café auf dem Land in Schleswig-Holstein. Die Nachfrage nach den selbstgebrauten alkoholischen Getränken ist bei den Gästen des Cafés sehr hoch und zieht zu Veranstaltungen regelmäßig Besucher aus dem Umland in die Gaststätte. Darüber hinaus wurden auch schon vereinzelnd Anfragen zum Ausschank auf Stadtfesten gestellt. Aber wie lässt sich dieses Geschäftsmodell gewinnbringend realisieren? Welche Kosten kommen auf die Brauer zu, wer ist die Zielgruppe und über welche Kommunikationskanäle kann diese erreicht werden?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Zielgruppe
3. Produktdefinition
3.1. Kosten
3.2. Namensgebung
4. Preisgestaltung
5. Kommunikation
5.1. Kommunikationsplan
6. Distribution
7. Business Plan
8. Fazit
8.1. Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit befasst sich mit den strategischen Herausforderungen beim Aufbau einer Craft-Beer-Brauerei für zwei Hobby-Brauer in Schleswig-Holstein. Das primäre Ziel ist es, ein tragfähiges Geschäftsmodell für den Vertrieb von selbstgebrautem Bier im eigenen Café sowie auf regionalen Stadtfesten zu entwickeln, das durch eine fundierte Marketing- und Kostenplanung die Realisierbarkeit und Gewinnbringung sicherstellt.
- Marktanalyse und Segmentierung der Zielgruppe
- Entwicklung eines strategischen Produkt- und Preismodells
- Erstellung eines Kommunikationsplans basierend auf dem AIDA-Modell
- Distributionsstrategie für den regionalen Direktvertrieb
- Wirtschaftlichkeitsprüfung mittels Deckungsbeitragsanalyse
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Craft Beer erlebte in den letzten Jahren einen erheblichen Aufschwung. Dies lässt sich unter anderem aus der Betrachtung der vom statistischen Bundesamt zur Verfügung gestellten Daten zur Brauwirtschaft feststellen. Die Zahl der angemeldeten Braustätten ist in den letzten vier Jahren um 3.6%, von 1459 auf 1669, angestiegen (vgl. Statistisches Bundesamt 2019). Vor dem Hintergrund, dass der durchschnittliche Bierkonsum pro Kopf in Deutschland in den letzten zehn Jahren um knapp zehn Liter gesunken ist, erscheint dies eine bemerkenswerte Entwicklung zu sein (vgl. Statistisches Bundesamt 2018). Aber wie ist dieses Phänomen zu erklären? Es ist auffällig, dass es sich bei den neuen Brauereien nicht um große industrielle Braustätten handelt, sondern vielmehr um Kleinstbetriebe, die sich von den in Massen produzierten, Bierprodukten abheben wollen und ihre eigenen Kreationen auf den Markt bringen (vgl. ebd. 2018).
In den letzten Jahren ist hier eine große Szene vielseitiger Bierbrauer entstanden, welche über das Brauen von Weizen- oder Pils Bieren hinaus geht. Es scheint fast so, als ob der Wunsch der Gesellschaft nach Individualität sich im Konsum ihrer Biere widerspiegelt. Die Menschen sind auf der Suche nach dem einmaligen Geschmackserlebnis und der Geschichte, die hinter den Produkten steht, die sie konsumieren. Der Wunsch nach nachhaltigen und regionalen Produkten findet in der Craft-Bier-Bewegung hohen Anklang, da die Getränke nach alter, handwerklicher Braukunst produziert werden und oft nur in der Region verkauft werden. Aus dieser Bewegung heraus gibt es immer wieder vereinzelte Hobbybrauer, die ihre Leidenschaft zum Beruf machen und mit dem selbstgebrauten Gerstensaft ihren Lebensunterhalt bestreiten wollen. Die Idee einer eigenen Brauerei stellt die angehenden Braumeister vor einige Herausforderungen, die Gegenstand dieser Ausarbeitung werden sollen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beschreibt den Aufschwung von Craft Beer als gesellschaftliches Phänomen und stellt die Ausgangslage sowie die Zielsetzung des Projekts vor.
2. Zielgruppe: Definiert die Zielgruppe anhand demografischer Daten und regionaler Gegebenheiten in Schleswig-Holstein für den Vertrieb auf Stadtfesten und im Café.
3. Produktdefinition: Legt das Kernprodukt und ergänzende Zusatzleistungen fest und analysiert die dabei anfallenden Kosten sowie Kriterien für die Namensgebung.
4. Preisgestaltung: Leitet auf Basis von Konkurrenzanalysen und Produktionskosten einen wettbewerbsfähigen Preis ab, der die Wirtschaftlichkeit sicherstellen soll.
5. Kommunikation: Entwirft einen Kommunikationsplan zur Steigerung der Markenbekanntheit unter Anwendung des AIDA-Modells und Nutzung digitaler Kanäle.
6. Distribution: Erläutert die Entscheidung für den direkten Vertrieb im Café und auf Stadtfesten als primäre Distributionskanäle.
7. Business Plan: Führt die Daten zusammen, um durch eine Deckungsbeitragsanalyse die Umsetzbarkeit und das Gewinnpotenzial des Projekts zu prüfen.
8. Fazit: Zieht Bilanz über das Vorhaben, reflektiert die Einschränkungen der eigenen Untersuchung und skizziert künftige Wachstumschancen.
Schlüsselwörter
Craft Beer, Brauwirtschaft, Bob-Bräu, Marketing-Mix, Preisgestaltung, Kommunikationsplan, AIDA-Modell, Deckungsbeitragsanalyse, Existenzgründung, Direktvertrieb, Markenbekanntheit, Kundenbindung, Regionalität, Schleswig-Holstein, Brauprozess.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die strategische Planung und die wirtschaftlichen Herausforderungen bei der professionellen Ausweitung einer Hobby-Brauerei zu einem gewinnorientierten Geschäftsmodell.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit konzentriert sich auf die Bereiche Zielgruppenanalyse, Produktgestaltung, Preisstrategie, Marketingkommunikation und die finanzielle Machbarkeitsprüfung für eine regionale Craft-Beer-Brauerei.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel besteht darin, durch einen fundierten Business Plan aufzuzeigen, wie Bob-Bräu durch Direktvertrieb auf Events und Stadtfesten ein profitables Geschäft innerhalb der ersten 12 Monate aufbauen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Neben einer sekundärstatistischen Marktanalyse führt der Autor eine eigene Primärforschung in Form einer Umfrage durch, um Konsumentenverhalten und Informationswege für Craft Beer zu identifizieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Lokalisation der Zielgruppe, die Definition von Produkt und Preis, die Planung der Marketingaktivitäten, die Wahl der Vertriebswege und die abschließende Kalkulation der Rentabilität.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Craft Beer, Regionalität, Marketing-Mix, Deckungsbeitragsanalyse, Markenbekanntheit und Existenzgründung.
Warum ist die Wahl der Stadtfeste für den Vertrieb entscheidend?
Stadtfeste dienen als zentraler Kanal für den Markenaufbau und die Neukundengewinnung, da sie große Besuchergruppen ansprechen, die bereits eine hohe Affinität zu Geselligkeit und Konsum mitbringen.
Welche Rolle spielt die gewählte Namensgebung für das Projekt?
Der Name „Bob-Bräu“ soll laut Arbeit eine direkte Verbindung zwischen den Produzenten und den Kunden schaffen, leicht zu merken sein und eine einfache internationale Expansion ermöglichen.
- Arbeit zitieren
- Thore Jöhnk (Autor:in), 2019, Vertrieb und Marketingarbeit für eine Craft Beer Brauerei. Projektbericht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1158976