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Jüdische Kritik an Hannah Arendt und ihrem Werk "Eichmann in Jerusalem". Ihre Beziehung zu Gershom Scholem und ihre jüdische Herkunft

Title: Jüdische Kritik an Hannah Arendt und ihrem Werk "Eichmann in Jerusalem". Ihre Beziehung zu Gershom Scholem und ihre jüdische Herkunft

Term Paper , 2021 , 33 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Hannes Schwarzendorfer (Author)

World History - Modern History
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Diese Arbeit untersucht Hanna Arendts Werk "Eichmann in Jerusalem". Nach einer Einführung in Arendts Biographie und Denken und einer näheren Betrachtung des Prozesses, ihres davon angefertigten Berichts und der darin vorgenommen Deutung Eichmanns folgt ein Überblick über die Kritik aus den Jahren nach der Veröffentlichung. Dabei soll insbesondere der Frage nachgegangen werden, inwieweit die jüdische Herkunft Arendts und ihre Positionen zu Judentum und Zionismus eine Rolle in der Auseinandersetzung spielten. Ein besonderer Blick wird auf die Kontroverse mit dem deutsch-israelischen Religionshistoriker Gershom Scholem geworfen, die nicht zu verstehen ist ohne Kenntnis ihrer langjährigen freundschaftlichen Beziehung, die diesem Streit vorausging. Diese Beziehung hat ihren Ursprung und sogleich ihre Prägung in der gemeinsamen Freundschaft zu Walter Benjamin, der auf der Flucht vor den Nationalsozialisten im Jahre 1940 Suizid beging. Eine frühere Auseinandersetzung über Sinn, Wesen und Ziele des Zionismus führte dabei schon in den 1940er-Jahren zu einer deutlichen Diskrepanz in Arendts und Scholems jüdischem Selbstverständnis, die in der Eichmann-Kontroverse erneut aufbrach und auf deren Inhalte und Widersprüche, vor allem vonseiten Scholems, wieder zurückgegriffen wurde. Neben der Historisierung der Kritik innerhalb eines transnationalen Judentums soll zum Schluss auch auf Arendts Reaktion auf die Vorwürfe eingegangen werden und unter dem Aspekt ihres Selbstverständnisses als Jüdin betrachtet werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Hannah Arendt

2.1 Biographie

2.2 Arendts Auseinandersetzung mit Judentum und Zionismus

2.3 Arendts Beziehung zu Gershom Scholem

2.4 Walter Benjamin

2.5 Die Zionismus-Kontroverse

3 Eichmann in Jerusalem

3.1 Der Prozess

3.2 Der Prozessbericht

3.3 Kontroverse Aussagen in „Eichmann in Jerusalem“

3.4 Arendts Eichmann-Deutung unter Berücksichtigung ihrer politischen Theorie

3.5 Arendts Eichmann-Deutung in der NS-Forschung

4 Die jüdische Kritik an Arendt und ihrem Werk unter besonderer Berücksichtigung ihrer jüdischen Herkunft

4.1 Die Kritik – Ein Überblick

4.2 Die Auseinandersetzung mit Scholem

4.3 Die Historisierung der Kritik innerhalb eines transnationalen Judentums

4.4 Die Reaktion Arendts

5 Schluss: Zusammenfassung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit analysiert die massive jüdische Kritik an Hannah Arendt und ihrem Werk „Eichmann in Jerusalem“ (1963). Sie untersucht, inwieweit Arendts jüdische Herkunft sowie ihre spezifischen Positionen zu Judentum und Zionismus die hitzige Kontroverse beeinflussten, wobei ein besonderer Fokus auf ihrer komplexen Beziehung zu Gershom Scholem liegt.

  • Hannah Arendts biographische Prägung und ihr ambivalentes Verhältnis zum Zionismus.
  • Die Analyse von „Eichmann in Jerusalem“ und der umstrittenen These der „Banalität des Bösen“.
  • Die Untersuchung der jüdischen Kritik an Arendts Prozessbericht und deren historische Einordnung.
  • Die Darstellung des intellektuellen und persönlichen Konflikts zwischen Hannah Arendt und Gershom Scholem.

Auszug aus dem Buch

3.3 Kontroverse Aussagen in „Eichmann in Jerusalem“

Die Kontroverse um den Bericht entwickelte sich hauptsächlich anhand dreier Deutungen in Arendts Bericht. Die erste und grundlegende davon war ihre Kritik am Prozess selbst und prägend für ihre Berichterstattung:

„Die außergewöhnlichen Umstände des Jerusalemer Prozesses waren so zahlreich und die aus ihnen sich ergebenden Rechtsfragen so schwierig und vielfältig, daß sie während des Prozesses […] die zentralen moralischen, politischen und substantiell juristischen Probleme überschattet haben, die der Prozeß unausweichlich aufwarf. Durch die Erklärungen von Premierminister Ben Gurion vor dem Prozeß und durch die Art und Weise, wie die Staatsanwaltschaft die Anklage präsentierte, wurden die Probleme noch verwirrender, weil sie dem Prozeß eine große Anzahl von Aufgaben aufbürdeten, aus denen man ersah, daß der Staat Israel mit ihm eine ganze Reihe politischer Nebenabsichten zu verfolgen gedachte. Dadurch war aber der Gerichtshof überfordert.“

Ihre Kritik am Verhandlungsort beruhte in erster Linie auf der Ansicht, dass die Shoah ein Verbrechen gegen die Menschheit war, in diesem Falle verübt an Juden, und Eichmann daher vor einen internationalen Gerichtshof gehöre.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einführung erläutert den Entstehungskontext von „Eichmann in Jerusalem“ und skizziert die heftigen Reaktionen jüdischer Intellektueller, die Arendt als Nestbeschmutzerin angriffen.

2 Hannah Arendt: Dieses Kapitel zeichnet Arendts Biographie, ihre Entwicklung als Denkerin und ihre ambivalenten Ansichten zu Judentum und Zionismus nach, inklusive ihrer freundschaftlichen Verbindung zu Gershom Scholem.

3 Eichmann in Jerusalem: Es wird die Analyse des Eichmann-Prozesses und des daraus entstandenen Buches dargelegt, wobei Arendts Konzepte, insbesondere die „Banalität des Bösen“, kritisch beleuchtet werden.

4 Die jüdische Kritik an Arendt und ihrem Werk unter besonderer Berücksichtigung ihrer jüdischen Herkunft: Hier erfolgt eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Kritik an Arendts Thesen, den persönlichen Angriffen und dem zentralen Briefwechsel mit Gershom Scholem.

5 Schluss: Zusammenfassung: Die Arbeit resümiert Arendts kontroverse Auseinandersetzung und ordnet diese in den Kontext der Holocaustforschung ein, während sie Arendts Wunsch nach einer konstruktiven Debatte reflektiert.

Schlüsselwörter

Hannah Arendt, Eichmann in Jerusalem, Gershom Scholem, Holocaust, Banalität des Bösen, Zionismus, Judentum, Antisemitismus, Judenräte, Politische Theorie, Assimilation, Prozessbericht, NS-Forschung, Erinnerungskultur, Paria.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die heftige Kontroverse um Hannah Arendts Werk „Eichmann in Jerusalem“ und die Rolle, die ihre jüdische Herkunft und ihre Ansichten zum Zionismus dabei spielten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt Arendts biographischen Hintergrund, ihre politische Theorie, die Eichmann-Kontroverse sowie die komplexe Beziehung zu Gershom Scholem.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die Kritik an Arendts Werk zu historisieren und zu analysieren, wie ihre Positionen zu Judentum und Zionismus die Auseinandersetzung prägten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse von Quellen, Dokumenten und der umfangreichen Korrespondenz Arendts, um ihre Thesen im Kontext der zeitgenössischen Kritik zu untersuchen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert Arendts Eichmann-Deutung, ihre Kritik am Prozessverlauf, die Kontroverse um die Judenräte und Arendts Reaktion auf die massiven Angriffe.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen gehören Hannah Arendt, Banalität des Bösen, Zionismus, jüdische Kritik, Gershom Scholem und die Shoah.

Wie war das Verhältnis zwischen Arendt und Gershom Scholem?

Das Verhältnis war geprägt von intellektueller Wertschätzung und enger Freundschaft, die jedoch durch Arendts kontroverse Thesen und Scholems Ablehnung ihrer Ansichten schwer belastet wurde.

Warum stieß Arendts Bericht auf so starke Ablehnung bei jüdischen Intellektuellen?

Viele empfanden Arendts Ton als empathielos und fühlten sich durch ihre Thesen, insbesondere zur Rolle der Judenräte und zur „Banalität des Bösen“, in ihrer kollektiven Leiderfahrung angegriffen.

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Details

Title
Jüdische Kritik an Hannah Arendt und ihrem Werk "Eichmann in Jerusalem". Ihre Beziehung zu Gershom Scholem und ihre jüdische Herkunft
College
University of Hagen
Grade
1,0
Author
Hannes Schwarzendorfer (Author)
Publication Year
2021
Pages
33
Catalog Number
V1159015
ISBN (PDF)
9783346555595
ISBN (Book)
9783346555601
Language
German
Tags
Hannah Arendt Adolf Eichmann Nationalsozialismus Jerusalem Prozess Zionismus Gershom Scholem Walter Benjamin Carl Jaspers Israel Eichmann in Jerusalem Judentum Kritik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Hannes Schwarzendorfer (Author), 2021, Jüdische Kritik an Hannah Arendt und ihrem Werk "Eichmann in Jerusalem". Ihre Beziehung zu Gershom Scholem und ihre jüdische Herkunft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1159015
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