Spirituelle Erklärungsmuster von Aggression und Gewalt


Seminararbeit, 2005

30 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einführung

2 Spiritualität als Weg der Erkenntnis
2.1 Das Verhältnis von Psychologie und Spiritualität
2.2 Meditation und Wissenschaft
2.3 philosphia perennis als Kern der Spiritualität
2.4 Das Übersetzungsproblem
2.5 Der Begri des Ego

3 Erklärungsmuster für Aggression
3.1 Umfang einer spirituellen Erklärung
3.2 Bewältigung von Gewalt Sozialpsychologie vs. Individualpsycho- logie
3.3 Ursachen der Gewaltentstehung Die Rolle des Ego
3.4 Gewaltlosigkiet in einer gewalttätigen Welt

4 Fazit

Literatur

When anger comes, remind yourself: This is the enemy, this is the ultimate enemy, this is the true enemy. An external enemy may, the next day, become a good friend. But anger, this inner enemy, is always the enemy

His Holiness the 14th Dalai Lama, Harvard University, September 10, 1995

1 Einführung

Gewalt kann abstoÿend sein, Gewalt kann schön sein. Wir begegnen ihr mit ei- ner sonderbaren Mischung aus Neugier und Abscheu. Unbestreitbar ist Gewalt ein soziales Phänomen, das die gesamte Menschheitsgeschichte in mannigfaltigen Ausprägungen begleitet. Ein Phänomen, das bei seinem Auftreten eine umfas- sende gesellschaftliche Ächtung erfährt und gleichzeitig allgegenwärtig ist. In der medialen Berichtserstattung nimmt sie eine exponierte Stellung ein. Und es sind jene beispiellose Verbrechen und Grausamkeiten der Menschheitsgeschichte, die regelmäÿig die Frage aufwerfen, warum Menschen zu solchen Handlungen fähig sind und was sie zu diesen bewegt.

Zahlreiche Paradigmen und Teilbereiche der Psychologie haben unterschiedliche Erklärungsansätze entwickelt, um das Phänomen Gewalt zu erklären. Diese reichen von Psychoanalytischen, Biologischen über Sozial- und Persönlichkeitspsychologische. Dieser Essay soll die Fragen nach der Ursache von Gewalt ebenfalls näher behandeln. Der Gesamtheit dieser Erklärungsansätze wird hierbei zunächst nur wenig Beachtung geschenkt, sondern ein alternativer und weniger konventioneller Zugang zu der Thematik gewählt.

Nachfolgend werden Erklärungskomponenten für die Ursachen und das Auftreten von Gewalt aus einer spirituellen Sichtweise skizziert. Dieser Ansatz geht von der Annahme aus, dass via spirituelle Praxis Einsichten in das Wesen der Gewalt erreicht werden können, die einem Auÿenstehenden verborgen bleiben. Meditation stellt sich hierbei als zentrale Methode zum Erreichen jener okkulten Erkenntnisse dar, mittels derer dieser Zugang realisiert werden kann. Es wird hierbei weiterhin zu thematisieren sein, ob die Spiritualität als Quelle wissenschaftlicher Erkenntnis eine legitime Nutzung erfahren kann.

Ein Erklärungsansatz zu entwerfen, der die Betitelung spirituelle Theorie der Gewalt trägt, ist ohne Frage hier nicht zu leisten. Vielmehr sollen die Konturen eines solchen Erklärungsmusters durch eine Gegenüberstellung mit ausgewählten Kernaussagen etablierter Theorien der Gewalt herausgearbeitet werden. Gemein- samkeiten als auch Unterschiede umreiÿen hierbei die Essenz einer spirituellen Erklärung. Sie stellen Fragmente dar, von denen ich ho e, dass sie ausreichen, um einen Eindruck einer solchen Erklärung zu liefern und ihren Charakter ob eigenständig oder nicht wird zu beurteilen sein herausstellt.

2 Spiritualität als Weg der Erkenntnis

2.1 Das Verhältnis von Psychologie und Spiritualität

Unlängst sind neben der akademischen Psychologie Strömungen entstanden, die versuchen, den Wirkungsraum der Psychologie zu erweitern. Massiv ist der Vor- wurf an die etablierte Psychologie, einen Eklektizismus von Bewusstseinsaspek- ten zu betreiben. Denn obgleich das Phänomen Bewusstsein vielfältige Facetten besitzt, greifen einzelne psychologische Paradigmen einen nur sehr begrenzten Raum dieser auf. Während z. B. der Behaviorismus das Verhalten als Manifestati- on des Bewusstseins zum Kernbestandteil bestimmte, so ist es bei der Psychoana- lyse die Struktur des Ego und sein Verhältnis zum Es. Transpersonale Schulen hin- gegen betreiben eine Betrachtung von veränderten Bewusstseinszuständen, ohne einen Theorieentwurf der Struktur der zugrunde liegenden Mechanismen vorzule- gen. Kognitive Strömungen verp ichten sich einer streng empirischen Sichtweise und reduzieren ihren Wirkungskreis auf objektive Datenbestände (Wilber, 2001, S. 17 f.). Einer der bekanntesten Vertreter unter den Proponenten einer erweiter- ten Sichtweise, Ken Wilber, der maÿgebliche Vertreter der New-Age Bewegung, hat einen umfassenden Versuch unternommen, die unterschiedlichen Sphären des Bewusstseins zu kategorisieren und aufzuzeigen, dass sich alle bisherigen Sichtwei- sen (sowohl akademische als auch spirituelle) in den groÿen Gesamtkomplex des Bewusstseins einordnen lassen. Aus Sicht dieser Bewegung betreibt die heutige akademische Psychologie massive Selbstbeschränkung, indem sie sich alternati- ven Zugängen zum Bewusstsein verwehrt. Sie wäre somit einer jener Blinden, die in dem bekannten Gedicht The Blind Men and the Elephant von John Godfrey Saxe dem Glauben verfallen ist, mit ihren eingeschränkten Mitteln die Gesamt- heit eines Phänomens fassen zu können. Durchaus hat es in der Geschichte der akademischen Psychologie immer wieder einzelne Ansätze gegeben, den Blickwin- kel massiv in Richtung einer spirituellen Sichtweise zu erweitert. Besonders die Vertreter der Humanistischen Psychologie sind hierbei zu benennen. So ist Erich Fromms bekanntes Werk Die Kunst des Liebens durchzogen von theologischen Anleihen, die in ihrer Auslegung einer spirituellen Sichtweise sehr nahe kommen. Weitere Pioniere benennt Wilber: Abraham Maslow, James Mark Baldwin und interessanterweise Jürgen Habermas. Auch einer der Gründerväter der wis- senschaftlichen Psychologie in Europa, Gustav Fechner, der im Wesentlichen mit seinem streng empirischen Ansatz einen Beitrag zur Verbreitung einer naturwis- senschaftlichen Grundhaltung in der Psychologie beitrug, stellt mit seinem Buch Leben nach dem Tod (1835) ein umfassendes System des Seelenlebens auf (Wil- ber, 2001, S. 10 ., 102 .).

Wenn nun das Verhältnis von Psychologie und Spiritualität bezeichnet wer- den soll, kann dies naturgemäÿ von beiderlei Seiten aus erfolgen. Die akademische Psychologie behandelt die spirituellen Ansätze weitgehend stiefmütterlich. Diese stehen jenseits der Psychologie und direkte Anknüpfungspunkte werden nur im geringen Maÿe erkannt und genutzt. An der Grenze der akademischen Psycholo- gie ndet sich ebenfalls die Grenze der Wissenschaftlichkeit, da die transzendenta- le und andere Richtungen von der etablierten Psychologie keine wissenschaftliche Dignität zugesprochen wird. Auf der anderen Seite ist die Sichtweise der New Age Bewegung eine versöhnliche. Es handelt sich nicht um eine Dichotomie von Psy- chologie und Spiritualität, sondern um zwei fundamental unterschiedliche, jedoch sich ergänzenden Zugänge zu derselben Realität. Die Mittel der Psychologie stel- len eine Möglichkeit dar, die ihren berechtigten Platz im Kanon aller möglichen Methoden einnimmt und somit in ein Gesamtsystem integriert wird. Die Propo- nenten einer solch integralen Psychologie bringen hierbei explizit ihre Ho nung zum Ausdruck, dass sich die heutige akademische Psychologie für ein besseres Ver- ständnis des Phänomens Bewusstseinsönet und sich dieser Möglichkeit nicht weiterhin kategorisch verwehrt. (Wilber, 2001, S. 17 .).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Nest des Seins (entnommen aus Wilber, 2001, S. 22).

Betrachtet man nun die Vielzahl an Ebenen des Bewusstseins (vgl. Abb. 1), so wird unverzüglich klar, dass es auf einer Vielzahl dieser Ebenen zu Störungen und Kon ikten kommen kann. Kon ikte, die sich in letzter Konsequenz als aggres- sive oder andersartige Handlungen auf einer physischen Ebene manifestieren. Sie können auf interpersoneller Ebene mit Modellen und funktionalen Abhängigkei- ten, wie sie die Sozialpsychologie beschreibt, gefasst werden. Die Gründe dafür, warum eine Individuum im Rahmen eines systemischen Kontextes nun jedoch ebenso handelt, wie es handelt, sind tiefer zu verorten, so dass eine neue Perspek- tive, eine individualpsychologische, hier Aufschluss verleihen kann. In gleicher Weise wird nun eine weitere Schale der Zwiebel entfernt und die Struktur des Bewusstseins weiter zergliedert und nach den Ursachen gefragt. Es ist sozusagen die Suche nach dem Urkon ikt auf einer feineren Ebene. Hierbei muss ange- merkt werden, dass diese Zergliederung nicht im atomistischen Sinne gemeint ist. So ist es denkbar, dass die Ursachen von Aggression auf einer jeden Ebene als Phänomen sui generis auftreten könnte, ohne einen direkten kausalen Bezug zu darunter liegenden Ebenen zu besitzen. Das Anliegen in dieser Arbeit ist es nun, die Vorgänge auf einer dieser tieferen Bewusstseinsebenen zu eruieren.

2.2 Meditation und Wissenschaft

Bevor die Möglichkeit untersucht werden soll, das Zustandekommen von Gewalt und Aggression mittels der Betrachtung tieferer Bewusstseinsebenen zu beschreiben, soll geklärt werden, wie sich der Zugang zu dieser anderen Wirklichkeit, der Wirklichkeit des Erlebens zusätzlicher Bewusstseinsebenen, vollzieht. Hierbei ist von Bedeutung, zu analysieren, welcher Art die aus dieser Wirklichkeit gewonnene Erkenntnis ist und welchen Stellenwert die hierbei gewonnenen Aussagen haben. Die maÿgebliche Methode, die in der spirituellen Literatur den Königsweg zu dieser Wirklichkeit darstellt, ist die Meditation.

So ist z. B. DAS Ziel der Zen-Übung ist . . . das Erreichen eines neuen Blickpunktes für die Einsicht in das Wesen der Welt. (Suzuki 1939, S. 123). Dieser Satz umreiÿt klar die Zielsetzung einer meditativen Praxis. Als Auÿenstehender stellt sich unweigerlich die Frage, welcher Art diese Einsicht bescha en ist und was die Essenz dieser Einsicht ist.

In den seltensten Fällen ist es uns möglich, Gegebenheiten direkt zu erken- nen. Speziell in der Psychologie ist die Theoriebildung und empirische Prüfung aus diesem Grund gleichsam elementares als auch notwendiges Fundament der Erkenntnisgewinnung. Sollte jedoch die Fähigkeit einzelner Individuen zur Innen- schau eine derartige Ausprägung erlangen, in der Einsicht in das Gegebene als unmittelbare Evidenz erlebt wird, stellt sich die Frage ob dieses Erlebnis wissen- schaftlich legitimiert und nutzbar gemacht werden kann, um Zusammenhänge zu ergründen, die von einer alltäglichen Warte aus nicht erreicht werden können. Wissenschaft war stets bemüht adäquate Hilfsmittel zu nutzen, um den ihr zur Verfügung stehenden Erfahrungsraum zu vergröÿern. Die Physik nutzt z. B. Teil- chenbeschleuniger um Aussagen über Dimensionen der Realität zu tre en, die ohne jene Hilfsmittel unerreichbar bleiben müssen; denn sie können von nieman- den direkt beobachtet werden. In der Psychologie verhält es sich prinzipiell nicht anders. Jedoch scheint die Legitimierung der Nutzung eines Hilfsmittels umso schwieriger, je weniger über seine Funktionsweise bekannt ist. Können nun jene Menschen, ausgestattet mit der Fähigkeit Einblicke in Dimensionen der Wirk- lichkeit zu erhalten, die ebenfalls von Auÿenstehenden nicht direkt beobachtet werden können, als Hilfsmittel dienen? Ist ihre Wirklichkeit denn in der Tat erkenntnisreicher als unsere Wirklichkeit? Ist sie denn veritabler als die Wirk- lichkeit eines Manisch-Depressiven? Der Schritt, Meditation als Zustand anzuer- kennen, um Aussagen über die Realität machen zu können, ist somit zunächst absurd. Das Thema muss somit konkretisiert werden: Es handelt sich nunmehr um die Erklärung von Gewalt aus der meditativen oder spirituellen Wirklichkeit.

Der Stellenwert, der mittels Meditation erreichten Erkenntnisse wird von ih- ren Vertretern selbstbewusst als das Pendant zur Wissenschaft der äuÿeren Welt dargestellt: So wie die Wissenschaft die objektive Welt entdeckt, die Auÿenwelt, so entdeckt die Religion die innere Welt. Was die Wissenschaft für das objektive Sein ist, ist die Religion [Meditation] für das Subjektive. Ihre Methoden sind die gleichen. Die Wissenschaft nennt es Beobachtung, die Religion nennt es Bewuÿt- heit. (Rajneesh, 1989, S. 42). Ohne diese Äuÿerungen besprechen zu wollen, wird zunächst die spirituelle Wirklichkeit als eine erkenntnisreiche Dimension anerkannt, ohne der Meditation als Erkenntnisinstrument unhinterfragt einen speziellen epistemischen Status zuzuordnen.

Mitunter scheint ein unüberwindbarer Drang zu bestehen, gewisse Gegeben- heiten als unmittelbar richtig wahrzunehmen. Es bedarf keiner intellektuellen Analyse oder gar der Argumentation, um einer Tatsache das Attribut des Evi- denten zuzugestehen; die Emp ndung der Evidenz ist unmittelbar und subjektiv unzweifelhaft. Auch die dem Satori entspringenden Einsichten gehören zu der Kategorie des Evidenten. So führt Suzuki aus: Satori mag de niert werden als intuitive Innenschau, im Gegensatz zu intellektuellem und logischem Verstehen. (Suzuki 1939, S. 123). Welcher epistemische Status darf jedoch einer Evidenz- wahrnehmung zugesprochen werden? An dieser Stelle muss festgehalten werden, dass die Basis dieser Ausarbeitung direkt in ein erkenntnistheoretisches Myste- rium mündet. Denn die Frage nach dem Ursprung von Evidenz beschäftigt die Philosophie seit Jahrhunderten, ohne eine zufrieden stellende Lösung aufweisen zu können. Es tut sich somit ein philosophisches Feld auf, das direkt in die Fragen nach der Möglichkeit von Erkenntnis überhaupt sowie nach einer grundsätzlichen Auseinandersetzung mit dem Wahrheitsbegri führt. Da die Ungeklärtheit dieser Kategorien auch hier nicht gelöst werden kann, wird lediglich auf diese Proble- matik verweisen. Man kann sich somit nicht sicher sein, was es zu bedeuten hat, wenn aus der meditativen Wirklichkeit berichtet wird. Darüber hinaus stehen die als evident erlebten Tatsachen nicht in einem Verhältnis zueinander, das keiner Klärung bedürfte. Unterschiedliche spirituelle Meister haben diverse Systeme zur Beschreibung der diversen Ebenen des Bewusstseins entworfen, so dass der Be- gri der intuitiven Schau sich bei abstrakten Beschreibungen relativiert. Einen umfassenden Überblick hierzu gibt Wilber (2001) mit seinem Versuch der Inte- gration dieser Systeme.

In einem akademischen Kontext werden Ergebnisse oder Einsichten, die im Rahmen des wissenschaftlichen Prozesses gewonnen wurden i. d R. via Schrift- form kommuniziert. Diese enthält Erklärungen über den Gegenstand der Erkennt- nis bzw. Beschreibungen der Erkenntnisse selbst. Selbigen Wunsch an die mittels der Meditation erhaltenen Einsichten heranzutragen, muss in groÿen Teilen ein frommer Wunsch bleiben. Denn mit dem Fortschreiten und der Vertiefung des meditativen Zustands wird die Welt des Denkens zurückgelassen. Die Einglie- derung der Meditation in den Kanon psychologischer Methoden ist aus diesem Grund problematisch ein Aspekt, der in Kap. 2.5 näher behandelt wird.

2.3 philosphia perennis als Kern der Spiritualität

Man kann diesem Aufsatz bereits an dieser Stelle ein groÿes Maÿ an Ungenauig- keit vorwerfen. Spiritualität umfasst eine Armada unterschiedlicher Lehren und Richtungen, die jenseits wissenschaftlicher Unternehmungen liegen. Es ist ein Sammelsurium von religiösen Schulen, den Lehren einzelner spiritueller Meistern etc. Hieraus resultiert zunächst die Frage, welche dieser Lehren nun als Basis für die Betrachtung dieses Essays dienen soll oder sollte. Nahezu jede dieser Leh- ren hebt jedoch hervor, dass der Kern einer jeder spirituellen Lehre einheitlich ist. Wenngleich sie ober ächlich und in Bezug auf ihre Methodik di erenzier- bar sind, ist der Kern der aus ihr gewonnen Erkenntnis derselbe und unter dem Begri philosophia perennis (lat. immerwährende Philosophie) zusammengefasst. Die Zerlegung von Spiritualität in mentale Kategorien vor dem Hintergrund der

Essenz der aus ihr resultierenden Erkenntnis erweist sich somit als Schimäre. Nachfolgend dient diese Aussage als zentrale Prämisse, die es erlaubt, Aussagen unterschiedlicher spiritueller Richtungen als äquivalent zu behandeln.

Diese Erkenntnis betri t jedoch lediglich die letzte Wahrheit , die Kernes- senz. Die Stadien, die auf dem Weg zu dieser durchlaufen werden und folglich die hierbei gemachten Erfahrungen können jedoch in Abhängigkeit von der je- weiligen Methode di erieren. Dies scha t u. U. das Problem der Vergleichbarkeit von Erfahrungsaussagen. Der einfachste und methodisch gerechtfertigste Aus- weg aus dieser Tatsache wäre es, lediglich eine spirituelle Methode z. B. die Zen-Meditation in Betracht zu ziehen. Dieser Ansatz wird jedoch aus dem prag- matischen Grund der Verfügbarkeit von Material abgelehnt. Denn wenngleich spi- rituelle Lehren umfassend dokumentiert sind, bedarf es in diesen einer gezielten Auseinandersetzung mit dem Thema Gewalt bzw. Aggression, ein Gegenstand der weitaus seltener dokumentiert ist.

Eine weitere Überlegung relativiert jedoch die Unterschiedsproblematik: So werden nachfolgend vorwiegend spirituelle Meister zu Wort kommen, denen ein Fortschritt auf dem Weg der Erkenntnis zugestanden wird, an dem sich die durch die unterschiedlichen Methoden und Richtungen bedingten Erkenntnisunterschie- de aneinander angleichen. Zweifelsohne ist diese Herangehensweise angreifbar. Man kann diesem Aufsatz an einigen Stellen zweifelsohne der Beliebigkeit und eines argumentativen Eklektizismus beschuldigen. Die nachfolgenden Darstellun- gen erfolgen im vollen Bewusstsein dieser Unzulänglichkeit, bieten meines Er- achtens trotz allem eine fundierte Basis für eine Konturierung der spirituellen Erklärungsweise.

[...]

Ende der Leseprobe aus 30 Seiten

Details

Titel
Spirituelle Erklärungsmuster von Aggression und Gewalt
Hochschule
Universität Bremen
Veranstaltung
Grausamkeit - die Bedingungen menschlicher Aggression
Note
1,0
Autor
Jahr
2005
Seiten
30
Katalognummer
V115904
ISBN (eBook)
9783640176779
ISBN (Buch)
9783640289448
Dateigröße
641 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Spirituelle, Erklärungsmuster, Aggression, Gewalt, Grausamkeit, Bedingungen, Aggression
Arbeit zitieren
Dipl. Wirt.-Ing. cand. psych. Mark Heckmann (Autor:in), 2005, Spirituelle Erklärungsmuster von Aggression und Gewalt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/115904

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