Das Present Perfect mit "since" und "for"

Unterrichtsentwurf für die 7. Klasse Englisch


Ausarbeitung, 2021

16 Seiten, Note: 1,3

Caro Schlimbach (Autor:in)


Leseprobe

Thema: How long have you been a rock star? - Das present perfect mit den Signalwörtern since und for.

Kompetenz: Die Unterrichtstunde leistet einen Beitrag zur Erweiterung der funktionalen kommunikativen Kompetenz (Schreiben, Gesprächskompetenz), indem die SuS sagen können, seit wann oder wie lange sie schon etwas tun.

Lernziele:

Affektiv

- Die SuS werden für das inhaltliche Thema der Stunde sensibilisiert, indem sie spontan Assoziationen zum Bild der Rockband Thundermother äußern und gegebenenfalls eigene Erfahrungen zum Themenbereich Musik, Konzerte und Instrumente formulieren.
- Die SuS versetzen sich in die Lage der Musikerin und bewerten anhand der vorangegangenen inhaltlichen Analyse des Interviews mit Filippa Nässil, ob sie selbst gerne MusikerIn oder Teil einer Band wären.

Kognitiv

- Die SuS erschließen den Inhalt des Interviews, indem sie gezielte Fragen mit Hilfe des Textes beantworten und ebenfalls die genannten Vor- und Nachteile des Musikerlebens herausarbeiten.
- Die SuS erschließen den Unterschied zwischen den beiden Signalwörtern „since“ und „for“ (Zeitpunkt vs. Zeitspanne) und können entscheiden, welches Wort in der jeweiligen Lücke des Lückentextes gebraucht wird.
- Die SuS wenden das present perfect mit seinen beiden Signalwörtern korrekt an, indem sie selbst Sätze über ihr Leben und ihre Hobbys bilden und aufschreiben.

Pragmatisch

- Die SuS erweitern ihren Wortschatz, indem sie gegebenenfalls neue Wörter des Themenfeldes Musik kennenlernen (lead singer, bass player, crowd, steam, audience etc.)
- Die SuS wiederholen die Verwendung des present perfects für Handlungen, die bereits in der Vergangenheit begonnen haben, aber bis in die Gegenwart andauern.

Lerngruppenanalyse

In dem Englisch E-Kurs der 7. Klasse bin ich als hospitierende und angeleitete Studienreferendarin anwesend seit Beginn des Schuljahres. Bereits die erste Unterrichtsmitschau fand in dieser Klasse statt, weshalb ich mein Verhältnis zu den Schülern und Schülerinnen als freundlich und angenehm beschreiben würde. Die Gruppe besteht aus insgesamt 27 Kindern, darunter sind 14 Mädchen und 13 Jungen. Das Leistungsniveau ist relativ homogen mit einem ausgeprägten durchschnittlichen Mittelfeld. Besonders vier der Schüler und Schülerinnen - teilweise Muttersprachler - fallen durchweg durch regelmäßiges Melden und sehr gute Beiträge auf, die den Unterricht merklich voranbringen können. Einer der Schüler hat mehrere Jahre in Irland gelebt und fällt dementsprechend durch seinen großen Wortschatz und seine fehlerfreie Aussprache auf. Aber auch sonst ist die mündliche Mitarbeit der Klasse gut und die Schüler und Schülerinnen sind durchaus in der Lage, neue grammatische Strukturen selbst in Aufgaben anzuwenden. Insgesamt ist die Leitungsbereitschaft der Klasse mittel bis hoch. Einige der Schüler und Schülerinnen brauchen jedoch für die Erarbeitung komplexerer Aufgaben manchmal mehr Zeit, während andere oft sehr schnell fertig sind. Es fällt auch auf, dass einige der Mädchen oft etwas zurückhaltend sind und bei mündlichen Beiträgen leise sprechen und eventuell unsicher wirken, weshalb auch manchmal um Wiederholung gebeten werden muss. Das Sozialverhalten ist gut, wobei Mädchen und Jungen eher noch unter sich bleiben. Stillarbeit sowie Partnerarbeit funktionieren aber sehr gut. Auch das Arbeitsverhalten der Schüler und Schülerinnen ist in Ordnung. Manchmal muss jedoch zu mehr Konzentration und Ruhe aufgefordert werden.

Die Stunde findet nach der zweiten großen Pause statt. Da es keine Fünf-Minuten-Pausen gibt, wurden die Schüler und Schülerinnen dazu angehalten, schon früher zum Saal zu kommen.

Sachanalyse

Für die nachfolgende Sachanalyse habe ich Michael Swan's „Practical English Usage“ (2005) als Sekundärliteraturquelle benutzt, da dieses Nachschlagewerk alle Zeitformen und grammatische Phänomene übersichtlich, aber mit wichtigen Details darstellt.

Das present perfect ist eine der meistgebrauchten Zeitformen der englischen Sprache. Sie wird hauptsächlich immer dann benutzt, wenn man über Situationen spricht, die zwar in der Vergangenheit passiert sind, jedoch Konsequenzen für die Gegenwart haben oder Situationen, die in der Vergangenheit begonnen haben, aber bis jetzt in die Gegenwart andauern. Das present perfect verbindet sozusagen die Vergangenheit mit der Gegenwart. Auch wenn man ausdrücken möchte, dass bis zum jetzigen Zeitpunkt etwas mehrere Male passiert ist, benutzt man das present perfect. In diesem Fall werden häufig Signalwörter wie zum Beispiel ever, before, yet, recently oder already verwendet. Das present perfect wird nicht verwendet für Geschehnisse, die zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Vergangenheit passierten, die jedoch keinen Bezug zur Gegenwart darstellen (Swan, 2005, S. 438). Für solche Situationen, die zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Vergangenheit stattfanden, benutzt man das simple past.

Gebildet wird das present perfect folgendermaßen: have + past participle (Swan, 2005, S. 439).

Since und for zählen ebenfalls zu den Signalwörtern des present perfects und werden für Handlungen oder Situationen verwendet, die bis zur Gegenwart andauern (Swan, 2005, S. 440). Da beide Wörter im Deutschen mit seit übersetzt werden können, ist es besonders wichtig, den Unterschied deutlich herauszustellen. For benutzt man für die Darstellung von Zeitspannen, zum Beispiel bei einer bestimmten Dauer von Jahren oder Tagen, während since für die Darstellung von Zeitpunkten verwendet wird, wie zum Beispiel bei konkreten Tagen oder Jahreszahlen (Swan, 2005, S. 184). Dementsprechend könnte man since auch mit seit wann? übersetzen und for mit wie lange schon?. Deutlich wird es an folgenden Beispielen:

I have known her for 2 years. -> 2 years = Zeitspanne

I have known her since October 2019. October 2019 = Zeitpunkt

Didaktische Analyse

Die Unterrichtsstunde leistet gemäß der Bildungsstandards einen Beitrag zur Kompetenzerweiterung in den Bereichen des Schreibens, der Kommunikation und des Textverstehens, indem die grammatikalische Struktur des present perfects erneut thematisiert wird und das Ausdrucksvermögen der Schüler und Schülerinnen durch das Einführen der neuen Signalwörter since und for erweitert wird. Der rheinland-pfälzische Lehrplan sieht vor, dass in Klassenstufe 7 Materialien zu verschiedenen Bereichen der Lebenswelt der Schüler und Schülerinnen eingesetzt werden. Darunter fällt auch der Bereich „leisure and private life“, der Alltagssituationen wie Schule und Beruf, Familie und Partnerschaft, aber auch Kultur und Freizeitgestaltung umfasst. An diesen Überlegungen setzt der inhaltliche Schwerpunkt der Stunde an. Zentraler Text der Stunde wird das Interview mit der schwedischen Gitarristin Filippa Nässil sein. Dieses fiktive Interview wurde von Tom und Lisa, Schüler und Schülerin des HSG Kaiserslautern, für ihre Schülerzeitung geführt und thematisiert das Bandleben der Musikerin. Ich habe das Themenfeld „Musik, Instrumente, Rockbands“ ausgewählt, da es einen großen Lebensweltbezug bietet, der nach Klafki (1962, zitiert nach Gonchorek und Schneider, 2015) essenziell ist für die Motivation und Aktivierung der Schüler und Schülerinnen. Auch was Klafkis (1962, zitiert nach Gonchorek und Schneider, 2015) Forderung nach Exemplarität betrifft, ist das Themenfeld sehr gut geeignet, da die Konversation über Musik und Instrumente Möglichkeiten bietet, die Zeitform des present perfects mit seinen Signalwörtern since und for anzuwenden, indem man zum Beispiel darüber berichtet, wie lange man denn schon ein bestimmtes Instrument spielt. Alternativ hätte man auch das allgemeine Themenfeld „Hobbys und Freizeitaktivitäten“ auswählen können, da hier ebenfalls das grammatische Phänomen gut herausgestellt werden kann. Allerdings sind die verschiedenen Hobbys bereits Thema in früheren Klassenstufen und dadurch sicherlich auch nicht mehr anspruchsvoll und interessant genug.

Der Einstieg erfolgt mit einem Bild von der Band Thundermother bei einem Livekonzert in der Kammgarn Kaiserslautern im Sommer 2021. Durch die Aktualität und den Heimatbezug zur Stadt Kaiserslautern erschien mir dies besonders geeignet. Ebenfalls habe ich mich für Thundermother entschieden, da es sich hierbei um eine der wenigen Rockbands handelt, die nur aus Frauen besteht, was - trotz der aktuellen Debatten um Frauenrechte und Gleichberechtigung - immer noch sehr ungewöhnlich ist. Die Schüler und Schülerinnen sollen bei dem Einstieg die Möglichkeit haben, ihre Assoziationen zu äußern und darüber hinaus auch eigene Erfahrungsberichte zum Themenbereich „Musik, Instrumente und Konzerte“ einfließen zu lassen. Auch wenn die Schüler und Schülerinnen wenig Bezug zum Genre des Hard Rocks haben, können sie doch von eigenen Musikvorlieben oder Konzerterfahrungen berichten. Hier kann bereits die erste Vorsemantisierung unbekannter Vokabeln stattfinden. Nach dem Einstieg lesen die Schüler und Schülerinnen das Interview mit der Gitarristin Filippa Nässil. Der fiktive Text wurde von mir verfasst, um den Fokus gezielt lenken zu können. Ich habe hier bewusst keinen Originaltext eines Interviews verwendet, um das grammatische Phänomen angemessen herausstellen und um das sprachliche Niveau passend für die Klassenstufe anpassen zu können. Außerdem konnte so sichergestellt werden, dass die inhaltliche Kohärenz gegeben ist. Nachdem die Schüler und Schülerinnen den Text gelesen haben, soll grob der Inhalt geklärt werden, indem kurz herausgestellt wird, wer sich in dem Interview unterhält und um was es geht. Die Schüler und Schülerinnen sollen hier ebenfalls gezielt folgende Fragen beantworten:

Since when has the band made music together? How long has she played the guitar? Since when have the had a tour bus? For how long has Filippa lived in London?

Die Antworten dieser Fragen werden dann auf der Innenseite der Tafel gesichert, um in einer späteren Unterrichtsphase darauf zurückkommen zu können. Anschließend erfolgt die Phase des Detailverstehens. Hier sollen die Schüler und Schülerinnen Vor- und Nachteile des Bandlebens, die im Text genannt werden, herausstellen, um anschließend für sich selbst sagen und begründen zu können, ob das Musikerleben für sie in Frage kommen würde oder nicht. Nach dieser Phase wird der Fokus erneut auf die Sätze auf der Innenseite der Tafel gelenkt, um daraus das grammatische Phänomen ableiten zu können. An dieser Stelle muss eine didaktische Reduktion vorgenommen werden, da die Schüler und Schülerinnen die Zeitform des present perfects bereits kennen. Die Bildung der Zeitform mit have und dem past participle des Verbs (regelmäßig und unregelmäßige Form) war Gegenstand in vorherigen Stunden . Ebenfalls behandelt wurde der Unterschied zur Zeitform des simple pasts, bei welcher der bestimmte Zeitpunkt eine Rolle spielt. Bei der Bildung der Zeitform des present perfects sind deshalb keine Probleme zu erwarten, weshalb dies auch nicht mehr ausführlich thematisiert werden muss. Die Verwendung des present perfects für Situationen, die in der Vergangenheit begonnen haben und immer noch andauern, wurde in diesem Schuljahr noch nicht explizit im Unterricht behandelt. Ich gehe aber davon aus, dass zumindest die starken Schüler und Schülerinnen diese Verwendungsweise direkt erkennen. Eine Möglichkeit zur Hilfestellung bietet der Teil der methodischen Planung. Der Fokus dieser Unterrichtsphase sollte auf den beiden Signalwörtern since und for liegen. Anhand der Beispielsätze aus dem Interview-Text soll nun erkannt werden, worin der Unterschied zwischen den beiden Signalwörtern liegt. Hier könnte es unter Umständen zu Schwierigkeiten kommen, da beide Wörter im Deutschen mit seit übersetzt werden können. Möglichkeiten zur Hilfestellung bietet hier ebenfalls der Teil zur methodischen Planung. Anschließend sollen die Schüler und Schülerinnen das erworbene Wissen über die Signalwörter des present perfects anwenden, indem sie selbst entscheiden, ob der jeweilige Satz des Lückentextes ein for oder ein since erfordert. Die Hausaufgabe stellt ebenfalls eine vertiefende Übung dar, da die Schüler und Schülerinnen hier selbst Sätze mit dem present perfect bilden sollen. Auch diese Übung hat einen hohen Lebensweltbezug, da die Schüler und Schülerinnen hier über ihr eigenes Leben, ihre Familie und ihre Hobbys berichten. Außerdem wird hier die Bildung des present perfects und die Verwendung von for und since kombiniert, nachdem in der vorherigen Übung nur die Signalwörter richtig verwendet werden mussten. Die Progression der Übungen wird somit gewährleistet.

[...]

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Das Present Perfect mit "since" und "for"
Untertitel
Unterrichtsentwurf für die 7. Klasse Englisch
Veranstaltung
Unterrichtsbesuch
Note
1,3
Autor
Jahr
2021
Seiten
16
Katalognummer
V1159096
ISBN (Buch)
9783346564443
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die Stunde wurde von mir für das Referendariat benutzt. Alle Aufgaben und Materialen wurden von mir konzipiert. Ich bitte alle dazu, bis 2024 von einer Verwendung in offiziellem Rahmen abzusehen (Ref, Prüfung etc.)
Schlagworte
Englisch, UB, Unterrichtsbesuch, Englisch UB, Present Perfect, Grammar, tenses, simple past, Verlaufsplan, Unterricht, Unterrichtsmaterial, Lehrprobe, Gymnasium, Didaktik
Arbeit zitieren
Caro Schlimbach (Autor:in), 2021, Das Present Perfect mit "since" und "for", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1159096

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