Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, ob die Soziale Arbeit auch eine Verantwortung in der Klimakrise trägt.
Die Klimakrise ist eine globale Katastrophe. Sie verändert und beeinflusst Ökosysteme und soziokulturelle Systeme weltweit. Dennoch stellt die Klimakrise in der Praxis und Forschung der Sozialen Arbeit bisher ein Randthema dar. Es stellt sich die Frage warum, denn von den Folgen der Klimakrise sind Menschen in vulnerablen Lebenssituationen am stärksten betroffen.
Da die Soziale Arbeit hauptsächlich mit vulnerablen und marginalisierten Menschen arbeitet und für Soziale Gerechtigkeit und Menschenrechte eintritt, sollte auch die Klimakrise ein wichtiges Themenfeld der Sozialen Arbeit sein.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Der aktuelle Stand der Klimakrise.
3. Die Soziale Arbeit ist eine Menschenrechtsprofession.
4. Die Klimakrise beeinflusst Menschenrechte.
5. Wenn die Soziale Arbeit eine Menschenrechtsprofession ist, muss sie auch Verantwortung in der Klimakrise übernehmen.
6. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle der Sozialen Arbeit im Kontext der globalen Klimakrise. Dabei wird analysiert, inwieweit die Disziplin, begründet durch das Konzept des Tripelmandats als Menschenrechtsprofession, in der Pflicht steht, die Klimakrise als soziales Problem zu adressieren, Betroffene zu unterstützen und soziale Gerechtigkeit sowie Klimagerechtigkeit einzufordern.
- Klimakrise als soziale Katastrophe und ihre Auswirkungen auf vulnerable Gruppen
- Soziale Arbeit als Menschenrechtsprofession basierend auf dem Tripelmandat
- Zusammenhang zwischen Klimawandel und der Verletzung grundlegender Menschenrechte
- Notwendigkeit einer Neuausrichtung und Erweiterung der Perspektive Sozialer Arbeit
- Kritische Analyse von Machtverhältnissen und globaler Ungleichheit
Auszug aus dem Buch
Die Soziale Arbeit ist eine Menschenrechtsprofession.
Der Frage nach einer Verantwortlichkeit der Sozialen Arbeit in der Klimakrise liegt ein Verständnis von Sozialer Arbeit als Menschenrechtsprofession zugrunde. Denn nur wenn Soziale Arbeit als eine Profession verstanden wird, die nicht nur auf Entwicklungen und Problemfelder auf nationaler Ebene reagiert, sondern an sich selbst den Anspruch erhebt internationale Veränderungen zur Wahrung der Menschenrechte voranzutreiben, rückt die Klimakrise als soziales Phänomen in den Fokus des sozialen Diskurses.
Sozialarbeiterisches Handeln siedelt sich in einem Spannungsfeld zwischen Gesetz, Profession und Ethik an, indem stets verschiedene Interessen abgewogen werden müssen. Ziel dabei ist es, Klient*innen dabei zu unterstützen ein Leben zu führen, in dem ihre Würde und Rechte geachtet werden. Damit Sozialarbeitende diesem Ansatz gerecht werden können, braucht die Soziale Arbeit ein Fundament, das für die Fachkräfte als Referenzrahmen und Wegweiser fungiert. Dieser ethische Kodex, der jenen Rahmen bildet, kann nur in der Essenz der Menschenrechte und Menschenwürde liegen (vgl. Staub-Bernasconi 2019: 94). Um abzuwägen ob die Soziale Arbeit den Anspruch an sich erheben kann eine Menschenrechtsprofession zu sein, muss zunächst geklärt werden auf welchem theoretischen Fundament diese Profession und ihre Berufsethik beruht. Laut der Soziologin Staub-Bernasconi basieren alle Handlungen von Sozialarbeiter*innen auf dem Prinzip des Tripelmandats.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Die Einleitung thematisiert die Klimakrise als globale Herausforderung und stellt fest, dass diese bisher in der Sozialen Arbeit zu wenig Beachtung findet, obwohl sie vulnerable Gruppen besonders stark trifft.
2. Der aktuelle Stand der Klimakrise.: Dieses Kapitel fasst den wissenschaftlichen Stand zum anthropogenen Klimawandel zusammen und beleuchtet die ungleiche Verteilung von Verursachung und Betroffenheit.
3. Die Soziale Arbeit ist eine Menschenrechtsprofession.: Es wird theoretisch hergeleitet, warum Soziale Arbeit durch das Konzept des Tripelmandats als Menschenrechtsprofession zu verstehen ist, die einen politischen Auftrag hat.
4. Die Klimakrise beeinflusst Menschenrechte.: Hier wird konkret aufgezeigt, wie der Klimawandel grundlegende Rechte, wie das Recht auf Gesundheit, Nahrung und Wasser, systematisch verletzt.
5. Wenn die Soziale Arbeit eine Menschenrechtsprofession ist, muss sie auch Verantwortung in der Klimakrise übernehmen.: Dieses Kapitel diskutiert die praktischen und gesellschaftspolitischen Handlungsspielräume der Sozialen Arbeit im Kontext globaler und nationaler Klimaproblematiken.
6. Fazit und Ausblick: Das Fazit resümiert die Notwendigkeit, die Klimakrise als zentrales Thema der Sozialen Arbeit zu etablieren, und formuliert drei Kernaspekte für die zukünftige Ausrichtung der Disziplin.
Schlüsselwörter
Soziale Arbeit, Klimakrise, Menschenrechtsprofession, Tripelmandat, soziale Gerechtigkeit, Klimagerechtigkeit, globale Ungleichheit, Vulnerabilität, Menschenrechte, Nachhaltigkeit, politisches Mandat, Klimarassismus, Generationengerechtigkeit, Intersektionalität, Ethikkodex.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit thematisiert die Schnittstelle zwischen der globalen Klimakrise und der professionellen Sozialen Arbeit und hinterfragt, warum erstere bisher oft als Randthema behandelt wird.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zu den Kernpunkten gehören die Klimagerechtigkeit, das Tripelmandat der Sozialen Arbeit, die menschenrechtliche Dimension des Klimawandels sowie die ungleiche Verteilung von Ursachen und Folgen der ökologischen Krise.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, die Verantwortung der Sozialen Arbeit in der Klimakrise herauszuarbeiten und zu begründen, warum die Profession diese als Zukunftsaufgabe begreifen und aktiv in den sozialen Diskurs einbringen muss.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?
Die Autorin nutzt eine theoretische Auseinandersetzung auf Basis einschlägiger fachwissenschaftlicher Literatur, insbesondere unter Bezugnahme auf das Konzept des Tripelmandats von Silvia Staub-Bernasconi.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert den Stand der Klimakrise, verknüpft diese mit dem Selbstverständnis der Sozialen Arbeit als Menschenrechtsprofession und zeigt konkrete Berührungspunkte in Themen wie Armut, Diskriminierung und Generationengerechtigkeit auf.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich besonders durch Begriffe wie Soziale Arbeit, Klimakrise, Menschenrechtsprofession, Tripelmandat, Klimagerechtigkeit und soziale Ungleichheit charakterisieren.
Was unterscheidet das Tripelmandat vom klassischen Doppelmandat?
Während das Doppelmandat die Spannung zwischen staatlichem Auftrag und Klientenwohl betont, integriert das Tripelmandat als dritte Komponente die Profession selbst, gestützt auf Wissenschaft und Ethik, was eine politische Handlungsfähigkeit ermöglicht.
Warum wird der Klimawandel als Menschenrechtsthema bezeichnet?
Da der Klimawandel die Existenzgrundlagen wie Nahrung, Wasser und Gesundheit durch Extremwetterereignisse bedroht, tangiert er direkt verbriefte Menschenrechte und ist somit nicht nur ein ökologisches, sondern ein soziales Problem.
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- Charlotte Kleemann (Author), 2021, Soziale Arbeit und Klimakrise. Hat die Soziale Arbeit eine Verantwortung im Diskurs?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1159231