Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten bei Grundschülern anhand eines Fallbeispiels und analysiert die Förderungsmethode der Hamburger Schreib-Probe.
Bei der Rechtschreibentwicklung von Kindern handelt es sich nicht um einen mechanischen Prozess des Einprägens einzelner Buchstaben und deren Lautzuordnung, sondern um eine komplexere Denkentwicklung. Diese Entwicklung bedarf zunächst der Einsicht in Aufbau und Funktion der deutschen Schrift und in deren Orthographischen Prinzipien. Außerdem ist gleichzeitig der Aufbau verschiedener Lern- und Behaltens-Strategien notwendig.
Diese Lernprozesse finden nicht innerhalb kürzester Zeit statt. Erst durch beharrliche Auseinandersetzung mit dem Lerngegenstand, erlangen Schüler/innen Zugriffsweisen und Strategien, die sie allmählich bei der Annäherung an orthographisch korrekte Schreibweise unterstützen.
Inhaltsverzeichnis
1. Grundlagen der Arbeit
1.1. Theoretische Grundlagen zur Rechtschreibentwicklung bei Kindern
1.2. Die Hamburger Schreibprobe
2. Umsetzung des Diagnosetests HSP
2.1. Kind-Umfeld-Analyse
2.2. Durchführung des Tests
2.3. Darstellung der Ergebnisse
2.4. Interpretation der Ergebnisse
3. Konsequenzen und Förderplan
3.1. Das kann das Kind schon alles
3.2. Zone der nächsten Entwicklung
3.3. Der nächste Lernschritt
3.4. Förderplan
3.4.1. Akustische Differenzierung
3.4.2. Optische Differenzierung
4. Material
4.1. Arbeitsblatt 6
4.2. Super-Merk-Methode Sedlak
4.3. Buchstabensuchbild 1
4.4. Buchstabensuchbild 2
4.5. Schleichdiktat 1
4.6. Schleichdiktat 2
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, basierend auf der Hamburger Schreib-Probe (HSP), den Rechtschreiblernstand eines Schülers mit Migrationshintergrund zu diagnostizieren und einen individuell zugeschnittenen Förderplan zu entwickeln. Im Zentrum steht dabei die Frage, wie durch kompetenzorientierte Maßnahmen Defizite in der akustischen und optischen Differenzierung sowie bei der Buchstabenzuordnung gezielt abgebaut werden können.
- Diagnose der Rechtschreibkompetenz mittels Hamburger Schreib-Probe (HSP)
- Analyse der kindlichen Lernvoraussetzungen und des sozio-kulturellen Umfelds
- Theoretische Einordnung des Schriftspracherwerbs nach Renate Valtin
- Entwicklung eines Förderplans mit Fokus auf akustische und optische Differenzierung
- Praktische Anwendungsbeispiele und Materialien zur Rechtschreibförderung
Auszug aus dem Buch
3.4.1 Akustische Differenzierung
Die Aufgaben des Förderplans sollen aufeinander aufbauend erfolgen. Zunächst wird mit der Akustischen Differenzierung im Allgemeinen begonnen, bevor auf die speziell zu fördernden Laute eingegangen wird. Als Übungsgegenstand eigenen sich hierzu Tierstimmen (Sedlak et al. 1981: 182). Das Thema, Bauernhof, kann fächerübergreifend auch für das Fach Heimat und Sachunterricht eingeführt werden. Daraus ergibt sich der Vorteil, dass die Förderung eines einzelnen Kindes bzw. einer kleinen Gruppe von Kindern mit Förderbedarf nahtlos in den Unterrichtsverlauf für die gesamte Klasse eingebunden werden kann. Hier ist jedoch wichtig, dass das Ziel der Förderung bestimmter Schulkinder nicht aus dem Fokus gerät. Auf diese SchülerInnen ist speziell zu achten, sie sollen verstärkt mit einbezogen werden und zu Wort kommen.
Zur Einführung erfolgt ein stiller Impuls mit Tiergeräuschen vom Bauernhof. Die Schüler/innen erraten das Thema. Bei nicht-Erraten, können die ersten 17 Sekunden des Videos nochmals angehört werden. Anschließend hören die Kinder jeweils eine Tierstimme einzeln und sollen dabei den Urheber erraten. Wie schnell dabei vorangeschritten wird, bzw. ob einzelne Minuten übersprungen, pausiert oder wiederholt werden müssen, kann die Lehrkraft individuell entscheiden. Nun sollen die Schüler/innen die gehörten Geräusche, an die sie sich erinnern können, nachahmen. Hierbei kann es gerne lauter werden. Die Lehrkraft bewegt sich so im Raum, dass sie Metin, oder andere förderbedürftige Schüler/innen, gut hören kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Grundlagen der Arbeit: Einführung in die theoretischen Konzepte des Schriftspracherwerbs nach Valtin sowie Vorstellung des Konzepts der Hamburger Schreib-Probe (HSP).
2. Umsetzung des Diagnosetests HSP: Detaillierte Dokumentation der Testdurchführung sowie Interpretation der Ergebnisse für den Probanden Metin.
3. Konsequenzen und Förderplan: Ableitung eines individuellen Förderkonzepts basierend auf den diagnostizierten Stärken und Schwächen, unterteilt in verschiedene Lernbereiche.
4. Material: Zusammenstellung praktischer Übungsmaterialien und Methoden, wie z.B. Schleichdiktate und Buchstabensuchbilder, zur direkten Umsetzung der Fördermaßnahmen.
Schlüsselwörter
Hamburger Schreib-Probe, Rechtschreibförderung, Schriftspracherwerb, Diagnose, Akustische Differenzierung, Optische Differenzierung, Förderplan, Stufenmodell, Migrationshintergrund, Fehleranalyse, Kompetenzorientierung, Graphemtreffer, Alphabetische Strategie, Laut-Buchstaben-Zuordnung, Schleichdiktat.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Diagnose und individuellen Förderung der Rechtschreibfähigkeit eines Zweitklässlers anhand der Hamburger Schreib-Probe.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf der Erfassung des Rechtschreibniveaus, der Analyse von Lernstrategien sowie der Erstellung von Förderplänen für Kinder mit speziellen Schwierigkeiten.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, den individuellen Rechtschreibstand des Schülers Metin zu ermitteln und evidenzbasierte Fördermaßnahmen zu definieren, die ihn in seinem Lernprozess unterstützen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird das Stufenmodell des Schriftspracherwerbs nach Renate Valtin als theoretischer Rahmen genutzt, kombiniert mit der standardisierten Diagnose durch die Hamburger Schreib-Probe (HSP).
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst die Analyse des kindlichen Umfelds, die Durchführung und Auswertung der Tests sowie die daraus abgeleiteten konkreten Förderziele und Übungsmaterialien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Besonders prägend sind Begriffe wie Rechtschreibförderung, HSP, akustische Differenzierung, optische Differenzierung und Kompetenzorientierung.
Wie unterscheidet sich die HSP von traditionellen Verfahren?
Das Konzept der HSP distanziert sich von der reinen Defizitorientierung und fokussiert stattdessen auf die vorhandenen Ressourcen und Erwerbsstrategien des Kindes.
Warum ist die Unterscheidung von p, q, b und d bei Metin problematisch?
Da diese Buchstaben spiegelbildlich aufgebaut sind, bereiten sie Metin Schwierigkeiten, was eine gezielte optische Differenzierungsförderung notwendig macht.
Was ist das Ziel der "Super-Merk-Methode"?
Sie dient als Einprägungshilfe, um schwierige Buchstaben mittels Bildern und Merkwörtern im mentalen Lexikon des Kindes besser zu verankern.
Welche Rolle spielen die "Schleichdiktate" in der Förderung?
Sie fördern durch die Bewegung zwischen Tafel und Platz nicht nur die Konzentration, sondern unterstützen auch das Einprägen von Sätzen und die eigenständige Buchstabenerschließung.
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- Barbara Sonntag (Author), 2021, Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten bei Grundschulkindern. Diagnose und individuelle Förderung am Beispiel der Hamburger Schreib-Probe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1159275