Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Thema Märchen und ihre Bedeutung für Kinder.
„Kinder brauchen Märchen“. Diese Aussage hat schon der amerikanische Pädagoge und Psychologe Bruno Bettelheim in den 1970er Jahren in seinem gleichnamigen Buch deklariert. Jedoch scheint die Märchenwelt auf den ersten Blick nicht sehr viel mit der realen Welt des Kindes gleich zu haben.
Wenn ich an meine eigene Kindheit zurückdenke, wird mir dennoch sehr bewusst wie oft und wie gerne ich in der Zeit Märchen gehört habe. Also auch ich kann sagen Märchen gehören für mich zu meiner Kindheit dazu und sind ein wichtiger Teil von ihr.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Was ist ein Märchen?
3. Gibt es ein Märchenalter?
4. Warum Märchen für Kinder wichtig sind
4.1 Märchen beschäftigen sich mit existenziellen Ängsten
4.2 Märchen thematisieren kindliche Entwicklungs- und Alltagsprobleme
4.3 Märchen haben Parallelen zur kognitiven Entwicklung von Kindern
4.4 Märchen beantworten Kindern ihre Fragen nach dem Sinn
4.5 Märchen unterstützen die ganzheitliche Selbstwahrnehmung
5. Märchenauswahl für Kinder von vier bis sechs Jahren
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die pädagogische und psychologische Bedeutung von Märchen für die Entwicklung von Kindern im Kindergartenalter. Das zentrale Forschungsziel besteht darin zu klären, inwieweit Märchen als Unterstützung für die kindliche Identitätsbildung, die Bewältigung von Ängsten und die kognitive Reifung dienen können.
- Psychologische Funktionen von Märchen bei der Angstbewältigung
- Die Entsprechung zwischen Märchenmotiven und kindlichen Entwicklungsphasen
- Märchen als Antworten auf existenzielle Sinnfragen von Kindern
- Förderung der ganzheitlichen Selbstwahrnehmung durch symbolische Bildsprache
- Kriterien für die altersgerechte Auswahl von Märchen für Vier- bis Sechsjährige
Auszug aus dem Buch
4.3 Märchen haben Parallelen zur kognitiven Entwicklung von Kindern
Märchenerzählungen sind auf die typischen Denkformen und kognitiven Entwicklungen des Kindes abgestimmt (vgl. Rittelmeyer 2009, S. 39). Aus diesem Grund werden viele Parallelen zwischen Märchen und der Entwicklung des kindlichen Denkens deutlich. Das bildhafte und magische Denken eines Kindes wird in Märchen ebenso aufgegriffen, wie das kindliche Bedürfnis nach Phantasie (vgl. Simon 2007, S. 12). Märchen sind „animistisch“, das bedeutet in ihren Erzählungen sind die Pflanzen, Tiere und sogar Gegenstände beseelt. Und genau dieses Denken ist den Kindern nicht fremd, denn auch sie machen aus einem Besen ein Pferd, das sie reiten können oder werden selber plötzlich zu einem kleinen Hund, der durch das Wohnzimmer krabbelt und gestreichelt werden will. Die symbolisierte Darstellung der Welt in Märchen wird von den Kindern nicht wörtlich mit dem Verstand aufgenommen, sondern mit dem Inneren ihrer Seele. Kinder leben selber in dieser phantasiehaften Welt, von der Märchen erzählen (vgl. Gerling 2001, S. 30).
Eine weitere kognitive Entwicklungsstufe von Kindern, die auch in Märchen zu finden ist, ist das polaristische Denken. Hiermit ist ein Denken in strenge zweipolige Kategorien, wie zum Beispiel „gut“ und „böse“, „fleißig“ und „faul“ oder „schön“ und „hässlich“, gemeint. Dieses Denken wird in Märchen besonders durch die gute und die böse Fee oder durch die fleißige und die faule Schwester deutlich.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der Bedeutung von Märchen für Kinder ein und legt dar, warum Märchen trotz ihrer phantastischen Natur für die kindliche Entwicklung von hoher Relevanz sind.
2. Was ist ein Märchen?: Dieses Kapitel beleuchtet den historischen Ursprung des Begriffs sowie die psychologische Funktion von Märchen als "Botschaften" und Hoffnungsträger.
3. Gibt es ein Märchenalter?: Hier wird erörtert, ab welchem Alter Kinder Zugang zu Märchen finden und ab wann sich das sogenannte „Märchenalter“ im Bereich von etwa fünf Jahren entfaltet.
4. Warum Märchen für Kinder wichtig sind: Der Hauptteil analysiert die Relevanz von Märchen für die Bewältigung von Ängsten, Alltagsproblemen und die kognitive sowie emotionale Entwicklung.
4.1 Märchen beschäftigen sich mit existenziellen Ängsten: Dieses Kapitel zeigt auf, wie Märchen Kindern helfen, durch die direkte Ansprache von Nöten und Verlusten Vertrauen in die eigene Überwindungskraft zu gewinnen.
4.2 Märchen thematisieren kindliche Entwicklungs- und Alltagsprobleme: Es wird erklärt, wie Märchen symbolisch bei der Bewältigung ödipaler Phasen und alltäglicher Konflikte unterstützen.
4.3 Märchen haben Parallelen zur kognitiven Entwicklung von Kindern: Das Kapitel beschreibt, wie die kindliche Sichtweise, wie etwa der Animismus oder der Egozentrismus, in Märchenstrukturen gespiegelt wird.
4.4 Märchen beantworten Kindern ihre Fragen nach dem Sinn: Märchen werden hier als Wegweiser für existenzielle Fragen nach dem Sinn des Lebens, von Leid und Tod dargestellt.
4.5 Märchen unterstützen die ganzheitliche Selbstwahrnehmung: Hier wird erläutert, wie Märchen die Integration von unbewussten Kräften und Verstand fördern, um eine ganzheitliche Persönlichkeitsentfaltung zu ermöglichen.
5. Märchenauswahl für Kinder von vier bis sechs Jahren: Dieses Kapitel liefert praktische Kriterien für die Auswahl, wie z.B. die Länge, die Struktur der Handlung und die Bedeutung der Vor- und Nachbereitung.
6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Märchen ein wesentlicher Begleiter für die gesunde kindliche Entwicklung sind, da sie ohne Druck Orientierung und Zuversicht schenken.
Schlüsselwörter
Märchen, Kindheit, Entwicklungspsychologie, Angstbewältigung, Kognition, Sozialisation, Phantasie, Selbstwahrnehmung, Sinnsuche, Erziehungshilfe, Symbolik, Identitätsbildung, Märchenalter, Pädagogik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Bedeutung von Märchen für die kindliche Entwicklung unter pädagogischen und psychologischen Gesichtspunkten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zu den Schwerpunkten zählen die psychologische Funktion von Märchen, die kognitive Entwicklung von Kindern, die Bewältigung existenzieller Ängste sowie die altersgerechte Märchenauswahl.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es zu klären, wie wichtig Märchen als Entwicklungshelfer für Kinder sind und warum sie eine positive Unterstützung für die kindliche Identität darstellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die zentrale theoretische Positionen aus der Psychologie und Pädagogik (z.B. von Bruno Bettelheim) zusammenführt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil wird analysiert, wie Märchen bei der Angstbewältigung helfen, wie sie kindliche Denkweisen (wie den Animismus) widerspiegeln und wie sie zur ganzheitlichen Selbstwahrnehmung beitragen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Märchen, Angstbewältigung, kindliche Entwicklung, Psychologie, Pädagogik, Sinnsuche und kognitive Reifung.
Welche Rolle spielt das sogenannte „Märchenalter“?
Es beschreibt eine Phase um das fünfte Lebensjahr, in der bei vielen Kindern ein gesteigerter „Märchenhunger“ beobachtet werden kann, der eng mit ihrer emotionalen und kognitiven Entwicklung verknüpft ist.
Wie helfen Märchen bei der Unterscheidung zwischen „gut“ und „böse“?
Durch polaristisches Denken in Märchen lernen Kinder, komplexe und widersprüchliche Erfahrungen (wie die zwei Seiten einer Bezugsperson) in ein verständliches Bild zu bringen, was ihnen Kraft für den Alltag gibt.
- Arbeit zitieren
- Johanna Elvers (Autor:in), 2019, Märchen und ihre Bedeutung für Kinder, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1159286