Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Instandhaltungsmanagement als integrierter Bestandteil des Produktionsmanagements.
Produktionsunternehmen sind durch die Globalisierung und dem stetigen Wettbewerb ständig unter Druck. Die Produktion ist damit gezwungen, effizient und reibungslos zu verlaufen. Dabei muss auf der einen Seite die Qualität der Produkte gewährleistet werden, auf der anderen Seite muss der tägliche Ablauf kostenoptimiert erfolgen. Trotz der Tatsache, dass das Instandhaltungsmanagement diese Ziele unterstützt, indem es für langlebige und störungsfreie Anlagen sorgt, liegt ein stetiger Konflikt vor.
Während das Produktionsmanagement die Anlagenbelastung unentwegt beanspruchen will, bevorzugt die Instandhaltung strategische Pausen, also Produktionspausen, um die Anlagen zu inspizieren, zu warten, Instand zu setzen oder zu verbessern. In der Vergangenheit hatte das Produktionsmanagement stetig die Oberhand, da die Produktion im monetären Blickwinkel als wertvoller erachtet wird. Diese Ansicht ändert sich jedoch. Gründe hierfür beschreibt diese Arbeit.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretischer Hintergrund
2.1 Instandhaltungsmanagement
2.1.1 Grundlagen der Instandhaltung
2.1.2 Aufgaben der Instandhaltung
2.1.3 Bedeutung und Potenziale der Instandhaltung
2.1.4 Von der Instandhaltung zum Instandhaltungsmanagement
2.1.5 Ziele des Instandhaltungsmanagements
2.2 Produktionsmanagement
2.2.1 Einordnung der operativen und strategischen Aufgaben
2.2.2 Ziele des Produktionsmanagements
2.3 Instandhaltung in der Organisationsstruktur eines Unternehmens
2.3.1 Einordnung bei einer Ein-Linien-Organisation:
2.3.2 Einordnung bei einer Mehr-Linien-Organisation
2.3.3 Einordung bei einer Stab-Linien-Organisation
2.3.4 Einordnung bei einer Matrix-Organisation
3 Problemstellung
3.1 Zielkonflikte
3.2 Instandhaltung im Schatten der Produktion
4 Gründe für die Integration der Instandhaltung
5 Integration der Instandhaltung im Produktionsmanagement
5.1 Total Productive Maintenance
5.1.1 Die Grundelemente von Total Productive Maintenance
5.1.2 Ziele von Total Productive Maintenance
5.1.3 Implementierung von Total Productive Maintenance
5.2 Lean Maintenance
5.3 Smart Maintenance
6 Fallbespiele
7 Fazit
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, die Notwendigkeit und Vorteile einer engen Integration des Instandhaltungsmanagements in das Produktionsmanagement aufzuzeigen. Die Forschungsfrage fokussiert dabei darauf, wie durch moderne Managementkonzepte und technologische Ansätze die bestehenden Zielkonflikte zwischen den beiden Bereichen aufgelöst und die Anlageneffektivität gesteigert werden kann.
- Grundlagen und Differenzierung von Instandhaltungs- und Produktionsmanagement
- Analyse der Zielkonflikte und der bisherigen organisatorischen Trennung
- Methoden der Integration: Total Productive Maintenance (TPM)
- Lean Management Ansätze in der Instandhaltung
- Digitalisierung durch Smart Maintenance zur Effizienzsteigerung
Auszug aus dem Buch
3.2 Instandhaltung im Schatten der Produktion
Eine Unterordnung der Instandhaltung im Produktionsmanagement wurde bereits mithilfe der Organisationsstrukturen dargestellt. Die Instandhaltung ist entweder als Untereinheit oder als Stabstelle zum Produktionsmanagement vorzufinden. Mit dieser Strukturierung soll die Instandhaltung dem Produktionsmanagement verhelfen, die Produktionsstillstände, -ausfälle und -kosten gering zu halten. Gelingen diese Beiträge, werden sie dem Produktionsmanagement oder anderen Unternehmensbereichen zugeschrieben (Al-Najjar und Alsyouf 2004, S. 643). Dies hat den Hintergrund, dass eine effektive Produktion schwierig auf eine effiziente Instandhaltungsleistung zurückzuführen ist. Zwischen den Unternehmensbereichen und der Instandhaltung liegen „komplexe Wechselwirkungen“ (Al-Najjar 2007, S. 264) vor, die eine Ermittlung erschweren. Dagegen sind Instandhaltungskosten sichtbar (Al-Najjar 2007; zitiert nach Al-Najjar und Jacobsson 2013, S. 114) und können dementsprechend direkt zugeordnet werden. Der Mehrwert, der durch die Instandhaltung erbracht wird, wird dem Produktionsmanagement zugeteilt, während die zum Vorschein kommenden Aufwände auf dem Instandhaltungsmanagement lasten.
Die Grundproblematik hierbei erfolgt durch die Gegenüberstellung der Opportunitätserlöse, die durch die Instandhaltung verhindert werden und den Kosten für die geplante Instandhaltung. Die geplanten Instandhaltungskosten sind einfacher zu messen, wobei die Ermittlung der verhinderten Ursachen oft eine größere Mühe verursachen (Haag 2020a, 16 ff.). Hinzu kommt die Schwierigkeit, dass die Wirksamkeiten beider Größen zeitversetzt eintreten und die Gegenüberstellung erschweren (Haag 2020a, 8 ff.). Diese Erschwerung hat die Konsequenz, dass die Beiträge der Instandhaltung dem Produktionsmanagement zugeschrieben werden. Eine kontinuierliche und ausfallfreie Produktion sowie eine dauerhafte Maschinenverfügbarkeit ist demnach ein Erfolg des Produktionsmanagements.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Vorstellung der Problemstellung durch den stetigen Wettbewerbsdruck und die Notwendigkeit, Instandhaltung als Teil des Produktionsmanagements zu begreifen.
2 Theoretischer Hintergrund: Definition und Abgrenzung der Managementsysteme sowie Einordnung der Instandhaltung in verschiedene Unternehmensstrukturen.
3 Problemstellung: Untersuchung der Zielkonflikte, insbesondere zwischen operativer Produktionsmaximierung und notwendigen Instandhaltungsmaßnahmen.
4 Gründe für die Integration der Instandhaltung: Erläuterung der Vorteile einer präventiven Instandhaltung für Qualität und Maschinenauslastung.
5 Integration der Instandhaltung im Produktionsmanagement: Vorstellung von Konzepten wie Total Productive Maintenance, Lean Maintenance und Smart Maintenance.
6 Fallbespiele: Praxisbeispiele zur Implementierung von TPM und Smart Maintenance in Unternehmen.
7 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Notwendigkeit einer integralen Betrachtung von Instandhaltung und Produktion.
Schlüsselwörter
Instandhaltungsmanagement, Produktionsmanagement, Total Productive Maintenance, TPM, Lean Maintenance, Smart Maintenance, Anlagenverfügbarkeit, Maschineninstandhaltung, Effizienzsteigerung, Prozessoptimierung, Digitalisierung, Instandhaltungsstrategie, Anlageneffektivität, Produktionsstillstände, Industrie 4.0
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Instandhaltungsmanagement und dessen notwendige Transformation zu einem integralen Bestandteil des Produktionsmanagements, um effizientere Produktionsabläufe zu ermöglichen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit umfasst theoretische Grundlagen, die Analyse von Zielkonflikten in der Produktion sowie moderne Managementkonzepte wie TPM, Lean Maintenance und Smart Maintenance.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die organisatorische und operative Trennung zwischen Instandhaltung und Produktion zu überwinden und Vorteile durch eine gemeinsame strategische Ausrichtung darzulegen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Ausarbeitung, die durch Literaturanalysen und die Betrachtung von Fallstudien (z.B. bei der Firma Audi) unterstützt wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die theoretischen Fundamente, die Problemstellung der Zielkonflikte, Gründe für die Integration sowie konkrete Implementierungsansätze und deren praktische Ergebnisse analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Instandhaltungsmanagement, Produktionsmanagement, TPM, Lean Maintenance, Smart Maintenance sowie Anlagenverfügbarkeit.
Warum existiert ein Zielkonflikt zwischen Produktion und Instandhaltung?
Die Produktion zielt auf eine maximale Auslastung und geringe variable Kosten ab, während die Instandhaltung Stillstandzeiten benötigt, um Schäden zu vermeiden, was kurzfristig die Kapazitäten einschränkt.
Wie kann die Digitalisierung die Instandhaltung unterstützen?
Durch Smart Maintenance, wie z.B. den Einsatz von Augmented Reality oder datengesteuerten Monitoring-Systemen, lassen sich Wartungsarbeiten besser planen und die Kommunikation zwischen den Abteilungen verbessern.
Was bedeutet das "Null-Verluste"-Prinzip bei TPM?
Es ist die Grundphilosophie von Total Productive Maintenance, die Null-Fehler, Null-Störungen und Null-Unfälle als Ziel anstrebt, um die Gesamteffektivität der Anlagen zu maximieren.
- Quote paper
- Ali Asilkan Kenar (Author), Deniz Yildizdal (Author), Karar Majid (Author), 2021, Instandhaltungsmanagement. Integrierter Bestandteil des Produktionsmanagements, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1159304