Diese Arbeit setzt sich zunächst mit Kracauers Ansichten zur „physischen Realität“ auseinander. Auf dieser Grundlage sollen ausgewählte Filme, die zur „Neuen rumänische Welle“ gezählt werden, betrachtet werden. Hierzu untersuche ich zunächst die von Krakauer beschriebenen zwei Funktionen des Films, die Realität aufzuzeichnen und zu enthüllen. Für Kracauer gibt es bestimmte filmische „äußere Erscheinungen“. Am Beispiel der Verfolgungsjagd, des Tanzes, von Gewaltdarstellungen, sowie von Phänomenen, die vom menschlichen Auge übersehen werden, jedoch von besonderer Bedeutung sein können, werde ich die Sichtweisen Kracauers vorstellen und sie in einem nächsten Schritt Beispielen aus dem zeitgenössischen rumänischen Film gegenüberstellen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Physische Realität: Das Filmische bei Kracauer
3. Kracauers „physische Realität“ am Beispiel der „Neue Rumänische Welle“
3.1 Filmische Bewegungsformen
3.2 Enthüllung der verborgenen Realität
3.2.1 Dem Auge Entzogenes
3.2.2 Sensorische Überwältigungen
4. Fazit
5. Schlussbetrachtungen
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die ästhetische Theorie von Siegfried Kracauer im Kontext des zeitgenössischen rumänischen Films. Ziel ist es zu analysieren, wie filmische Mittel eingesetzt werden, um eine „physische Realität“ abzubilden und dem menschlichen Auge verborgene oder schwer greifbare Aspekte der Wirklichkeit zu enthüllen.
- Analyse von Kracauers Begriff der physischen Realität
- Untersuchung filmischer Bewegungsformen wie Verfolgung und Tanz
- Die Rolle der Kamera bei der Enthüllung verborgener Realitäten
- Sensorische Wirkung und ästhetische Gestaltung im rumänischen Film
Auszug aus dem Buch
3. Kracauers „physische Realität“ am Beispiel der „Neue Rumänische Welle“
Der Film ist nach Kracauer das ideale Medium um physische Realität darzustellen. Kracauer bezeichnet die Verfolgungsjagd sowie Tanzdarstellungen als stilistische Elemente von besonderem ästhetischem Wert. Um das Verborgene der Realität zu zeigen, betrachtet Kracauer Aufnahmen als angemessen, die den Zuschauern zeigen, was er ohne die Filmkamera nicht wahrnehmen könnte: zu kleine oder zu große Dinge, Gewaltdarstellungen, flüchtige Erscheinungen, etc. Die Rolle des Films soll entweder die schönen Aspekte physischen Wirklichkeit zeigen oder, wie das Schild der Athene, den Zuschauer beschützen um nicht zu erstarren, wenn er erschreckende Aspekte der Realität anschaut. Hierbei sind Konfrontationen des Zuschauers mit der ungeschminkten Realität nötig (Thal 1985:137). Durch die Erfahrung der physischen Realität wird der Zuschauer aus der Abstraktion seiner eigenen Realität befreit.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Verbindung zwischen Siegfried Kracauers Realismusbegriff und den Filmen der „Neuen rumänischen Welle“ her und erläutert die Forschungsabsicht.
2. Physische Realität: Das Filmische bei Kracauer: Dieses Kapitel erläutert Kracauers Verständnis des Films als Medium, das physische Realität registriert und enthüllt.
3. Kracauers „physische Realität“ am Beispiel der „Neue Rumänische Welle“: Hier wird die theoretische Grundlage auf ausgewählte rumänische Filme angewendet, um deren ästhetische Wirkungsweise zu verdeutlichen.
3.1 Filmische Bewegungsformen: Untersuchung der spezifischen filmischen Darstellung von Bewegungen wie Verfolgungsjagden und Tänzen im rumänischen Kino.
3.2 Enthüllung der verborgenen Realität: Analyse der Kamerafunktionen, die dem Zuschauer Details und Zusammenhänge erschließen, die der Wahrnehmung normalerweise entgehen.
3.2.1 Dem Auge Entzogenes: Betrachtung von Beispielen, bei denen die Kamera verborgene oder kleinste Details für den Zuschauer sichtbar macht.
3.2.2 Sensorische Überwältigungen: Untersuchung der filmischen Darstellung von Ereignissen, die das menschliche Bewusstsein stark affizieren oder überfordern.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Relevanz von Kracauers Theorie für das Verständnis der rumänischen Gesellschaft im Film zusammen.
5. Schlussbetrachtungen: Reflexion über die Problematik der Kategorisierung des rumänischen Films als „Neue Welle“.
Schlüsselwörter
Siegfried Kracauer, physische Realität, Neue Rumänische Welle, Filmtheorie, Realismus, Kamera, Enthüllung, Bewegungsformen, Ästhetik, Wahrnehmung, Film, rumänisches Kino, Montage, Nahaufnahme.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie Siegfried Kracauers filmtheoretische Konzepte zur „physischen Realität“ auf Filme der sogenannten „Neuen rumänischen Welle“ angewendet werden können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind der filmische Realismus, die spezifischen Funktionen der Filmkamera als Instrument der Enthüllung sowie die ästhetische Verarbeitung sozialer Realität.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie aktuelle rumänische Filme durch bestimmte filmische Mittel verborgene Aspekte der physischen Wirklichkeit für das Publikum sichtbar machen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine filmtheoretische Analyse durchgeführt, die zentrale Thesen Kracauers mit einer inhaltlichen und formalen Untersuchung spezifischer rumänischer Spielfilme verknüpft.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert filmische Bewegungsformen, die Darstellung von Details und die Wirkung von sensorisch überwältigenden Szenen in ausgewählten Werken.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Kracauer, physische Realität, Neue Rumänische Welle, Filmästhetik und Wahrnehmung beschreiben.
Wie unterscheidet Kracauer zwischen „schönen Aspekten“ und „erschreckenden Aspekten“ der Realität?
Kracauer sieht den Film in der Rolle, entweder die schöne Seite der physischen Welt zu zeigen oder dem Zuschauer als Schutz zu dienen, während er mit der erschreckenden, ungeschminkten Realität konfrontiert wird.
Welche Rolle spielt die Montage bei der Enthüllung verborgener Realitäten?
Die Montage (insbesondere Sequenzen wie Totalaufnahme-Nahaufnahme-Totalaufnahme) ist für Kracauer grundlegend, um Zusammenhänge aufzuzeigen, die ohne technisches Eingreifen verborgen geblieben wären.
- Quote paper
- Roxana Rotaru (Author), 2014, Die Realität, die uns zur Verfügung steht: Das Filmische bei Kracauer anhand des zeitgenössischen rumänischen Films, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1159386