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Das Sterben lernen. Betrachtungen des Todes in Michel de Montaignes Essais

Ein Vergleich zu modernen Auffassungen

Title: Das Sterben lernen. Betrachtungen des Todes in Michel de Montaignes Essais

Term Paper , 2020 , 21 Pages , Grade: 2,7

Autor:in: Luisa Schneider (Author)

Social Studies (General)
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Was ist der Tod und wann kommt er? Wie verhält man sich gegenüber dem Tod und hat das Leben im Angesicht des Todes überhaupt einen Sinn? Ob Michel de Montaignes Thesen in einem Gegensatz zu gegenwärtigen Auffassungen bezüglich des Umgangs mit dem Tod stehen, soll in dieser Arbeit analysiert werden. Speziell soll herausgearbeitet werden, ob Montaignes Ideen vom Tod über die Literatur moderner Philosoph*innen hinaus Anschluss an das Denken der Menschen im 21. Jahrhundert gefunden haben.

Die Basis für diesen Vergleich bilden Montaignes Ausführungen aus seinen Essais „Philosophieren heißt sterben lernen“ sowie „über das Üben“ versus aktuelle Literatur über die moderne Todesthematik in Deutschland.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Montaignes Todesbetrachtungen

2.1 Der Tod in den Essais

2.2 Das Sterben lernen in Montaignes Essai Nr. 20, Buch eins

2.3 Die Einübung des Todes in Montaignes Essai Nr. 6, Buch zwei

3. Zur Relevanz von Montaignes Ausführungen über den Tod für die Gegenwart

3.1 Todesfurcht im 21. Jahrhundert

3.2 Die Vorbereitung auf den Tod

3.3 Medialisierung und Bebilderung des Todes

3.4 Paradoxien im Umgang mit dem Tod im 21. Jahrhundert

3.5 Montaignes Betrachtungen des Todes im Vergleich zum Umgang mit dem Tod im 21. Jahrhundert

4. Reflexion der Arbeit und Ausblick in die Zukunft

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die philosophischen Betrachtungen von Michel de Montaigne über den Tod kritisch zu analysieren und mit den gegenwärtigen gesellschaftlichen Umgangsformen sowie modernen Auffassungen im 21. Jahrhundert zu vergleichen, um aufzuzeigen, inwieweit Montaignes Thesen eine zeitlose Relevanz besitzen.

  • Die Auseinandersetzung mit dem Tod in Montaignes Werk
  • Phänomene der Todesfurcht und des Sterbens in der heutigen Gesellschaft
  • Die Medialisierung und Professionalisierung des Todes
  • Der Vergleich zwischen historischer Philosophie und moderner Lebenswirklichkeit

Auszug aus dem Buch

2.3 Die Einübung des Todes in Montaignes Essai Nr. 6, Buch zwei

Montaigne stellt die eigene innere Erfahrung mit dem Tod, zu der beispielsweise die Meditation, Nahtoderfahrungen oder traumatische Ereignisse gehören, über das objektive Wissen. Denn erst, wer dem Tode schon nah war, wisse um seine tatsächliche Bedrohung. (vgl. Friedrich 1948, S. 55)

Zu Beginn beschreibt Montaigne in seinem Essai Nr. 6 im Buch zwei, dass die Furcht vor einer herannahenden Krankheit und das ständige Grübeln darüber wesentlich schlimmer ist, als wenn diese dann wirklich über den Körper kommt. (vgl. Montaigne 1998, S. 184) Ebenso berichtet er von den Gefühlen, die ihn bei einem Sturm überkommen. Wenn er im Warmen sitzt und die Leute auf der Straße beobachtet, hat er Mitleid mit ihnen und wünscht sich, nicht unter ihnen zu sein. Wenn er jedoch dann wirklich an ihrer Stelle ist, empfindet er die Situation viel milder, als gedacht. (vgl. ebd.) Viele weitere Beispiele folgen und schließlich kommt er zu seiner wohl prägendsten Erfahrung im Bezug zum Tod, welches seine Argumentation im Essai stützen soll.

Hierbei handelt es sich um einen Reitunfall, bei welchem er von einem anderen Pferd überrannt und von seinem abgeworfen wird. Dabei verletzt sich Montaigne so schwer, dass seine Begleiter seine Ohnmacht mit dem Tod verwechseln. Als sie ihn nach Hause bringen, kommt langsam zu sich, allerdings fühlt er sich eher dem Tode nah als dem Leben. Interessant ist jedoch, dass Montaigne berichtet, in dieser Situation keinerlei Schmerz zu empfinden, geschweige denn Furcht. Im Gegenteil, er berichtet von einer Art Wohlbefinden. (vgl. Montaigne 1998, S. 185 f.) Erst als er allmählich immer mehr zu sich kommt und seinen Körper wieder spürt, er also wieder voll im Leben ist, spürt er fast unaushaltbare Schmerzen und Todesangst. (vgl. Montaigne 1998, S. 187)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Tabuisierung des Todes in der heutigen Gesellschaft und stellt die Forschungsfrage nach der Relevanz von Montaignes Thesen im modernen Kontext.

2. Montaignes Todesbetrachtungen: Dieses Kapitel analysiert Montaignes zentrale Texte und sein Verständnis von der „Einübung“ in den Tod als natürlichen Prozess.

3. Zur Relevanz von Montaignes Ausführungen über den Tod für die Gegenwart: Hier werden aktuelle gesellschaftliche Tendenzen wie die Todesfurcht, Medialisierung und der pragmatische Umgang mit dem Sterben untersucht.

4. Reflexion der Arbeit und Ausblick in die Zukunft: Das Kapitel reflektiert die Ergebnisse der Analyse und zeigt auf, welche weiteren Forschungsfelder sich aus dem Vergleich ergeben.

Schlüsselwörter

Michel de Montaigne, Todesbetrachtungen, Sterben lernen, Todesfurcht, Säkularisierung, Medialisierung, Tod, Endlichkeit, Lebensführung, Philosophie, Thanatologie, Vergänglichkeit, Lebenswirklichkeit, Tabuisierung, Pragmatismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das menschliche Verhältnis zum Tod anhand von Michel de Montaignes philosophischen Schriften im Vergleich mit den gesellschaftlichen Realitäten und modernen Auffassungen des 21. Jahrhunderts.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt die Themen Sterben, Todesfurcht, Medialisierung des Todes, Säkularisierung und die Frage nach einer bewussten Vorbereitung auf das eigene Ende.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, herauszuarbeiten, ob Montaignes philosophischer Ansatz – den Tod als natürlichen Teil des Lebens zu akzeptieren und zu „üben“ – eine Antwort auf heutige Ängste und den Umgang mit der Endlichkeit bietet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine qualitative Textanalyse der Essais von Montaigne in Verbindung mit einer literaturbasierten Untersuchung soziologischer und pädagogischer Studien zum Umgang mit dem Tod in der Moderne.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst Montaignes spezifische Essais analysiert und anschließend mit modernen Phänomenen wie der Todesfurcht, der Professionalisierung des Sterbens durch Dritte und der medialen Darstellung des Todes kontrastiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den Kernbegriffen gehören Montaignes Philosophie, Endlichkeit, Säkularisierung, Medialisierung, Todesfurcht und die bewusste Auseinandersetzung mit der eigenen Vergänglichkeit.

Was ist das besondere Fazit zu Montaignes Reitunfall?

Montaigne schildert seinen Reitunfall als eine Art „unverfälschtes Experiment“, bei dem er feststellte, dass das Sterben im Moment selbst weniger furchterregend ist als die antizipierte Angst davor.

Wie unterscheidet sich die heutige Vorbereitung auf den Tod von der Montaignes?

Während Montaigne die lebenslange innere Vorbereitung betont, findet diese heute laut Arbeit eher „pragmatisch-dinglich“ statt, etwa durch Patientenverfügungen oder die Abgabe der Verantwortung an professionelle Institutionen.

Warum wird der Tod heute oft als paradox beschrieben?

Es besteht ein Paradoxon darin, dass der Tod zwar aus dem direkten Alltag verdrängt und professionalisiert wird, durch die Medien und das Internet aber gleichzeitig eine ständige, oft spektakuläre Präsenz erhält.

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Details

Title
Das Sterben lernen. Betrachtungen des Todes in Michel de Montaignes Essais
Subtitle
Ein Vergleich zu modernen Auffassungen
College
University of Würzburg
Grade
2,7
Author
Luisa Schneider (Author)
Publication Year
2020
Pages
21
Catalog Number
V1159567
ISBN (PDF)
9783346556233
ISBN (Book)
9783346556240
Language
German
Tags
sterben betrachtungen todes michel montaignes essais vergleich auffassungen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Luisa Schneider (Author), 2020, Das Sterben lernen. Betrachtungen des Todes in Michel de Montaignes Essais, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1159567
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