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Lehrkräfte ohne Vorurteile. Wie lässt sich Schule als vorurteilsfreier Raum gestalten?

Titel: Lehrkräfte ohne Vorurteile. Wie lässt sich Schule als vorurteilsfreier Raum gestalten?

Hausarbeit , 2021 , 18 Seiten , Note: 13

Autor:in: Jusup Malsagow (Autor:in)

Pädagogik - Der Lehrer / Pädagoge
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Zusammenfassung Leseprobe Details

„Vorurteil“ ist ein großes Wort, das gerne direkt abgewiesen wird. Jedoch hat ausnahmslos jeder von uns Vorurteile und jeder denkt in verzerrten Mustern. Diese Hausarbeit befasst sich intensiv mit dem Kern von Vorurteilen und beleuchtet die Lehrkraft als mögliche Schlüsselfigur zur Bekämpfung eines solchen Gedankenguts.

Zwar bewegt sich diese Arbeit im Rahmen der Grundschuldidaktik, jedoch wird auf die Lehrkraft unabhängig von ihrer Schulformausbildung eingegangen. Ebenso bewegen sich die Unterrichtsgestaltungen zwischen Grundschul- und Mittelstufenklassen. Der Grundschulbezug besteht hierbei in den zitierten Studien zur Vorurteilsforschung in Schulen, die größtenteils in Grundschulklassen durchgeführt wurden.

Die Reise dieser Hausarbeit ist in drei Kapitel/Stufen geordnet. Bevor über Vorurteile im Konkreten geredet wird, geht es in der ersten Stufe um eine Definitionsklärung. Vorurteile werden im gleichen Atemzug mit den Wörtern „Stereotyp“ und „Diskriminierung“ benutzt. Allerdings handelt es sich hierbei nicht um Synonyme, sondern um klar abzugrenzende Begrifflichkeiten. Daraufhin sprechen wir in der zweiten Stufe über unser Gehirn, damit wir ein besseres Verständnis davon bekommen, wie und warum sich Vorurteile bilden. In der dritten und letzten Stufe geht es um konkrete Präventionsmaßnahmen. Wir stellen uns die Frage, was Lehrkräfte explizit tun können, damit ein vorurteilsfreier Raum in der Schule entsteht.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Stereotyp//Vorurteil//Diskriminierung – ein und dasselbe?

3. „Zum Glück bin ich objektiv“ – warum ist jeder von uns vorurteilsbeladen?

4. Die bewusste Lehrkraft – wie lässt sich Unterricht ohne Vorurteile durchführen?

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die psychologischen und soziologischen Hintergründe von Vorurteilen sowie deren Auswirkungen auf den schulischen Kontext, mit dem Ziel, konkrete Handlungsmöglichkeiten für Lehrkräfte zur Gestaltung eines vorurteilsfreien Unterrichts aufzuzeigen.

  • Definitionsabgrenzung zwischen Stereotypen, Vorurteilen und Diskriminierung
  • Analyse kognitiver Verzerrungen (Bias) und deren Unvermeidbarkeit
  • Die Rolle der Lehrkraft als Schlüsselfigur zur Prävention von Vorurteilen
  • Einfluss von implizitem Lernen und gesellschaftlichen Bildern auf das Denken
  • Methodische Ansätze zur Gestaltung einer vorurteilsbewussten Lernumgebung

Auszug aus dem Buch

Stereotyp//Vorurteil//Diskriminierung – ein und dasselbe?

Wer im wissenschaftlichen Kontext mit dem Begriff „Vorurteile“ hantiert, muss diesen mit einem Definitionsrahmen eingrenzen. Weitere Begriffe wie „Stereotyp“ oder „Diskriminierung“ erzeugen den Anschein, es handle sich um Synonyme. Richtig ist, dass der Überschneidungsradius aller drei Begriffe („Stereotyp“, „Vorurteil“ und „Diskriminierung“) groß ist, jedoch tragen sie unterschiedliche Bedeutungen. In der folgenden Definitionssetzung wurden explizit diese drei Begriffe gewählt, weil in ihnen nicht nur eine Verwechslungsgefahr schlummert, sondern auch eine Abhängigkeit vorherrscht. Vorurteile können als Vorläufer der Diskriminierung gesehen werden und die Stereotypisierung gilt als der Startpunkt eines Vorurteils.

Bei der Stereotypisierung werden den Menschen einer Gruppe bestimmte Eigenschaften attestiert. Eine stereotypische Vorstellung wäre unter anderem, dass „Frauen nicht einparken können“ und „Männer unorganisierter sind“. Auch werden gerne Nationen stereotypisiert mit Denkweisen wie „Deutsche sind penibel“ und „Franzosen sind leidenschaftlich“. Das Denken in solchen Mustern ist kein Anzeichen eines närrischen Verhaltens. Die Sozialpsychologin Juliane Degner ist Professorin an der Universität Hamburg. Schwerpunktmäßig beschäftigt sie sich mit der Vorurteilsforschung. Sie bezeichnet die Stereotypisierung als einen gängigen Vorgang unseres Gehirns. Unser Gehirn versucht, effizient zu arbeiten, weshalb es sich sträubt, jede neue Wahrnehmung auf das Tiefste zu beleuchten (vgl. Breuer 2016, 1 f.). Schlicht gesagt ist unser Gehirn faul. Es vereinfacht Informationen, indem es sie in Kategorein einordnet. Die Unterscheidung von Merkmalen der sozialen Umwelt passiert bereits in den jüngsten Jahren − nach Degner im Alter von drei Jahren. Haarfarbe, Hautfarbe und vor allem das Geschlecht sind erste Kategorien der Einordnung der Spielgefährten (vgl. ebd., 2). „Mädchen können nicht so schnell rennen wie Jungs“ wäre ein Beispiel einer frühkindlichen Stereotypisierung.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet anhand eines Beispiels aus einer politischen Talkshow die Präsenz von Vorurteilen im Alltag und leitet die Fragestellung zur Rolle der Lehrkraft bei deren Bekämpfung her.

2. Stereotyp//Vorurteil//Diskriminierung – ein und dasselbe?: Dieses Kapitel differenziert die Begriffe Stereotyp, Vorurteil und Diskriminierung und erklärt die kognitive Funktionsweise des Gehirns bei der Kategorisierung von sozialen Informationen.

3. „Zum Glück bin ich objektiv“ – warum ist jeder von uns vorurteilsbeladen?: Das Kapitel befasst sich mit verschiedenen kognitiven Verzerrungen (Bias) und zeigt auf, dass diese unbewusst auftreten und auch bei gebildeten Personen sowie durch familiäre oder mediale Prägung vorhanden sind.

4. Die bewusste Lehrkraft – wie lässt sich Unterricht ohne Vorurteile durchführen?: Hier werden Möglichkeiten zur Umstrukturierung unreflektierter Denkmuster von Lehrkräften sowie unterrichtspraktische Methoden, wie die Gestaltung der Sitzordnung oder gemeinsames Lernen, diskutiert.

5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass eine permanente Selbstreflexion der Lehrkraft unumgänglich ist, um dem verfassungsrechtlichen Gebot der Gleichbehandlung in der Schule gerecht zu werden.

6. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten wissenschaftlichen Quellen und Studien, die der Arbeit zugrunde liegen.

Schlüsselwörter

Vorurteile, Stereotypisierung, Diskriminierung, Lehrkraft, kognitive Verzerrungen, Bias, Unconscious Bias, Schulpädagogik, Selffulfilling Prophecy, Selbstreflexion, politische Bildung, soziale Kategorisierung, Unterrichtsgestaltung, Ingroup Bias, Diskriminierungsprävention.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Natur und Entstehung von Vorurteilen und analysiert, wie diese Denkprozesse den schulischen Alltag beeinflussen und wie Lehrkräfte reflektierter damit umgehen können.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zentrale Themen sind die psychologische Definition von Vorurteilen, die Funktionsweise unseres Gehirns in Bezug auf Bias, sowie Strategien zur Förderung eines vorurteilsbewussten Unterrichts.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es zu untersuchen, inwieweit Lehrkräfte tatsächlich frei von Vorurteilen agieren können und wie der Schulraum als vorurteilsfreier Bereich gestaltet werden kann.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Der Autor stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender psychologischer und soziologischer Studien, darunter Experimente zur Vorurteilsforschung sowie Erkenntnisse aus der aktuellen Bildungsforschung.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsklärung, die Analyse kognitiver Verzerrungen (Bias) und die Erarbeitung von pädagogischen Handlungsmöglichkeiten im Klassenzimmer.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Vorurteile, Diskriminierung, Selbstreflexion, Bias und Schulpädagogik.

Wie beeinflusst die "Selffulfilling Prophecy" das Lehrerhandeln?

Vorurteile der Lehrkraft gegenüber Schülern können dazu führen, dass die Erwartungshaltung die Leistung der Schüler negativ beeinflusst, was zu einer selbsterfüllenden Prophezeiung führt.

Ist Bildung ein wirksames Mittel gegen Vorurteile?

Der Autor argumentiert, dass Bildung allein nicht automatisch vor Vorurteilen schützt, sondern dass es spezifisch auf politische Bildung und die Förderung demokratischer Werte ankommt.

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Details

Titel
Lehrkräfte ohne Vorurteile. Wie lässt sich Schule als vorurteilsfreier Raum gestalten?
Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen
Note
13
Autor
Jusup Malsagow (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
18
Katalognummer
V1159595
ISBN (PDF)
9783346556998
ISBN (Buch)
9783346557001
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Vorurteile Stereotyp Diskriminierung Bias Unterricht
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jusup Malsagow (Autor:in), 2021, Lehrkräfte ohne Vorurteile. Wie lässt sich Schule als vorurteilsfreier Raum gestalten?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1159595
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  18  Seiten
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