Die Auswirkungen von Biographiearbeit mit Kindern, deren Eltern psychisch erkrankt sind


Hausarbeit, 2021

20 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Definitionen
1.1. Psychische Erkrankung
1.2. Biografie(-arbeit)
1.3. Prävention

2. Auswirkungen und Risiken einer psychischen Erkrankung der Eltern auf das Kind
2.1. Kindeswohl(-gefährdung)
2.2. Eigene Erkrankung
2.3. Psychosoziale Folgen

3. Unterstützungsmöglichkeiten und Resilienzförderung
3.1. Biografiearbeit
3.1.1. Sinn und Funktion
3.1.2. Das kunsttherapeutische Angebot
3.1.3. „Filzen“ – ein exemplarisches Umsetzungsbeispiel des kunsttherapeutischen Angebots
3.1.4. Weitere Methoden des biografischen Arbeitens
3.2. Weitere Präventionsprogramme
3.2.1. Kanu- gemeinsam weiterkommen
3.2.2. ECHT STARK!
3.2.3. Auryn

Fazit

Literaturverzeichnis

Einleitung

Die folgende Hausarbeit beschäftigt sich mit einem Thema, dass in der heutigen Gesellschaft zu wenig Aufmerksamkeit erhält, wobei Kinder psychisch erkrankter Eltern als Randgruppe häufig aus dem Blickfeld des Umfeldes und somit auch dem der Fachkräfte fallen. Die Fragestellung der Hausarbeit lautet: Inwieweit kann Biografiearbeit mit Kindern unterstützend genutzt werden, wenn die Eltern psychisch erkrankt sind? Diese Arbeit befasst sich anfänglich mit Begriffsdefinitionen, um ein einheitliches Begriffsverständnis vorauszusetzen. Anschließend werden die Auswirkungen und Risiken der betroffenen Kinder erläutert, da diese eine besondere Wichtigkeit haben und als Wissen vorausgesetzt werden sollten, damit anschießend auf die Unterstützungs- und Präventionsprogramme geschaut werden kann. Die Unterstützungsmöglichkeiten sind ebenso vielfältig wie die Erkrankungsbilder der Eltern, weshalb eine Eingrenzung auf die Biografiearbeit, sowie drei zusätzliche Präventionsprogramme oder -projekte. Die Biografiearbeit erhält in dieser Hausarbeit den Schwerpunkt, weil sie sowohl präventiv wie begleitend eingesetzt werden kann. Weiterhin ist das biografische Arbeiten prinzipiell nach Konzeptionsanpassungen für jedes Alter nutzbar und macht es damit gut zugänglich und anwendbar. Da nicht nur innerhalb der Präventions- und Unterstützungsangebote Unterteilungen möglich sind, sondern zusätzlich noch im Bereich der Biografiearbeit, liegt der Fokus auf dem kunsttherapeutischen Ansatz, der abschließend mit einem praxisnahen Beispiel abschließt. Di drei weiteren Präventionsmodelle sind nur kurz erfasst, da jedes Modell für sich die Grundlage einer Hausarbeit eröffnen würde

Als Abschluss wird dann das Fazit folgen, welches sich mit der Verbindung zwischen den möglichen kindlichen Risiken und den Auswirkungen der Biografiearbeit, speziell dem kunsttherapeutischen Ansatz befasst. Die Arbeit bezieht sich eigens auf Fachliteratur diverser Quellen

1. Definitionen

1.1. Psychische Erkrankung

Die WHO unterscheidet bei ihrer Definition zwischen der psychischen Gesundheit und den Kennzeichen einer psychischen Störung, welche mit dem Begriff Erkrankung gleichzusetzen ist. Bei einer psychischen Störung geht es um eine Störung der psychischen Gesundheit, die „… durch eine Kombination von belastenden Gedanken, Emotionen, Verhaltensweisen und Beziehungen zu anderen gekennzeichnet (ist).“ (Weltgesundheitsorganisation, 2019).

Diese vierer Kombination beeinflusst die Interaktion mit der Umwelt, sowohl der physischen wie auch sozialen. Bei Abweichungen oder einem totalen Ausfall der vier Aspekte tritt in der Regel eine massive Beeinträchtigung im alltäglichen Leben auf, da die Betroffenen mit Rückzug und Isolationsverhalten reagieren, wodurch wiederum der Verlust sozialer Kontakte, Arbeitslosigkeit und eine angespannte finanzielle Situation einhergehen können (vgl. Griepenstroh et al., 2012, S. 24).

Als häufigste Störungsbilder treten dabei Depressionen, bipolare Störungen, Angststörungen, Psychosen und Verhaltensstörungen auf, wobei es neben weiteren Störungsbildern auch unterschiedliche Ausprägungen der jeweiligen Störung gibt (vgl. Weltgesundheitsorganisation, 2019).

1.2. Biografie(-arbeit)

Um den Begriff der Biografiearbeit besser definieren zu können, ist es sinnvoll die beiden Wörter getrennt voneinander zu betrachten.

So wird Biografie auch als Lebensbeschreibung benannt, was bedeutet, dass es ein Gestaltungsprodukt ist, welches das „… Ergebnis von reflexiven, selektiven und gestaltende Prozessen (ist).“ (Hölzle, 2011, S. 31). Da der Begriff Arbeit auf unterschiedliche Kontexte anwendbar ist, liegt die Verbindung nun auf dem Kontext der Biografie, hierbei geht es um „… einen absichtsvollen, bewussten, zielgerichteten und aktiven Prozess.“ (ebd., S. 31).

Die Zusammensetzung beider Begriffe zur Biografiearbeit kann im professionellen Kontext zweifach ausgelegt werden. So ist Biografiearbeit die aktive Auseinandersetzung und Beschäftigung mit der eigenen Lebensgeschichte, sodass von biografischer Selbstreflexion gesprochen wird. Andererseits kann Biografiearbeit auch als biografisches Arbeiten mit Gruppen und Individuen definiert werden, wobei die Anleitung und aktive Gestaltung dieser Prozesse im Vordergrund steht (vgl. ebd., S. 31).

1.3. Prävention

In Bereich der Prävention wird in drei Stufen unterschieden, wobei Prävention immer als „ein Oberbegriff für zielgerichtete Maßnahmen und Aktivitäten, um Krankheiten oder gesundheitliche Schädigungen zu vermeiden, das Risiko der Erkrankung zu verringern oder ihr Auftreten zu verzögern.“ (Bundesministerium für Gesundheit, 2021) verstanden werden kann.

Die Stufen gliedern sich in primäre Prävention, die das Ziel verfolgt, dass bereits die Entstehung einer Erkrankung verhindert wird, dabei unterstützend genutzt werden können eine gesundheitsbewusste Lebensweise sowie gesundheitsfördernde Lebensbedingungen (vgl. Bundesministerium für Gesundheit, 2021). Diese Art der Prävention senkt die Eintrittswahrscheinlichkeit einer Erkrankung, wobei der Fokus trotzdem in dieser Prävention liegen sollte, da die „wachsende Ungleichheit von Gesundheitschancen“ (Wiegand-Grefe et al., 2011, S. 34) weiterhin eine zentrale Herausforderung der Politik darstellt (vgl. ebd, S34f ).

Die zweite Stufe der Prävention nennt sich sekundäre Prävention und richtet sich auf die frühzeitige Erkennung einer Erkrankung, denn je früher eine Erkrankung erkannt wird, desto früher kann mit geeigneten Therapien und Maßnahmen gearbeitet werden. Diese Stufe wird gelegentlich „… auch (als) Verhinderung des Wiedereintritts eines Krankheitsereignisses verstanden…“ (Plass/ Wiegand-Grefe, 2012, S. 111)

Als letzte Stufe lässt sich die tertiäre Prävention benennen, dabei ist die Erkrankung bereits aufgetreten und das Ziel einer Milderung, eines Rückfalls oder einer Verschlimmerung verfolgt.

Die Abstufungen sind gerade im Bereich der primären und sekundären Prävention nicht immer klar voneinander trennbar zu betrachten und greifen oft ineinander (vgl. Bundesministerium für Gesundheit, 2021).

2. Auswirkungen und Risiken einer psychischen Erkrankung der Eltern auf das Kind

Um sich mit den Auswirkungen der Biografiearbeit thematisch zu beschäftigen, ist es erforderlich erstmal die Risiken und Auswirkungen zu beleuchten, die es durch Biografiearbeit und Präventionsprogramme abzuwenden oder zu lindern gilt. Die Auswirkungen und Risiken für Kinder sind so vielfältig wie die Art und der Umfang der elterlichen Erkrankung sein kann. Die drei größten Risiken werden im Folgenden dafür näher betrachtet.

2.1. Kindeswohl(-gefährdung)

„Pflege und Erziehung sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht“, so steht es im Artikel 6 des Grundgesetztes, damit gemeint ist unter anderem die Pflicht das Kindeswohl zu achten und für die Erhaltung Sorge zu tragen. Sollten die Eltern ihrer Pflicht nicht nachkommen, so greift der §1666 Sozialgesetzbuch VIII, der zur Abwendung der Gefahr erforderliche Maßnahmen durch das Jugendamt, ermöglicht (vgl. Lenz/Wiegand-Grefe, 2017, S. 16f). Es wird dann von einer Kindeswohlgefährdung gesprochen, welche in unterschiedliche Formen kategorisiert ist, so treten neben der körperlichen Misshandlung noch psychische oder emotionale Misshandlung, Vernachlässigung und sexueller Missbrauch auf (vgl. Lenz, 2012, S. 46ff). Die Folgen einer solchen Kindeswohlgefährdung lassen sich ebenfalls trennen, hierbei wird zwischen den Kurzzeitfolgen, die unmittelbar, allerdings spätestens innerhalb der ersten zwei Jahre auftreten, und den Langzeitfolgen, welche sich nach längerer Latenzzeit, oftmals in der Pubertät und dem Erwachsenenalter bemerkbar machen, unterschieden. Die Kurzzeitfolgen sind unter anderem Depression, Angst und Rückzug, aber auch Aggression, Störungen im Sozialverhalten oder übermäßiges Zutrauen zu Fremdpersonen. Die Langzeitfolgen zeigen sich erst später und sind in emotionale, interpersonale und sexuelle Störungen gegliedert (vgl. ebd., S. 48f).

[...]

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Die Auswirkungen von Biographiearbeit mit Kindern, deren Eltern psychisch erkrankt sind
Hochschule
DIPLOMA Fachhochschule Nordhessen; Zentrale
Note
1,3
Autor
Jahr
2021
Seiten
20
Katalognummer
V1159717
ISBN (Buch)
9783346554475
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Biografiearbeit, psychische Erkrankung, Auswirkungen, Kinder
Arbeit zitieren
Anna-Lina Backhaus (Autor:in), 2021, Die Auswirkungen von Biographiearbeit mit Kindern, deren Eltern psychisch erkrankt sind, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1159717

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