Freundschaft muss sich lohnen. Den Einfluss von sozialen Kontakten auf verschiedene Lebensbereiche wird von einigen wissenschaftlichen Disziplinen untersucht. Soziale Kontakte bestimmen vieles im gesellschaftlichen Kontext, da fasst alles über Kontakte abläuft. So spielen Kontakte für den Arbeitsmarkt einen relevanten Aspekt, da der Beruf, der einem zugewiesen wird, ein mobiler und änderbarer Status ist, der von anderen entschieden wird. Es muss ein Dritte dazu gebracht werden, sich für einen zu entscheiden, und nicht für den Mitbewerber. Aus diesem Grund spielen soziale Beziehungen eine wichtige Rolle, die Einfluss auf die Entscheidungsfähigkeit nehmen, und können für Ungleichheit am Arbeitsmarkt sorgen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Historischer Hintergrund
3. Der Arbeitsmarkt
4. Soziale Netzwerke am Arbeitsmarkt
5. Granovetter´s Studie „Getting a Job“
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Einfluss sozialer Kontakte und Netzwerke auf den Arbeitsmarkt und analysiert, inwieweit diese Faktoren zur Entstehung von Ungleichheit bei der Jobsuche beitragen.
- Historische Entwicklung des Arbeitsmarktes und der Arbeitsteilung
- Bedeutung von sozialen Netzwerken und Vertrauen in Unternehmen
- Analyse der Studie „Getting a Job“ von Mark Granovetter
- Zusammenhang zwischen sozialen Beziehungen und beruflicher Benachteiligung
- Rolle des Humankapitals im Vergleich zu sozialen Empfehlungen
Auszug aus dem Buch
5.Granovetter´s Studie „Getting a Job“
Der Job-Suchprozesses ist mit Kosten verbunden, die größer werden je länger der Suchprozess dauert. Es gibt viele verschiedenen Suchstrategien, wo Kosten und Erträge unterschiedlich ausfallen, wofür soziale Kontakte eine entscheidende Rolle spielen. Die Jobsuche über soziale Kontakte sind einerseits günstiger und haben anderseits eine höhere Erfolgswahrscheinlichkeit bei der Jobsuche. Diese Art der Jobsuche führt zu einer ungleichen Verteilung und zur Erhöhung von sozialer Ungleichheit. (vgl. Preisendröfer/Voss: 1998 S. 104ff) Es gibt viele Stellenausschreibungen in Zeitungen, Suchmaschinen im Internet, Handyapplikationen, Radio oder Fernsehen, wo der Arbeitgeber sich vorstellt und das Jobprofil angibt, das heißt welche Anforderung der Arbeitgeber an einen hat oder wie die tägliche Arbeit aussieht und welche Qualifikationen an einen gestellt werden.
Wenn man sich angesprochen fühlt und die erforderlichen Anforderungen besitzt, startet der Bewerbungsprozess mittels Kontaktaufnahme. Eine andere Art der Jobsuchstrategie ist über ein persönliches Netzwerk, wo ein Teil sich in einem Beschäftigungsverhältnis befindet, die einem mitteilen, ob Stellen frei sind, die besetzt werden sollten. Information über vakante Stellen aus dem Netzwerk kann dem Arbeitssuchende bei der Jobfindung nützlich sein.(vgl. ebd. S. 110-120) Mit der Studie „Getting A Job“ 1974 legte Granovetter einen Grundstein dafür, dass Beziehungen, egal ob schwache oder starke eine zentrale Rolle bei der Jobsuche spielen und ist daher auch für die Soziologie von Bedeutung.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz sozialer Kontakte auf dem Arbeitsmarkt ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach der Wirkung von Kontakten als Faktor sozialer Ungleichheit.
2. Historischer Hintergrund: Dieses Kapitel beleuchtet die theoretischen Grundlagen der Arbeitsteilung nach Durkheim, die Entbettung der Wirtschaft nach Polanyi sowie den Embeddedness-Ansatz von Granovetter.
3. Der Arbeitsmarkt: Hier erfolgt eine Definition des Arbeitsmarktes unter Berücksichtigung von Konkurrenz, Humankapital und den Mechanismen, die bei der Auswahl von Bewerbern durch soziale Empfehlungen zu Ungleichbehandlung führen.
4. Soziale Netzwerke am Arbeitsmarkt: Das Kapitel beschreibt, wie soziale Netzwerke in Unternehmen durch Gegenseitigkeit Vertrauen schaffen und welche Rolle die Unterscheidung von Überbrückungs- und Bindungs-Sozialkapital nach Putnam spielt.
5. Granovetter´s Studie „Getting a Job“: Dieses Kapitel erläutert, wie soziale Netzwerke bei der Jobsuche entscheidende Vorteile bieten und warum Personen mit starken Kontakten bessere Chancen auf Beschäftigung haben.
6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass soziale Netzwerke zwar einerseits Unterstützung bieten, aber andererseits als Quelle für soziale Ungleichheit am Arbeitsmarkt fungieren.
Schlüsselwörter
Arbeitsmarkt, soziale Kontakte, soziale Ungleichheit, Arbeitsteilung, Humankapital, Netzwerktheorie, Mark Granovetter, Embeddedness, Jobsuche, Sozialkapital, Vertrauen, Beschäftigung, Stellensuche, soziale Beziehungen, Konkurrenz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht, wie soziale Netzwerke und persönliche Kontakte die Chancen auf dem Arbeitsmarkt beeinflussen und inwiefern sie zur sozialen Ungleichheit beitragen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Themenfelder umfassen die historische Entwicklung der Arbeitsteilung, die Bedeutung von sozialem Kapital in Unternehmen und die Mechanismen der Jobsuche durch persönliche Kontakte.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, zu ergründen, wie soziale Kontakte in Form von Bevorzugungen als Faktor für Ungleichheit bei der Suche nach Arbeit wirken.
Welche wissenschaftlichen Methoden oder theoretischen Ansätze kommen zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse soziologischer und wirtschaftswissenschaftlicher Theorien, insbesondere der Einbettungstheorie (Embeddedness) von Mark Granovetter und Konzepten von Émile Durkheim und Karl Polanyi.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, eine Analyse des Arbeitsmarktes unter Aspekten der Ungleichbehandlung sowie eine konkrete Untersuchung der Rolle von Netzwerken anhand von Granovetters Studien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Wichtige Begriffe sind Arbeitsmarktsoziologie, soziale Netzwerke, Ungleichheit, Humankapital und Jobsuche.
Welche Rolle spielt die Einbettungstheorie von Granovetter in dieser Arbeit?
Sie dient als theoretische Grundlage, um zu erklären, dass wirtschaftliches Handeln stets in soziale Netzwerke eingebettet ist, was bei der Jobsuche zu einer Bevorzugung durch Empfehlungen führt.
Wie unterscheiden sich "Überbrückung" und "Bindung" nach Putnam?
Überbrückung beschreibt lockere Verbindungen zwischen verschiedenen sozialen Hintergründen zur Ressourcenbeschaffung, während Bindung engere, exklusive Netzwerke für gegenseitige Unterstützung bezeichnet.
Warum wird die Jobsuche über Netzwerke als potenziell ungleichheitsfördernd bewertet?
Weil Bewerber ohne Zugang zu gut vernetzten Empfehlungsketten trotz vergleichbarer Qualifikationen strukturelle Nachteile im Auswahlprozess erleiden können.
Welches Fazit zieht der Autor bezüglich der beruflichen Chancengleichheit?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass soziale Kontakte zwar wertvolle Ressourcen für die Jobsuche sind, diese Abhängigkeit jedoch soziale Ungleichheit produziert, deren Ausmaß empirisch nur schwer exakt nachzuweisen ist.
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- Stefan Mario Lackner-Haschke (Author), 2021, Soziale Ungleichheit am Arbeitsmarkt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1159938