Das Spiegelmotiv in der Literatur. Der Spiegel als ein literarisches Motiv des Todes?


Hausarbeit, 2021

15 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einführung in das Thema und Zielsetzung

2. DerSpiegel
2.1. Eigenschaften des Spiegels
2.2. Aberglauben des Spiegels

3. Betrachtung und Analyse ausgewählter Beispiele
3.1. J.K. Rowling, Harry Potter und der Stein der Weisen
3.2. Stephan King, Das Bildnis des Sensemanns
3.3. Bram Stoker, Dracula

4. Ergebnisseund Interpretationen
4.1. Ergebnisse
4.2. Interpretation der Ergebnisse

5. Schlussteil
5.1. Ergebnis der Hausarbeit

Literatur-und Quellenverzeichnis

1. Einführung in das Thema und Zielsetzung

Das Spiegelmotiv oder die Metapher des Spiegels ist ein weitverbreitetes Motiv in der Literatur. Es bewirkt meistens eine mystische Stimmung und hat einen geheimnisvollen Beigeschmack. Sehr häufig wird der Spiegel in Verbindung mit dem Tod gesetzt, was nicht nur bei verschiedenem Aberglauben zum Vorschein kommt, sondern auch in den unterschiedlichsten Geschichten in Literatur und Film. Wenn man etwas im Spiegel betrachtet, bedeutet dies, dass der Spiegel das Licht reflektiert oder absorbiert. „So ist das auch mit dem Sterben, das wie ein Spiegelfür die Ausstrahlung des Lebens ist. Im Sterben zeigt es sich von der anderen Seite her. Was lange im Vordergrund stand, rückt dann in den Hintergrund“ (Altrichter, 2016: 9). Das Motiv des Todes wird auch in dieser Arbeit das Hauptaugenmerk sein. Daher wurde eine Textauswahl getroffen, die sich einerseits mit der Funktion der Spiegelszenen im Text und andererseits mit der Bedeutsamkeit und den Anwendungsmöglichkeiten im Hinblick des Todes auseinandersetzen. Um dies in der Arbeit so gut wie möglich analysieren zu können, werden zunächst, in der Einleitung, bekannte Eigenschaften und Aberglauben des Spiegels aufgezählt und erläutert. Im Hauptteil werden drei Lektüren Bestandteil sein, durch die der Spiegel als literarisches Motiv des Todes hervorgebracht wird. Die Werke werden zunächst kurz inhaltlich wiedergegeben, um dann die Spiegelszene zu analysieren und interpretieren. Im Anschluss werden diese miteinander verglichen, um dann ein Fazit ziehen zu können und zu beurteilen, wie der Spiegel als literarisches Motiv des Todes eingesetzt werden kann.

2. Der Spiegel

Bevor mit dem Hauptteil der Arbeit begonnen wird, werden grundlegende Informationen des Spiegels erläutert, um dem Leser das Verständnis der Arbeit zu erleichtern.

2.1. Eigenschaften des Spiegels

Der Spiegel ist ein „Gegenstandaus Glas oderMetall, dessen glatte Fläche das, was sich vor ihr befindet, als Spiegelbild zeigt“ (Duden, 2021). Die leere Fläche des Spiegels verhilft dem Betrachter, Dinge wahrzunehmen, die zwar anwesend sind, aber aus der Perspektive des Betrachters nicht zu sehen sind (wie beispielsweise sein eigenes Gesicht) (vgl. Millner, 2004). Um sich in einem Spiegel betrachten zu können, muss das Subjekt in das spiegelnde Objekt, den Spiegel blicken. Oft wird der Spiegel demnach zur Selbstvergewisserung genutzt.

Außerdem kann man dem Spiegel nie vorwerfen, wie er die Welt bzw. das Spiegelbild zeigt. Er zeigt genau das, was vor ihm steht und spiegelt das Reale wider. Unabhängig davon, ob dieses schön, hässlich oder erhaben ist (vgl. Bauer, 2005) Für den Philosophen Nicolaus Cusanus ist eindeutig, dass die Qualität des Spiegelbildes abhängig von der Qualität des Spiegels ist, denn der Spiegel gibt das Spiegelbild einmal klarer und schärfer, ein andermal dunkler und undeutlicher wieder (vgl. Mandrella, 2012). „Kein Spiegel vermag ein Gesicht so wiederzugeben, wie es selbst ist, sondern immer nur abbildhaft als ein anderes, dem urbildlichen Gesichtähnliches“ (Mandrella, 2012: 141)

2.2. Aberglauben des Spiegels

Rund um den Spiegel gibt es weitverbreitete Aberglauben, die mehr oder weniger bekannt sind. Ein sehr bekannter Aberglaube in Deutschland, Frankreich und in der Literatur ist, dass bei einem Todesfall alle Spiegel im Haus verhängt werden, damit die Seele des Verstorbenen nicht bestehen bleibt. Dieser Glaube beruht auf der Annahme, dass die Seele der Toten im Spiegel sichtbar werden kann und dort verweilt (vgl. Rank, 1925). In Schlesien hingegen soll bei Mitternacht der Tote im Spiegel erscheinen, wenn man den Namen des Verstorbenen sagt und zwei Kerzen vor den Spiegel hält. Der Spiegel gilt demnach auch hier als Verbindung zwischen dem realen Leben und dem Jenseits bzw. zwischen dem realen Leben und der Todeswelt (vgl. Rank, 1925). Auch ein gängiger Mythos ist der des zerbrochenen Spiegels. Bekanntlich soll dieser dem Verursacher und alldenjenigen die in den zerbrochenen Spiegel schauen, sieben Jahre Pech bringen und einige gehen sogar davon aus, dass in diesen sieben Jahren so viele Flüche auftreten, dass diese einen töten können. Außerdem soll einem der Tod drohen, wenn man nachts in den Spiegel schaut und dort eine weitere Person sieht (oft das Bild des Teufels), da dadurch die Seele verschwindet, wodurch der Tod notwendig folgt (vgl. Rank, 1925)

3. Betrachtung und Analyse ausgewählter Beispiele

3.1. J. K. Rowling, Harry Potter und der Stein der Weisen

Der Roman „Harry Potter und der Stein der Weisen“ von J. K. Rowling, aus dem Jahre 1997 ist das erste Band der Harry Potter Reihe und handelt von der Figur Harry Potter, der erfährt, dass er von Zauberern abstammt und zu einer Zauberschule in Hogwarts eingeladen wird. Dort erfährt er unter anderem, dass Lord Voldemord seine Eltern umgebracht hat und hinter dem Stein der Weisen her ist. Dieser Stein soll nach Erzählungen dem Besitzer Ruhm und ewiges Leben verleihen. Durch Harrys Mut, der Hilfe seiner Freunde Ron und Hermine und dem Einsatz des Spiegels Nerhegeb schafft er es, den Stein vor Lord Voldemord zu beschützen.

Der Spiegel in der Geschichte der Stein der Weisen ist bekannt durch den Namen Nerhegeb. Schon anhand dieses Namens kann schnell die Fähigkeit dessen gefolgert werden. Nerhegeb heißt rückwärts Begehren. Auf Englisch heißt der Spiegel erised was rückwärts wiederrum desire bedeutet und auf Deutsch mit Verlangen zu übersetzten ist. Über den Spiegel ist in rückwärts ein Spruch reingeritzt, „NERHEGEBZREHNIEDREBAZ TILTNANIEDTHCIN" (Rowling, 1998: 227), der so viel bedeutet wie: „Nicht dein Anlitz, aber dein Herzbegehren“ (vgl. Gräf, 20119. Der Spiegel steht auf zwei Klauenfüßen, reicht bis zur Decke und hat einen verzierten Goldrahmen (vgl. Rowling, 1998: 227).

Zur Anschauung eine mögliche Darstellung:

Abbildung wurde aus urheberrechtlichen Gründen vom Redaktionsteam entfernt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(Abb.l: Harry PotterFandom, 2014)

Nerhegeb wurde im 19 Jahrhundert erschaffen. Warum dieser erschaffen wurde und von wem bleibt unbekannt. Auch ungewiss bleibt, wie und warum dieser Spiegel nach Hogwarts gekommen ist. Laut Gerüchten hat ihn ein Lehrer mitgebracht, um eventuell mit Kollegen an ihm zu forschen (vgl. Harry Potter Lexikon, 2007). Seit dem Jahre 1891 stand der Spiegel in dem Raum der Wünsche innerhalb Hogwarts und erst ein Jahrhundert später brachte ihn Dumbledore in einen nicht genutzten Klassenraum.

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Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Das Spiegelmotiv in der Literatur. Der Spiegel als ein literarisches Motiv des Todes?
Autor
Jahr
2021
Seiten
15
Katalognummer
V1160753
ISBN (Buch)
9783346564504
Sprache
Deutsch
Schlagworte
spiegelmotiv, literatur, spiegel, motiv, todes
Arbeit zitieren
Amelie Rust (Autor:in), 2021, Das Spiegelmotiv in der Literatur. Der Spiegel als ein literarisches Motiv des Todes?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1160753

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