In der vorliegenden Arbeit soll der Zusammenhang zwischen Sozialer Arbeit und der
Migration von Spätaussiedlern erläutert werden. Dazu ist es notwendig, diese
Zuwanderungsgruppe von den beiden anderen großen Zuwanderungsgruppen der
BRD, den Arbeitsmigranten und den Flüchtlingen abzugrenzen und sie zu definieren.
Daraufhin soll die Frage erörtert werden, warum die BRD als Einwanderungsland
Zuwanderer beheimatet und ihre Einreise nicht abweist. Anschließend soll ausgehend
von der Situation, in der sich die Spätaussiedler befinden, wenn sie in die BRD
einreisen, erläutert werden, warum sich der deutsche Staat und die deutsche
Gesellschaft umfangreiche Maßnahmen leisten, um die Spätaussiedler zu integrieren.
Nachdem die Gründe für die Maßnahmen zur Integration dargestellt wurden, soll auf
den Beitrag der sozialen Arbeit eingegangen werden und an konkreten,
praxisbezogenen Beispielen verdeutlicht werden, wie die Soziale Arbeit in den
Integrationsprozess eingreifen und diesen unterstützen kann. Abschließend soll die
Ausgangsfrage „Wie ist der Zusammenhang zwischen Sozialer Arbeit und der Migration
von Spätaussiedlern?“ mit Hilfe einer Zusammenfassung beantwortet werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Hauptteil
2.1 Definition und Abgrenzung der Zuwanderungsgruppe Spätaussiedler
2.2 Warum beheimatet die BRD Spätaussiedler?
2.3 Warum leistet sich der deutsche Staat Maßnahmen zur Integration von Spätaussiedlern?
2.3.1 Ausgangslage in den Herkunftsländern und Gründe für die Ausreise
2.3.2 Die Diskrepanz zwischen Hoffnung und Realität
2.3.3 Nach der Einreise
2.3.4 Gründe für Integrationsmaßnahmen
2.3.4.1 Gesetzliche Verpflichtung
2.3.4.2 Vorhandene Potentiale
2.3.4.3 Soziale Folgelasten und gesellschaftliche Konflikt
2.3.4.4 Zusammenfassung
2.4 Wie kann die Soziale Arbeit die Integration von Spätaussiedlern unterstützen?
2.4.1 Maßnahmen zur Unterstützung der Existenzgründung
2.4.2 Maßnahmen zur psychosozialen Integration
2.4.3 Öffentlichkeitsarbeit
2.4.4 Zusammenfassung
3. Zusammenfassende Beantwortung der Frage: Wie ist der Zusammenhang zwischen Sozialer Arbeit und der Migration von Spätaussiedlern?
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Sozialen Arbeit und der Integration von Spätaussiedlern in die Bundesrepublik Deutschland. Dabei wird analysiert, warum der Staat Maßnahmen zur Integration implementiert und wie die Soziale Arbeit diese Prozesse durch gezielte Einzelfall-, Gruppen- und Gemeinwesenarbeit konkret unterstützen kann, um gesellschaftliche Folgeprobleme zu vermeiden.
- Rechtliche und soziale Definition der Zuwanderungsgruppe Spätaussiedler
- Ökonomische und demographische Gründe für die Aufnahme durch die BRD
- Die Bedeutung von Integrationsmaßnahmen zur Prävention gesellschaftlicher Konflikte
- Methodische Ansätze der Sozialen Arbeit zur Unterstützung der Existenzgründung und psychosozialen Integration
Auszug aus dem Buch
2.4.1 Maßnahmen zur Unterstützung der Existenzgründung
Nachdem die Spätaussiedler in ihrem Herkunftsland einen Übernahmeantrag gestellt haben und in Deutschland eingereist sind, verbringen sie ihre ersten 3-4 Tage in ihrer neuen Heimat in einem Grenzdurchgangslager und werden anschließend auf die einzelnen Bundesländer verteilt. Im Bundesland Nordrhein-Westfalen, in das die meisten Spätaussiedler gelangen, bekommen sie in den darauf folgenden zwei Monaten, die sie im Durchgangslager Unna-Massen verbringen, u. a. einen Vertriebenen- und einen Personalausweis. Anschließend wird ihnen ein Platz im Übergangswohnheim und in Integrationsmaßnahmen zugewiesen (vgl. WEIß 1992, S. 360). In dieser ersten Phase der Integration, die Christa Günther als die Phase des „Ankommens, der Aufnahme und der Erst-Orientierung“ (GÜNTHER 1992, S. 39) bezeichnet, müssen viele Formalitäten erledigt, Anträge und Formulare ausgefüllt werden, z.B. um Eingliederungshilfe zu beantragen. Aufgrund ihrer mangelnden Sprachkenntnisse bei der Einreise und der hohen sprachlichen Anforderungen des bürokratischen Deutsch sind viele der Spätaussiedler auf Hilfe beim Ausfüllen und Stellen der erforderlichen Anträge angewiesen, die häufig von Sozialarbeitern geleistet werden muss wie die Sozialarbeiterin Tatjana Fischbach in ihrem Erfahrungsbericht schildert, da die Behörden aufgrund von Personalmangel diese Dienstleistung nur selten erbringen können (vgl. FISCHBACH 1992, S. 338). Begleitung bei den Behördengängen wird zusätzlich in vielen Fällen erbracht (vgl. LFSUWN 1993, S. 98).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Darstellung der Zielsetzung der Arbeit, die darin besteht, die Rolle der Sozialen Arbeit bei der Integration von Spätaussiedlern zu untersuchen.
2. Hauptteil: Analyse der rechtlichen Rahmenbedingungen, der Motive für staatliche Integrationsmaßnahmen sowie der praktischen methodischen Unterstützung durch Sozialarbeiter.
3. Zusammenfassende Beantwortung der Frage: Wie ist der Zusammenhang zwischen Sozialer Arbeit und der Migration von Spätaussiedlern?: Synthese der Ergebnisse, die unterstreicht, dass Soziale Arbeit eine unverzichtbare Stütze in allen Phasen der Integration darstellt.
Schlüsselwörter
Spätaussiedler, Soziale Arbeit, Integration, BRD, Zuwanderung, Einzelfallhilfe, Gruppenarbeit, Gemeinwesenarbeit, Psychosoziale Integration, Existenzgründung, Integrationsmaßnahmen, Behördenbegleitung, Wohlfahrtsverbände, Rechtsstatus, Gesellschaftliche Teilhabe.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der spezifischen Zuwanderungsgruppe der Spätaussiedler und untersucht die Rolle der Sozialen Arbeit bei deren Eingliederung in die deutsche Gesellschaft.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Im Zentrum stehen die Definition der Zielgruppe, die staatlichen Motive für die Integration sowie die praktischen methodischen Ansätze der Sozialen Arbeit.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den notwendigen Zusammenhang zwischen professioneller Sozialarbeit und einer erfolgreichen Integration von Spätaussiedlern aufzuzeigen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Autorin stützt sich auf eine theoretische Auseinandersetzung mit Fachliteratur sowie auf Erfahrungsberichte aus der Praxis, um den Integrationsprozess zu verdeutlichen.
Was umfasst der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil gliedert sich in die Klärung des Rechtsstatus, die Beweggründe für staatliche Investitionen in Integration und die konkrete methodische Unterstützung durch Fachkräfte.
Welche Schlagworte charakterisieren diese Publikation?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Integration, Spätaussiedler, Soziale Arbeit, psychosoziale Betreuung und die Vermeidung von Folgeproblemen.
Warum ist die Unterscheidung zwischen Arbeitsmigranten und Spätaussiedlern rechtlich so wichtig?
Aufgrund des unterschiedlichen Rechtsstatus ergeben sich für Spätaussiedler spezifische Ansprüche an den Staat, die für den Integrationsverlauf von zentraler Bedeutung sind.
Welche Rolle spielt die Öffentlichkeitsarbeit bei der Integration?
Öffentlichkeitsarbeit dient dazu, Vorurteile abzubauen und das Verständnis der einheimischen Bevölkerung für die Situation der Spätaussiedler zu fördern.
- Arbeit zitieren
- Pia Kosak (Autor:in), 2006, Wie ist der Zusammenhang zwischen Sozialer Arbeit und der Migration von Spätaussiedlern?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/116075