Bilanzanalyse und Controlling für die Unternehmensübernahme


Hausarbeit, 2021

23 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Bilanzanalyse
1.1 Kennzahlen
1.2 Bericht für die Geschäftsführung
1.3 Gewinn

2 Kennzahlensystem & Controllingsystem
2.1 EKR-Controllingsystem
2.2 Stakeholder vs. Shareholder
2.3 GKR-Controllingsystem
2.4 Die Balanced Scorecard als Alternative zum Controllingsystem

3 Interpretation und Handlungsempfehlungen

4 Literaturverzeichnis

5 Abbildungs- und Tabellenverzeichnis
5.1 Abbildungsverzeichnis
5.2 Tabellenverzeichnis
5.3 Abkürzungsverzeichnis

1 Bilanzanalyse

1.1 Kennzahlen

Tab. 1: Angegebene Kennzahlen der Lönneberger GmbH und Malefits GmbH (eigene Darstellung)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Nachfolgend sollen mithilfe der tabellarisch aufgeführten Kennzahlen der Gewinn, der Umsatz, der Return on Investment (ROI), das Eigen- und das Fremdkapital rechnerisch ermittelt werden. Zunächst wird mit der Formel für den Deckungsgrad I das Eigenkapital berechnet, indem die Formel nach dem Eigenkapital umgestellt wird.

Deckungsgrad 1 = Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Daraus ergibt sich für die Lönneberger GmbH folgende Rechnung:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Das Eigenkapital für die Lönneberger GmbH beträgt 870.000,00 €.

Für die Ermittlung des Eigenkapitals der Malefits GmbH wird wie bei der Lönneberger GmbH vorgegangen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Das Eigenkapital für die Malefits GmbH beträgt 33.000,00 €.

Mithilfe des Eigenkapitals kann nun der Gewinn über die Formel der Eigenkapitalrentabilität ermittelt werden.

Eigenkapitalrentabilität = Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Lönneberger GmbH verfügt über einen Gewinn in Höhe von 130.500,00 €.

Der Gewinn der Malefits GmbH wird auf die gleiche Weise bestimmt, woraus sich folgender Wert ergibt:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Für die Malefits GmbH berechnet sich ein Verlust von – 6.600,00 €.

Mithilfe des Eigenkapitals lässt sich auch das Fremdkapital bestimmen. Dafür wird die Formel des Verschuldungsgrads herangezogen und nach dem Fremdkapital umgestellt.

Verschuldungsgrad = Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Somit ergibt sich für die Lönneberger GmbH folgende Rechnung:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Das Fremdkapital der Lönneberger GmbH beträgt 208.800,00 €.

Die Ermittlung des Fremdkapitals für die Malefits GmbH erfolgt nach der gleichen Vorgehensweise.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Malefits GmbH verfügt über ein Fremdkapital in Höhe von 171.600,00 €.

Damit der Umsatz berechnet werden kann, wird die Formel für die Umsatzrentabilität eingesetzt.

Umsatzrentabilität = Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Nun wird zunächst der Umsatz für die Lönneberger GmbH bestimmt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Umsatz = Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Lönneberger GmbH hat 815.625,00 € umgesetzt.

Die Berechnung des Umsatzes der Malefits GmbH erfolgt ebenfalls nach der oben beschriebenen Vorgehensweise.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Umsatz = Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Somit ergibt sich für die Malefits GmbH ein Umsatz von 94.285,71 €.

Die letzte Kennzahl, die bestimmt werden soll, ist der ROI. Dafür werden zunächst die Fremdkapitalzinsen mit der Formel der Fremdkapitalrentabilität berechnet.

Fremdkapitalrentabilität = Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Es erfolgt zunächst die Berechnung für die Lönneberger GmbH.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Fremdkapitalzinsen betragen 20.880,00 €.

Weiterhin muss das Gesamtkapital im Vorfeld berechnet werden. Dieses ergibt sich aus der Summe von Eigen- und Fremdkapital.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Das Gesamtkapital der Lönneberger GmbH liegt bei 1.078.800,00 €. Mit diesen Werten kann nun der ROI ermittelt werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Der ROI für die Lönneberger GmbH beträgt 14,03 %.

Abschließend wird der ROI für die Malefits GmbH auf die gleiche Weise wie zuvor beschrieben ermittelt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Fremdkapitalzinsen der Malefits GmbH betragen 17.160,00 €.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Summe von Eigen- und Fremdkapital ergibt für die Malefits GmbH ein Gesamtkapital in Höhe von 204.600,00 €.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Der ROI für die Malefits GmbH beträgt 5,16 %.

1.2 Bericht für die Geschäftsführung

Damit eine Schlussfolgerung zu der getroffenen Aussage der Mitarbeiter erfolgen kann, gilt es zunächst die gegebenen Kennzahlen genauer zu betrachten. Die Umsatzrentabilität gibt an, wie viel Prozent des Umsatzes als Gewinn verbleiben. Sie zeigt somit, wie erfolgreich ein Unternehmen bei dem Verkauf seiner Dienstleistungen und Güter ist (Vollmuth, 2001, S. 201). Unternehmen sind bestrebt eine möglichst hohe Umsatzrentabilität zu erwirtschaften. Wie hoch die Umsatzrentabilität sein sollte bzw. ist, ist je nach Branche unterschiedlich. Deutsche DAX-Unternehmen haben im Jahr 2008 eine durchschnittliche Umsatzrentabilität von 5,8 % erzielt (Schuster & Rüdt von Collenberg, 2015, S. 94). Eine negative Umsatzrentabilität gibt an, wie hoch der durchschnittliche Verlust pro verkaufter Leistung ist (Engel-Bock, 1997, S. 137). Die Malefits GmbH hat im Jahr 2019 eine Umsatzrentabilität von – 7 % erzielt und somit bei jeder verkauften Leistung einen Verlust von sieben Cent erwirtschaftet. Demnach ist die Malefits GmbH nicht erfolgreich bei dem Verkauf ihrer Dienstleistungen. Eine Überprüfung der langfristigen Liquidität findet über die Deckungsgrade statt (Vollmuth, 2001, S. 205). Für die Malefits GmbH ist bei den vorliegenden Kennzahlen ausschließlich der Deckungsgrad 1 angegeben. Der Deckungsgrad 1 gibt Auskunft darüber, inwieweit das Anlagevermögen durch das Eigenkapital gedeckt ist. Ab einem Wert von 70 % kann der Deckungsgrad 1 als gut eingestuft werden (Spångberger Zepezauer, 2021, S. 270). Je höher dieser Wert ist, desto eher bekommt der Gläubiger im Falle einer Insolvenz sein Geld zurück, da Anlagevermögen im Gegensatz zum Umlaufvermögen gebundenes Kapital darstellt und nur schwierig in Bares umgewandelt werden kann (Schuster & Rüdt von Collenberg, 2015, S. 91-92). Bei der Malefits GmbH liegt ein Deckungsgrad 1 von 33 % vor, was bedeutet, dass lediglich 33 % des Anlagevermögens durch Eigenkapital gedeckt sind. Der Verschuldungsgrad gibt das Verhältnis zwischen Eigen- und Fremdkapital an. Je höher dieser Wert ist, desto höher ist die Abhängigkeit des Unternehmens von einem externen Gläubiger. Der Verschuldungsgrad sollte unter 200 % liegen (Schuster & Rüdt von Collenberg, 2015, S. 86). Diese Kennzahl ist bei der Malefits GmbH mit 520 % angegeben und liegt damit über dem Sollwert. Die Änderungsrate des Umsatzes gibt an, ob ein Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr ein Umsatzwachstum, -gleichstand oder -rückgang erfahren hat. Sinkende Umsätze gelten als ein Anzeichen für bestehende Absatzprobleme (Engel-Bock, 1997, S.131). Die Malefits GmbH konnte im Geschäftsjahr 2018 eine Änderungsrate des Umsatzes von 102 % erzielen und somit ihren Umsatz im Vergleich zum Vorjahr deutlich steigern. Die Eigenkapitalrentabilität zeigt, wie sich das eingesetzte Eigenkapital verzinst hat. Eigenkapitalgeber wollen dabei einen möglichst sicheren und gleichzeitig hohen Gewinn erwirtschaften (Schuster & Rüdt von Collenberg, 2015, S. 95). Bei der Malefits GmbH liegt die Eigenkapitalrentabilität bei – 20 %. Dies bedeutet, dass ein Euro Eigenkapital 20 Cent Verlust erzielt. Die Fremdkapitalrentabilität stellt dar, wie hoch die durchschnittlichen Zinsen für das investierte Fremdkapital im Unternehmen sind. Unternehmen möchten diese Kennzahl möglichst geringhalten, denn je höher die Fremdkapitalrentabilität ist, desto mehr Zinsen muss das Unternehmen an die Gläubiger zahlen. Ein hoher Zinssatz kann ein Hinweis auf eine schlechte Bonität sein, da die Gläubiger dabei häufig einen Risikoaufschlag verlangen (Spindler, 2020, S. 111). Die Malefits GmbH muss durchschnittlich 10 % Fremdkapitalzinsen zahlen und hat damit den gleichen Zinssatz, wie die Lönneberger GmbH.

Grundsätzlich lässt sich auf den ersten Blick der Aussage der Mitarbeiter zustimmen. Allerdings muss bedacht werden, dass das Unternehmen erst vor Kurzem gegründet wurde. Gerade zu Beginn wird Fremdkapital für Marketingmaßnahmen und Anschaffungen benötigt und Verluste erwirtschaftet. Nur selten können Neugründungen komplett eigenfinanziert werden (Grohe, 2018). Weiterhin konnte die Malefits GmbH eine Änderungsrate des Umsatzes um 102 % zum Vorjahr erzielen. In dem Unternehmen konnte also deutlich mehr Umsatz als zum Vorjahr generiert werden. Im Gegensatz dazu hat die Lönneberger GmbH eine Änderungsrate des Umsatzes von 2 % zum Vorjahr erreicht. Es gilt somit, dass die Malefits GmbH als Konkurrent ernst genommen werden sollte. Weiterhin sollten im Januar 2020 die Kennzahlen für das Geschäftsjahr 2019 eingeholt werden, um einen Vergleich der Kennzahlen zum Jahr 2018 vornehmen zu können. Nur so kann eine Einschätzung zu der weiteren Entwicklung der Malefits GmbH abgegeben werden.

1.3 Gewinn

Der in der Bilanz ausgewiesene Gewinn sollte nicht zur alleinigen Betrachtung des Unternehmenserfolges herangezogen werden, da die Bilanz von Unternehmen durch bilanzpolitische Maßnahmen geschönt worden sein kann. Es kann in Bilanzfälschung bzw.-manipulation und Bilanzkosmetik, auch als Window-Dressing bezeichnet, unterschieden werden (Hundt, 2016, S. 208-209). Eine Bilanzfälschung verstößt durch die Manipulation der Bilanz gegen die Regelungen des Handelsgesetzbuches. Durch die Fälschung der Bilanz soll das Unternehmen besser dargestellt werden, um beispielsweise einen Börsengang zu ermöglichen. Als Beispiele dafür lassen sich das Ausstellen von Scheinrechnungen oder das Weglassen von bestehenden Bankdarlehen anführen. Die Bilanzkosmetik nutzt hingegen legale Methoden, um das Unternehmen für Investoren positiver darzustellen. Probleme sollen dadurch verdeckt oder Entwicklungen besser dargestellt werden. Als Beispiel aus der Praxis lässt sich das Sale-and-lease-back Verfahren nennen. Das Unternehmen veräußert Vermögenswerte und mietet diese anschließend zurück. Beispielsweise verkauft das Unternehmen ein genutztes Gebäude. Dafür erhält es in der Regel einen beachtlichen Gewinn, wodurch sich im Jahr der Veräußerung die Erfolgslage des Unternehmens positiv verändert. Nun muss das Unternehmen allerdings Mietzahlungen tätigen. Mietzahlungen sind jedoch nicht aus der Bilanz ersichtlich, sondern nur in der Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) nachvollziehbar. Hierbei ist allerdings zu beachten, dass Mietzahlungen im öffentlichen Jahresabschluss nicht gesondert aufgelistet sind, wodurch die Nachvollziehbarkeit wiederum erschwert ist (Rinker, 2019). Anhand der beschriebenen Punkte sollte der Bilanzgewinn demnach nicht als alleinige Kennzahl zur Bestimmung des Unternehmenserfolgs verwendet, sondern ebenfalls weitere Kennzahlen herangezogen werden. Als Erfolgsindikator ist beispielsweise der Cashflow besser geeignet, da keine bilanzkosmetischen Maßnahmen möglich sind (Petry, o. J., S. 12). Dies ist darauf zurückzuführen, dass durch Abschreibungsmethoden, Rückstellungszuführungen und -auflösungen und Umsatzverbuchungen das Jahresergebnis bilanzpolitisch gestaltbar ist. Abschreibungen und Rückstellungsbewegungen wirken sich auf den Cashflow jedoch nicht aus. Umsätze werden beim Cashflow zu dem Zeitpunkt berücksichtigt, an dem sie anfallen. Bei der GuV kann das Unternehmen, das heute einen Vertrag abschließt, der aber erst in drei Jahren bezahlt wird, heute schon den Umsatz verbuchen (Lorenzen, o. J.).

2 Kennzahlensystem & Controllingsystem

2.1 EKR-Controllingsystem

Nachfolgend wird unter Angabe des Rechenweges ermittelt, um welchen Betrag die variablen Kosten ansteigen dürfen, damit unter Beachtung der sonstigen Annahmen eine Eigenkapitalrentabilität von 17 % erreicht wird. Dafür muss zunächst der Gewinn für das Jahr 2020 berechnet werden. Das Eigenkapital bleibt unverändert.

[...]

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
Bilanzanalyse und Controlling für die Unternehmensübernahme
Hochschule
Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement GmbH
Note
1,0
Autor
Jahr
2021
Seiten
23
Katalognummer
V1160766
ISBN (Buch)
9783346564528
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bilanzanalyse, Kennzahlensystem, Controllingsystem, Eigenkapitalrentabilität, Gesamtkapitalrentabilität, Balanced Scorecard, Kennzahlen, Finanzen und Controlling III, DHfPG
Arbeit zitieren
Lina Mätzschker (Autor:in), 2021, Bilanzanalyse und Controlling für die Unternehmensübernahme, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1160766

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