Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Literaturwissenschaft - Literatur der Romantik

"Florentin" von Dorothea Schlegel. Widersprüche geschlechtlicher Identität im Roman

Titel: "Florentin" von Dorothea Schlegel. Widersprüche geschlechtlicher Identität im Roman

Hausarbeit , 2020 , 16 Seiten

Autor:in: Kathleen Haupt (Autor:in)

Literaturwissenschaft - Literatur der Romantik
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Werden Widersprüche geschlechtlicher Identität in dem Roman "Florentin" von Dorothea Schlegel dargestellt? Mit dieser Frage beschäftigt sich diese Arbeit und sucht Antworten darauf, ob dies zutrifft und wie solche Widersprüche dargestellt werden. Der Schwerpunkt liegt darauf, wie solche Widersprüche durch den gleichnamigen Protagonisten Florentin zum Ausdruck kommen.

Als erstes wird ein Überblickwissen über die Romantik gegeben, um den Roman und die Autorin Dorothea Schlegel zeitlich einordnen zu können. Daraufhin wird der Begriff Gender definiert und näher erläutert. Anschließend werden bedeutsame und zentrale männliche und weibliche Konzeptionen der Romantik behandelt. Dazu werden allgemeine Entwicklungen erklärt und Humboldt eingegangen. Dieser hatte einen prägenden Einfluss auf die Geschlechtervorstellung dieser Zeit. Zuerst wird auf seine Grundidee des Ideals der reinen Menschheit eingegangen und anschließend seine detaillierte Beschreibung der Geschlechter vorgestellt. Darauf wird die Hauptfigur Florentin vorgestellt. Dies geschieht durch die Klärung seiner Namensbedeutung, die Aufzählung der Eckdaten seines Lebens, sein Umgang mit Freiheit und seinen Zielen und schließlich seinen Beziehungen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Überblickwissen

2.1. Romantik

2.2. Gender

3. Romantik

3.1. Allgemeine Entwicklungen

3.2. Humboldt

3.2.1. Das Ideal reiner Menschheit

3.2.2. Beschreibung der Geschlechter

4. Männliche Konzeption in Florentin am Beispiel von Florentin

4.1. Namensbedeutung von Florentin

4.2. Eckdaten seines Lebens

4.3 Florentins Ziele und der Umgang mit Freiheit

4.4. Beziehungen

5. Widersprüche mit der damaligen Geschlechterrolle

5.1. Name

5.2. Interesse für Frauen, Männer und doppelte Geschlechtlichkeit

5.3. Einordnung Florentins Geschlechterrolle unter Einbeziehung von Humboldts Vorstellungen

5.3.1. Äußerlichkeiten

5.3.2. Männliche und weibliche Charaktereigenschaften Florentins

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht, inwiefern der Roman „Florentin“ von Dorothea Schlegel Widersprüche hinsichtlich geschlechtlicher Identitäten aufweist und wie diese durch die Titelfigur zum Ausdruck gebracht werden. Ziel ist es, das Rollenbild des Protagonisten mit den zeitgenössischen Geschlechterkonzeptionen, insbesondere unter Einbeziehung von Wilhelm von Humboldts Theorien, abzugleichen.

  • Analyse geschlechtsspezifischer Rollenbilder in der Romantik
  • Wilhelm von Humboldts Einfluss auf zeitgenössische Geschlechtervorstellungen
  • Charakterisierung von Florentin hinsichtlich Identität, Namen und Verhalten
  • Untersuchung von Widersprüchen zwischen männlichen und weiblichen Eigenschaften

Auszug aus dem Buch

5.2. Interesse für Frauen, Männer und doppelte Geschlechtlichkeit

Florentin zeigt in seinem Leben Interesse an Frauen, sowie auch Männern. Er berichtet von einem einprägenden Erlebnis mit seiner Schwester im Klostergarten. Dabei beobachten die Geschwister einen Jüngling durch eine kleine Öffnung im Zaun. Florentin beschreibt den Jüngling sehr ausführlich und ist völlig verzweifelt, als dieser wegreitet (ebd., S. 61f). Obwohl diese Begegnung nur sehr kurz war, prägt der Jüngling Florentin sehr und „stiftet das Grundmuster seines Begehrens und Geschlechts“.27 Auf seine Schwester hingegen wirkt der Jüngling eher „gleichmütig“(ebd.) und sie umsorgt sich um ihren Bruder. Es scheint, als ob Florentin sich durch diese Schau seines Begehrens bewusst wird und so die symbiotische Bruder-Schwester- Gemeinschaft verlässt. Es kommt zu einer Entfremdung des Geschwisterpaars. Florentin wird „zu einem Gegenüber, der in der Rolle des Bruders nicht mehr aufgeht und die geschlechtlich festgelegte Ordnung des Bruder- Mannes aufsprengt und verlässt“ (ebd.). „Der Begriff Jüngling ist erotisch konnotiert, denn er lässt die von Platon im „Symposion“ beschworenen Begriffe „Liebling, Günstling, Schönling assoziieren, die den antiken, homoerotischen Liebes- und Freundschaftskult zum Manne heran gewachsener Jugendlicher. Damit lässt er sich auch, wie Humboldt schon gesagt hat, keinem Geschlecht eindeutig zuordnen (ebd.).

Das Zusammenspiel von Ambivalenzen ist Florentins Begehren, von der „doppelten Geschlechtlichkeit“ (ebd., S. 74) Dieser Moment kann man als Ausstieg von Florentin sehen aus der christlich-väterlichen Ordnung, hinzu geschlechtlichen Offenheit. Diese Ambivalenz klingt auch zu Beginn des Romans an. Florentin wird als Reisender bezeichnet und durch den Satz „Mutig trabte ein Reisender den Hügel herauf“ (ebd., S.11) wird die Grenze zwischen Mensch und Tier unklar. Ebenso ist es bei dem Jüngling, welchem man die Beschreibung eines „chimärisch-androgynes Wesen (ebd., S. 75) zuweisen kann.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Fragestellung ein, ob und wie der Roman „Florentin“ Widersprüche geschlechtlicher Identität thematisiert.

2. Überblickwissen: Dieses Kapitel verortet den Roman in der Epoche der Romantik und definiert den Begriff Gender für die folgende Analyse.

3. Romantik: Es werden allgemeine Entwicklungen der Geschlechterrollen um 1800 beleuchtet und Humboldts Ideal der reinen Menschheit sowie seine Geschlechterbeschreibung detailliert dargelegt.

4. Männliche Konzeption in Florentin am Beispiel von Florentin: Die Titelfigur wird durch ihre Namensbedeutung, Lebensdaten, Freiheitsverständnis und zwischenmenschliche Beziehungen charakterisiert.

5. Widersprüche mit der damaligen Geschlechterrolle: In diesem Hauptteil wird Florentins Verhalten und äußeres Erscheinungsbild kritisch an Humboldts Geschlechtervorstellungen gemessen.

6. Fazit: Die Arbeit resümiert, dass Florentin trotz männlicher Tendenzen als vage Figur fungiert, die die starre Geschlechtertrennung der Romantik auflöst.

Schlüsselwörter

Florentin, Dorothea Schlegel, Romantik, Geschlechterrolle, Gender, Wilhelm von Humboldt, Geschlechtsidentität, Männlichkeit, Weiblichkeit, Rollenkonflikt, Identität, Literaturwissenschaft, Geschlechterdiskurs, Geschlechterkampf, Ambivalenz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das Werk „Florentin“ von Dorothea Schlegel hinsichtlich der Darstellung geschlechtlicher Identitäten und möglicher Widersprüche zu den gängigen Normen der Romantik.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die zeitgenössische Geschlechterordnung, die literarische Charakterisierung von Florentin und die theoretische Auseinandersetzung mit Wilhelm von Humboldts Ideal der Geschlechter.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es zu klären, ob Florentin ein starres männliches Rollenbild verkörpert oder ob durch seine Figur Widersprüche und eine Vermischung geschlechtsspezifischer Attribute erkennbar sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Untersuchung basiert auf einer literaturwissenschaftlichen Analyse des Romans unter Einbeziehung zeitgenössischer Theorien zu Gender und Humboldts Geschlechtervorstellungen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil konzentriert sich auf die Charakterisierung Florentins (Name, Ziele, Beziehungen) und analysiert sein Verhalten im Abgleich mit den von Humboldt definierten männlichen und weiblichen Eigenschaften.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Romantik, Geschlechterrolle, Identität, Gender-Debatte, Männlichkeit und Weiblichkeit charakterisieren.

Warum wird der Name "Florentin" in der Analyse als kritisch betrachtet?

Der Name wird analysiert, da er sowohl männliche als auch weibliche Konnotationen zulässt und bereits zu Beginn des Romans zur Verwirrung hinsichtlich der geschlechtlichen Identität der Figur beiträgt.

Welche Rolle spielt Wilhelm von Humboldt für die Argumentation der Autorin?

Humboldt dient als theoretische Referenzgröße, um eine zeitgenössische Norm für "männlich" und "weiblich" festzulegen, an der das Abweichen des Protagonisten Florentin messbar gemacht wird.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten  - nach oben

Details

Titel
"Florentin" von Dorothea Schlegel. Widersprüche geschlechtlicher Identität im Roman
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Autor
Kathleen Haupt (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
16
Katalognummer
V1160832
ISBN (PDF)
9783346564535
ISBN (Buch)
9783346564542
Sprache
Deutsch
Schlagworte
florentin dorothea schlegel widersprüche identität roman
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Kathleen Haupt (Autor:in), 2020, "Florentin" von Dorothea Schlegel. Widersprüche geschlechtlicher Identität im Roman, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1160832
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  16  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum