Im Folgenden werden die beiden Wohlfahrtsverbände, der Paritätische (DPWV) und der Caritas Verband (DCV) vorgestellt und miteinander verglichen, jeweilige Vor- und Nachteile, Stärken und Schwächen sollen herausgearbeitet werden.
Nach Spiegelhalter (1990) ist die freie Wohlfahrtspflege zu unterscheiden von privater Wohltätigkeit oder privaten Hilfeinstitutionen, ebenso wie von der gesetzlich vorgeschriebenen Aufgabenerfüllung der staatlichen und kommunalen Behörden in den entsprechenden Einrichtungen. Als "Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege" werden die sechs größten unter ihnen bezeichnet. Dies sind: die Arbeiterwohlfahrt (AWO), der deutsche Caritasverband (DCV), das Diakonische Werk (EKD), der deutsche Paritätische Wohlfahrtsverband (DPWV), das Rote Kreuz (DRK) und die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden. Im Gegensatz zu kleineren Wohlfahrtsverbänden agieren die Spitzenverbände bundesweit und im gesamten Gebiet der Dienstleistungen der Wohlfahrtspflege. Sie sind rechtlich selbstständig und unterliegen der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (BAGFW) als Dachverband. Insgesamt sind hier über eine Million Mitarbeiter/innen hauptamtlich, sowie zahlreiche ehrenamtliche Helfer/innen beschäftigt. Die Wohlfahrtsverbände fordern und fördern soziale Hilfen nicht nur, sondern leisten diese auch selbst. Sie sind sehr komplexe Organisationen, die durch verschiedene äußere Faktoren beeinflusst werden. Ihre unterschiedlichen Zielvorstellungen und Aufgaben, der sozialstaatliche Handlungskontext sowie aktuelle Reformen der Sozialpolitik wirken auf ihre Binnenstrukturen, Verhaltensmustern und Bestandsprobleme ein.
Inhaltsverzeichnis
1. Themenblock: Administration – die freie Wohlfahrtspflege
1.1. Vorstellung und Vergleich zweier Wohlfahrtsverbände
2. Themenblock: Finanzierung und Fundraising- Erstellung eines Finanzierungsmix am Praxisbeispiel von Theater RequiSiT e.V.
2.1. Das Theater RequiSiT als gemeinnützige Non-Profit-Organisation
2.2. Fundraising
2.3. Vorstellung eines Finanzierungsmix für das Theater RequiSiT e.V.
3.Themenblock Recht – Bildung, Bildungsrecht und soziale Ungleichheit im Kontext Sozialer Arbeit
3.1. Der Bildungsbegriff- Was ist Bildung?
3.2. Die sozialräumliche Bildungslandschaft
3.3. Bildungs- und Chancenungleichheiten
3.4. Das Recht auf Bildung
3.5. Bildung als fester Bestandteil der Kinder- und Jugendhilfe
Zielsetzung & Themen
Das vorliegende Portfolio untersucht zentrale Aspekte der Sozialadministration, mit besonderem Fokus auf die Finanzierungsstrukturen von Non-Profit-Organisationen sowie die rechtlichen und bildungspolitischen Grundlagen der Kinder- und Jugendhilfe unter Berücksichtigung sozialer Ungleichheit.
- Strukturen und Funktionen der freien Wohlfahrtspflege in Deutschland
- Vergleich der Organisationsformen und Leitbilder des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes und des Deutschen Caritasverbandes
- Entwicklung und Optimierung von Fundraising-Strategien für soziale Projekte am Beispiel des Theaters RequiSiT e.V.
- Bedeutung des Bildungsbegriffs und der sozialräumlichen Bildungslandschaft in der Sozialen Arbeit
- Das Menschenrecht auf Bildung als Korrektiv zu bestehenden Chancenungleichheiten
- Der gesetzliche Bildungsauftrag der Kinder- und Jugendhilfe und deren Rolle als Bildungsträger
Auszug aus dem Buch
Das Theater RequiSiT als gemeinnützige Non-Profit-Organisation
Das Theater RequiSiT wurde 1995 als ein kleines EU-Projekt der damaligen Selbsthilfe im Taunus (SiT e.V.) gegründet. Seit der angemeldeten Insolvenz der SiT im Juli 2012 besteht das Theater RequiSiT als eigenständiger und eingetragener Verein (RequiSiT e.V.). Theater RequiSiT e.V. verbindet Suchtprävention und Improvisationstheater an Schulen mit der Besonderheit, dass die Schauspieler alle selbst ehemals suchtmittelabhängige Menschen sind.
RequiSiT arbeitet nicht mit Rückfällen, was ein hohes Maß an Selbstreflexion der ehemals suchtmittelabhängigen Mitarbeiter/innen erfordert. Jährlich finden bis zu 150 Veranstaltungen zur Suchtprävention an verschiedenen Schulen hessen- und deutschlandweit statt. Das Angebot umfasst Suchtpräventionsveranstaltungen an Schulen ab Jahrgangsstufe 8 und an Betrieben für Auszubildende, sowie Elternabende, Fortbildungen für Lehrer und Unternehmen, Mitarbeiter/innen und Führungskräfte. Ebenso die Durchführung von Projektwochen und Tagen an Schulen, sowie das Forum Theater als ein sucht- und gewaltpräventives Angebot werden angeboten.
Mithilfe einer großen Bandbreite theaterpädagogischer Elemente soll die Persönlichkeitsstärkung initiiert und die Selbstreflexion der Heranwachsenden in Gang gesetzt werden. Eine individuelle Beratung und Vermittlung einzelner Schüler/innen und Angehöriger suchtbetroffener Menschen an geeignete Beratungsstellen ist ebenfalls wichtiger Teil des Angebots vom Theater RequiSiT. RequiSiT arbeitet nach dem Prinzip Hilfe zur Selbsthilfe für Betroffene. Die Adressaten und Adressatinnen erhalten Anregungen zur Selbstreflexion.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Themenblock: Administration – die freie Wohlfahrtspflege: Erläutert die Rolle und Bedeutung der Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege im deutschen Sozialstaat sowie ihre Funktion als politische Akteure und Dienstleister.
1.1. Vorstellung und Vergleich zweier Wohlfahrtsverbände: Analysiert und kontrastiert die Organisationsstrukturen und Leitbilder des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes und des Deutschen Caritasverbandes.
2. Themenblock: Finanzierung und Fundraising- Erstellung eines Finanzierungsmix am Praxisbeispiel von Theater RequiSiT e.V.: Diskutiert die Besonderheiten von NPOs und stellt die Grundlagen für ein professionelles Finanzierungsmanagement dar.
2.1. Das Theater RequiSiT als gemeinnützige Non-Profit-Organisation: Porträtiert den Verein RequiSiT e.V. als suchtpräventives Theaterprojekt und beschreibt dessen Arbeitsweise und Zielgruppen.
2.2. Fundraising: Definiert Fundraising als strategischen Prozess der Ressourcenbeschaffung und beschreibt die Managementfunktionen Analyse, Planung, Umsetzung und Evaluation.
2.3. Vorstellung eines Finanzierungsmix für das Theater RequiSiT e.V.: Entwickelt konkrete Strategien wie Geldauflagenmarketing, Sponsoring und Social Media Marketing zur langfristigen Finanzierungssicherung.
3.Themenblock Recht – Bildung, Bildungsrecht und soziale Ungleichheit im Kontext Sozialer Arbeit: Untersucht die theoretischen Grundlagen von Bildung, Bildungsrecht und deren Verschränkung mit sozialer Ungleichheit in der Sozialen Arbeit.
3.1. Der Bildungsbegriff- Was ist Bildung?: Diskutiert verschiedene Definitionen von Bildung als pädagogischen und politischen Begriff und differenziert zwischen formaler, non-formaler und informeller Bildung.
3.2. Die sozialräumliche Bildungslandschaft: Beschreibt den öffentlichen Raum als Bildungsraum und die Notwendigkeit einer Öffnung von Institutionen wie der Schule in den Sozialraum.
3.3. Bildungs- und Chancenungleichheiten: Analysiert Mechanismen sozialer Ungleichheit im deutschen Schulsystem und deren Zusammenhang mit der sozialen Herkunft.
3.4. Das Recht auf Bildung: Definiert das Recht auf Bildung als Menschenrecht und erläutert dessen strukturelle Elemente wie Verfügbarkeit, Zugänglichkeit, Angemessenheit und Adaptierbarkeit.
3.5. Bildung als fester Bestandteil der Kinder- und Jugendhilfe: Verortet Bildung als gesetzlichen Auftrag und zentralen Bestandteil der Arbeitsgrundlage der Kinder- und Jugendhilfe.
Schlüsselwörter
Freie Wohlfahrtspflege, Paritätischer Wohlfahrtsverband, Deutscher Caritasverband, Non-Profit-Organisationen, Fundraising, Finanzierungsmix, Suchtprävention, Bildungsbegriff, Soziale Ungleichheit, Bildungsgerechtigkeit, Menschenrecht auf Bildung, Kinder- und Jugendhilfe, Sozialraumorientierung, Lebensweltorientierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit grundlegenden Aspekten der Finanzierung, Organisation und rechtlichen Verankerung von Aufgaben in der Sozialen Arbeit, unterteilt in einen administrativen, einen praxisorientierten und einen rechtlich-pädagogischen Themenblock.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themenfelder umfassen die Struktur der freien Wohlfahrtspflege, Fundraising-Management in NPOs sowie die bildungspolitischen und rechtlichen Rahmenbedingungen der Kinder- und Jugendhilfe.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, administrative Prozesse und Finanzierungsmodelle für soziale Einrichtungen zu analysieren und ein Verständnis für die rechtliche und bildungspolitische Verantwortung der Sozialen Arbeit bei der Bekämpfung von Bildungsungleichheiten zu entwickeln.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die theoretische Konzepte (wie das Fundraising-Management oder den Bildungsbegriff) mit praxisbezogenen Fragestellungen verknüpft und auf das Beispiel des Theaters RequiSiT e.V. anwendet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die Wohlfahrtsverbände als Träger sozialer Arbeit verglichen, danach ein konkreter Finanzierungsmix für das Theater RequiSiT erarbeitet und abschließend die Bedeutung des Rechts auf Bildung für die Soziale Arbeit diskutiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlüsselwörter sind Freie Wohlfahrtspflege, Fundraising, Suchtprävention, Bildungsbegriff, soziale Ungleichheit, Bildungsgerechtigkeit und Kinder- und Jugendhilfe.
Inwiefern unterscheidet sich die Struktur von RequiSiT e.V. von anderen Verbänden?
Das Theater RequiSiT e.V. unterscheidet sich durch seine spezifische Ausrichtung auf Suchtprävention durch ehemals betroffene Schauspieler sowie durch seine hohe Eigenfinanzierungsquote im Vergleich zu klassischen Theaterbetrieben.
Warum ist das "Geldauflagenmarketing" für den Verein so relevant?
Geldauflagenmarketing ist eine strategisch wichtige Einnahmequelle. Für den Verein RequiSiT ist eine professionelle Organisation dieses Bereichs entscheidend, da er die Abhängigkeit von öffentlichen Mitteln reduzieren und die langfristige Finanzierung sicherstellen muss.
- Citation du texte
- Sina Krehl (Auteur), 2021, Finanzierung, Administration und Recht in der Sozialen Arbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1160867