Die Einführung der Rechnungslegung nach IAS/IFRS in klein- und mittelständischen Unternehmen

Eine Analyse der vorhersehbaren Kosten, des Nutzens und des damit verbundenen Risikos


Bachelorarbeit, 2008

54 Seiten, Note: 2,80


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Abbildungsverzeichnis

II. Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Überblick
1.2 Zielstellung und Aufbau
1.3 Abgrenzung des Themengebiets

2. Theoretische Grundlagen
2.1 Definitionen
2.1.1 „IFRS”
2.1.2 „kleine und mittelständische Unternehmen”
2.1.3 „vorhersehbare Kosten“
2.1.4 „Nutzen“
2.1.5 „Risiko“
2.2 Gründe für die Einführung des Rechnungslegungsstandards
nach IAS/IFRS
2.2.1 Einführung der Rechnungslegung nach IAS/IFRS aufgrund
rechtlicher Anforderungen
2.2.2 Freiwillige Einführung der Rechnungslegung nach IAS/IFRS

3. Nutzen der Umstellung für das Unternehmen
3.1 Höherer Eigenkapitalausweis
3.2 Einfachere Unternehmensfinanzierung
3.3 Verbessertes Benchmarking
3.4 Höhere Transparenz
3.5 Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit

4. Vorhersehbare Kosten
4.1 Kosten in der Projektphase „Business“
4.1.1 Auswirkungen auf Geschäfts- und
Finanzierungsentscheidungen
4.1.2 Auswirkungen auf die Vertragsgestaltung
4.1.3 Auswirkungen auf die Kommunikation mit Dritten
4.1.4 Veränderung von Kennzahlen der Erfolgsmessung
4.2 Kosten in der Projektphase „Accounting & Reporting“
4.2.1 Analyse wesentlicher Unterschiede zwischen HGB und IFRS
4.2.2 Abfrage des Anpassungsbedarfs bei Tochtergesellschaften durch vorbereitete Fragebögen
4.2.3 Zielführende Entscheidung von Bilanzierungs- und Offenlegungsfragen sowie etwaigen Wahlrechten
4.2.4 Erstellung der Eröffnungsbilanz, des Vergleichs- und des Berichtsabschlusses
4.2.5 Erstellung/Anpassung eines Bilanzierungshandbuches
4.3 Kosten in der Projektphase „Systems & Processes“
4.3.1 Analyse der Systemlandschaft sowie der Prozesse
4.3.2 Erstellung von Feinkonzepten für System- und Prozessanpassungen
4.3.3 Beratung bei der Realisierung und Tests
4.4 Kosten in der Projektphase „People“
4.4.1 IFRS-Schulungsbedarf der Mitarbeiter
4.4.2 Ressourcenbeanspruchung während der Umstellphase
4.4.3 Einbindung der Mitarbeiter von Tochtergesellschaften
4.4.4 Förderung der Bereitschaft zu Veränderungen durch Workshops
4.5 Zusammenfassung der Kostenstellen
4.6 Zusammenfassung der effektiven Kosten
4.7 Validierung der erarbeiteten Kostenstellen

5. Das Risiko bei der Umstellung der Rechnungslegung auf IFRS
5.1 Umfangreicher Umstellungs- und Folgeaufwand
5.2 Fehlendes internes Know-How
5.3 EDV-technische Risiken
5.4 Pflicht zur doppelten Bilanzierung

6. Ausblick
6.1 Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz
6.2 IFRS für klein- und mittelständische Unternehmen
(SME-IFRS)

7. Schlussbetrachtung
7.1 Zusammenfassung
7.2 Persönliche Einschätzung

III. Literaturverzeichnis.

I. Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Phasen und Aufgabenbereiche der Umstellung auf IFRS

Abb. 2: Prozentuale Verteilung der Motive für die Einführung der IFRS (Quelle: Deloitte & Touche, Studie „Abkehr vom HGB“, S. 8) 16

Abb. 3: Projektphasen und Teilprojekte bei der Einführung von IFRS (Quelle: KPMG, Umstellung der Rechnungslegung auf IFRS bei mittelständischen Unternehmen, S. 6)

Abb. 4: Prozentuale Verteilung der Kostenstellen

Abb. 5: Vergleich des prozentualen Anteils der Studie mit den
erarbeiteten Kostenstellen

II. Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

1.1 Überblick

„Mittelstand wehrt sich gegen IFRS“. Diese Überschrift trug ein Artikel der Wirtschaftswoche vom 22.05.20061. Weiter heißt es dort „…die IFRS-Regeln seien für den Mittelstand ‚völlig inakzeptabel’ ... die Mittelständler sehen sich wegen der häufig fragwürdigen Bilanzierungsmethoden in ihrer Existenz bedroht.“

Die Globalisierung der Wirtschaft macht keinen Halt vor klein- und mittelständischen Unternehmen. Insbesondere im Hinblick auf die immer stärkere Technologisierung der Wirtschaft und die damit verbundenen erhöhten Absatzpotentiale konzentrieren sich KMU’s nicht mehr nur auf die direkten Heimatmärkte, sondern bauen immer mehr Internationale Lieferanten- und Kundenbeziehungen auf2. Um sich international zu behaupten, ist es dringend von Nöten, sich auch mit den unterschiedlichen Kulturen auseinander zu setzen. Da dies jedoch einen langwierigen Prozess beinhaltet, gründen immer mehr Unternehmen Tochtergesellschaften im Ausland. Der damit verbundene, stark steigenden Bedarf an liquiden Mitteln, der dem Unternehmen oft in Form von Fremdkapital zufließen muss, ist durch die Einführung von Basel II immer schwieriger zu decken. Aufgrund dieser Umstände stellt sich die Frage, ob die bestehenden nationalen handelsrechtlichen Rechnungs-legungsvorschriften (HGB) diesen veränderten Rahmenbedingungen noch gerecht werden können.

1.2 Zielstellung und Aufbau

Die Rechnungslegung nach IFRS wird durch die nicht aufzuhaltende Globalisierung und den damit verbundenen Kapitalbedarf der einzelnen Unternehmen immer mehr an Bedeutung gewinnen. Ziel dieser Thesis ist es, die vorhersehbaren Kosten, den damit verbundenen Nutzen und die möglichen Risiken einer solchen Umstellung aufzeigen. Es soll vor allem herausgearbeitet werden, an welchen Stellen die maßgeblichen Kosten entstehen, und ob diese in Relation zu dem damit verbundenen Nutzen stehen. Die einzelnen Kostenstellen werden anhand der unter Abbildung 1 dargestellten „Phasen und Aufgabenbereiche der Umstellung auf IFRS“ 1 analysiert und herausgearbeitet.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Phasen und Aufgabenbereiche der Umstellung auf IFRS

Die Analyse des Nutzens wird im Ergebnis darstellen, wie sich das Unternehmen durch die Umstellung vorteilhafter auf dem Markt platzieren und in welchen Bereichen der jeweilige Nutzen ausgewiesen werden kann.

Die Stellen, die ein Risiko während und nach der Einführung der Rechnungslegung nach IFRS darstellen, werden identifiziert und analysiert.

1.3 Abgrenzung des Themengebiets

Das Hauptaugenmerk dieser Thesis fokussiert sich auf die Identifizierung der vorhersehbaren Kosten bzw. der Kostenstellen, die mit einer Umstellung der Rechnungslegung nach IFRS bzw. deren erstmaliger Anwendung verbunden sind. Vollständigkeitshalber wird auch auf den Nutzen und das Risiko bei der Umstellung eingegangen. Diesen beiden Punkten wird jedoch in der vorliegenden Thesis eine wesentlich geringere Aufmerksamkeit geschenkt. Auf die IAS/IFRS an sich, deren Aufbau, die Ansatz- und Bewertungsvorschriften, die Darstellungs- und Angabeanforderungen sowie die speziellen Vorschriften wird in dieser Thesis nicht eingegangen.

Diese Thesis wird einen Überblick über die im Titel erwähnten Faktoren liefern, um dem Leser bei der Entscheidungsfindung für oder gegen eine Umstellung der Rechnungslegung nach IFRS zu unterstützen. Um sich ein lückenloses Bild über die Tragweite einer solchen Umstellung machen zu können, ist es sinnvoll, auch die in dieser Thesis zahlreich verwiesene Begleitliteratur zu sichten.

2. Theoretische Grundlagen

2.1 Definitionen

2.1.1 „IFRS“

Die International Financial Reporting Standards (IFRS) wurden von Anfang an als internationaler Standard für die Rechnungslegung konzipiert, um die bereits vorhandenen nationalen Rechnungslegungssysteme zu vereinheitlichen. Die mit der Rechnungslegung befassten Berufsverbände haben sich in verschiedenen Ländern zusammengetan und das IASC (seit 2001 IASB) gegründet. Die weltweite Anerkennung und Nutzung der IFRS ist das Ziel der IASB1.

Im Gegensatz zu dem deutschen HGB, das vom Gedanken des Gläubigerschutzes geprägt ist und somit dem „Vorsichtsprinzip“ folgt, zielen die IFRS vielmehr vorrangig darauf ab, die Informationsbedürfnisse von Anlegern zu befriedigen. Hauptziel ist es, Informationen hinsichtlich der Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage mit Blick auf die zu erwartende Entwicklung des Unternehmens wiederzugeben2. Dies wird auch als der sogenannte „true and fair view“ bezeichnet.

Bei den IFRS handelt es sich um einzelfallbezogene Regelungen (sog. Case-Law-System), die inhaltlich keiner systematischen Ordnung unterliegen. Sie bestehen aus dem Vorwort, dem Rahmenkonzept, den Standards und den Interpretationen.

Die einzelfallbezogenen Regelungen zielen darauf ab, Wahlrechte zu vermeiden, um eine internationale Vergleichbarkeit der Abschlüsse zu gewährleisten.

2.1.2 „kleine- und mittelständische Unternehmen“

Klein- und mittelständische Unternehmen (im folgenden „KMU“ genannt) sind Unternehmen, die bestimmte Grenzen bezüglich der Umsatzerlöse, der Bilanzsumme oder der Beschäftigtenanzahl nicht überschreiten. KMU’s sind nicht an bestimmten Rechtsformen fest zumachen.

KMU’s im Sinne des IASB-Projekts sind Unternehmen, die „nicht öffentlich rechenschaftspflichtig sind und für allgemeine Zwecke bestimmte Abschlüsse für externe Adressaten aufstellen“ 1.

Als „nicht öffentlich rechenschaftspflichtig“ gelten Unternehmen, die „ihren Abschluss bei einer Wertpapieraufsicht oder einer anderen Regulierungsstelle zum Zwecke der Emission jedweder Art von Instrumenten eingereicht haben oder dabei sind, ihn einzureichen, zu dem Zweck, eine Gruppe von Finanzinstrumenten an einem öffentlichen Markt zu emittieren; oder es Vermögenswerte in der Eigenschaft eines Treuhänders für eine große Gruppe Außenstehender hält, wie z.B. eine Bank, ein Versicherungsunternehmen, Börsenmakler, Pensionsfond, Investmentfond oder eine Investmentbank“2.

Der Abschluss für „allgemeine Zwecke“ muss den Anforderungen der Personen/Unternehmen gerecht werden, die die Möglichkeit haben, solche Berichte anzufordern, die auf ihre jeweiligen Informationsbedürfnisse zugeschnitten sind.

2.1.3 „vorhersehbare Kosten“

Unter „Kosten“ im Allgemeinen versteht man den „bewerteten Verbrauch von Gütern und Dienstleistungen“1. Bei den in dieser Bachelor Thesis zu untersuchenden „vorhersehbaren Kosten“ geht es jedoch nicht um die genaue zahlenmäßige Bestimmung der zu erwartenden Euro-Beträge, sondern vielmehr um die Stellen oder Umstände (Kostenstellen bzw. -träger), an denen sie entstehen.

2.1.4 „Nutzen“

Der Begriff „Nutzen“ wird hauptsächlich im Bereich der Volkswirtschaftslehre benutzt. Er gibt den Grad der Bedürfnisbefriedigung eines Wirtschaftssubjektes an, den dieses aus dem Konsum oder dem Gebrauch eines Gutes zieht2. Der „Nutzen“ im Hinblick auf die vorliegende Bachelor Thesis bezieht sich somit auf die Bedürfnisbefriedigung, die das jeweilige klein- oder mittelständische Unternehmen aus dem Gebrauch des Gutes „IFRS“ erziehlt. Dieser Nutzen kann sowohl materiell als auch immateriell sein.

2.1.5 „Risiko“

Unter „Risiko“ versteht man „künftige Umweltzustände, welche mehrwertig sind, wobei bei den mehrwertigen Erwartungen im Gegensatz zur Ungewissheit die Eintrittswahrscheinlichkeiten bekannt sind“3. In der hier vorliegenden Bachelor Thesis wird hauptsächlich auf jene Risiken eingegangen, die unmittelbar oder mittelbar Kosten verursachen.

2.2 Gründe für die Einführung des Rechnungslegungsstandards nach IAS/IFRS

Ein Wechsel des Rechnungslegungsstandards hin zu IAS/IFRS kann aus verschiedensten Beweggründen der Unternehmensführung resultieren. Dies kann unter Anderem die rechtliche Anforderung sein, die sich aus dem Inhalt der EU-Verordnung 1606/2002 ergibt. Bei einer freiwilligen Einführung, die eben nicht eine Folge der rechtlichen Anforderung darstellt, konnte eine Vielzahl unterschiedlicher Motive dazu erfasst werden.

2.2.1 Einführung der Rechnungslegung nach IAS/IFRS aufgrund rechtlicher Anforderungen

Im Jahr 2001 wurde ein entscheidender Schritt zur Schaffung eines hochwertigen Europäischen Kapitalmarkts vollzogen. Die Europäische Kommission verpflichtete alle in der EU an Kapitalmärkten gelisteten Unternehmen zur Anwendung des IFRS Rechnungslegungsstandards. Dies geschah durch den Erlass der EU-Verordnung 1606 im Jahr 2002. Die Konsequenz daraus war, dass alle börsennotierten Unternehmen in der Europäischen Union für die Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01. Januar 2005 beginnen, diesen Rechnungslegungsstandard anwenden mussten.

2.2.2 Freiwillige Einführung der Rechnungslegung nach IAS/IFRS

Der freiwilligen Einführung der Rechnungslegung nach IAS/IFRS liegen verschiedene Motive zugrunde. Dies wurde in einer Studie1, die im Jahre 2003 durchgeführt und im Februar 2004 veröffentlicht wurde, herausgearbeitet.

Das ursprüngliche Ziel dieser Studie war es, Erfahrungen aus der Umstellung der Rechnungslegung zu erfassen, damit Unternehmen, die diesen Schritt in Erwägung ziehen, Anhaltspunkte und mögliche Entscheidungshilfen haben1. Die Studie basierte auf einer im Juli 2003 schriftlich durchgeführten Befragung der Finanzvorstände von Unternehmen, die im Prime Standard der Deutschen Börse gelisteten sind. Insgesamt wurden 88 Fragebögen in die Auswertung einbezogen. Für die freiwillige Umstellung der Rechnungslegung auf IAS/IFRS konnten die folgenden Motive ermittelt werden2:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Prozentual verteilen sich die obigen Punkte wie folgt:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthaltenAbb. 2: Prozentuale Verteilung der Motive für die Umstellung auf IFRS

Aus den Daten der Studie lässt sich ersehen, dass insbesondere die Bereiche „Signalisierung von Flexibilität und Innovationsbereitschaft“ (mit 86,90 % Zustimmung) wie auch „Bessere Steuerung durch erhöhte Transparenz“ (mit 73,70 % Zustimmung) maßgebliche Beweggründe für die freiwillige Einführung der Rechnungslegung nach IAS/IFRS sind. Mit 57,90 % Zustimmung rangiert der Punkt „Stärkung der Position gegenüber Banken im Hinblick auf Basel II“ auf Platz 9 der Rangliste.

Im Juli 2005 wurde eine weitere Studie der PriceWaterhouseCoopers AG vorgestellt1. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) befragte in Zusammenarbeit mit PriceWaterhouseCoopers AG insgesamt 600 mittelständische Unternehmen nach ihrem Interesse an der Umstellung auf die internationalen Rechnungslegung2.

Fast die Hälfte der befragten Unternehmen (insgesamt 47 %) sahen als großen Vorteil und somit Motiv zur Umstellung die bessere Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens. 30 % erhofften sich durch die Umstellung eine Erleichterung bei der Beschaffung von Fremdkapital insbesondere im Hinblick auf das Rating durch die jeweiligen Hausbanken (Basel II). Im Hinblick auf die nicht aufzuhaltende Globalisierung der Wirtschaft und die damit verbundene „globale Konkurrenz“ ist es für klein- und mittelständische Unternehmen sowohl den Lieferanten als auch den Kunden gegenüber unverzichtbar, Flexibilität und Innovationsbereitschaft zu demonstrieren. Der damit verbundene benötigte Kapitalbedarf kann oft nur über Fremdkapital bzw. Finanzierungen gedeckt werden. Die dargestellten Motive sind somit auch in der Praxis nachvollziehbar.

3. Nutzen der Umstellung für das Unternehmen

Die Unternehmen, die eine freiwillige Umstellung der Rechnungslegung in Betracht ziehen, versprechen sich davon einen zukünftigen Nutzen. Aus den im Kapitel 2.2.2 erwähnten Motiven lässt sich entsprechend der Nutzen aus der Umstellung der Rechnungslegung für die jeweiligen Unternehmen ableiten. Folgende Faktoren wurden hierbei analysiert:

- Höherer Eigenkapitalausweis
- Einfachere Unternehmensfinanzierung
- Verbessertes Benchmarking
- Höhere Transparenz
- Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit

Hierbei handelt es sich nicht um eine endgültige Aufzählung der einzelnen Nutzenfaktoren für die jeweiligen Unternehmen, da diese immer individuell und subjektiv zu bestimmen sind.

3.1 Höherer Eigenkapitalausweis

Die Umstellung der Rechnungslegung auf IFRS führte in fast allen Konzern-Bilanzen von deutschen Unternehmen zu einer Erhöhung des Eigenkapitals.1

Der Grund hierfür liegt darin, dass innerhalb der IFRS die Wertänderungen durch eine Erhöhung der Vermögenswerte oder eine Reduzierung von Verbindlichkeiten oder Rückstellungen in die Gewinnrücklage gebucht werden. 2

Aus Feldstudien des Deutschen Standardisierungsrates (DSR) geht hervor, dass sich das Eigenkapital bei der Umstellung der Rechnungslegung auf IFRS um ca. 34 % erhöht.3

3.2 Einfachere Unternehmensfinanzierung

Die leichtere Unternehmensfinanzierung ergibt sich aus dem im vorangegangenen Punkt ausgeführten höheren Eigenkapitalausweis. Gerade im Bereich der KMU führt dies zu einer Verbesserung wichtiger Bilanzkennzahlen. Dies wiederum ist mit einer Verbesserung des Ratings verbunden. Durch die leichtere Erfüllung der Ratingkriterien steigt die Kreditwürdigkeit des jeweiligen Unternehmens.

Aufgrund der Umstellung der Rechnungslegung ist jedoch auch ein leichterer Zugang zu den internationalen Kapitalmärkten sowie zu alternativen Finanzierungsformen (z. B. Private Equity) gegeben.

[...]


1 Vgl. WirtschaftsWoche Nr. 21 vom 22.05.2006, S. 156

2 Vgl. Ernst & Young, Agenda Mittelstand – Mittelstandsbarometer 2008, S. 18 u. 19

1 Vgl. Haunerdinger/Probst, Der Weg in die internationale Rechnungslegung, 2004, S. 5

2 Vgl. Hauer/Schneider, Schnelleinstieg IFRS, 2008, S. 19

1 Vgl. KPMG, IFRS für den Mittelstand, S. 2

2 Online im Internet unter: http://www.ifrs-portal.com/Mittelstand/IFRS_fuer_KMU/Einfuehrung.html [Stand vom: 26.04.2008]

1 Vgl. Schneck, Lexikon der Betriebswirtschaft, S. 594

2 Vgl. Schneck, Lexikon der Betriebswirtschaft, S. 726

3 Vgl. Schneck, Lexikon der Betriebswirtschaft, S. 861

1 Vgl. Deloitte&Touche GmbH, Studie „Abkehr vom HGB“, S. 1

1 Vgl. „Umstellung der Rechnungslegung auf IFRS bei mittelständischen Unternehmen“, KPMG, S. 5 ff

1 Vgl. Deloitte&Touche GmbH, Studie „Abkehr vom HGB“, S. 1

2 Vgl. Deloitte&Touche GmbH, Studie „Abkehr vom HGB“, S. 8

1 Vgl. PriceWaterhouseCoopers AG, „IFRS in mittelständischen Unternehmen“, S. 26 ff

2 Vgl. PriceWaterhouseCoopers AG, „IFRS in mittelständischen Unternehmen“, S. 29 ff

Ende der Leseprobe aus 54 Seiten

Details

Titel
Die Einführung der Rechnungslegung nach IAS/IFRS in klein- und mittelständischen Unternehmen
Untertitel
Eine Analyse der vorhersehbaren Kosten, des Nutzens und des damit verbundenen Risikos
Hochschule
Europäische Fernhochschule Hamburg
Note
2,80
Autor
Jahr
2008
Seiten
54
Katalognummer
V116108
ISBN (eBook)
9783640178971
ISBN (Buch)
9783640179121
Dateigröße
677 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Einführung, Rechnungslegung, IAS/IFRS, Unternehmen
Arbeit zitieren
Christian Chmiel (Autor), 2008, Die Einführung der Rechnungslegung nach IAS/IFRS in klein- und mittelständischen Unternehmen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/116108

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