Im Rahmen dieser Bachelorarbeit sollen die Möglichkeiten einer Förderung frühkindlicher Kompetenzen von Kindern im Elementarbereich durch intergenerative Begegnungen aufgezeigt werden. Das Ziel dieser Arbeit ist die Bearbeitung folgender Hypothese: Wenn eine Kita intergenerative Begegnungen anbietet/realisiert, hat das eine positive Auswirkung auf die kindliche Entwicklung und das damit einhergehende Sozialverhalten der Kinder.
Die Familie und die Freunde sind oft das, was uns den nötigen Halt gibt. Doch in der heutigen Zeit sind sich die unterschiedlichen Altersgruppen räumlich nicht mehr so nah wie noch vor ein paar Generationen. Die Arbeitswelt verlangt mehr Mobilität und auch Paare kommen nur noch selten aus ein und derselben Stadt. Den Kontakt zu Bezugspersonen wie Oma und Opa, Mutti und Papa oder auch die Freunde hält man meist nur noch durch Telefonoder E-mailkontakt aufrecht. Die Möglichkeiten sich persönlich in einer Regelmäßigkeit zu sehen, sind demnach zunehmend erschwert. Leider verschwindet mit dieser räumlichen Distanz auch der Ort, an dem der Austausch zwischen den Generationen stattfinden kann.
Auch die vielen klar getrennten klassischen Einrichtungen für Kinder oder für Senioren in ein und derselben Stadt verstärken die Kluft zwischen den Generationen, hier leben sie ein Leben, völlig getrennt voneinander. Was bedeutet, dass die jungen Menschen nicht mehr ohne Weiteres auf die Leistungen und Erfahrungswerte der Älteren zurückgreifen können. Und auch den Älteren Generationen fehlt der Kontakt zu den Jüngeren, zumal sie heute wesentlich aktiver, engagierter, qualifizierter und auch gesünder sind als je zuvor. Diese Faktoren sollten vielmehr als ein Gewinn für den Einzelnen, für die Gesellschaft und vor allem für die Kleinsten, die Kinder, gesehen werden. Es sollte ein Anliegen aller sein, sich über den eigenen Vorteil hinaus zu engagieren und damit der Kluft zwischen den Generationen entgegenzuwirken und somit womöglich einen intergenerativen Zusammenhalt mit vielen Vorteilen zu erschaffen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 (früh) kindliche Entwicklung
2.1 Entwicklungsprozesse
2.2 Bindungsentwicklung & persönliches Wachstum
2.3 Bedeutung der Bindung
3 Intergenerativität
3.1 Begriffsdefinition – intergenerative Begegnungen /Intergeneratives Lernen
3.2 Bedeutung von intergenerativen Begegnungen
3.3 Ziele
4 Faktoren intergenerativen Arbeitens
4.1 Senioren
4.2 Kinder
4.3.Gesellschaftliche Hintergründe
5. Umsetzungsmöglichkeiten/ Generationsprojekte
5.1 Merkmale
5.2 Mehrgenerationshäuser
5.3 Finanzierung
6. Anforderungen an Rahmenbedingungen für gelingende intergenerative Begegnungen
6.1 Pädagogisches Fachpersonal
6.2 räumliche & personale Voraussetzungen
6.3 Beispiele intergenerativer Angebote
7 Forschungsdesign der Untersuchung
7.1 Methoden
7.2 Grundgesamtheit, Samplestruktur, Probanden
8 Darstellung der Ergebnisse
8.1 quantitative Befunde
8.2. Qualitative Befunde
8.3 Zusammenfassung der Befunde
9 Interpretation der Befunde
9.1 Überprüfung der Forschungsfrage
9.2 Ausblick und offene Forschungsfragen
10 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht den Einfluss intergenerativer Begegnungen auf die frühkindliche Entwicklung und die Förderung von Sozialkompetenzen in Kindertageseinrichtungen. Ziel ist es, Möglichkeiten der praktischen Umsetzung aufzuzeigen und zu prüfen, inwieweit solche Angebote soziale Lernprozesse bei Kindern positiv beeinflussen.
- Bedeutung frühkindlicher Entwicklung und Bindung für das persönliche Wachstum.
- Grundlagen der Intergenerativität und deren Bedeutung für die Gesellschaft.
- Anforderungen an Rahmenbedingungen für gelingende generationenübergreifende Angebote.
- Empirische Untersuchung der Umsetzung und Wirkung intergenerativer Arbeit in Kitas.
Auszug aus dem Buch
3.1 Begriffsdefinition – intergenerative Begegnungen /Intergeneratives Lernen
Unter intergenerativem Lernen versteht man sowohl das gemeinsame Lernen der Generationen, das wechselseitige Lehren, als auch das voneinander Lernen der Generationen. Doch was wird als Generation verstanden? Der alltägliche Sprachgebrauch verwendet die Bezeichnung, Generation, als eine generelle Unterteilung nach dem Alter. Diese Einteilung ist jedoch zu allgemein formuliert, um intergeneratives Lernen und deren Funktion zu verstehen. Die Sozialwissenschaft unterteilt generell drei Generationsbegriffe. Dazu gehören der genealogische Generationsbegriff, der historisch-politische Generationsbegriff und der pädagogische Generationsbegriff. Unter dem genealogischen Generationsbegriff wird eine Zuordnung innerhalb von der Familie verstanden. Dazu gehören beispielsweise Kinder, Eltern, Großeltern, Tanten und Onkel usw.. Diese Zuordnung beruht demnach auf dem Verwandtschaftsgrad. In der Regel nimmt eine einzige Person mehrere dieser Rollen gleichzeitig ein.
Dem pädagogischen Generationsbegriff werden die Lernverbindungen zugeordnet, in denen die Menschen der Generationen, je nach Erfahrungs- und Wissensstand, entweder die Lehrende oder die Lernende Rolle einnehmen. Der historisch – politische Generationsbegriff beschreibt hingegen Menschen aus den gleichen beziehungsweise aus kurz hintereinanderliegenden Geburtsjahrgängen. Diese Personen teilen gleiche Erfahrungen bestimmter Ereignisse und haben die gleichen gesellschaftlichen Entwicklungen miterlebt. Aus diesen Faktoren ergeben sich oftmals auch ähnliche Einstellungen und Werte. Ein bekanntes Beispiel wäre dafür die Nachkriegsgeneration. Dieser Generationsbegriff unterteilt die Personen einzelner Generationen demnach nach ihren Erfahrungen und ihren Werten und nicht nach dem biologischen Alter. Daher wird dieser Generationsbegriff auch oftmals als Grundlage für das intergenerative Lernen genutzt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung thematisiert die zunehmende Entfremdung zwischen den Generationen und stellt das Ziel der Arbeit vor, Möglichkeiten der Förderung frühkindlicher Kompetenzen durch intergenerative Begegnungen aufzuzeigen.
2 (früh) kindliche Entwicklung: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen der frühkindlichen Entwicklung, inklusive Entwicklungsprozesse, die Bedeutung der Bindung für das persönliche Wachstum und die Rolle der sozialen Umwelt.
3 Intergenerativität: Es werden der Begriff der Intergenerativität definiert sowie die Bedeutung und Ziele intergenerativer Begegnungen im gesellschaftlichen Kontext dargelegt.
4 Faktoren intergenerativen Arbeitens: Das Kapitel beleuchtet die wechselseitigen Einflüsse und Faktoren für Senioren und Kinder sowie die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen.
5. Umsetzungsmöglichkeiten/ Generationsprojekte: Hier werden Merkmale von Generationsprojekten, das Konzept der Mehrgenerationshäuser und Möglichkeiten der Finanzierung vorgestellt.
6. Anforderungen an Rahmenbedingungen für gelingende intergenerative Begegnungen: Dieses Kapitel widmet sich der Rolle des pädagogischen Fachpersonals, räumlichen Anforderungen und konkreten Beispielen für die Gestaltung intergenerativer Angebote.
7 Forschungsdesign der Untersuchung: Die methodische Vorgehensweise der empirischen Studie, basierend auf Fragebögen, wird erläutert sowie die Zusammensetzung der Stichprobe beschrieben.
8 Darstellung der Ergebnisse: Die quantitativen und qualitativen Ergebnisse der durchgeführten Befragung werden übersichtlich dargestellt und ausgewertet.
9 Interpretation der Befunde: Die Ergebnisse werden interpretiert, die Forschungsfrage beantwortet und ein Ausblick auf zukünftigen Forschungsbedarf gegeben.
10 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit von Kontinuität und Eigeninitiative bei der Implementierung intergenerativer Arbeit in Kitas.
Schlüsselwörter
Intergenerativität, Frühkindliche Entwicklung, Bindungstheorie, Sozialkompetenz, Kindertageseinrichtung, Mehrgenerationenhaus, Intergeneratives Lernen, Pädagogisches Fachpersonal, Generationsübergreifende Arbeit, Altersvorsorge, Sozialisation, Lebenslanges Lernen, Generationenbeziehung, Entwicklungspädagogik, Praxistransfer
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Einfluss von intergenerativen Begegnungen, also Kontakten zwischen verschiedenen Altersgruppen, auf die Entwicklung von Kindern im Elementarbereich.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Kernbereichen zählen die frühkindliche Bindungsentwicklung, theoretische Grundlagen der Intergenerativität, die Rolle von generationsübergreifenden Projekten und die praktischen Anforderungen an pädagogische Einrichtungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, wie sich intergenerative Angebote auf die soziale Entwicklung im Kindesalter auswirken und wie diese praktisch in den Kitaalltag integriert werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine empirische Untersuchung in Form eines klassischen Fragebogens sowie eines Onlinefragebogens, gerichtet an pädagogische Fachkräfte, um eine Methodentriangulation aus qualitativen und quantitativen Daten zu erreichen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert Entwicklungsprozesse von Kindern, definiert intergenerative Begriffe, erörtert Anforderungen an pädagogisches Personal sowie Rahmenbedingungen und stellt konkrete Umsetzungsbeispiele wie Oma- und Opa-Tage oder gemeinsames Gärtnern vor.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Intergenerativität, frühkindliche Entwicklung, Bindung, soziale Kompetenzen, intergeneratives Lernen und die Praxis in Kindertageseinrichtungen.
Wie wichtig ist die Kontinuität bei intergenerativen Projekten laut der Autorin?
Die Kontinuität der Begegnungen wird als entscheidender Faktor für den Erfolg hervorgehoben; einmalige Events reichen nicht aus, um nachhaltige soziale Effekte zu erzielen.
Welche Rolle spielt das pädagogische Fachpersonal?
Fachkräfte fungieren als zentrale Vermittler und Gestalter der Rahmenbedingungen; sie sind verantwortlich für die Planung, Begleitung und Reflexion der Begegnungen.
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- Eva Naulin (Author), 2021, Intergenerative Begegnungen im Kindergarten. Einflüsse generationenübergreifender Kontakte auf die frühkindliche Entwicklung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1161128