Das Ziel dieses Assignments liegt darin, nach dem Stand der Technik die weltweite Verteilung des Maises inklusive dessen Wirtschaftsunternehmen zu durchleuchten. Des Weiteren soll geprüft werden, wie sich die Produktivität der Erwerbsländer entwickelt hat. Außerdem wird das Risikomanagement inklusive des Risikomonitorings analysiert.
Das Wohlergehen der Menschheit hängt heute an wenigen Pflanzen. Obwohl weltweit rund 30000 Pflanzenarten essbar sind, haben davon nur 150 Arten eine wirtschaftliche Bedeutung. Von den größten Fünf, den "Big Five", ernähren sich 75 % der Weltbevölkerung. Diese Fünf sind Weizen, Mai, Reis, Sojabohne und Hirse. Auch in Deutschland stehen hinsichtlich der Anbauflächen Weizen und Mais ganz vorne. Mais gehört heute zu den produktivsten Kulturpflanzen. Weltweit werden auf nahezu 180 Millionen Hektar über 875 Millionen Tonnen Körner geerntet. Dieser immense Ertrag ist nicht zuletzt der Genforschung zu verdanken. Pflanzen und Tiere sind, insbesondere auch im Zusammenhang mit der Lebensmittelgewinnung, von jeher Gegenstand züchterischer Umformungen durch den Menschen. Im Unterschied zu den herkömmlichen Züchtungsmethoden wie Auslese-, Kreuzungs-, Hybrid- und Mutationszüchtung, ermöglicht die grüne Gentechnik jedoch die gezieltere Übertragung nicht nur ganzer Genome, sondern auch einzelner Gene, sogar über Artgrenzen hinweg. Sie soll so dazu beitragen, die Ziele der Ertragssteigerung, Ertragssicherung sowie der Verbesserung von Verarbeitungs- und Qualitätseigenschaften, die auch durch die herkömmlichen Züchtungsmethoden verfolgt werden, in größerem Umfang zu erreichen oder effizienter umzusetzen. Aber wie gesund ist diese Art der Züchtung wirklich und welche Risiken verbergen sich dahinter? Diese Fragen sollen u. a. in dem nachfolgenden Assignment untersucht werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Zielsetzung
1.2 Aufbau des Assignments
2 Definitionen und Grundlagen
2.1 Gentechnische modifizierte Nahrungsmittelrohstoffe, grüne Gentechnik
2.2 Hauptnahrungsmittel Mais
3 Der genethisch modifizierte Mais
3.1 Mais als Produkt der Gentechnologie
3.2 Die globale Kultivierung der Maispflanze
3.3 Erwerb und Verwendung von Genmaissamen und Genmaisprodukten
3.4 Auswirkungen in den Erzeugerländern
4 Maßnahmen zur Risikovorsorge
4.1 Verbote und Einschränkungen von Gentechnik in der EU
4.2 Risikomonitoring
4.3 Risikoprüfung und Vorsorge
5 Resümee
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Das Ziel dieser Arbeit ist es, das Naturrisiko des genetisch modifizierten Grundnahrungsmittels Mais auf Basis des aktuellen Stands der Technik zu untersuchen. Dabei wird insbesondere die globale Verbreitung des Maises, dessen wirtschaftliche Bedeutung sowie das Risikomanagement und die entsprechenden Überwachungsmaßnahmen analysiert.
- Grundlagen der grünen Gentechnik und deren Anwendung bei Nutzpflanzen.
- Globale Anbau- und Produktionsstrukturen von gentechnisch verändertem Mais.
- Marktmacht und ökonomische Auswirkungen großer Saatguthersteller auf Erzeugerländer.
- Regulatorische Rahmenbedingungen sowie Verbote und Einschränkungen in der Europäischen Union.
- Risikoprüfung, Monitoring-Systeme und ethische Aspekte der Gentechnologie.
Auszug aus dem Buch
3.1 Mais als Produkt der Gentechnologie
Die Gentechnologie ist ein Zweig der Biotechnologie, der durch das Einbringen zusätzlicher Gene oder die Veränderung vorhandener Gene die Eigenschaften der Pflanzen verbessern soll. US-Forscher schreiben der breiten Anwendung dieser Technik die größte Ertragssteigerung des Maises in seiner Geschichte zu. Der Vorteil der Gentechnologie besteht darin, dass aufgrund der Universalität des genetischen Codes alle in der Natur verfügbaren Gene genutzt werden können, um den Mais zu verbessern. Gegenwärtig sind dies vor allem bakterielle Gene. Derzeit werden bei Mais insbesondere zwei Einsatzbereiche der Gentechnologie in der breiten Praxis genutzt: Herbizidtoleranz und Insektenresistenz.
Bei der Herbizidtoleranz wird der Mais mit jeweils einem zusätzlichen bakteriellen Gen versehen, das es ihm ermöglicht, auch solche Unkrautvernichtungsmittel (Herbizide) zu ertragen, die normalerweise für alle Pflanzen tödlich sind. Das hat den Vorteil, dass dabei nur ein einziges Mittel genügt, um alle unerwünschten Pflanzen auf dem Maisfeld auszuschalten, ohne den Mais selbst zu schädigen. Bei der Insektenresistenz schützt sich der Mais selbst vor beißenden oder saugenden Insekten. Hier wird ein Gen aus dem Bakterium Bacillus thuringiensis (Bt) in den Mais eingebracht, das ein Eiweiß produziert, das sehr spezifisch einzelne Insektengruppen abtötet, wenn sie versuchen den Mais zu beschädigen. Die Darstellung 3 im Angang 3 zeigt eine Übersicht der Möglichkeiten der Gentechnik bei Mais. Weit verbreitet ist der sogenannte MON810-Mais. Der MON810-Mais ist eine der gentechnisch veränderten Bt-Maissorten (Bacillus thuringiensis-Maissorten). "MON" steht für Monsanto, den Entwickler und Patentinhaber der Maissorte. "810" ist die firmeninterne Produktbezeichnung.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung von Mais als globales Grundnahrungsmittel ein und definiert die Zielsetzung sowie den Aufbau der Arbeit.
2 Definitionen und Grundlagen: Hier werden die theoretischen Grundlagen der grünen Gentechnik sowie Wissenswertes über die Pflanze Mais vermittelt.
3 Der genethisch modifizierte Mais: Dieses Kapitel betrachtet die globale Kultivierung, den Markteinfluss der Saatgutkonzerne und die spezifischen Auswirkungen auf Erzeugerländer.
4 Maßnahmen zur Risikovorsorge: Es werden die rechtlichen Rahmenbedingungen der EU, das Risikomonitoring und die Verfahren der Risikoprüfung für GVO detailliert erläutert.
5 Resümee: Das Schlusskapitel fasst die Chancen und Risiken zusammen und diskutiert kritisch die ethischen Bedenken sowie die Rolle der Agrarkonzerne.
Schlüsselwörter
Gentechnologie, grüne Gentechnik, Mais, MON810, Bacillus thuringiensis, Saatgutmarkt, Erzeugerländer, Risikomonitoring, Risikovorsorge, Ernährungssicherung, GVO, Landwirtschaft, Agrarkonzerne, Biodiversität, Herbizidtoleranz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Naturrisiko und der globalen wirtschaftlichen sowie ökologischen Bedeutung von genetisch modifiziertem Mais.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Schwerpunkte liegen auf den biotechnologischen Grundlagen, den globalen Anbaubedingungen, der Marktmacht der Saatgutproduzenten und den regulatorischen Risikovorsorgemaßnahmen in der EU.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, den Stand der Technik bei der genetischen Veränderung von Mais zu durchleuchten, die Auswirkungen auf die Produktivität zu bewerten und das Risikomanagement kritisch zu hinterfragen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Es handelt sich um ein wissenschaftliches Assignment, das auf einer fundierten Literaturanalyse und der Auswertung von Fachdaten sowie Rechtsvorschriften basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die technologischen Grundlagen des genmodifizierten Maises, die globale Verbreitung, die ökonomischen Abhängigkeiten der Erzeugerländer sowie die rechtlichen Zulassungs- und Überwachungssysteme.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Gentechnologie, GVO (genetisch veränderte Organismen), Ertragssicherung, Risikomonitoring, Marktmacht und nachhaltige Landwirtschaft.
Warum spielt der Konzern Monsanto eine zentrale Rolle in der Untersuchung?
Monsanto (heute Teil von Bayer) ist der Entwickler und Patentinhaber der weit verbreiteten Sorte MON810, die als Fallbeispiel für die Marktdominanz im Sektor des genmodifizierten Saatguts dient.
Welche Rolle spielt die Europäische Union bei der Regulierung?
Die EU setzt strenge Rechtsvorschriften für GVO, die sowohl Zulassungsverfahren als auch Kennzeichnungspflichten und Monitoring-Systeme umfassen, um potenzielle Risiken für Umwelt und Gesundheit zu minimieren.
- Quote paper
- Jean Brückmann (Author), 2020, Genetisch modifizierte Grundnahrungsmittel. Das Naturrisiko durch Mais, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1161190