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Eine Betrachtung mittelalterlicher Testamente aus den Hansestädten Hamburg und Lübeck

Title: Eine Betrachtung mittelalterlicher Testamente aus den Hansestädten Hamburg und Lübeck

Term Paper , 2008 , 15 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Svea Oberg (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Summary Excerpt Details

„Die Herausgabe mittelalterlicher Testamente bedarf keiner Rechtfertigung. Ihre
Bedeutung als wichtige Quelle für die verschiedensten historischen Fragestellungen ist der
Forschung seit langem bewusst.“1 Diese Stellungsnahme aus einer Veröffentlichung des
Stadtarchivs der freien und Hansestadt Hamburg bringt auf den Punkt, warum es eine
lohnenswerte und gute Arbeit ist, mittelalterliche Testamente zu erforschen und zu
untersuchen, so wie es im Folgenden geschehen soll.
Es bleibt die Frage, was eine Hausarbeit mit dem Thema „Eine Betrachtung
mittelalterlicher Testamente aus den Hansestädten Hamburg und Lübeck„ mit dem Seminar
Ehe, Eherecht und Ehegerichtsbarkeit im Mittelalter gemein hat. Auch wenn die direkte
Verbindung nicht auf den ersten Blick ersichtlich ist, gibt es jedoch viel Punkte, die
beiderlei Themen angehen und verbinden. So bieten Testamente beispielsweise die
Möglichkeit, die gesetzliche Erbregelung zu umgehen. Darüber hinaus kann aus der
Beschaffenheit der Testamente abgelesen werden, wie die Stellung von Mann und Frau in
der Ehe aussah, welche Rolle die Herkunftsfamilie spielte und weitere für das Thema Ehe
wichtige Fakten. Des Weiteren verfügt die Wissenschaft heute im Vergleich zu anderen
Niederschriften über relative viele Testamente, die somit zu einer wichtigen und gut zu
erforschenden Quelle zählen.
Im Folgenden soll nun kurz auf die aktuelle Quellenlage eingegangen werden. Dann soll der
Aufbau und der grobe Inhalt mittelalterlichen Testamente betrachtet werden, bevor die
Unterschiede innerhalb der Testamente zur Sprache gebracht werden. Besonderes
Augenmerk wird hierbei auf schicht- bzw. geschlechterspezifischen Unterschiede liegen.

[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1.) Einleitung

2.) Quellenlage

3.) Aufbau und Formalia

4.) Inhalt der Testamente – Wer wird bedacht?

5.) Gründe für das Testierverhalten

6.) Schichtspezifische Unterschiede

7.) Geschlechterspezifische Unterschiede – die Frau im Testament

8.) Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht mittelalterliche Testamente aus den Hansestädten Hamburg und Lübeck, um Einblicke in soziale Strukturen, Geschlechterrollen sowie das Testierverhalten dieser Zeit zu gewinnen und die Bedeutung der Testamente als historische Quelle aufzuzeigen.

  • Analyse des formellen Aufbaus und der inhaltlichen Regelungen in Testamenten des Mittelalters.
  • Untersuchung von Beweggründen für das Testierverhalten, insbesondere mit Blick auf Memoria und Seelenheil.
  • Betrachtung schichtspezifischer Unterschiede in der Verteilung von Gütern und Stiftungen.
  • Erforschung der rechtlichen und wirtschaftlichen Rolle der Frau in Hamburger und Lübecker Testamenten.
  • Vergleich der Testierpraxis zwischen den Hansestädten Hamburg und Lübeck.

Auszug aus dem Buch

7.) Geschlechterspezifische Unterschiede – die Frau im Testament

Aus dem 13. und 14. Jahrhundert gibt es für die Hansestadt Hamburg kaum eindeutige Zeugnisse über das Testierrecht der Frauen. So ist in Büchern des Hamburger Testierrechts stets nur vom Mann die Rede. Lediglich im Stadtrecht von 1270 lässt sich eine Regelung finden, die für das Frauentestament von Bedeutung ist. So wird dort den kinderlosen Ehefrauen das Recht zugesprochen, selber über ihre Kleider und die Aussteuer zu bestimmen. Ab 1301 wird dies Regelung jedoch auf kinderlose Witwen eingegrenzt.

Ab dem 15. Jahrhundert herrscht endlich eindeutig Klarheit über das Testierrecht der Frauen: „So wan eyn frouwe alleyne edder mt sampt ereme manne eyn testament maket, dat schal se do na desser stadt rechte, dorch eren gheborlyken vormund.“ Das heißt, auch verheiratete Frauen ist es gestattet, ein Testament aufzusetzen. Allerdings muss dies mit der Absprache des Vormundes erfolgen. Als Vormund tritt recht häufig der Ehemann ein. Wird dieser jedoch im Testament begünstigt, ist es ihm nicht gestattet gleichzeitig auch als Vormund aufzutreten. In diesem Fall wird meist nahestehende männliche Verwandte diese Aufgabe übertragen. Eigentlich alle uns heute zur Verfügung stehenden Testamente stammen von Witwen oder verheirateten Frauen, nicht von alleinstehenden.

In vielen Quellen ist zu lesen, dass Frauentestamente etwa 1/5 der Gesamtzahl ausmachen. Die Auswertung der Regesten der Lübecker Bürgertestamenten im Mittelalter bringt eine ganz ähnliche Zahl hervor. Von 1021 dort abgedruckte Testamenten handelt es sich bei 68 (etwa 6,7 Prozent) um Witwentestamente. Darüber hinaus sind dort 104 Testamente von Frauen, die nicht verwitwet waren, abgedruckt. Diese machen etwa weitere 10,2 Prozent aus. Ebenso findet sich ein gegenseitig ausgestelltes Testament. Insgesamt kommt man also auf einen Prozentsatz von 16,9 Prozent an Frauentestamenten. Diese Zahl kommt den in der Literatur erwähnten 20 Prozent zumindest annähernd nahe.

Zusammenfassung der Kapitel

1.) Einleitung: Die Einleitung begründet die Relevanz der Untersuchung mittelalterlicher Testamente als historische Quelle und skizziert die Verbindung zum Seminarthema Ehe und Eherecht.

2.) Quellenlage: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die Verfügbarkeit von Testamenten in Lübeck und Hamburg und die Auswirkungen historischer Ereignisse auf den Quellenbestand.

3.) Aufbau und Formalia: Hier werden die typischen Merkmale, sprachlichen Entwicklungen und rechtlichen Voraussetzungen für die Errichtung eines Testaments in den Hansestädten erläutert.

4.) Inhalt der Testamente – Wer wird bedacht?: Das Kapitel klassifiziert die Begünstigten in zwei Großgruppen: die Familie sowie karitative Stiftungen für Kirchen und Klöster.

5.) Gründe für das Testierverhalten: Die Analyse konzentriert sich auf die religiöse Motivation der Testatoren, insbesondere die Sorge um das Seelenheil und die Bedeutung von Fürbitten.

6.) Schichtspezifische Unterschiede: Es wird untersucht, wie soziale Herkunft und Vermögen die Quantität und Qualität der testamentarischen Verfügungen beeinflussten.

7.) Geschlechterspezifische Unterschiede – die Frau im Testament: Dieses Kapitel analysiert das Testierrecht der Frau und zeigt auf, wie Frauen trotz rechtlicher Einschränkungen wirtschaftlich handelten.

8.) Fazit: Die Arbeit fasst zusammen, dass neben rechtlichen Vorgaben vor allem persönliche Interessen und religiöse Motive das Testierverhalten prägten.

Schlüsselwörter

Mittelalter, Hansestädte, Hamburg, Lübeck, Testament, Testierrecht, Stiftungen, Seelenheil, Stadtrecht, Erbrecht, Memoria, Frauentestamente, Ehe, Sozialgeschichte, karitative Legate

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse mittelalterlicher Testamente aus den Städten Hamburg und Lübeck als historische Quelle zur Erforschung von sozialen und rechtlichen Lebensbedingungen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Themen sind der Aufbau von Testamenten, die Motive der Testatoren, schicht- und geschlechterspezifische Unterschiede sowie die Rolle von Stiftungen und Erbregelungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die gesellschaftliche Funktion von Testamenten im Mittelalter zu verstehen und aufzuzeigen, wie durch sie soziale Ränge, religiöse Absichten und familiäre Bindungen zum Ausdruck kamen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Autorin nutzt eine quellenkritische Analyse historischer Dokumente (Testamentsregesten) und vergleicht diese mit den rechtlichen Rahmenbedingungen der damaligen Stadtrechte.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Aufbau und Formalia, die Analyse der Begünstigten, die Beweggründe für Testierverhalten sowie eine differenzierte Betrachtung schicht- und geschlechtsspezifischer Muster.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie mittelalterliche Rechtsgeschichte, hansische Testamentspraxis, Memoria, Stiftungsverhalten und die historische Rolle der Frau charakterisiert.

Wie unterscheidet sich das Testierverhalten zwischen Hamburg und Lübeck?

Die Arbeit stellt Unterschiede in der Verfügbarkeit von Quellen sowie bei spezifischen Regelungen wie den Wege- und Stege-Legaten fest, die in Lübeck obligatorisch waren, in Hamburg jedoch kaum vorkamen.

Welche Rolle spielten Frauen bei der Erstellung von Testamenten?

Trotz rechtlicher Einschränkungen, wie der notwendigen Zustimmung eines Vormunds, zeigten Frauen eine bemerkenswerte wirtschaftliche Teilhabe und nutzten Testamente, um ihr Vermögen und ihre Kleidung gezielt zu vermachen.

Welchen Einfluss hatten religiöse Institutionen auf die Testamente?

Religiöse Institutionen waren zentrale Begünstigte. Testatoren spendeten an Kirchen und Klöster, um durch Fürbitten für Verstorbene ihre Heilsicherung zu bewirken.

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Details

Title
Eine Betrachtung mittelalterlicher Testamente aus den Hansestädten Hamburg und Lübeck
College
University of Constance
Grade
1,7
Author
Svea Oberg (Author)
Publication Year
2008
Pages
15
Catalog Number
V116123
ISBN (eBook)
9783640176786
ISBN (Book)
9783640176892
Language
German
Tags
Eine Betrachtung Testamente Hansestädten Hamburg Lübeck
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Svea Oberg (Author), 2008, Eine Betrachtung mittelalterlicher Testamente aus den Hansestädten Hamburg und Lübeck, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/116123
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