Joanne K. Rowling erschuf in ihren „Harry Potter“-Werken eine Zaubererwelt, die durch unterschiedlichste Charaktere, Tiere und Objekte geprägt wird. Basis hierfür scheinen Mythologien und Sagen zu sein. Viele der Helden werden durch sprechende Namen charakterisiert.
Die Geschichte jedes Buches ist zunächst sehr rätselhaft und wird erst nach und nach aufgeschlüsselt. Der Leser kann dabei Parallelitäten und Differenzen zwischen den einzelnen Personen und deren Lebensläufen erkennen. Besonders die zwischenmenschlichen Beziehungen, die von Vertrauen und Argwohn geprägt sind, sind dabei die Grundlage für die Geschichte.
Im Folgenden werde ich die genannten Punkte genauer untersuchen. Zunächst gebe ich einen kurzen Überblick über die Rahmenhandlung und beschreibe einige Figuren genauer. Dabei werde ich auch einen Blick darauf werfen, wie diese in die Erzählung eingeführt werden.
Im Laufe der Geschichte treten unterschiedliche Gestalten auf, die (willentlich oder unwillentlich) ihre Erscheinung verändern. Besonders im dritten Band sind diese Phänomene, deren gesellschaftliche Anerkennung in der Zaubererwelt sehr stark variiert, ein zentrales Thema.
Die Schwerpunkte meiner Hausarbeit lege ich auf die Beschreibung des Werwolfes Remus Lupin und auf den Animagus Sirius Black, die in dem dritten Buch „Harry Potter und der Gefangene von Askaban“ zwei der Hauptrollen spielen. Um der Konstruktion dieser Figuren gerecht zu werden, werde ich sie jedoch nicht isoliert untersuchen, sondern besonders in Bezug auf die Gesellschaft und den Werwolf Fenrir Greyback.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Inhaltsangabe
3. Erzählhaltung
4. Werwölfe
4.1 Remus J. Lupin
4.2 Mann im Krankenhaus
4.3 Fenrir Greyback
5. Der Animagus Sirius Black
5.1 Animagi
5.2 Sirius Black in der Gestalt des Grimms
5.3 Sirius Black in Menschengestalt
6. Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit untersucht die Konstruktion der fiktiven Gestalten des Werwolfs Remus Lupin und des Animagus Sirius Black im dritten Band der "Harry Potter"-Reihe. Ziel ist es, deren Charakterisierung sowie die Einbettung in die magische Gesellschaft und deren Parallelen zur realen Welt durch eine literarische Analyse zu beleuchten.
- Charakterisierung von Remus Lupin als Werwolf-Figur.
- Analyse der Rolle von Fenrir Greyback als negativer Gegenpol.
- Untersuchung von Sirius Black als Animagus und Todesomen (Grimm).
- Reflektion über gesellschaftliche Ausgrenzung und Vorurteile.
Auszug aus dem Buch
4.1 Remus J. Lupin
Professor R. J. Lupin ist einer der Protagonisten im dritten Band „Harry Potter und der Gefangene von Askaban“ und spielt als Auror auch in den weiteren Werken eine wichtige Rolle. Er trägt einen sehr bedeutungsvollen Namen: Der Nachname Lupin leitet sich von dem lateinischen Wort Lupus ab, der Vorname Remus stammt aus der römischen Gründungsgeschichte, in der das Bild einer Wölfin, die ein Zwillingspaar säugt, eine große Bedeutung hat.
Lupin tritt in Harrys drittem Jahr in Hogwarts als neuer Lehrer die Stelle für die ‚Verteidigung gegen die dunklen Künste’ an. Schon im Hogwarts-Express lernen Harry und seine Freunde ihn kennen ohne jedoch zu wissen, dass er ein Werwolf ist. Zunächst mustern sie den schlafenden Mann skeptisch, da er eine sehr außergewöhnliche Erscheinung ist. Er trägt einen äußerst schäbigen und an mehreren Stellen geflickten Zaubererumhang und sieht sehr krank und erschöpft aus.
Da der Lehrer sich während der Zugfahrt durch nichts wecken lässt, zweifeln die Kinder, ob er überhaupt am Leben ist und überlegen, dass er sich aufgrund seiner schwachen Erscheinung durch einen guten Zauber wohl sehr leicht erledigen lassen würde. Erst als der Zug abrupt stehen bleibt, scheint der Mann plötzlich hellwach zu sein. Die Augen in seinem müden grauen Gesicht glänzen wachsam und voller Argwohn. Als dann ein Dementor im Zugabteil erscheint vertreibt Lupin ihn durch einen Zauberspruch und kuriert den ohnmächtig gewordenen Harry mit einem Stück Schokolade. Damit beweist er den Schülern und sogar der Krankenschwester Madam Pomfrey seine magischen Fähigkeiten und Kenntnisse.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Themenwelt der Harry-Potter-Werke ein und definiert die Schwerpunkte der Arbeit, insbesondere die Untersuchung von Lupin und Sirius Black.
2. Inhaltsangabe: Eine kurze Zusammenfassung der Rahmenhandlung der Harry-Potter-Geschichte zur Kontextualisierung der Analyse.
3. Erzählhaltung: Hier wird die personale Erzählhaltung der Werke analysiert und deren Auswirkung auf die Identifikation des Lesers mit dem Protagonisten erläutert.
4. Werwölfe: Dieses Kapitel behandelt das Werwolf-Motiv bei J. K. Rowling mit Fokus auf Remus Lupin, den Krankenhausszenen und dem antagonistischen Fenrir Greyback.
5. Der Animagus Sirius Black: Ein detaillierter Blick auf die Animagi-Fähigkeit, Sirius Blacks Gestalt als Grimm und sein Erscheinungsbild als Mensch.
6. Fazit: Eine abschließende Betrachtung, die die fiktiven Werwolf-Konstrukte auf gesellschaftliche Gruppierungen in der Realität überträgt.
Schlüsselwörter
Harry Potter, Werwolf, Remus Lupin, Sirius Black, Animagus, Fenrir Greyback, Literaturanalyse, Zaubererwelt, Gesellschaftskritik, Identität, Mythologie, J. K. Rowling, Charakterisierung, Diskriminierung, Gestaltwandlung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit analysiert die literarischen Motive von Werwölfen und Animagi in der Harry-Potter-Reihe, speziell im dritten Band.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Zentrum stehen die Charakterisierung von Remus Lupin und Sirius Black sowie deren gesellschaftliche Einordnung in der magischen Welt.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, die Konstruktion dieser Figuren zu untersuchen und Parallelen zu gesellschaftlichen Prozessen der Ausgrenzung und Vorurteilsbildung aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer literarischen Analyse der Textquellen sowie dem Vergleich mit mythologischen Hintergründen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Werwolf-Thematik und der Animagus-Figur Sirius Black.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Schlagworte sind Werwolf, Animagus, Identität, Gesellschaft, Mythologie und Harry Potter.
Wie unterscheidet sich Fenrir Greyback von Remus Lupin?
Während Lupin den vernünftigen, innerlich zerrissenen Werwolf darstellt, verkörpert Greyback reine Bösartigkeit und nutzt seine Natur bewusst als Waffe.
Welche Bedeutung hat der "Grimm" für Sirius Black?
Der Grimm dient als Todesomen, das Harrys Wahrnehmung von Black beeinflusst, bevor dessen wahre Identität als Animagus enthüllt wird.
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- Sandra Becker (Author), 2006, Die Werwölfe und der Grimm in der magischen Welt des Zauberers Harry Potter, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/116138