Diese Arbeit befasst sich mit der Fragestellung, inwieweit gesellschaftliche Modernisierungsprozesse Einfluss auf Extrem- und Risikosportarten haben.
Zu Beginn der Arbeit werden die Grundlagen des Extrem- und Risikosports dargestellt. In diesem Zusammenhang werden Definitionen der Begriffe Risiko, Risikosport und Extremsport vorgenommen. Das anschließende Kapitel 3 befasst sich mit den unterschiedlichen Dimensionen gesellschaftlicher Modernisierung. Dabei werden diese Dimensionen zunächst vorgestellt und ihre jeweilige Wirkung auf den Extrem- und Risikosport analysiert. Abschließend wird ein Fazit gezogen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Grundlagen des Extrem- und Risikosports
2.1. Der Risikobegriff
2.2. Risikosport
2.3. Extremsport
3. Der Einfluss von Modernisierung auf Extrem- und Risikosport
3.1. Domestizierung
3.2. Technologisierung
3.3. Differenzierung
3.4. Rationalisierung
3.5. Individualisierung
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen gesellschaftlichen Modernisierungsprozessen und der Entwicklung von Extrem- und Risikosportarten, um zu verstehen, wie diese Sportarten als Reaktion auf moderne Lebensbedingungen fungieren.
- Analyse der Begriffe Risiko, Risikosport und Extremsport
- Untersuchung der Modernisierungsdimensionen (Domestizierung, Technologisierung, Differenzierung, Rationalisierung, Individualisierung)
- Reflexion des Naturverhältnisses im Risikosport
- Identitätskonstruktion und Selbstverwirklichung durch Sport
Auszug aus dem Buch
2.1. Der Risikobegriff
Der Begriff Risiko stammt ursprünglich aus der Seefahrt und bezeichnet Ereignisse und Tätigkeiten, die mit kritischen Situationen verbunden sind. Mittlerweile hat der Terminus Einzug in unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen gefunden, in denen der Begriff jedoch sehr unterschiedlich aufgefasst wird (vgl. Göring, 2006, S. 11). Eine weit verbreitete Definition des Risikobegriffs liefert Luhmann:
„Von Risiken spricht man dann, wenn etwaige künftige Schäden auf die eigene Entscheidung zurückgeführt werden. [...] Bei Gefahren handelt es sich dagegen um von außen kommende Schäden“ (Luhmann, 1991, S. 117).
Dabei können sich Schäden sowohl materiell-dingliche als auch leibliche oder psychologische Aspekte beziehen, die infolge subjektiver Bewertungen als beschädigt wahrgenommen werden (vgl. Hebbel-Seeger & Liedtke, 2003, S. 111).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Wandel sportlicher Motive und formuliert die Forschungsfrage bezüglich des Einflusses gesellschaftlicher Modernisierung auf Extrem- und Risikosport.
2. Grundlagen des Extrem- und Risikosports: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begriffe Risiko, Risikosport und Extremsport und grenzt diese sportwissenschaftlich voneinander ab.
3. Der Einfluss von Modernisierung auf Extrem- und Risikosport: Hier werden die vier (bzw. fünf) Dimensionen der Modernisierung untersucht und deren spezifische Auswirkungen auf die Ausübung von Extrem- und Risikosportarten analysiert.
4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass der Risikosport als Bewältigungsstrategie für Anforderungen der modernen Gesellschaft dient und Identitätsarbeit ermöglicht.
Schlüsselwörter
Modernisierung, Risikosport, Extremsport, Risikobegriff, Domestizierung, Technologisierung, Differenzierung, Rationalisierung, Individualisierung, Identitätsarbeit, Sportsoziologie, Wagnis, Subjektivierung, Naturverhältnis
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die wechselseitige Beziehung zwischen Prozessen der gesellschaftlichen Modernisierung und der zunehmenden Bedeutung von Extrem- und Risikosportarten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themenfelder umfassen die soziologische Einordnung von Sport, die Begriffsdefinitionen im Risikokontext und die verschiedenen Dimensionen der Modernisierung wie Technik, Naturbeziehung und Identitätsbildung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, inwieweit Extrem- und Risikosport als Reaktion auf gesellschaftliche Modernisierungsprozesse verstanden werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse und der Aufarbeitung sportwissenschaftlicher sowie soziologischer Literatur und Definitionsansätze.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden fünf zentrale Modernisierungsdimensionen detailliert auf den Sport übertragen: Domestizierung, Technologisierung, Differenzierung, Rationalisierung und Individualisierung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den Kernbegriffen gehören neben Modernisierung und Risikosport insbesondere Identitätsarbeit, Subjektivierung und das sich wandelnde Verhältnis des Menschen zur Natur.
Wie unterscheidet sich der Extremsport vom Risikosport laut der Analyse?
Der Extremsport zeichnet sich primär durch extreme Zeit- oder Distanzmaximierung sowie neue Herausforderungen aus, während beim Risikosport die Bewältigung subjektiv als riskant empfundener Situationen im Mittelpunkt steht.
Welche Rolle spielt die "Natur" im Risikosport?
Die Natur wird je nach Perspektive als "Partner" für die Bedürfnisbefriedigung, als "Fluchtpunkt" aus der modernen Hektik oder als "Gegner" zur Bewährung der eigenen Handlungskompetenz interpretiert.
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- E. Erdem (Author), 2021, Extrem- und Risikosport im Kontext gesellschaftlicher Modernisierung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1161681