In dieser Arbeit sollen die Bereiche der Sterbebegleitung und der der Sterbehilfe voneinander abgegrenzt und auf die Möglichkeiten und Perspektiven hin untersucht werden, welche sich für progredient erkrankte Menschen am Lebensende ergeben können. Mithilfe einer Literaturanalyse sollen diese herausgearbeitet werden. Zunächst wird auf die Sterbebegleitung eingegangen und die Hospizarbeit. Weiterhin wird näher auf die Möglichkeiten der Trauerarbeit eingegangen und die Thematisierung des Todes in der Gesellschaft sowie der Einfluss auf die Begleitung Sterbender. Zum Schluss wird die Sterbehilfe näher thematisiert, insbesondere die rechtlichen Lagen in verschiedenen Ländern und welche
Möglichkeiten der selbstbestimmten Willensbekundung für die erkrankten Menschen besteht. Anschließend werden die Ergebnisse diskutiert und schließen in einem Fazit ab.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Sterbebegleitung
2.1 Differenzierung unterschiedlicher Hospizformen und Palliativarbeit
2.2 Geschichtliche Entwicklung
2.3 Umgang mit Sterben und Krankheit in der Gesellschaft
2.4 Aufgabe & Haltung der Sozialarbeit in der Sterbebegleitung
2.4.1 Psychosoziale Beratung & Begleitung
2.4.2 Finanzierung & Sozialrechtliche Aspekte
2.4.3 Trauerarbeit
3. Sterbehilfe
3.1 Rechtliche Lage in Deutschland
3.1.1 Rechtliche Lage in den Niederlanden
3.1.2 Rechtliche Lage in der Schweiz
3.2 Formen der Sterbehilfe
3.2.1 Aktive Sterbehilfe
3.2.2 Passive Sterbehilfe
3.2.3 Indirekte Sterbehilfe
3.2.4 Assistierter Suizid
3.3 Möglichkeiten der Willensbekundung des Patienten
3.4 Pro und Contra Perspektiven
4. Methodik
5. Ergebnisse & Diskussion
6. Fazit & Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Perspektiven für progredient erkrankte Menschen am Lebensende, wobei der Fokus auf der Abgrenzung zwischen Sterbebegleitung und Sterbehilfe sowie der Rolle der Sozialen Arbeit liegt.
- Differenzierung der Konzepte Sterbebegleitung (Hospiz/Palliative Care) und Sterbehilfe.
- Analyse der rechtlichen Rahmenbedingungen für Sterbehilfe in Deutschland, den Niederlanden und der Schweiz.
- Untersuchung der Bedeutung von Patientenverfügungen und Vorsorgeinstrumenten für die Patientenautonomie.
- Betrachtung ethischer Pro- und Contra-Argumente im Kontext von Sterbehilfe und gesellschaftlicher Erwartungshaltung.
- Herausarbeitung des sozialarbeiterischen Aufgabenspektrums in der psychosozialen Beratung, Trauerarbeit und rechtlichen Unterstützung.
Auszug aus dem Buch
2. Sterbebegleitung
Zunächst soll der Begriff Sterbebegleitung definiert und näher bestimmt werden, um diesen von dem Begriff der Sterbehilfe in Kapitel 3 abzugrenzen. Im Verlauf der Arbeit werden diese Begriffe gesondert behandelt, um auf die besonderen Merkmale dieser gezielt eingehen zu können.
Der Begriff Sterbebegleitung lässt sich unter dem Oberbegriff der Palliative Care einordnen und beschreibt einzelne Aspekte der Versorgung von Menschen am Lebensende (vgl. Deutscher Hospiz- und PalliativVerband e.V., o.J., o.S.).
„Palliative care is a crucial part of integrated, people-centred health services. Relieving serious health-related suffering, be it physical, psychological, social, or spiritual, is a global ethical responsibility. Thus, whether the cause of suffering is cardiovascular disease, cancer, major organ failure, drug-resistant tuberculosis, severe burns, end-stage chronic illness, acute trauma, extreme birth prematurity or extreme frailty of old age, palliative care may be needed and has to be available at all levels of care.“ (World Health Organization, 2021, o.S.). Laut Definition der World Health Organization umfasst Palliativ Care alle Maßnahmen, die lebensbegrenzt Erkrankten eine weiterhin bestmögliche Lebensqualität bis zum Sterben ermöglichen sollen. Diese umfasst die Beratung, Pflege und Betreuung dieser Patienten. Der Begriff Palliativ Care stammt aus dem lateinischen Wort „Pallium“ welches übersetzt „ummanteln, umsorgen“ bedeutet. Palliativ Care ist also ein ganzheitlicher Ansatz und richtet sich nach den individuellen Bedürfnissen des erkrankten Menschen auf sozialer, spiritueller und psychischer sowie körperlicher Ebene und geht auf krankheitsbedingte Beschwerden ein (vgl. Kulbe, 2010, S.16). Der Grundgedanke der Sterbebegleitung ist es, Menschen ein sicheres Umfeld für die letzte Lebenszeit zu schaffen und die Angst vor einem unwürdigen Sterben, welches sich aus den immer weiter voranschreitenden lebenserhaltenden Maßnahmen der Medizin ergeben kann, zu nehmen. Die persönlichen Wünsche des Sterbenden sollen im Mittelpunkt stehen, der sogenannte high-in-person-low-tech Ansatz wird verfolgt (vgl. Rothhaar, 2020, S.277). Mit diesem Ansatz wird sich gezielter auf das Individuum konzentriert als auf technisierte, lebenserhaltende Maßnahmen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik Sterben und Tod ein und erläutert die Relevanz der Abgrenzung von Sterbebegleitung und Sterbehilfe in einer alternden Gesellschaft.
2. Sterbebegleitung: Dieses Kapitel definiert Sterbebegleitung als Teil der Palliative Care und erörtert die verschiedenen Hospizformen sowie die Rolle der Sozialen Arbeit.
3. Sterbehilfe: In diesem Kapitel werden die Formen der Sterbehilfe, die aktuelle Rechtslage in Deutschland und benachbarten Ländern sowie ethische Perspektiven diskutiert.
4. Methodik: Hier wird das Vorgehen der qualitativen Literaturanalyse beschrieben, um den Forschungsstand systematisch zu erfassen und die Forschungsfrage zu beantworten.
5. Ergebnisse & Diskussion: Dieses Kapitel fasst die Forschungsergebnisse zusammen und diskutiert die Erkenntnisse hinsichtlich der Abgrenzung der Konzepte und der Herausforderungen für die Soziale Arbeit.
6. Fazit & Ausblick: Das Fazit fasst die zentralen Ergebnisse zusammen und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung des Sterbehilfegesetzes und die Rolle der Profession.
Schlüsselwörter
Sterbebegleitung, Sterbehilfe, Palliative Care, Hospizarbeit, Soziale Arbeit, Patientenautonomie, Patientenverfügung, Trauerarbeit, Lebensende, Selbstbestimmung, Würde, Menschenwürde, Suizidhilfe, psychosoziale Beratung, Palliativmedizin
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelor-Thesis grundlegend?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Sterbebegleitung im Kontrast zur Sterbehilfe und analysiert die Möglichkeiten für schwer bzw. progredient erkrankte Menschen am Lebensende.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Felder sind die verschiedenen Hospiz- und Palliativangebote, die rechtliche Situation der Sterbehilfe, die Bedeutung von Patientenverfügungen und die spezifische Rolle der Sozialen Arbeit in diesen Prozessen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel der Arbeit ist es, die Möglichkeiten und Perspektiven für progredient erkrankte Menschen am Lebensende aufzuzeigen und dabei die Bereiche Sterbebegleitung und Sterbehilfe wissenschaftlich voneinander abzugrenzen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer qualitativen Literaturanalyse, bei der deduktiv vorgegangen wurde, um den aktuellen Forschungsstand systematisch zu evaluieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Sterbebegleitung, die Analyse der rechtlichen Lage der Sterbehilfe in verschiedenen Ländern sowie die Diskussion über Willensbekundungen und die ethische Bewertung der Pro- und Contra-Perspektiven.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Sterbebegleitung, Palliative Care, Patientenautonomie, Selbstbestimmtes Sterben und Soziale Arbeit in der Hospizversorgung.
Wie unterscheidet sich die rechtliche Lage in den Niederlanden von der in Deutschland?
Während in Deutschland die aktive Sterbehilfe verboten ist, ist in den Niederlanden die Lebensbeendigung auf Verlangen unter strikten gesetzlichen Voraussetzungen für Ärzte straffrei.
Welche Rolle spielt die Patientenverfügung nach Ansicht der Autorin?
Die Patientenverfügung wird als zentrales Instrument für die Wahrung der Patientenautonomie angesehen, da sie dem Individuum ermöglicht, schon frühzeitig und vorsorglich den eigenen Willen für das Lebensende festzulegen.
Was wird unter "High-in-Person-Low-Tech" verstanden?
Dies ist ein Ansatz in der Sterbebegleitung, bei dem das Individuum und seine persönlichen Wünsche in den Mittelpunkt gestellt werden, statt sich primär auf medizinisch-technische Maßnahmen zur Lebensverlängerung zu konzentrieren.
Warum wird Trauerarbeit besonders für Kinder und Jugendliche hervorgehoben?
Für Kinder und Jugendliche stellt der Verlust eines Elternteils eine massive entwicklungspsychologische Herausforderung dar; eine frühzeitige Begleitung ist notwendig, um die soziale Isolation zu verhindern und die Entwicklung psychischer Störungen präventiv abzuwenden.
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- Carina Deichmann (Author), 2021, Sterbebegleitung vs. Sterbehilfe. Sterben als Teil des Lebens, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1161818