Die Scientology-Organisation ist die bekannteste Sekte nach den Zeugen Jehovas, was nicht nur Tom Cruise geschuldet ist. Einige Aussteiger berichten von unwürdigen Bedingungen in der "Gemeinde". In dieser Arbeit soll untersucht werden, was Scientology ausmacht und wie genau sich ein Scientologe oder eine Scientologin von einem Christen oder Christin unterscheidet. Zudem soll ein Blick darauf geworfen werden, ob es sich dabei um eine Sekte oder nur ein gut geführtes Unternehmen handelt. Vor diesem Hintergrund soll die vorliegende Arbeit folgende Frage beantworten: Ist Scientology eine neue, junge Religion oder eine Sekte – was unterscheidet Scientology von den Christen?
Im ersten Abschnitt wird zunächst die Organisation Scientology beschrieben und das Phänomen selbst näher beleuchtet. Auch wird der Frage nachgegangen, wie die Gruppierung entstanden ist. Danach wird vor diesem Hintergrund untersucht, wie genau sie sich vom Christentum unterscheidet und ob sie eine religiöse Organisation ist. Zum Schluss soll geklärt werden, ob Scientology eine Sekte ist und welche Faktoren dafür erfüllt werden müssen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Entstehung der ‚Scientology-Kirche‘ und deren Inhalte
3. Die neue ‚Religionsgemeinschaft‘ Scientology und Unterschiede zum Christentum
3.1 Scientology ist keine Religionsbewegung
3.2 Scientology als Buddhistische Interpretation
4. Scientology – eine Sekte in der Mitte der Gesellschaft
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die grundlegende Forschungsfrage, ob es sich bei Scientology um eine neue, junge Religion oder um eine Sekte handelt und welche wesentlichen Differenzen zum christlichen Glauben bestehen.
- Historische Entstehung und ideologische Grundlagen der Scientology-Organisation
- Analyse der sogenannten „Engramme“ und des Auditing-Verfahrens
- Kritische Gegenüberstellung von Scientology und christlichen Glaubenssätzen
- Untersuchung der organisationsinternen Ethik und des Umgangs mit Kritik
- Bewertung der Strukturen hinsichtlich des Sekten-Begriffs und wirtschaftlicher Interessen
Auszug aus dem Buch
3.1 Scientology ist keine Religionsbewegung.
Im Bericht der EZW von 2011 wird berichtet, dass sogenannte ‚Abweichler‘ als antisoziale Persönlichkeiten gelten und dies als Verbrechen innerhalb der Organisation angesehen wird. Nicht selten werden die betroffenen Personen bedroht oder eingeschüchtert, vor allem wenn diese an die Öffentlichkeit gehen. Zudem gibt einige Berichte, dass Aussteiger in ‚Straflagern‘ landen, um sie wieder auf „die Spur“ zu bringen. Voltz beschreibt in seinem Buch zwar nicht, dass die ‚Abweichler‘ in Straflager kommen, aber es wird erläutert, dass die aussteigenden Personen zunächst in die dafür zuständige Ethikabteilung beordert werden. Genaue Gesprächsprotokolle sind nicht öffentlich, aber durch Ex-Scientologen wird geschildert, dass in einigen Härtefällen Hausarrest angeordnet wird und die Betroffenen von den anderen abgeschottet werden. Dennoch zeigt sich die Gemeinde auf ihrer Homepage oder auch in deren Beratungsgesprächen weltoffen und hilfsbereit. Allerdings wird es nicht toleriert, wenn jemand nicht mehr die eigenen Ansichten vertritt oder öffentlich Kritik äußert. Dies ist einer der Unterschiede zum Christentum auch innerhalb Deutschlands. Deutsche Bürgerinnen und Bürger dürfen als Mitglieder der Gemeinde oder auch als Außenstehende öffentlich Kritik an die Kirche üben, ohne Konsequenzen zu befürchten, solange sie im gesetzlichen Rahmen stattfindet.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Es wird die Forschungsfrage definiert, ob Scientology als neue Religion oder als Sekte bzw. Unternehmen einzuordnen ist.
2. Entstehung der ‚Scientology-Kirche‘ und deren Inhalte: Das Kapitel behandelt die Biografie des Gründers Lafayette Ronald Hubbard sowie die Lehre von den Engrammen und das Auditing-Verfahren.
3. Die neue ‚Religionsgemeinschaft‘ Scientology und Unterschiede zum Christentum: Hier wird der wissenschaftliche und theologische Vergleich zwischen Scientology und dem Christentum gezogen, inklusive der Frage nach dem Rechtsverständnis.
3.1 Scientology ist keine Religionsbewegung.: Es wird der Umgang mit Abweichlern, Ethik-Verfahren und die eingeschränkte Meinungsfreiheit innerhalb der Organisation thematisiert.
3.2 Scientology als Buddhistische Interpretation: Dieses Kapitel diskutiert Ansätze von Religionswissenschaftlern, die Scientology aufgrund bestimmter Strukturmerkmale als Religion oder „technischen Buddhismus“ einstufen.
4. Scientology – eine Sekte in der Mitte der Gesellschaft: Der Fokus liegt auf der psychologischen Wirkung der Organisation, den finanziellen Strukturen und der Kritik an der Kommerzialisierung durch teure Seminare.
Schlüsselwörter
Scientology, Sekte, Christentum, Lafayette Ronald Hubbard, Engramme, Auditing, Religionsgemeinschaft, Ethik, Weltreligionen, Clear-Zustand, Kommerzialisierung, Abweichler, Sektenmerkmale, Religionswissenschaft, Kirchenkritik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Struktur und Ideologie von Scientology und setzt diese in Bezug zum christlichen Glauben, um den Status der Gruppierung kritisch zu hinterfragen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit fokussiert sich auf die Entstehung der Organisation, die Lehre Hubbards, die Praxis des Auditings, ethische Grundsätze und die Einordnung als Sekte oder Religion.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, zu klären, ob Scientology als ernstzunehmende, junge Religion oder als Sekte mit sektenartigen Strukturen zu bezeichnen ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor nutzt eine Literaturanalyse unter Einbeziehung von theologischen Schriften, Berichten von Aussteigern sowie Gutachten und Vergleichen verschiedener Forschungsinstitutionen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Entstehungsgeschichte, eine Gegenüberstellung der Lehrmeinungen und eine Untersuchung der soziologischen und ökonomischen Aspekte von Scientology.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Scientology, Sekte, Christentum, Auditing, Engramme, Hubbard, Religionsgemeinschaft und ethische Kontrolle.
Wie unterscheidet sich das Auditing laut Arbeit von der christlichen Seelsorge?
Das Auditing wird als technisches Verfahren zur Steigerung des geistigen Potenzials beschrieben, das oft mit finanziellen Kosten verbunden ist, während christliche Seelsorge primär auf Nächstenliebe und spiritueller Unterstützung ohne ökonomischen Zwang basiert.
Welche Rolle spielt die finanzielle Komponente bei Scientology?
Die Arbeit stellt heraus, dass Mitglieder durch teure Kurse in hohe Schulden geraten können und durch weitreichende Kontovollmachten sowie die Abhängigkeit von der Organisation an Scientology gebunden werden.
- Arbeit zitieren
- Steven Dümmler (Autor:in), 2020, Scientology als eine neue junge Religion oder eine Sekte. Was unterscheidet Scientology von den Christen?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1161819