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Die tragische Gestalt der Ophelia als Zerrspiegel Hamlets

Title: Die tragische Gestalt der Ophelia als Zerrspiegel Hamlets

Term Paper (Advanced seminar) , 2008 , 22 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Julia Kulewatz (Author)

Literature - Comparative Literature
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William Shakespeares Meisterwerk ist die Tragödie um einen dänischen Königssohn, der der Melancholie verfallen ist und den es nach Rache dürstet. Es ist überaus ungewöhnlich, wie sich das ganze Drama auf die Schlüsselfigur des Hamlets hin organisiert. Ophelia fungiert als Zerrspiegel jener Schlüsselfigur. Der moralischen Problematik und dem daraus resultierenden inneren Konflikt des Kronprinzen, wird der Weg geebnet, selbst die eigene Vernunft in Frage zu stellen. Hamlet ist das figurale Zentrum des Dramas, um ihn herum ordnen sich alle Figuren, Horatio wird zum idealisierten moralischen Spiegelbild des Prinzen, Ophelia zu seinem zerstörten Zerrbild. Für diese Entwicklungen und Wandlungen ist die Suche nach Wahrheit und die Bedeutung der Vernunft, für diese, von enormer Wichtigkeit. Die Begegnung mit dem Wahnhaften scheint unvermeidbar und ist ebenso bedeutsam für die Liebesbeziehung von Hamlet und Ophelia, der ich mich in meinen Ausführungen ausführlich widmen werde. Außerdem werde ich beleuchten, inwieweit Shakespeare Vernunft und Wahnsinn miteinander verwoben hat, um Wirklichkeit zu verhüllen, um diese in einen transzendenten Moment, in der Innerlichkeit Hamlets in Frage zu stellen. Diesen Prozess erlebt vor allem Hamlet und doch hat er enorme Auswirkungen auf die Figuren um ihn, besonders für die ihn liebende Ophelia, deren Emotionalität und geistige Verfassung an die Handlungen des Prinzen gebunden sind. Ich werde versuchen, die Begriffs- und Werteverschiebungen, die sich in Hamlet vollziehen, transparenter erscheinen zu lassen und die Konsequenzen für den Verlauf des Dramas zu erörtern. Anhand der tragischen Gestalt Ophelias will ich den in ihm klaffenden Zusammenbruch, die Vermischung seiner beiden Sphären, der wirklichen und der unwirklichen, darlegen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Hamlet- Zwischen Schein und Sein, oder:

1.1 Die Vorlagen

1.2 Getrieben im Zwielicht einer Geistererscheinung

1.3 Nature und Fortune

1.4 Hamlet gefangen zwischen Schein und Sein:

2. „La femme fragile“:

2.1 Ophelia: Zwischen Lieben und Leiden

2.2 Keusch- unzüchtige Ophelia: Entsexualisierte Unschuld- zerrütteter Geist

3. Von Wahrheit und Wahnsinn: Die Tragik einer gescheiterten Liebe

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die psychologische und strukturelle Verbindung zwischen den Hauptfiguren Hamlet und Ophelia in Shakespeares Tragödie. Dabei steht die zentrale Forschungsfrage im Fokus, inwieweit Ophelia als „Zerrspiegel“ des Prinzen fungiert und wie die Konzepte von Schein und Sein, Vernunft und Wahnsinn sowie die Rolle des Schicksals ihr gemeinsames Scheitern determinieren.

  • Die Funktion von Ophelia als weibliches Gegenbild zu Hamlets Melancholie und Zaudern.
  • Die Analyse der Begriffe „Nature“ und „Fortune“ im Kontext des elisabethanischen Weltbildes.
  • Die Bedeutung von Schein, Maskerade und dem „Spiel im Spiel“ für die Identitätsfindung der Protagonisten.
  • Die Auswirkungen patriarchaler Strukturen und Fremdbestimmung auf die psychische Auflösung Ophelias.

Auszug aus dem Buch

1.2 Getrieben im Zwielicht einer Geistererscheinung:

Shakespeares Zentralfigur ist so komplex, dass sie auch in der Moderne weiterhin Anklang finden wird, keine Generation konnte sich ihr bisher verwehren- William Shakespeares Hamlet ist unsterblich. Ein geheimnisvoller, undurchdringlicher Zauderer, Handlungsverweigerer, Grübler, perverser Melancholiker, vielleicht ein Genie, oder tatsächlich dem Wahnsinn verfallen? Hamlets lange Untätigkeit verlangt nach immer neuen Begründungen, fordert immer neue Interpretationsansätze, formiert sich auch als Rätsel stets neu. Natürlich, eine gewisse Passivität des Helden ist bereits durch das Schema der Rachetragödie bedingt, doch Hamlets Passivität scheint zunächst nur durch regelrechte Ausbrüche von Leidenschaft und Übertreibung, unterbrochen.

Unweigerlich wird er in ein Übel verstrickt, dessen Verursacher er nicht ist, abwarten muss er, zaudern, bis sich Gelegenheit ergibt, Moral und Ehrgefühl verpflichten ihn dazu, dieses Übel entsprechend zu vergelten. Die Hindernisse, die Hamlet überwinden muss, scheinen zunächst lediglich äußerlich vorhanden zu sein, doch tatsächlich überwinden muss er sein Inneres. Hamlet ist gefangen zwischen wahrhaftigem Sein und dem Schein, dem das dennoch das Wahre verhaftet sein muss. Schon Johann Wolfgang von Goethe hat erkannt: „Das Wahre ist gottähnlich; es erscheint nicht unmittelbar, wir müssen es in seinen Manifestationen erraten.“ , ebenso fühlt sich Hamlet verpflichtet, „das Wahre“ zu suchen und zu finden, wahrhaftiges Sein von zwiespältigen Schein zu trennen. Ebenso zwiespältig ist die Erscheinung des Geistes. Zwischen Schein und Sein bewegt er sich auf einer Ebene, die der Dänenprinz Hamlet vernünftig nicht fassen kann.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Hamlet- Zwischen Schein und Sein, oder:: Dieses Kapitel analysiert die literarischen Vorlagen sowie die psychologische Verfassung Hamlets, der durch die Geistererscheinung und die moralische Last der Rache in einen existentiellen Zwiespalt gerät.

2. „La femme fragile“:: Der Abschnitt untersucht Ophelias Rolle als leidendes Objekt männlicher Machtansprüche und zeigt auf, wie sie durch ihren Wahnsinn zum Zerrbild und unschuldigen Gegenpart Hamlets wird.

3. Von Wahrheit und Wahnsinn: Die Tragik einer gescheiterten Liebe: Hier wird die tragische Unmöglichkeit einer erfüllten Beziehung zwischen Hamlet und Ophelia herausgearbeitet, die durch ihre gegensätzlichen Umgangsweisen mit der Realität zum Scheitern verurteilt ist.

Schlüsselwörter

William Shakespeare, Hamlet, Ophelia, Schein und Sein, Wahnsinn, Melancholie, Rachetragödie, Vernunft, Identität, Geschlechterrollen, Psychologie, Literaturwissenschaft, Interpretation, Transformation, Tragik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Tragödie „Hamlet“ von William Shakespeare mit einem spezifischen Fokus auf das psychologische Spannungsfeld zwischen der Titelfigur und Ophelia.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf den Konzepten von Schein und Sein, der Bedeutung des Wahnsinns als psychologischem Fluchtpunkt sowie der Dynamik zwischen den Geschlechtern im Kontext patriarchaler Strukturen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie Ophelia nicht nur als Gegenstück, sondern als „Zerrspiegel“ von Hamlets eigenem inneren Zusammenbruch fungiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?

Die Verfasserin nutzt literaturwissenschaftliche Textanalyse, kombiniert mit interpretatorischen Ansätzen, um die Motivationen und die Symbolik innerhalb des Dramas zu ergründen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Hamlets Zaudern und seiner Suche nach Wahrheit, die Analyse von Ophelias Rolle als „femme fragile“ und die Zusammenführung beider Schicksale im Scheitern ihrer Liebe.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am treffendsten?

Schlüsselbegriffe sind Identitätsverlust, Transformation, das elisabethanische Weltbild, die moralische Ambivalenz der Rache und der Kontrast zwischen rationaler und emotionaler Weltwahrnehmung.

Inwiefern beeinflusst der Geist des toten Vaters Hamlets Sicht auf Ophelia?

Die Begegnung mit dem Geist erschüttert Hamlets Weltbild so massiv, dass er an der Möglichkeit von Aufrichtigkeit zweifelt und dies auf Ophelia projiziert, wodurch er sie als Teil einer korrupten Welt wahrnimmt.

Warum wird Ophelias Wahnsinn als „befreit“ interpretiert?

Im Wahnsinn verliert Ophelia die Fesseln der gesellschaftlichen und patriarchalen Erwartungen, was ihr eine Form von (tragischer) Autonomie verleiht, die ihr bei gesundem Verstand verwehrt blieb.

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Details

Title
Die tragische Gestalt der Ophelia als Zerrspiegel Hamlets
College
University of Erfurt
Course
BA- Literaturwissenschaft/BA- Anglistik: „Hamlet: Text- Stage- Screen“
Grade
1,7
Author
Julia Kulewatz (Author)
Publication Year
2008
Pages
22
Catalog Number
V116181
ISBN (eBook)
9783640177660
ISBN (Book)
9783640177721
Language
German
Tags
Gestalt Ophelia Zerrspiegel Hamlets Literaturwissenschaft/BA- Anglistik Text- Stage- Screen“
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Julia Kulewatz (Author), 2008, Die tragische Gestalt der Ophelia als Zerrspiegel Hamlets, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/116181
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