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Propädeutik der Komplementärmedizin

Kulturspezifische & Ethnotypische Verfahren: Traditionelle Europäische Medizin (TEM)

Title: Propädeutik der Komplementärmedizin

Scientific Essay , 2007 , 36 Pages

Autor:in: Dr.med.dent. Hubertus R. Hommel (Author)

Medicine - Alternative Medicine
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Evolution und Umwelt stehen in einem grundsätzlich interaktiven Verhältnis, da der Mensch
jedoch nur über ein geringes genetisches Anpassungsvermögen an ökologische Situationen
verfügt, muss er Problemlagen gezielt begegnen, unter Einsatz seiner gesamten geistigen und
praktischen Fähigkeiten. Dieses zu erkennen, sind grundlegende Eigenschaften
menschenspezifischer Vernunft und Verstand. Nach A. Gehlen steht der Mensch aufgrund
seiner Mängel unter einem enormen Handlungsdruck, den er durch verschiedene Maßnahmen
zu entlasten sucht. Eine davon ist die Bildung von Gemeinschaften, um in der Gruppe sein
Überleben über andere taktische Wege zu sichern. Hierzu muss er seine Umwelt entsprechend
gestalten. Mit fortschreitendem Individualbewusstsein formte sich daher die
Wahrnehmungsfähigkeit für vom gewohnten Verhaltens- und Erscheinungsbild abweichende
Änderungen in dem Maß, wie die Umwelt als bewusste Erfahrung in die persönliche aktuelle
Lebensgeschichte integriert wurde. In der Notwendigkeit der Modulation seiner Umwelt
nahmen Individuation und Einzelschicksale innerhalb der Gruppe an Bedeutung zu. Zwar
wurden körperliche Verletzungen zuerst nur als unterschiedlich zum gewohnten
Erscheinungsbild des Betroffenen und Krankheiten als nicht dem gewohnten Verhalten
entsprechend wahrgenommen, sehr bald führten sie jedoch zu der Erkenntnis, dass sich
beides einschränkend auswirkte, sowohl auf die Leistungsfähigkeit des Betroffenen als auch
auf die Gemeinschaft. Die existentielle Notwendigkeit, vorhersehbare soziobiologische
Schäden möglichst gering zu halten, führte zur Entstehung von über die reine
Wundversorgung hinausgehenden kurativen Maßnahmen, als Einstieg zur Volksmedizin. Bei
der Wundversorgung stand die Rentabilität im Vordergrund der Zielsetzung, die Motivation
der Versorgung atraumatischer Phänomene orientierte sich an der Gleichförmigkeit der
Außenwelt. Maßnahmen zur Wiederherstellung lagen in Ermangelung logisch fundierter
Erklärungsmodelle und naturwissenschaftlicher Parameter vor allem in animistischen
Heilritualen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Hauptteil

Wie in Europa der Glauben das Denken lehrte

Ethnomedizin

Kulturelles Fließgleichgewicht

Problematiken ethnomedizinischer Evaluierungen am Beispiel der Heilkräutermedizin

Traditionelle Abendländische Medizin

Klostermedizin - zwischen Bibel und Bahre

Hildegard-Medizin – reale Fiktion

Anmerkung zur Hildegard-Medizin

Alchimie

Anmerkung zur Spagyrik

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die historischen Wurzeln und ethnomedizinischen Grundlagen traditioneller europäischer Heilverfahren, wobei ein besonderer Fokus auf der Klostermedizin, der Alchemie und der daraus entwickelten Spagyrik liegt, um deren Relevanz und wissenschaftliche Einordnung im Kontext moderner Medizinverständnisse zu beleuchten.

  • Historische Entwicklung der Volks- und Klostermedizin.
  • Ethnomedizinische Analyse von Gesundheit und Krankheit.
  • Die wissenschaftliche Validierung von Naturheilverfahren.
  • Alchemistische Einflüsse und die Entstehung der Spagyrik durch Paracelsus.

Auszug aus dem Buch

Klostermedizin - zwischen Bibel und Bahre

Die Klostermedizin differenziert Krankheit aus ihrer angestammten christlichen Kompetenz als ein körperliches Geschehen in Korrelation zu seelischen, geistigen und metaphysischen Aspekten.

Der Mensch steht als Ebenbild Gottes in der Mitte zwischen der Natur und den astralen Kräften des Himmels. Krankheit nasziert als Folge einer Disharmonie in der Beziehung des Mensch zum Göttlichen, entsprechend als Sühne für Versündigung, während die Heilung als Erlösungsprozess verstanden wurde, in dem der Kranke Zugang zur christlichen Spiritualität finden konnte.

Ihren Anspruch der Wissenschaftlichkeit rekrutiert die Klostermedizin aus den Paradigmen der 3 großen Autoritäten der Antike Hippokrates (460-375 v.Chr.), Dioskurides (1. Jh.) und Galen (122-199).

Zusammenfassung der Kapitel

Wie in Europa der Glauben das Denken lehrte: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung des medizinischen Wissens im Mittelalter nach und betont die zentrale Rolle der Klöster bei der Bewahrung antiker Schriften und der Entwicklung einer systematischen Klostermedizin.

Kulturelles Fließgleichgewicht: Hier werden völkerkundliche Methoden zur Untersuchung von Gesundheit und Krankheit in verschiedenen Kulturen erläutert und die Notwendigkeit aufgezeigt, medizinische Systeme als dynamische, soziokulturell geprägte Einheiten zu begreifen.

Problematiken ethnomedizinischer Evaluierungen am Beispiel der Heilkräutermedizin: Dieses Kapitel diskutiert die Schwierigkeiten, traditionelle Heilmittel mit den strengen Kriterien der evidenzbasierten Medizin (EbM) zu bewerten, da diese oft unterschiedliche Wirkkonzepte verfolgen.

Traditionelle Abendländische Medizin: Das Kapitel bietet einen Überblick über die historische Epoche der Klostermedizin, die als Basis für moderne medizinische Strukturen gilt.

Klostermedizin - zwischen Bibel und Bahre: Es wird die philosophische und religiöse Grundlage der Klostermedizin beleuchtet, die Krankheit als Disharmonie und Heilung als Erlösungsprozess interpretiert.

Hildegard-Medizin – reale Fiktion: Eine kritische Betrachtung des modernen Begriffs der Hildegard-Medizin, die die historischen Schriften von Hildegard von Bingen in den Kontext ihres mittelalterlichen Ursprungs und ihrer heutigen Rezeption stellt.

Anmerkung zur Hildegard-Medizin: Eine kurze wissenschaftliche Reflexion über die fehlende universitäre Grundlage für die heute praktizierte „Hildegardmedizin“.

Alchimie: Dieses Kapitel definiert die Alchemie nicht nur als Vorstufe der modernen Chemie, sondern als ganzheitliche Wissenschaft vom Geistartigen in der Materie mit dem Ziel der seelischen und materiellen Purifikation.

Anmerkung zur Spagyrik: Eine kritische Auseinandersetzung mit der heutigen Anwendung spagyrischer Mittel, die trotz ihrer historischen Bedeutung aus wissenschaftlicher Sicht nicht ohne weiteres belegbar sind und teilweise toxikologische Risiken bergen.

Schlüsselwörter

Traditionelle Europäische Medizin, TEM, Klostermedizin, Ethnomedizin, Hildegard von Bingen, Paracelsus, Alchemie, Spagyrik, Volksmedizin, Humoralpathologie, EbM, Naturheilkunde, Phytotherapie, Medizinethik, Heilkunde.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Propädeutik der Komplementärmedizin, insbesondere mit den historischen und kulturellen Wurzeln der Traditionellen Europäischen Medizin (TEM).

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören die Klostermedizin, die Geschichte der Ethnomedizin, alchemistische Prinzipien in der Heilkunde sowie die Entwicklung der Spagyrik.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die historischen Entwicklungen medizinischen Wissens in Europa zu analysieren und ein Verständnis für die soziokulturelle Einbettung von Heilverfahren zu schaffen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt medizinhistorische und ethnomedizinische Ansätze, um die Evolution von Heilmethoden unter Berücksichtigung kultureller und spiritueller Paradigmen zu untersuchen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Übergänge vom Mittelalter zur Neuzeit in der Medizin, die Bedeutung von Persönlichkeiten wie Hildegard von Bingen und Paracelsus sowie die Probleme bei der wissenschaftlichen Evaluierung traditioneller Verfahren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind TEM, Klostermedizin, Alchemie, Spagyrik, Ethnomedizin und evidenzbasierte Medizin.

Warum wird Hildegard von Bingen kritisch betrachtet?

Der Autor weist darauf hin, dass der Begriff "Hildegard-Medizin" erst im 20. Jahrhundert geprägt wurde und ihre Rezepte keine authentische "Ärzte-Medizin" im modernen Sinne darstellen, sondern eine Sammlung zeitgenössischer Quellen.

Welche Bedenken gibt es gegenüber modernen spagyrischen Mitteln?

Der Autor warnt vor möglichen toxischen Gesundheitsbeeinträchtigungen bei Dauergebrauch, da manche spagyrische Mittel Schwermetallverbindungen in homöopathischen Potenzen enthalten könnten.

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Details

Title
Propädeutik der Komplementärmedizin
Subtitle
Kulturspezifische & Ethnotypische Verfahren: Traditionelle Europäische Medizin (TEM)
Author
Dr.med.dent. Hubertus R. Hommel (Author)
Publication Year
2007
Pages
36
Catalog Number
V116210
ISBN (eBook)
9783640185979
ISBN (Book)
9783640187973
Language
German
Tags
Propädeutik Komplementärmedizin
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dr.med.dent. Hubertus R. Hommel (Author), 2007, Propädeutik der Komplementärmedizin, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/116210
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