Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Didactics for the subject German - Pedagogy, Linguistics

Lektüreautobiografie

Title: Lektüreautobiografie

Seminar Paper , 2007 , 30 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Bettina Freude-Schlumbohm (Author)

Didactics for the subject German - Pedagogy, Linguistics
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Im Rahmen meines Studiums für das Lehramt Grund-, Haupt- und Realschule (B.A.) mit dem Schwerpunkt Deutsch als Langfach, besuchte ich die Vorlesung „Einführung in die literarische und Lesesozialisationsforschung“ bei Frau Prof. Dr. Christine Garbe. Sowohl diese Veranstaltung als auch das begleitende Tutorium bei Maik Philipp, beschäftigten sich mit der Frage, wie aus Kindern und Jugendlichen Leserinnen und Leser werden. Mit Blick auf meinen zukünftigen Beruf als Deutschlehrerin an der Grundschule, ist die Auseinandersetzung und Aufarbeitung der eigenen Lesegeschichte von besonderer Bedeutung: zum einen, um ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, was alles für eine gelingende Lesekarriere geschehen muss und zum anderen, um sensibilisiert im Umgang mit Leseanregungen zu werden.

Warum lese ich? Diese Frage versuche ich anhand der vorliegenden Hausarbeit, eine Analyse meiner persönlichen Lektüreautobiographie unter Bezugnahme des in der Veranstaltung vermittelten Wissens und der empirischen Untersuchungen zur Lesesozialisation nach Werner Graf, Bettina Hurrelmann et al., und Petra Wieler zu beantworten. Ich versuche, mit einer induktiven Vorgehensweise meine individuelle Lesegeschichte zu rekonstruieren und anhand von Werner Grafs Text „Fiktionales Lesen und Lesegeschichte“ (1995) zu analysieren. Hierbei werde ich die verschiedenen Abschnitte meiner Lesegeschichte, aufgeteilt in Lesekind-heit, Phase der Alphabetisierung, Lesekrise und sekundäre literarische Initiation bis hin zu meinem jetzigen Leseverhalten anhand meiner Erinnerungen darstellen, mit den Theorien vergleichen und diese zuordnen. Vorrangig beziehe ich mich hierbei auf die Studie von Werner Graf, um meine Vermutung zu belegen, dass ich der von ihm definierten „Gefühlsleserin“ zuzuordnen bin und meine Lesepraxis diesem Modus entspricht.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Kurzbeschreibung der Studie von Werner Graf

3 Lesegeschichte

3.1 Lesekindheit – primäre literarische Initiation

3.2 Alphabetisierung und erste eigene Lektüre

3.3 Lesen in der Pubertät und sekundäre literarische Initiation

3.4 Leseverhalten heute

4 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit analysiert die individuelle Lesesozialisation der Autorin auf Basis der wissenschaftlichen Theorien von Werner Graf, Bettina Hurrelmann und Petra Wieler. Ziel ist es, den eigenen Lektüreverlauf zu rekonstruieren, mit den existierenden Lesetypologien abzugleichen und durch diese Reflexion die Bedeutung einer fundierten Leseförderung für die zukünftige berufliche Tätigkeit als Lehrkraft zu unterstreichen.

  • Analyse der primären literarischen Initiation und des familiären Leseklimas.
  • Untersuchung der Lesemotivation während der Alphabetisierung und Pubertät.
  • Kritische Auseinandersetzung mit Grafs Typologie der "Gefühlsleserin".
  • Reflexion des Einflusses der Schule und des Deutschunterrichts auf die Lesekarriere.
  • Evaluation der Bedeutung von Vorlesesituationen für die Lesesozialisation.

Auszug aus dem Buch

3.1 Lesekindheit – primäre literarische Initiation

Von frühester Kindheit an haben Bücher in meinem Leben eine große Rolle gespielt. Es gab ein festes Ritual beim abendlichen Zubettgehen: Umziehen, Zähne putzen und danach mit Mama oder Papa ins Bett kuscheln und den vorgelesenen Geschichten lauschen. In den ersten Lebensjahren bezogen sich diese Geschichten hauptsächlich auf Bilderbücher wie z.B. „Mein riesengroßes Feuerwehrbuch“ von Urs Wagner, das „Große Buch vom Bauernhof“ von Anne Suess oder auch Märchen. Immer und immer wieder mussten mir meine Eltern dieselben Geschichten vorlesen und schnell kannte ich oftmals jede Seite auswendig. Ein „Mogeln“, wenn zum Beispiel einzelne Seiten ausgelassen wurden oder Passagen phantasievoll eingefügt werden wollten, wurde mit lautstarkem Protest meinerseits belegt.

Bei diesen ersten Bilderbüchern geht es in erster Linie um das Erkennen und Zuordnen von Tieren, Personen und Gegenständen und dem Erlernen von Wörtern, doch mit der Zeit entstanden immer lustigere Geschichten rund um diese Bücher die meine Eltern mir in diesem Zusammenhang erzählten. Wenn ich danach nicht gleich einschlafen konnte, durfte ich noch eine Viertelstunde alleine meine Bilderbücher angucken und dabei erzählte ich mir dann die Geschichten so, wie ich sie vorher von meinen Eltern erzählt bekommen hatte. Ab und zu tauschten wir auch die Rollen und ich erzählte die Geschichten. Manchmal, wenn ich morgens besonders früh wach war, blätterte ich in meinen Büchern oder schaltete meinen Kassettenrekorder an um Biene Maja oder Wickie zu hören. Beim Frühstück beobachtete ich meine Eltern, wie sie unsere regionale Zeitung lasen und sich die einzelnen Teile untereinander austauschten.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung verortet das Lesen als Basisqualifikation für Medienkompetenz und führt in die persönliche Motivation der Autorin ein, ihre eigene Lektürebiografie vor dem Hintergrund der Lesesozialisationsforschung zu analysieren.

2 Kurzbeschreibung der Studie von Werner Graf: Dieses Kapitel fasst die 1995 publizierte Studie von Werner Graf zusammen, die als theoretisches Gerüst für die Untersuchung dient und die Typologien des "Nicht-/Weniglesers", "Sach-/Fachbuchlesers" und "Belletristiklesers" einführt.

3 Lesegeschichte: In diesem Hauptteil wird der chronologische Verlauf der Lesesozialisation der Autorin – von der Kindheit über die Schulzeit und Pubertät bis zur Gegenwart – rekonstruiert und kritisch reflektiert.

3.1 Lesekindheit – primäre literarische Initiation: Der Abschnitt beschreibt die Bedeutung von Vorleseritualen in der frühen Kindheit und die positive Prägung durch ein anregungsreiches familiäres Umfeld.

3.2 Alphabetisierung und erste eigene Lektüre: Hier steht die Phase des Schulerwerbs und die Freude am ersten eigenständigen Lesen fiktionaler Kinderbuchklassiker im Mittelpunkt, wobei die Rolle der Identifikation mit Buchfiguren hervorgehoben wird.

3.3 Lesen in der Pubertät und sekundäre literarische Initiation: Dieses Kapitel analysiert die pubertäre Lesekrise, den Einfluss des Deutschunterrichts und die spätere Wiederentdeckung der Leselust durch Anregungen im sozialen Umfeld.

3.4 Leseverhalten heute: Abschließend wird das aktuelle Leseverhalten der Autorin reflektiert, das eine Mischform aus fachlichem Interesse und affektiv geprägtem Genusslesen aufweist.

4 Fazit: Das Fazit bilanziert die Ergebnisse der Analyse, reflektiert die teilweise Divergenz zur Theorie von Werner Graf und betont den Wert der Arbeit für die zukünftige pädagogische Praxis.

Schlüsselwörter

Lesesozialisation, Lektüreautobiographie, Werner Graf, primäre literarische Initiation, Sekundäre literarische Initiation, Gefühlsleserin, Lesekrise, Lesemotivation, Vorlesen, Kinderliteratur, Schullektüre, Medienkompetenz, Lesebiografie, Lesetypologie, Belletristik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit stellt eine wissenschaftliche Aufarbeitung der eigenen Lektürebiografie der Autorin dar, die ihre persönliche Leseentwicklung mit Theorien der Lesesozialisationsforschung vergleicht.

Welches Ziel verfolgt die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, zu klären, welcher Lesetypologie nach Werner Graf die Autorin zuzuordnen ist und inwiefern individuelle Erfahrungen von den gängigen Modellen der Lesesozialisation abweichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine induktive Vorgehensweise, bei der sie ihre persönliche Lesegeschichte anhand von Erinnerungen rekonstruiert und systematisch mit den empirischen Erkenntnissen von Autoren wie Werner Graf, Petra Wieler und Bettina Hurrelmann analysiert.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Arbeit behandelt die Entwicklung von der frühen Kindheit über die Phase der Alphabetisierung und der pubertären Lesekrise bis hin zum Leseverhalten im Erwachsenenalter, unter Berücksichtigung von Sozialisationsinstanzen wie Familie, Schule und Bibliothek.

Welche Rolle spielt die Familie?

Die Familie wird als primäre Instanz identifiziert, wobei vor allem die Vorlesesituationen und ein anregungsreiches Leseklima eine zentrale Rolle für die Ausbildung einer dauerhaften Leselust spielten.

Welche Bedeutung hat der Deutschunterricht?

Der Deutschunterricht wird kritisch hinterfragt, da das analysierende und interpretierende Arbeiten mit Schullektüre bei der Autorin zeitweise zu einer Aversion gegen das Lesen von literarischen Werken führte.

Warum wird die Autorin als "Gefühlsleserin" bezeichnet?

Auf Basis der Typologie von Werner Graf ordnet sich die Autorin als "Gefühlsleserin" ein, da ihr Leseverhalten stark affektiv geprägt ist und sie bevorzugt Belletristik konsumiert, um in andere Welten zu flüchten.

Welche Rolle spielt die Bücherei im Werdegang?

Die Bücherei fungierte als zentrale Anlaufstelle und Inspirationsquelle, insbesondere als die Familie in der Pubertät als Leseanreger an Bedeutung verlor.

Inwiefern beeinflusste die Ausbildung das Leseverhalten?

Während der Ausbildung zur Reiseverkehrskauffrau erlebte die Autorin eine längere Phase, in der Lesen keine Priorität hatte; die Rückkehr zum Buch erfolgte erst durch einen Impuls aus ihrem privaten sozialen Umfeld.

Was ist das Fazit der Autorin für ihre spätere Lehrtätigkeit?

Die Autorin erkennt durch die Auseinandersetzung mit ihrer eigenen Biografie, wie wichtig eine frühzeitige Sensibilisierung und eine motivationsfördernde Gestaltung von Leseerfahrungen in der Schule sind.

Excerpt out of 30 pages  - scroll top

Details

Title
Lektüreautobiografie
College
Leuphana Universität Lüneburg  (Deutsch)
Course
Einführung in die literarische und Lesesozialisationsforschung
Grade
2,0
Author
Bettina Freude-Schlumbohm (Author)
Publication Year
2007
Pages
30
Catalog Number
V116217
ISBN (eBook)
9783640182695
ISBN (Book)
9783640182794
Language
German
Tags
Lektüreautobiografie Einführung Lesesozialisationsforschung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Bettina Freude-Schlumbohm (Author), 2007, Lektüreautobiografie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/116217
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  30  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint