Im Biopsychosozialen Krankheitsmodell wird neben dem Gesundheitsproblem und seinen zusammenhängenden gestörten Strukturen und Funktionen auch die Aktivitäten und die Teilhabe an Lebensbereichen, sowie die personen- und umweltbezogenen Kontextfaktoren betrachtet. Das Modell trägt dazu bei, die Folgen von Krankheiten auf den Ebenen “biomedizinisch”, “geistig/psychisch” und “sozial” interdisziplinär besser zu beschreiben. Außerdem bestärkt das Krankheitsmodell die Konzipierung eines langfristig wirksamen Behandlungsplans, welcher zielorientiert, teilhabeorientiert und interdisziplinär alle TherapeutInnen und PatientInnen einbezieht.
So gelten gesundheitliche Verhaltensweisen wie Fehlernährungen als Risikofaktoren von Krankheiten. Ebenfalls gibt es Nachweise dafür, dass sozial Benachteiligte wesentlich häufiger Süßgetränke und Kaffee konsumieren. Das Problem an der Fehlernährung sind fehlende finanzielle Ressourcen, setzen die Autorinnen fort. So liegt es auf der Hand, dass jene Konsumenten eher zu den preiswerteren Produkten greifen. Energiedichte und dadurch teilweise ungesunde Lebensmittel (Viele Kalorien, Süßigkeiten…) fallen zumeist unter diese Kategorie. Bei gesünderen Lebensmitteln steigt der Preis. Diese Preisdifferenzen beeinflussen Benachteiligte bei ihrem Kauf.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Welche Faktoren machen krank bzw. gesund?
3. Die Umwelt als Gesundheitsfaktor
4. Stress und seine biopsychosozialen Folgen
5. Was hält Menschen langfristig gesund?
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Einfluss des sozioökonomischen Status auf Gesundheit und Krankheit im Rahmen des Biopsychosozialen Modells, mit dem Ziel, soziale Ungleichheiten in der Gesundheitsversorgung zu identifizieren und Lösungsansätze aufzuzeigen.
- Grundlagen des Biopsychosozialen Modells
- Zusammenhang zwischen sozialem Status und Krankheitsrisiken
- Umweltbedingte Einflussfaktoren auf die Gesundheit
- Psychosoziale Folgen von Stress
- Strategien zur Gesundheitsförderung (Health-in-All-Policies)
Auszug aus dem Buch
Stress und seine biopsychosozialen Folgen
Ein Fallbeispiel: Ein Student im 5. Semester steht kurz vor der wichtigen Klausurenphase, hat sich nicht besonders gut vorbereitet und nun trifft ihn die Situation wie ein Blitz, da er jetzt in kürzester Zeit eine große Menge Arbeit aufwenden muss. Dazu kommt, dass die Kommilitonin, mit der er eine prüfungsrelevante Präsentation halten muss, spontan das Studium pausiert und somit wegfällt. So kommt es dazu, dass er ihren Teil auch übernehmen muss. Die Stressreaktion, die nun auftritt, teilt sich in drei Ebenen ein: Körper, Gedanken/Gefühle und Verhalten.
Im Körper erhöhen sich durch den Stress Puls, Blutdruck, Muskelspannung, Atemfrequenz und Blutgerinnung. Die Verdauung und Sexualfunktion sinken im Gegensatz. In der Gefühlswelt machen sich Gefühle wie Angst oder Wut bemerkbar. In seinen Gedanken kreisen Sätze wie “Wieso muss das ausgerechnet mir passieren?” oder “Ich kann nicht mehr. Wie soll ich das alles nur schaffen?”. Im Verhalten spiegelt sich zum Beispiel eine verkrampfte Sitzhaltung oder eine gehetzte Arbeitsweise wider. Auch als Stressreaktion anzusehen sind seine gereizten Antworten, die nachlässige Planung oder grundsätzliche Pausen, die neben dem Stress verbundenen Arbeitsaufwand fehlen (Uni, Wuppertal, o. D.)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in das Biopsychosoziale Modell nach George L. Engel und dessen Bedeutung für die moderne Gesundheitsversorgung.
2. Welche Faktoren machen krank bzw. gesund?: Analyse des Zusammenhangs zwischen sozioökonomischem Status, Ernährungsweise, Adipositas und psychischen Auffälligkeiten.
3. Die Umwelt als Gesundheitsfaktor: Untersuchung externer Einflüsse wie Klimawandel und Luftverschmutzung auf das individuelle Gesundheitsrisiko.
4. Stress und seine biopsychosozialen Folgen: Erläuterung der physischen, psychischen und verhaltensbezogenen Auswirkungen von Distress sowie eine Abgrenzung zum Eustress.
5. Was hält Menschen langfristig gesund?: Darstellung empirischer Zusammenhänge zwischen Ernährung, Bildung und allgemeinem Gesundheitszustand.
6. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der sozialen Ungleichheit im Gesundheitswesen und Plädoyer für sektorenübergreifende Ansätze wie Health-in-All-Policies.
Schlüsselwörter
Biopsychosoziales Modell, Gesundheit, Krankheit, sozioökonomischer Status, Gesundheitsvorsorge, Stress, Distress, Lebenswelt, soziale Ungleichheit, Prävention, Gesundheitskompetenz, Health-in-All-Policies, Ernährung, Bildungsgrad, Lebensqualität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die wechselseitigen Einflüsse von biologischen, psychischen und sozialen Faktoren auf die Gesundheit, wobei ein besonderer Fokus auf dem sozioökonomischen Status liegt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Themen sind das Biopsychosoziale Krankheitsmodell, die gesundheitliche Benachteiligung sozial schwächerer Gruppen, umweltbedingte Risikofaktoren und die Auswirkungen von Stress.
Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie soziale Ungleichheit die Gesundheit prägt, und welche politischen bzw. präventiven Strategien, wie etwa „Health-in-All-Policies“, zur Verbesserung der Situation beitragen können.
Welche wissenschaftliche Methode wurde für diese Arbeit verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Ausarbeitung, die auf einer Literaturanalyse aktueller Studien und Berichte von Organisationen wie dem RKI, der WHO und weiteren wissenschaftlichen Quellen basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von Sozialstatus und Krankheit, den Einfluss der Umwelt, die physiologischen und psychischen Folgen von Stress sowie die Rolle einer gesunden Lebensführung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung am besten?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie soziale Ungleichheit, biopsychosoziale Gesundheitsfaktoren, Prävention und Lebensweltorientierung.
Wie unterscheidet sich Stress im Fallbeispiel zwischen Distress und Eustress?
Das Beispiel des Studenten verdeutlicht Distress als negative, langanhaltende Überforderung, während Eustress als positive Stressform beschrieben wird, die Aufmerksamkeit und Selbstvertrauen fördern kann.
Welche Rolle spielt die „Health-in-All-Policies“-Strategie?
Diese Strategie fordert, dass Gesundheit nicht nur ein Thema des Gesundheitssektors ist, sondern in alle politischen Handlungsfelder, wie beispielsweise die Stadt- und Verkehrsentwicklung, integriert werden muss.
- Arbeit zitieren
- Mathias Engelmann (Autor:in), 2021, Das Biopsychosoziale Modell von Gesundheit und Krankheit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1162285