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Prekarität. Das Damoklesschwert über der Demokratie?

Wie Prekarisierten die Möglichkeit zu politischer Beteiligung erschwert wird

Titel: Prekarität. Das Damoklesschwert über der Demokratie?

Hausarbeit , 2021 , 23 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Simone Rost (Autor:in)

Soziologie - Politik, Majoritäten, Minoritäten
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Versagt den Prekären tatsächlich ihre politische Stimme oder wird sie ihnen nicht vielmehr systematisch durch den Neoliberalismus, der sie in kräfteraubende Lebensumstände zwingt, versagt? Inwieweit hängt hier ein ideologisches Herrschaftssystem, das sprichwörtliche Damoklesschwert in Gestalt der Prekarität als ständig schwebende Bedrohung über den Kopf der Demokratie und gefährdet dadurch über kurz oder lang ihr Leben?

Um sich diesen Fragestellungen anzunähern, werden in der vorliegenden Hausarbeit zunächst die Grundzüge des Phänomens Prekarität sowie im Anschluss der Partizipation als Fundament einer funktionierenden freiheitlich-demokratischen Grundordnung beleuchtet. Am Ende soll ein Erkenntnisgewinn darüber stehen, inwiefern die neoliberale Transformation einer Gesellschaft möglicherweise auch ihr demokratisches Fundament zum Bröckeln bringt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Prekarität: Wenn Unsicherheit den Alltag bestimmt

1.1 Neoliberalismus: Der Nährboden der Prekarität

1.2 Unsicherheit: Das Gesicht der Prekarität

1.3 Resignation und Entsolidarisierung: Die Folgen der Prekarität

2. Partizipation: Lebenselixier der Demokratie

2.1 Der sozioökonomische Aspekt politischer Partizipation

2.2 Politisches Selbstbewusstsein: Motivationsgrundlage zur aktiven Teilnahme an Demokratie

2.3 Soziale Partizipation: Der Schlüssel zu politischer Partizipation

Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Ausbreitung von Prekarität als gesellschaftliches Massenphänomen und der Stabilität sowie Funktionsfähigkeit der Demokratie in Deutschland. Dabei wird analysiert, wie neoliberale Strukturen durch die Erzeugung von Unsicherheit und Resignation die politische Partizipation beeinträchtigen und somit das demokratische Fundament gefährden.

  • Prekarität als gesellschaftliches Massenphänomen
  • Der Einfluss des Neoliberalismus auf die Lebensverhältnisse
  • Bedeutung der politischen und sozialen Partizipation
  • Zusammenhang zwischen sozioökonomischen Ressourcen und politischem Selbstbewusstsein
  • Folgen der Entsolidarisierung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt

Auszug aus dem Buch

1. Prekarität: Wenn Unsicherheit den Alltag bestimmt

„Die Ausbreitung unsicherer Arbeits- und Lebensverhältnisse wird als Prekarisierung bezeichnet. (…) Die zeitgenössische Prekarisierungsdiskussion thematisiert die Ausbreitung sozialer Unsicherheit infolge instabiler und stark asymmetrischer Vertragsbeziehungen in den Wohlfahrtsstaaten des globalen Nordens. (…) Prekarisierung ist eine relationale Kategorie, die sich auf gesellschaftlich definierte Normalitätsstandards bezieht und unterschiedliche Lebenslagen umfasst. (…) Prekarisierung findet auch jenseits von Erwerbsarbeit statt. Das gilt für Jugendliche ohne Chance auf reguläre Erwerbsarbeit oder für Pensionär/innen, die im Alter in unsichere Verhältnisse geraten. (…) Prekarisierung ist ein klassen- und schichtübergreifendes Phänomen.“

Klaus Dörres weitreichende Definition des Begriffs der Prekarisierung veranschaulicht sehr deutlich, wie tiefgreifend und umfassend ihr Einfluss auf die von ihr betroffenen Gesellschaften ist. Sie lässt sich nicht eingrenzen auf die Gruppe der Arbeitnehmer*innen, sondern auf alle Mitglieder einer Gesellschaft, deren Lebensstandard von künftiger oder bereits geleisteter Erwerbsarbeit abhängig ist. In einer Lohnarbeitsgesellschaft wie der deutschen wären dies demnach also potenziell alle Bürger*innen, so sie nicht durch großen innerfamiliären Reichtum abgesichert sind, auf den sie ständigen Zugriff im Jetzt und durch Vererbung in der Zukunft haben.

So betreffe eine sich ausbreitende Prekarität in indirekter Form z. B. auch die von Dörre genannten Jugendlichen, die mit Blick auf ihre Zukunft an einem flexibilisierten Arbeitsmarkt bereits zu Schulzeiten Unsicherheit verspüren und dadurch in verstärkten Konkurrenzdruck mit anderen Schüler*innen geraten (vgl. Dörre, 2017, S. 664).

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in das Thema Prekarität als gesellschaftliches Phänomen und die damit verbundene Fragestellung zur Auswirkung auf die Demokratie.

1. Prekarität: Wenn Unsicherheit den Alltag bestimmt: Analyse der Ursachen von Prekarisierung durch neoliberale Wertesysteme sowie deren Auswirkungen auf die Lebenswelt und Psyche der Betroffenen.

1.1 Neoliberalismus: Der Nährboden der Prekarität: Untersuchung des neoliberalen Zeitgeistes als Basis für die Entstehung prekarisierender Lebensverhältnisse.

1.2 Unsicherheit: Das Gesicht der Prekarität: Beleuchtung der verschiedenen Formen prekärer Beschäftigungsverhältnisse und ihrer negativen Auswirkungen auf die Mitbestimmungsrechte.

1.3 Resignation und Entsolidarisierung: Die Folgen der Prekarität: Beschreibung der langfristigen psychologischen und gesellschaftlichen Folgen von Prekarität, wie Resignation und der Verlust von Solidarität.

2. Partizipation: Lebenselixier der Demokratie: Erörterung der zentralen Bedeutung von politischer Partizipation für den Erhalt und die Legitimität demokratischer Systeme.

2.1 Der sozioökonomische Aspekt politischer Partizipation: Darstellung der sozialen Selektivität bei Wahlen und des Einflusses von Ressourcen wie Einkommen und Bildung auf das politische Engagement.

2.2 Politisches Selbstbewusstsein: Motivationsgrundlage zur aktiven Teilnahme an Demokratie: Erklärung der Bedeutung von Selbstwirksamkeitserfahrungen und politischer Kompetenz als Motivationsgrundlage für die Teilnahme am demokratischen Prozess.

2.3 Soziale Partizipation: Der Schlüssel zu politischer Partizipation: Analyse der Rolle von Vereinen und sozialem Austausch als Vorbedingung für politisches Handeln.

Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Gefährdung der Demokratie durch Prekarisierungsprozesse und ein Plädoyer für eine faire Verteilung sozioökonomischer Ressourcen.

Schlüsselwörter

Prekarität, Prekarisierung, Neoliberalismus, Demokratie, Partizipation, Solidarität, soziale Selektivität, Selbstwirksamkeit, politisches Selbstbewusstsein, Unsicherheit, Resignation, Entsolidarisierung, Sozialkapital, politisches System, Wohlfahrtsstaat

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie sich zunehmende Unsicherheit durch prekäre Arbeits- und Lebensverhältnisse auf die politische Teilhabe und das demokratische Fundament einer Gesellschaft auswirkt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themenfelder sind die Prekarisierung der Lebenswelt, der neoliberale Einfluss, politische und soziale Partizipation sowie der Zusammenhang zwischen Ressourcen und demokratischer Teilhabe.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, inwieweit neoliberale Transformationen und die damit verbundene Prekarität das demokratische Fundament einer Gesellschaft zum Bröckeln bringen könnten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung, die auf einer umfassenden Literaturanalyse und der Auswertung empirischer Studien zur politischen Soziologie basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die Grundzüge der Prekarität und des Neoliberalismus dargelegt, gefolgt von einer detaillierten Untersuchung politischer Partizipation als Fundament der Demokratie.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Prekarität, Neoliberalismus, Demokratie, Partizipation, soziale Selektivität, Selbstwirksamkeit und Entsolidarisierung.

Was besagt das im Text erwähnte "Zonenmodell" von Robert Castel?

Das Zonenmodell beschreibt die Einteilung der Gesellschaft in Zonen der Integration und Entkopplung, wobei die "Zone der Verwundbarkeit" eine instabile Zwischenlage darstellt, die durch prekarisierte Arbeitsverhältnisse und soziale Unsicherheit geprägt ist.

Warum spielt "soziale Partizipation" eine so wichtige Rolle?

Soziale Partizipation, etwa in Vereinen, fördert laut der Arbeit das Vertrauen in andere, stärkt das Wir-Gefühl und bildet die Grundlage für die Entwicklung eines demokratischen Grundverständnisses.

Welche Rolle spielt die "Theorie des rationalen Wählerverhaltens" in der Argumentation?

Sie dient zur Erklärung, warum Individuen aufgrund hoher Kosten-Nutzen-Barrieren bei der Informationsbeschaffung und der geringen subjektiven Einschätzung der eigenen Stimmgewalt eher auf politische Partizipation verzichten.

Wie schlussfolgert der Autor über die langfristigen Gefahren für die Demokratie?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Prekarität wie ein Unkraut auf dem Boden der Gesellschaft wirkt, das der Demokratie Nährstoffe entzieht und sie langfristig in ihrer Existenz bedrohen kann.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Prekarität. Das Damoklesschwert über der Demokratie?
Untertitel
Wie Prekarisierten die Möglichkeit zu politischer Beteiligung erschwert wird
Hochschule
Evangelische Hochschule Darmstadt, ehem. Evangelische Fachhochschule Darmstadt
Veranstaltung
Soziale Ausschließung und Partizipation: Staat – Gesellschaft – Soziale Arbeit
Note
1,0
Autor
Simone Rost (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
23
Katalognummer
V1162443
ISBN (PDF)
9783346564207
ISBN (Buch)
9783346564214
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ausschließung Soziale Ausschließung Partizipation Politische Partizipation Politisches Selbstbewusststein Politische Bildung Gesellschaft Demokratische Gesellschaft Demokratie Demokratieförderung Demokratische Prozesse Demokratischer Prozess Wahlbeteiligung Gelingende Demokratie Sozialer Ausschluß politische Willensbildung Willensbildungsprozess Prekarität Prekarisierung Prekarier Prekäre Lebenslagen Rechtsruck Politikverdrossenheit politische Motivation politische Motive politische Beteiligung Entsolidarisierung Solidarität Solidarisierung Neoliberalismus lebendige Demokratie Soziale Partizipation Bourdieu Hegemonie Herrschaftssystem Armut unpolitisch
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Simone Rost (Autor:in), 2021, Prekarität. Das Damoklesschwert über der Demokratie?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1162443
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Leseprobe aus  23  Seiten
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