Tätowierungen bei Christen. Ein ethisches Problem?


Hausarbeit, 2014

15 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einführung
1.1 Darstellung

2. Sachanalyse
2.1 Kurze Historie und Hintergrund
2.2 Motive zur Anlegung von Tätowierungen

3. Biblisch-theologischer Befund
3.1 Biblisches Vorkommen
3.2 Biblischer Kontext
3.3 Exkurs: Ansicht anderer Religionen zu Tattoos

4. Güterabwägung und Perspektiven

5. Urteil/Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einführung

„Tätowierungen werden auch bei Christen immer beliebter. Im sogenannten „bible belt – dem Bibelgürtel“ der USA, lassen sich Pastoren und Gemeindeleiter zunehmend Kreuze oder Bibelworte in die Haut ritzen. Ron Hendon, Inhaber eines Tätowierladens, hat nach eigenen Angaben pro Woche bis zu fünf Christen als Kunden“(idea-spektrum Juni, 2014).1

Unter Christen gibt es diskussionsfreudige - und feurige Themen, die daher kommen, dass die Bibel gewisse Dinge nicht klar adressiert, wie es oft für den Konsens einer gläubigen Christengemeinschaft zu wünschen wäre. In diese Kategorie gehört ebenfalls die Frage:

Ist es für Christen in Ordnung, Tattoos2 zu haben?

Ist es Sünde für einen Christen, ein Tattoo zu bekommen? Was sagt die Bibel über Tattoos?

Diese Hausarbeit ist Teil des S-B7 Moduls„Einführung in theologische und philosophische Ansätze der Ethik“und setzt sich mit der ethisch-moralischen Frage und dem Thema „Tätowierungen bei Christen - ein ethisches Problem?“ auseinander.

In der Regel hat man ein oder gar mehrere Tattoos ein Leben lang. Sie stellen einen ‚Körperschmuck‘ mit dauerhafter Veränderung des körperlichen Erscheinungsbildes dar. Sie neigen dazu zu polarisieren und sind oftmals etwas Abstoßend-Fremdartiges, obwohl sie vor allem in den vergangenen Jahren in der Öffentlichkeit alltäglicher und populärer geworden sind.3

Die Auseinandersetzung mit diesem Thema beinhaltet zunächst die Darstellung der moralischen Frage und dem dahinterstehenden ethischen Problem, anschließend eine kurze Historie und eine Auflistung von Motiven und Ursachen der Anschaffung einer Tätowierung. Darauffolgend werden die relevanten Bibelstellen dargestellt und deren Kontext beleuchtet. In der Güterabwägung werden die verschiedenen Perspektiven begutachtet und abschließend Fazit gezogen.4

1.1 Darstellung

Es scheint, als ob Tätowierungen noch vor 30 Jahren hauptsächlich Markenzeichen von vor allem Biker, Gangs, Hooligans, Seefahrer oder Strafgefangenen waren. Sie galten als Zeichen sozialer Randgruppen. Inzwischen scheinen Tattoos sogenannter Mainstream zu sein und zu den alltäglichen Lifestyle-Accessoires einer ganzen Generation angehören. Studenten, Barkeeper tragen sie ebenso wie seriöse Bankangestellte. Man kann von einem „Siegeszug“ dieser bunten Körperkultur sprechen.5

In einer Repräsentativerhebung in Deutschland durch Elmar Brähler von der Universität Leipzig von 2002/2003 und von 2009 sind bei Männern in der Altersgruppe 14-54 durchschnittlich ca. 20% tätowiert. Bei Frauen sind es 2-3%weniger.6

Früher waren Tätowierungen oft nur an verdeckten Stellen des Körpers. Heute haftet ihnen nicht mehr ein „Schmuddel-Image“ an. Tattoos sind „in“, ihre charakteristischen Ornamente finden sich auf Fotografien in Modezeitschriften, auf CD-Hüllen und Werbeplakaten und schmücken Arme, Schultern und Rücken prominenter Leute, Fußballer und Normalbürger.7 Es gilt zu erfragen, wie die christliche Szene mit diesem „Trend“ umgehen soll bzw. umzugehen hat. In Frage gestellt kann außerdem ob zumindest in großen Teilen der Christenheit eine Übereinstimmung darüber besteht, dass die Anlegung eines Tattoos wohlmöglich kein ethisches Problem ist. Dies scheint jedoch nicht der Fall. Tattoos scheinen nach wie vor ein „Image“ zu bekleiden, das keine eindeutige Toleranz oder Akzeptanz in der gesellschaftlich-sozialen Christenheit zulässt. Sie werden als abstoßend und für Christen als unangemessen empfunden.8

Die meisten Christen stehen Tätowierungen demnach (bisher) ablehnend gegenüber. Der Körper eines Christen sei ein „Tempel des Heiligen Geistes“. Der US-Fernsehprediger Pat Robertson etwa bezeichnete das Tätowieren – auch mit christlichen Symbolen – als „heidnische Praxis“. Hauptkriterium ist bei Nicht-Befürwortern von Tattoos an Christen dabei die Hinweisung auf bestimmte Verse des Alten Testamentes, wo es z.B. in 3. Mose 19,28 heißt: „Ihr sollt um eines Toten willen an eurem Leibe keine Einschnitte machen noch euch Zeichen einätzen; ich bin der HERR.“Befürworter halten dagegen, dass dieser Vers aus dem zu ihm zusammenhängenden Kontext gerissen wird und in einem anderen Verhältnis und vor einem anderen Hintergrund stehe.9 Dies wird im Laufe noch genauer erläutert.

Die heutzutage scheinbaregesellschaftlicheAnerkennung, Toleranz, Akzeptanz und Popularität von Tattoos ist für Christen jedoch nicht der entscheidende Maßstab. Um die moralische Fragestellung im Titel auf eine ethische Problemfrage zurückführen, um deren ethische Normen und Kriterien zu prüfen muss man den ethisch-biblisch und theologischen Hintergrund deutlich machen. Was sagt die Bibel zu diesem Themenbereich?

Die moralische Frage lautet: Darf man als Christ Tattoos haben?

Das damit verbundene ethische Problem dahinter (begründet auf theologisch-biblische und christliche Grundüberzeugungen und deren Hintergrund) ist die Offenlegung mit folgender christlicher Lehre: Darf ein Christ dessen Körper errettet wurde und in dem der Heilige Geist wohnt wie die Bibel sagt10 (Römer 8,11; Römer 8,9; 2. Korinther 13,9) und dessen Körper demnach ein Heiliger Tempel ist und ihm nicht eigen ist sondern Gott gehört, eine dauerhafte Veränderung des körperlichen Erscheinungsbildes vollziehen?11

Ist die Anschaffung einer oder mehrerer Tattoos vereinbar mit der Verantwortung des christlichen Menschen für die „Heiligung“ seines Leibes12 (1. Petrus 2,9; 2.Timotheus 1,9; 2. Thess 2,13) und die Art und Weise wie er mit seinem Körper umgeht?

2. Sachanalyse

2.1 Kurze Historie und Hintergrund

Tattoos sind keine Erfindung des 20. oder 21. Jahrhunderts. Menschen zu allen Zeiten aller Völker der Erde (...) praktizierten Körperbemalung und/oder ihr verwandte Techniken.13

[...]


1 http://www.idea.de/nachrichten/detail/gesellschaft/detail/christliche-taetowierungen-werden-immer-beliebter-28182.html

2 Im weiteren Verlauf der Hausarbeit wird des Öfteren die englische Bezeichnung „Tattoo/s“ benutzt werden und ist mit dem im Titel genutzten deutschsprachigen Begriff „Tätowierung“ gleichzusetzen.

3 Bammann/Stöver, 2006, S.14-15

4 Vorneweg ist klarzustellen, dass die Resultate einer Behandlung mit einem Thema wie diesem differenziert ausfallen werden, da viele Teilaspekte dem Thema anhängen, wie beispielsweise „Wo ist ein Tattoo ok? Gibt es ein Maß, das ok ist oder auch zu viel ist? Ist es einzugrenzen und zu begründen, ab wann zu viel ist? Dürfen Pastoren bzw. Christen in Leiterschaftspositionen Tattoos tragen? Welche Art von Tattoos sind ok? Gibt es ein Maß?“ etc. Die Hausarbeit thematisiert die bloße allgemeine Auseinandersetzung mit der im Titel benannten Fragestellung und fokussiert sich nicht auf ein oder mehrere Teilaspekte des Themas.

5 vgl. Feige, 2003, S.1

6 Brähler, Verbreitung von Tätowierungen, S.2 in: Eberhard, 2011, S. 14

7 vgl. http://www.ekd.de/aktuell/72047.html

8 vgl. http://www.efk-riedlingen.de/downloads/036%20Piercing%20und%20Tattoo%20-%20auch%20für%20Christen%20cool.pdf

9 vgl. http://www.jesus.ch/magazin/gesellschaft/ethik/258623-christliche_tattoos_werden_immer_beliebter.html

10„Wenn nun der Geist dessen, der Jesus von den Toten auferweckt hat, in euch wohnt, so wird er, der Christus von den Toten auferweckt hat, auch eure sterblichen Leiber lebendig machen durch seinen Geist, der in euch wohnt.“ Römer 8,11

11 siehe 1.Korinther 6,19-20: „Oder wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch ist und den ihr von Gott habt, und dass ihr nicht euch selbst gehört? Denn ihr seid teuer erkauft; darum preist Gott mit eurem Leibe.“

12„Ihr aber seid das auserwählte Geschlecht, die königliche Priesterschaft, das heilige Volk, das Volk des Eigentums, dass ihr verkündigen sollt die Wohltaten dessen, der euch berufen hat von der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht;“ 1. Petrus 2,9

13 vgl. Oettermann, 1995, S. 11

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Tätowierungen bei Christen. Ein ethisches Problem?
Hochschule
Universität Kassel
Note
1,0
Autor
Jahr
2014
Seiten
15
Katalognummer
V1162543
ISBN (Buch)
9783346564979
Sprache
Deutsch
Schlagworte
tätowierungen, christen, problem
Arbeit zitieren
Lola Victoria (Autor:in), 2014, Tätowierungen bei Christen. Ein ethisches Problem?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1162543

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