Diese Ausarbeitung befasst sich mit der These, dass Robert Seethalers Roman „Der Trafikant“ ein idealer epischer Text für das Zentralabitur NRW ist, da das Erwachsenwerden der Hauptfigur Franz Huchel unter nationalpolitischen Entwicklungen im Adoleszenzroman repräsentiert wird.
Ziel dieser Ausarbeitung ist, das didaktische Potential des Romans herauszukristallisieren. Die Ausarbeitung verfolgt nicht das Ziel Seethalers Roman inhaltlich zusammenzufassen und den Schreibstil Seethalers zu bewerten.
In dieser Ausarbeitung soll geklärt werden, welche Rolle die Epik im Deutschunterricht, besonders in der Sekundarstufe II, einnimmt und das didaktische Potenzial von Seethalers Roman herausgestellt werden. Gleichzeitig soll die Frage geklärt werden, ob „Der Trafikant“ ein passendes Werk für das Zentralabitur NRW ist.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Epik im Deutschunterricht
3. Lehrplan der Sekundarstufe II in Bezug auf die Epik
4. „Der Trafikant“ als Beispiel im Zentralabitur NRW
4.1 Eckdaten und Inhalt
4.2 Didaktisches Potential
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die didaktische Eignung von Robert Seethalers Roman „Der Trafikant“ als Lektüre für das Zentralabitur im Fach Deutsch in Nordrhein-Westfalen. Dabei wird die Forschungsfrage verfolgt, inwiefern das Werk aufgrund seines Identifikationsgehalts und der Auseinandersetzung mit historisch-politischen Ereignissen im Kontext der Adoleszenzliteratur eine sinnvolle Ergänzung für den Unterricht in der Sekundarstufe II darstellt.
- Stellenwert der Gattung Epik im schulischen Kontext
- Anforderungen des Kernlehrplans Deutsch für die Sekundarstufe II
- Analyse von Inhalt und didaktischem Potential des Romans „Der Trafikant“
- Entwicklung von unterrichtspraktischen Sequenzvorschlägen
Auszug aus dem Buch
4.2 Didaktisches Potential
Durch den kurzen Einblick in den Inhalt und den Eckdaten des Romans, kann die Information entnommen werden, dass es sich um einen Adoleszenzroman der gegenwärtigen Literatur handelt. Die Eigenschaften der Adoleszenzliteratur tragen dazu bei, dass die Lernenden im Roman eine Figur kennenlernen, mit der sie sich selbst identifizieren können und dadurch eine Bezugskompetenz im Unterricht entwickelt werden kann. Besonders die Entwicklung von Franz Huchel zum selbstbewussten politisch handelnden jungen Mann bietet einen Anlass mit Schülerinnen und Schülern ins Gespräch zu kommen. Des Weiterem lerne die Schülerinnen und Schüler typische Konflikte des Erwachsenwerdens kennen, wie zum Beispiel die erste große Liebe, die Entdeckung sexueller Begierde, Enttäuschung, Gewalt, Einfluss durch Gruppen oder das Verlieren einer nahestehenden Person. Durch diese Aspekte kann gesagt werden, dass der Roman eine gewisse Individuation mit sich bringt, da ein Modell einer Ich-Entwicklung im Roman auftaucht und somit im Unterricht vermittelt werden kann.
Der Roman thematisiert ebenfalls den Beginn der nationalsozialistischen Diktatur in Wien der späteren 1930er Jahre. Besonders wichtig anzumerken ist, dass die Hauptfigur Franz Huchel an diesem Ort Erfahrung mit willkürlicher Gewalt, die Verfolgung von sogenannten „Andersdenker“ sowie die Repressionen gegen die jüdische Bevölkerung kennenlernt. Durch eine Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen und politischen Ereignissen im Buch, lernen die Schülerinnen und Schüler die gesellschaftlichen Umstände und das Leben in Zeiten einer nationalsozialistischen Diktatur kennen. Durch diese Thematisierung, setzten sich die Lernenden bei der Ausarbeitung mit Normen und Werten der handelnden Figuren und der politischen Lage auseinander, sodass der Lernende ein moralisches Problem im Text wiederfinden kann. Durch diesen Aspekt bietet der Text eine didaktische Relevanz auf den Aspekt der Moralischen Bildung und somit auch zur literurdidaktischen Dimension der Sozialisation.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Thematik vor, definiert das Ziel der Auseinandersetzung mit Seethalers Roman und legt die zentrale These dar, dass das Werk ideal für das Zentralabitur geeignet ist.
2. Epik im Deutschunterricht: Dieses Kapitel erläutert die gattungsspezifischen Merkmale epischer Texte und ihre Funktion für die Ausbildung von Bezugskompetenzen sowie die Förderung von Empathie bei Lernenden.
3. Lehrplan der Sekundarstufe II in Bezug auf die Epik: Hier werden die Anforderungen des Kernlehrplans analysiert, insbesondere die Ziele der Text- und Gesprächskompetenz sowie die Einordnung epischer Texte in den historischen und gesellschaftlichen Kontext.
4. „Der Trafikant“ als Beispiel im Zentralabitur NRW: Dieses Kapitel liefert eine biografische Einordnung des Autors, eine Zusammenfassung der Romanhandlung sowie eine detaillierte Analyse des didaktischen Potentials hinsichtlich Adoleszenz und historisch-politischer Bildung.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und skizziert einen Vorschlag für eine Unterrichtsreihe zur Behandlung des Romans im Unterricht.
Schlüsselwörter
Deutschunterricht, Epik, Zentralabitur NRW, Robert Seethaler, Der Trafikant, Adoleszenzroman, Didaktik, Literaturdidaktik, Erwachsenwerden, Nationalsozialismus, Bezugskompetenz, Kernlehrplan, Individuation, literarische Bildung, Sozialisation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Eignung des Romans „Der Trafikant“ von Robert Seethaler als Lektüre für das Zentralabitur im Fach Deutsch in Nordrhein-Westfalen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf der Gattung Epik, den Anforderungen des Kernlehrplans der Sekundarstufe II sowie der didaktischen Analyse des Romans hinsichtlich Adoleszenz und historischer Kontextualisierung.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, das didaktische Potential des Romans herauszuarbeiten und zu belegen, dass er aufgrund seiner Thematisierung des Erwachsenwerdens und der historischen Einbettung eine Bereicherung für das Abitur darstellt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer literaturdidaktischen Analyse unter Berücksichtigung von fachwissenschaftlichen Grundlagen und den aktuellen Lehrplänen des Landes Nordrhein-Westfalen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erörterung der Epik im Unterricht, die Prüfung der Lehrplanvorgaben sowie eine inhaltliche und didaktische Aufbereitung des Romans „Der Trafikant“.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Literaturdidaktik, Adoleszenzroman, Zentralabitur, Epik, Identitätsentwicklung und nationalsozialistische Diktatur.
Inwiefern spielt das Thema „Adoleszenz“ eine Rolle für den Unterricht?
Das Thema ermöglicht es Schülern, sich mit der Hauptfigur Franz Huchel zu identifizieren und typische Konflikte des Erwachsenwerdens sowie moralische Fragen im Unterricht zu reflektieren.
Welche konkreten Sequenzen schlägt der Autor für den Unterricht vor?
Der Autor schlägt ein vierphasiges Modell vor, das von einer Hinführung zur Gattung über eine inhaltliche Erschließung und eine tiefgehende Auseinandersetzung mit der Entwicklung der Figur bis hin zur abschließenden Rezension reicht.
- Arbeit zitieren
- Cedric Niebrügge (Autor:in), 2021, "Der Trafikant" von Robert Seethaler als Beispielwerk für die Gattung Epik im Zentralabitur NRW, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1163196