Liebe mit Sonntagsgesicht. Über Alltäglichkeit in Fernbeziehungen


Magisterarbeit, 2007

128 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhalt

Vorwort

1 Einleitung

2 Theoretischer und empirischer Bezugsrahmen
2.1 Definition und Explikation wichtiger Begriffe
2.1.1 Begriffsklärungen aus der Paarbeziehungs-Semantik
2.1.2 Explikation und Definition des Begriffs Fernbeziehung
2.2 Gründe und Ursachen für Fernbeziehungen
2.2.1 Bildungsexpansion
2.2.2 Mobilität
2.2.3 Individualisierte Lebensführung
2.2.4 Neue Wege der Partnersuche
2.3 Blick in die Forschungslandschaft
2.4 Folgerungen

3 Fragestellung und Forschungsdesign
3.1 Fragestellungen
3.2 Feldzugang und Entwicklung der Forschungsinstrumente
3.2.1 Erhebungsplanung und Auswahl der Paare
3.2.2 Der Leitfaden und die Objektive Daten Maske
3.3 Angewendete Verfahren zur Datenanalyse

4 Empirische Befunde
4.1 Die Fallanalysen
4.1.1 Ehepaar Mayer: Das Eigenheim als Ort der Beziehung
4.1.2 Anna und Bernd: Ambivalenz zwischen beruflicher Sicherheit und Familienwunsch
4.1.3 Ehepaar Berghaus: Fernbeziehung retrospektiv
4.1.4 Cornelia und Daniel: Die geplante Beziehung
4.1.5 Gaby und Heiner: Kompromisse für berufliche Zufriedenheit
4.2 Zusammenhänge
4.2.1 Entscheidungskriterien für das Eingehen von Fernbeziehungen
4.2.2 Polarität und Haushaltsintegration
4.2.3 Fernbeziehung als Ideal in Phasen erhöhter Berufskonzentration
4.2.4 Berufliche und finanzielle Sicherheit
4.2.5 Herstellung von Alltäglichkeit in Fernbeziehungen

5 Zusammenfassung und Bilanz der empirischen Befunde
5.1 Fernbeziehung in Folge von Individualisierung und Erlebnisgesellschaft?
5.2 Lebensphase oder Lebensform?
5.3 Ambivalenztheoretische Überlegungen

6 Schlussbemerkung

Literatur- und Quellenverzeichnis

Anhang
Abbildungsverzeichnis
Die Objektive Daten Maske
Der Leitfaden
Transkriptionsregeln

In der vorliegenden Arbeit werde ich aus Gründen der leichteren Lesbarkeit auf die explizite Nennung der Formen beider Geschlechter verzichten. Selbstverständlich sind im Folgenden bei allen allgemein gehaltenen Formulierungen beide Geschlechter gleichermaßen gemeint.

Vorwort

Diese Arbeit wurde initiiert durch ein Praxissemester am Institut für Sozialforschung (IfS) in Frankfurt a. M. Ich danke Kai-Olaf Maiwald für die sechsmonatige Aufnahme im Forschungsprojekt „Die Bewährung von Paarbeziehungen in der Bewältigung des Alltags. Zu Struktur und Entwicklung der partnerschaftlichen Kooperation in Hausarbeit, Erwerbsarbeit und Kinderfürsorge“. Gedankt sei in diesem Zusammenhang auch meinem Kollegen Roger Greunke und allen Mitarbeitern des IfS für ein halbes Jahr soziologische Perspektive und erste Erfahrungen in der Forschung.

Danken möchte ich an dieser Stelle auch Herrn Prof. Lüscher für die kurzfristige und außerordentliche Übernahme der Prüferpflichten.

1 Einleitung

„Insofern ist die Liebe die reinste Tragik:

Sie entzündet sich nur an der Individualität

und zerbricht an der Unüberwindlichkeit

der Individualität“

(Georg Simmel, 1985)

Betrachtet man die Fülle an paarsoziologischen Studien, so entsteht zunächst der Eindruck, dass das Phänomen Paarbeziehung erschöpfend erforscht ist. Wirft man jedoch einen genaueren Blick hinter die Kulissen der Forschungsliteratur, so stellt sich schnell heraus, dass dies in vielen Teilbereichen nicht so ist. Gerade Fernbeziehungen stellen einen solchen, nur vordergründig als ausreichend erforscht erscheinenden Teilbereich dar. Aus deskriptiver Perspektive weiß man einiges über Paare, die ihre Beziehungen über räumliche Distanzen hinweg führen: Es gibt jüngere und ältere, verheiratete und unverheiratete Paare, Paare mit Kindern oder kinderlose Paare. Unabhängig, aus welchen Gründen sie in getrennten Haushalten leben, die Gemeinsamkeit aller dieser Paare ist, dass sie vorwiegend nur die Zeit an den Wochenenden zusammen verbringen können[1].

Fernbeziehungspaare wurden bereits aus vielen soziologischen Blickwinkeln näher untersucht, häufig waren sie jedoch nicht Mittelpunkt der Untersuchungen, sondern ein Teilphänomen eines übergeordneten Forschungsgegenstandes. So werden Fernbeziehungen zum einen als eine Form der Mobilität[2], zum anderen als Lebensphase[3], aus dritter Perspektive als das Ergebnis voranschreitender Individualisierungsprozesse[4] angesehen. Unklar bleibt jedoch, ob dies dann unterschiedliche Ausprägungen von Fernbeziehungen sind und durch die Betrachtung übergeordneter Phänomene ein Teil des Spektrums ausgeklammert wird oder ob es sich hierbei um miteinander verknüpfte Erklärungsansätze handelt. Quantitativ könnte man auch die Gründe für Fernbeziehungen als gut erforscht betrachten: 29 % führen eine Wochenendbeziehung nach den eigenen Idealvorstellungen einer Paarbeziehung[5], nahezu alle anderen geben eher berufliche Gründe an. Fraglich ist, ob es nicht noch weitere wichtige Gründe jenseits dieser Dichotomie von Beruf und Beziehungsideal gibt.

Von großer Bedeutung ist, dass die Entscheidungsprozesse selbst, die dazu führen, dass sich Paare für Wochenendbeziehungen entscheiden, unbeachtet geblieben sind. Welche Faktoren spielen aus Sicht der Betroffenen eine Rolle? Welchen Stellenwert nehmen Berufsorientierung, Mobilitätsanforderungen und persönliche Lebensvorstellungen aus subjektiver Sicht ein? Welche Erfahrungen beeinflussen die Entscheidung? Diese Entscheidungsprozesse dürfen bei Betrachtungen über die Gründe für Fernbeziehungen nicht außen vor bleiben. Ein weiterer zentraler, aber dennoch vernachlässigter Aspekt ist der Modus Operandi dieser Beziehungen: Wie gestalten Fernbeziehungspaare ihre Beziehung? In welcher Weise wirkt sich die zeitliche Einschränkung auf das Paarleben aus? Sind Fernbeziehungen, wie häufig angenommen wird, Beziehungen, die ganz besonders von außeralltäglichen Momenten geprägt sind, da sich die Paare nicht täglich sehen und die „Beziehungszeit“ eine besondere Zeit darstellt?

Bisher wurde der Alltagspraxis in Paarbeziehungen kaum Aufmerksamkeit entgegen gebracht. So gibt es folglich wenige Darstellungen über das alltägliche Miteinander von Paaren, erst recht nicht von Fernbeziehungspaaren. Unterscheiden sich diese in ihrer Alltagsgestaltung deutlich von Paaren mit gemeinsamen Haushalten? Oder hängt die Art der Gestaltung des Beziehungsalltages in Fernbeziehungen von den Gründen selbiger ab? Diesen Fragen soll in der vorliegenden Arbeit nachgegangen werden. Berücksichtigt werden soll vor allem die subjektive Sicht der Paare und ihre Wahrnehmung der Vor- und Nachteile ihrer individuell gestalteten Beziehung.

Das Interesse für und die Auseinandersetzung mit dem Phänomen Fernbeziehung hat vielerlei Hintergründe. Zweifelsohne entstand der Impuls für diese Arbeit aus einem Praktikum am Institut für Sozialforschung (IfS) in Frankfurt a. M. Die Einbindung in das dortige Forschungsprojekt „Die Bewährung von Paarbeziehungen in der Bewältigung des Alltags. Zu Struktur und Entwicklung der partnerschaftlichen Kooperation in Hausarbeit, Erwerbsarbeit und Kinderfürsorge“ führte zu einer ersten Vertiefung in das Thema. Im Laufe einer Fallanalyse eines Fernbeziehungspaares[6] wurde klar, dass es lohnenswert sein könnte, gerade die Entstehung von Alltagspraxis bei Fernbeziehungspaaren näher zu untersuchen. Die grundlegende Idee hinter der Beschäftigung mit der Alltagspraxis in Fernbeziehungen ist, dass sich Paarbeziehungen generell dadurch auszeichnen, dass sie Kooperationsbeziehungen sind. Wie funktioniert dies nun aber in Fernbeziehungen? An den gemeinsamen Wochenenden werden diese Paare von Anfang an mit der Situation konfrontiert, dass einer der Partner über mehrere Tage hinweg im Haushalt des anderen zugegen ist. Dies bringt mit sich, dass der eine unmittelbar Alltagshandlungen des anderen wahrnimmt, die ihm vielleicht in einer anderen Beziehungsform länger verborgen bleiben würden. Geradewegs unausweichlich kann wahrgenommen werden, wie der Partner spült, kocht, aufräumt etc. Es ist anzunehmen, dass der Partner, welcher zu Gast beim anderen ist, sich einzugliedern versucht und durch die Übernahme kleinerer Aufgaben (z.B. Tisch decken) mit in die Haushaltsaktivitäten eingebunden wird. Folge dieser möglichen Integration wäre eine Art Wochenend-Haushaltskooperation. Wie diese aussehen kann und welche Folgen auftreten können, soll hier ebenfalls untersucht werden.

Aber auch die öffentliche Diskussion kennt das Thema Fernbeziehungen und bietet Anlass zur Betrachtung aus diversen Blickwinkeln. Die Regelmäßigkeit des Erscheinens verschiedenster Artikel zum Thema Fernbeziehung in den unterschiedlichsten Medien spricht für sich. „Wie viele Singles und getrennt lebende Paare gibt es?“ titelte beispielsweise „DIE ZEIT“ am 14. Juli 2006. Hier wird kritisiert, dass im neuen Mikrozensus seit 2005 nicht mehr nach außerhalb des Haushaltes lebenden Partnern gefragt wird und somit Fernbeziehungspaare nicht als Paare, sondern als Singles in die Statistik eingehen. Ebenso erscheinen regelmäßig in Frauenzeitschriften, Studierendenzeitschriften und ähnlichen Medien Artikel zur Erzeugung neuer Lebensformen durch Individualisierung und Bildungsexpansion.[7] Diese richten ihren Schwerpunkt häufig lediglich auf Erlebnisverdichtung am Wochenende und die Freiheit der Partner unter der Woche. Diese Betrachtungen sind nicht nur verkürzt und auf wenige Aspekte beschränkt, sondern sie vernachlässigen auch die Paarperspektive und nehmen lediglich Bezug auf das Empfinden und die Bewertung der Situation durch einzelne Partner. Aus diesem Grund soll in dieser wissenschaftlichen Arbeit auch das Paar als Fall im Vordergrund stehen. Das Paar muss als Ganzes erfasst werden, ohne zu vernachlässigen, dass die Erfahrungen, Meinungen, Standpunkte der einzelnen Partner Einfluss auf die Gesamtsituation nehmen.

Ziel dieser Arbeit ist es, die persönlichen Gründe und die Hintergründe der Paare zu erfassen, aus welchen sie eine Fernbeziehung eingegangen sind. Es soll der Versuch unternommen werden, nicht nur das Entstehen von Fernbeziehungen, sondern auch die individuelle Gestaltung dieser durch die Paare zu verstehen. Vor allem den Entscheidungsprozessen und diesen zu Grunde liegenden Lebensvorstellungen soll besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden. Die Analyse dieser Prozesse soll einen Beitrag leisten, die Einflüsse von Bildungsexpansion, Mobilität und Individualisierung auf die Entwicklung von Paarbeziehungen umfassend und multiperspektivisch verstehen zu können.

Die Gliederung der Arbeit

Zu Beginn (Kapitel 2) wird die vorliegende Studie in einen theoretischen und empirischen Bezugsrahmen eingebettet, dazu ist es nötig, zunächst zentrale Begriffe, vor allem „Fernbeziehung“, zu definieren und die Zusammenhänge innerhalb der Paarbeziehungs-Semantik näher zu erläutern (2.1). Der Abschnitt 2.2 dient der Erfassung der Gründe und Ursachen für Fernbeziehungen. Daraufhin (2.3) werden Forschungsansätze vorgestellt, die sich teilweise mit dem hier vorliegenden Thema befassen oder Randaspekte tangieren. In 2.4 sollen aus der bisherigen Betrachtung Folgerungen gezogen und erste Ansätze für die Entwicklung eigener Forschungsfragen formuliert werden. Ein besonderes Augenmerk wird hier auf der Zusammenführung der Arbeiten von Schneider (1998, 2002), Burkart (1997) und Kaufmann (2005) liegen.

Kapitel 3 dient der Hinführung an die Fragestellung, der Entwicklung der Forschungsfragen (3.1) und der Erläuterung des Forschungsdesigns (3.2 und 3.3).

Das in dieser Arbeit zentrale Kapitel 4 umfasst zunächst die Fallanalysen aller Interviews (4.1). Von besonderem Interesse sind hier jeweils die Entscheidungsprozesse, welche ursächlich dafür sind, dass die Paare eine Fernbeziehung führen. Nach diesen fallbezogenen Betrachtungen werden in 4.2 die Zusammenhänge erläutert.

Eine Bilanz (Kapitel 5) dient der Resümierung der empirischen Ergebnisse und der kritischen Betrachtung des Ertrags dieser Arbeit. Die Schlussbemerkung (Kapitel 6) soll wiederum auf einen gesamtgesellschaftlichen Blickwinkel zurückführen.

2 Theoretischer und empirischer Bezugsrahmen

Betrachtet man die aktuellen Forschungsinteressen und Blickwinkel in der Paarsoziologie, so stellt sich rasch heraus, dass hauptsächlich die Phänomene Mobilität, Familiengründung, Beziehungszufriedenheit und finanzielle Möglichkeiten von Paaren thematisiert werden. Fernbeziehungspaare tauchen in diesen Zusammenhängen lediglich als ein Phänomen unter vielen auf, zumeist mit dem Ziel, Mobilitätsformen und Lebensformen möglichst umfassend und vollständig darzustellen.[8] Diese Darstellungen beziehen sich aber mehrheitlich auf Aspekte wie finanzielle Gründe für Mobilität, demographische Beschreibungen, Berufsorientierung, Individualisierung und ähnliches. Ein wichtiger Forschungsgegenstand wurde allerdings bisher vernachlässigt: Wie funktionieren Fernbeziehungen? Warum führen Paare Fernbeziehungen und wie wirken sich diese Gründe wiederum auf die Gestaltung der Beziehung aus? Genau dies sind die Fragen, in deren Zusammenhang die Motivation zu dieser Arbeit entstanden ist.

Um diesen Fragen nachgehen zu können, müssen zunächst diese grundlegenden und gut erforschten Aspekte dargelegt werden. Zuerst geht es um die Definition und Explikation wichtiger Begriffe aus der Paarsemantik, im Anschluss daran um die Ursachen und Gründe für Fernbeziehungen allgemein, da diese natürlich als Ausgangspunkt der Fernbeziehungen betrachtet werden müssen. Um auf dieser Basis konkretisieren zu können, welchen Anspruch die vorliegende Arbeit erhebt, ist es notwendig, einen Blick auf die Forschungslandschaft zu werfen, mit dem Ziel, andere tangierte Bereiche zu markieren und den spezifischen Zusammenhang herzustellen. Auf die historische Entwicklung des Paares soll jedoch im Folgenden verzichtet werden, da diese andernorts in der Literatur äußerst umfassend und ausreichend erläutert ist.[9]

2.1 Definition und Explikation wichtiger Begriffe

Die Auseinandersetzung mit Fern- oder Wochenendbeziehungen gestaltete sich zu Beginn dieser Untersuchung äußerst schwierig, da in der Forschungsliteratur uneinheitliche und oft auch widersprüchliche mit dieser Beziehungsform umgegangen wird. Während Stefan Hradil beispielsweise Fernbeziehungen kategorisch als Beziehungen ausschließt[10], wird bei Schneider[11] bereits von einer Fernbeziehung gesprochen, wenn sich ein Paar täglich sieht und ca. eine halbe Stunde Fahrzeit die Wohnorte der einzelnen Partner trennt. Aus diesem Grund ist es notwendig, hier ein wenig Licht ins Dunkel der Paarbeziehungs-Semantik allgemein und der Fernbeziehungs-Rhetorik im Speziellen zu bringen.

2 1.1. Begriffsklärungen aus der Paarbeziehungs- Semantik

Das breite Spektrum der Forschungsansätze in der Familiensoziologie führte dazu, dass die Beziehungssemantik von einer ebenso großen Anzahl an Varianten der Bezeichnungen verschiedener Beziehungs- und Lebensformen gekennzeichnet ist. Um eine stringente Begriffsbasis für die vorliegende Arbeit zu entwickeln, ist es erforderlich, die wichtigsten Begriffe und Bedeutungen im Vorfeld zu klären. Zu diesen Begriffen zählen alle allgemeinen Beziehungsbeschreibungen. Termini, die vor allem im Zusammenhang mit Fernbeziehungen zur Anwendung kommen, werden im nächsten Abschnitt erläutert.

Eine Paar-Beziehung sei hier definiert als ein Verhältnis zweier Personen zueinander, das durch wechselseitige Einwirkungen und Verhaltensformen geprägt und emotional motiviert ist. Diese emotionale Motivation in Paar-Beziehungen ist heutzutage in westlichen Gesellschaften zumeist die Liebe.

Single ist, wer keine feste Paar-Beziehung führt. Single zu sein ist unabhängig vom Familienstand und der Wohnsituation. Wer verheiratet ist, aber von seinem Partner getrennt lebt und eventuell auf der Suche nach einem neuen Partner ist, ist Single. Das Wohnen in Wohngemeinschaften ist somit kein Widerspruch zum Single-Status. Single sein bezeichnet ausschließlich das Nichtexistieren einer Paar-Beziehung.[12] Diese Definition entspricht dem aktuellen Gebrauch in der westlichen Welt und bietet sich somit auch aus diesem Grunde an.

Ledig ist, wer noch nie verheiratet war und es auch nicht ist, unabhängig vom Bestehen einer Beziehung. Der Begriff verheiratet ist allgemein eindeutig, nicht verheiratet hingegen umfasst die Begriffe ledig, geschieden und verwitwet. Getrennt bedeutet, noch verheiratet zu sein, die Scheidung wurde (noch) nicht vollzogen, aber es bestehen keine emotional-sexuelle Beziehung und auch kein gemeinsamer Haushalt mehr. Alle diese Begriffe bezeichnen, anders als Single, einen Familienstand.[13]

Bei diesen Definitionen ist zu beachten, dass „Single“ sich auf den Partnerschaftsstatus bezieht, also auf die Frage, ob eine Beziehung besteht. Im Gegensatz dazu beschreiben alle anderen Begriffe einen Institutionalisierungs-Status. Die Institutionalisierung einer gegengeschlechtlichen Partnerschaft durch die Ehe bedeutet, sich öffentlich zu dieser Beziehung zu bekennen. Durch die staatliche Anerkennung der Partnerschaft nach der Eheschließung (und aller darauf folgenden „Familienstände“) entstehen neue „gesellschaftlich[n] Rechte[n] und Pflichten“[14] für das Paar. Die Ehe regelt rechtlich auch die Beziehungen der Herkunftsfamilien der Partner neu und soll Verweisungscharakter auf die Familiengründung besitzen. Dieser Verweischarakter stellt die Ehe als Basis für die Familiengründung unter einen besonderen gesellschaftlichen und staatlichen Schutz.[15] Inwieweit dies heute noch zeitgemäß und funktional ist, bleibt zu diskutieren.

NEL ist die Abkürzung für Nichteheliche Lebensgemeinschaft, wobei dieser Ausdruck m.E. missverständlich ist. NEL-Paare leben in einem gemeinsamen Haushalt, bilden eine Wirtschaftsgemeinschaft und sind vielmehr ehe ähnliche Lebensgemeinschaften. Diese Ähnlichkeit gilt es m.E. zu betonen. Fernbeziehungen können somit in bestimmten Fällen als den NEL ähnlich angesehen werden, der Unterschied ergibt sich lediglich daraus, dass NEL nur einen (gemeinsamen) Haushalt führen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Unterscheidung der Beziehungsformen[16]

2.1.2 Explikation und Definition des Begriffs Fernbeziehung

Allgemein gilt, dass eine Fernbeziehung durch zwei (getrennte) Haushalte gekennzeichnet ist. Dieser Umstand trifft jedoch auf nahezu alle Beziehungen in der Anfangsphase des Kennenlernens zu. Deshalb sind weitere Merkmale obligatorisch: Zunächst einmal sollte die Beziehung durch Dauerhaftigkeit gekennzeichnet sein, um diese Anfangsphase ausschließen zu können. Jedoch sind häufig gebräuchliche Kennzahlen, zum Beispiel, dass erst nach einem einjährigen Bestehen einer Beziehung auf deren Dauerhaftigkeit geschlossen werden kann, rein willkürlich. Beziehung ist, was von den Betroffenen selbst als Beziehung definiert wird. Des Weiteren ist es entscheidend, dass zwischen den Haushalten eine bestimmte räumliche Distanz besteht, welche ursächlich dafür ist, dass sich die Partner nicht täglich treffen können. Dieses Definitionsproblem wird von Schneider et al. anders gelöst. Hier werden Fernbeziehungen unter Living-apart-together-Beziehungen (LAT) subsumiert, die lediglich durch zwei eigenständige Haushalte gekennzeichnet sind, welche jedoch in unmittelbarer Nähe zueinander liegen können. Jedoch bedeutet eine Fernbeziehung in der vorliegenden Arbeit generell, dass ein größerer Aufwand für ein Treffen zu bewältigen ist, sodass man sich normalerweise nicht täglich sehen kann. Grundsätzlich lässt sich Fernbeziehung synonym zu „Wochenendbeziehung“ verwenden: Weil die Entfernung zwischen den Haushalten nicht täglich überwunden werden kann oder will, verbringen die Paare hauptsächlich die Wochenenden miteinander.

Sowohl der Begriff „Fernbeziehung“ als auch „Wochenendbeziehung“ sind nicht optimal geeignet, um diese Form von Partnerschaften zu beschreiben, da beide Begriffe negativ konnotiert sind. Auf der einen Seite schafft „Fernbeziehung“ künstliche Distanz, wohingegen „Wochenendbeziehung“ alltagsweltlicher ist, da hier eher zum Ausdruck kommt, wie die Paare ihre Beziehung gestalten.[17] Auf der anderen Seite klingt in „Wochenendbeziehung“ an, dass solch eine Beziehung nur am Wochenende stattfindet, womit Prinzipien wie Treue, Exklusivität, gegenseitige Verantwortung etc. unter der Woche als nicht existent angesehen werden müssten. Dies entspricht allerdings nicht der offensichtlichen empirischen Definition der Beziehungen durch die Paare selbst.[18] Da sich dieses begriffliche Problem aktuell nicht lösen lässt, werde ich im Folgenden beide Begriffe gleichwertig und synonym verwenden.

Es gilt noch eine weitere, für diese Arbeit wichtige Beziehungsform zu definieren: Das Shuttle-Paar. Shuttles zeichnen sich bei Schneider et al. dadurch aus, dass „ein Partner einen berufsbedingten festen Zweitwohnsitz am Arbeitsort hat. Der Familienwohnsitz ist aber definitiv Hauptwohnsitz und wird normalerweise am Wochenende aufgesucht.“[19] Im weiteren Zusammenhang dieser Arbeit wird sich zeigen, dass diese Definition nicht ganz dem beschriebenen Gegenstand entspricht. Wichtig bei Shuttles ist, dass sich eine Polarität herstellt und ein Wohnort bevorzugt und hauptsächlich am Wochenende aufgesucht wird. Dies muss jedoch nicht zwingend der gemeinsame Hauptwohnsitz sein. Wichtig ist die Tatsache, dass einer der Partner zwischen zwei Orten pendelt und nicht ein ausgeglichenes gegenseitiges Besuchen am Wochenende stattfindet. Im Verlauf dieser Arbeit wird deshalb auch ein besonderes Augenmerk auf der Polarität der Fernbeziehungen liegen.

Soweit es diese Arbeit betrifft, können Shuttles als eine Untergruppe von Fernbeziehungen angesehen werden, da diese Paare ebenfalls nur die Wochenenden gemeinsam verbringen und unter der Woche ihren je eigenen Alltag bestreiten.

Grundsätzlich ist festzuhalten, dass die Grenzen zwischen den einzelnen Beziehungsformen fließend sind. Die Distanz, die manche Fernbeziehungs- und Shuttle-Paare am Wochenende zurücklegen, entspricht dem, was viele Fernpendler täglich an Fahrzeit aufwenden.[20]

2.2 Gründe und Ursachen für Fernbeziehungen

Um die Gründe und Ursachen für Fernbeziehungen umfassend ausleuchten zu können, ist es notwendig, genau zwischen Ursachen und Gründen zu unterscheiden. Zum einen gibt es persönliche Gründe, warum sich Paare für oder gegen eine Fernbeziehung entscheiden, allerdings stehen dahinter häufig gesellschaftliche Ursachen, die erklären, warum überhaupt solch ein Entscheidungszwang entsteht. Persönliche Gründe können in der Paarbiographie, in der Berufsbiographie oder auch der Mobilitätsbiographie begründet liegen. Gute und schlechte Erfahrungen aus Entscheidungen in der Vergangenheit beeinflussen, ob sich die Partner für eine Wochenendbeziehung entscheiden oder nicht. In diesem Entscheidungskontext darf die zunehmende Individualisierung der Gesellschaft nicht unbeachtet bleiben. Gesellschaftliche Ursachen, die die Plattform für Entscheidungen dieser Art bilden, sind vor allem im Bildungs- und Berufssektor zu finden. Zunehmende Mobilitätsanforderungen und veränderte Berufsbiographien, welche mit der Bildungsexpansion einhergehen, sind hier als die wichtigsten zu benennen. Des Weiteren gilt es die Zusammenhänge zwischen den Bereichen Lebensplanung, Berufsplanung und Beziehungsgestaltung zu klären.

2.2.1 Bildungsexpansion

Die in den 1950er Jahren einsetzende Bildungsexpansion brachte viele Veränderungen in der Gesellschaftsstruktur mit sich, die sich mehr und mehr auch auf die kleinste soziale Zelle, das Paar, auswirken. Zunächst einmal haben sich die Ausbildungszeiten verändert, Schüler gehen immer länger zur Schule und größere Anteile der einzelnen Jahrgänge beginnen nach dem Abitur ein Studium. Dadurch haben sich die Bildungs- und Berufsbiographien verändert: Längere Schul- und Studienzeiten führen zu einem höheren Berufseinstiegsalter, was sich beispielsweise auch auf das Heiratsalter und das Alter bei der Familiengründung auswirkt. Zudem wurden durch die steigende Arbeitslosigkeit und das damit einhergehende Überangebot an Stellenbewerbern die Erwartungen der Arbeitgeber an das Bildungsniveau der Bewerber angehoben. Der erreichte Bildungsgrad und die erworbenen Zusatzqualifikationen stellen wichtige Faktoren für den Berufserfolg dar.[21] Dazu gehören mehr denn je Auslandserfahrungen und Mobilitätsbereitschaft. In vielen Branchen wird Mobilität zum Muss, so dass man bereits von einem Rechtfertigungszwang sprechen kann, der auf jenen lastet, die sich den Mobilitätsanforderungen widersetzen und nicht alle drei bis fünf Jahre den Arbeitsplatz und somit häufig auch den Wohnort wechseln.[22] Mit beiden Teilentwicklungen verbunden ist die zunehmende Bereitschaft, für einen Ausbildungs- oder Studienplatz, ein Auslandssemester, ein Praktikum, eine Diplomarbeitsstelle oder die erste Arbeitsstelle umzuziehen.[23] Diese Bereitschaft führt dazu, dass auch im weiteren Berufsverlauf häufiger der Wille zu zusätzlicher Mobilität besteht.[24]

Die Bildungsexpansion hat aber vor allem das Berufsleben der Frauen verändert. Während in den 1960er Jahren Frauen noch selten in höheren Bildungseinrichtungen zu finden waren und eine geringe Bildungsbeteiligung aufweisen konnten, stellen Frauen heute über 50% der Absolventinnen weiterführender Schulen[25] und dementsprechend auch die Mehrzahl der Studienanfänger dar.[26] Daraus entstehen eine höhere Berufsorientierung der Frauen und gleichzeitig mehr Koordinationsbedarf innerhalb von Paarbeziehungen, damit beide Partner ihren Berufszielen nachkommen können. Längere Bildungs- und Ausbildungsphasen sorgen somit nicht nur für bessere Qualifikation, sondern, wie bereits erläutert, auch für ein höheres Heiratsalter.[27] Meist wird mit der Institutionalisierung der Beziehung in Form von Zusammenziehen bis nach Abschluss der Ausbildung gewartet.[28] Bildungsinstitute (z.B. Hochschulen) und der akademische Arbeitsmarkt sind so strukturiert, dass sich Akademiker-Paare während des Studiums und in der Einstiegsphase spätestens alle zwei Jahre mit der Problematik auseinandersetzen müssen, dass einer der Partner aus beruflichen Gründen umziehen muss. Vor allem im akademischen Milieu können heute Beziehungsbiographien häufig wie folgt aussehen: Ledig, LAT, NEL und schließlich Ehe.[29] „So werden häufig z.B. zunächst nur ein paar persönliche Gegenstände in der Wohnung des Partners deponiert, dann hält man sich vornehmlich nur noch in einer Wohnung auf, bis man sich schließlich fragt, warum man zweimal Miete zahlt“.[30]

Die gesellschaftliche Verteilung von Fernbeziehungs- bzw. Shuttlepaaren nach Alter, Bildungsgrad und Einkommen ist in der nachfolgenden Tabelle zusammengefasst. Als Vergleichsgruppe sind Rejectors erfasst, also solche Personen, die ein konkretes Jobangebot abgelehnt haben, um einen Ortswechsel zu vermeiden. Deutlich erkennbar ist, dass Shuttles und Fernbeziehungen einen höheren Bildungsgrad aufweisen. Besonders die Altersverteilung lässt jedoch darauf schließen, dass gerade Fernbeziehungen eher in jüngeren Jahren und während der Ausbildung geführt werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Soziodemographische Merkmale[31]

Zusammengefasst heißt dies: Die Bildungsexpansion führt zu neuen, flexibleren und mobileren Berufsbiographien, die Ausbildungsphase bis zum Berufseinstieg hat sich verlängert, und das gestiegene Bildungsniveau, vor allem von Frauen, kann eine individualisierte Einstellung des Einzelnen mit sich bringen, weg von materialistischen und Pflichtwerten hin zu individuellen Bestrebungen und zu mehr Selbstverwirklichung. Bis ca. 1970 war Berufsmobilität gleichzusetzen mit Umzugsmobilität, die Männer zogen in Begleitung ihrer Frauen um. Heute ziehen Frauen nicht einfach mit ihren Partnern um, sondern haben eine eigene Ausbildung und damit eigene Berufsansprüche, woraus sich letztendlich auch andere Beziehungsideale ergeben.[32]

2.2.2 Mobilität

Da Schneider et al. hervorragende und umfassende Studien über Mobilität vorgelegt haben[33], werde ich mich hier lediglich auf die wichtigsten Aspekte beschränken und vor allem die geschichtliche Betrachtung ausklammern.[34] Mobilität kann unter den Ursachen für Fernbeziehungen als Dreh- und Angelpunkt betrachtet werden: Durch die Bildungsexpansion sind höhere Mobilitätsanforderungen entstanden und durch die Individualisierung der Lebensstile sind immer mehr Menschen gewillt, mobil zu sein.

Mit Mobilität ist hier die horizontale und geographische Mobilität gemeint. Darunter versteht man die Anpassungsfähigkeit an neue Anforderungen (fast ausschließlich beruflich) und die damit verbundene Bereitschaft, für eine berufliche Anstellung eine mobile Lebensform einzugehen. Scheider et al. unterscheiden hier fünf Mobilitätsformen: Shuttles, Fernbeziehungen, Fernpendler, Umzugsmobile und Varimobile (hiermit sind mobile Berufe gemeint, z.B. Ingenieure).[35] Für die vorliegende Fragestellung werden allerdings nur Shuttles, Fernbeziehungen und Umzugsmobile in Betracht kommen und letztgenannte auch nur unter dem Aspekt, dass durch einen Umzug einer einzelnen Person, die jedoch in eine Partnerschaft eingebunden ist, eine Shuttle- oder Fernbeziehung entstehen kann. Wichtig ist, dass es in dieser Arbeit um die permanente, regelmäßige Mobilität geht, bei der in gleichmäßigen Rhythmen bestimmte Entfernungen überwunden werden, um die Definition einer Fernbeziehung halten zu können[36].

Mobilität ist ein Phänomen, das vor allem bei jungen, sehr gut ausgebildeten Menschen zu finden ist. Vor allem junge männliche Akademiker sind mobil. Jedoch ist bereits ein rascher Zuwachs an jungen Frauen unter der mobilen Bevölkerung zu verzeichnen. Insgesamt sind 16% der 20 –59jährigen beruflich mobil[37]. Zwischen dem 20. und dem 24. Lebensjahr ist die Mobilität am größten, dann sinkt sie rasch ab und ab dem 30. Lebensjahr ist die Mobilitätsrate moderat. Begründen lässt sich das damit, dass viele in diesem Alter einen festen Partner haben und mit einer geplanten Familiengründung eine geringere Mobilitätsbereitschaft einhergeht und sich die Paare häufig auf eine bestimmte Region festlegen, in der beide sich um eine Anstellung bemühen.[38] Differenziert nach den hier relevanten Lebensformen ergibt sich folgendes Bild: Während Fernbeziehungen vor allem in den Altersgruppen bis unter 40 Jahre zu finden sind, dominieren bei den Shuttles und Umzugsmobilen vor allem die älteren Personen ab 30 Jahren und älter.[39] 89 % der Shuttles (und 88% der Personen in Fernbeziehungen, 82% der Umzugsmobilen) verfügen über höhere Bildungsab-schlüsse.[40] Während in Fernbeziehungen 82% der Personen ledig sind und 12% verheiratet, so weist die Familiensituation bei den Shuttles eine nahezu chiastische Form auf: 29% sind ledig und mehr als zwei Drittel (67%) verheiratet. Dies kann allerdings auch daran liegen, dass Shuttles durchschnittlich älter sind und sich daher näher am Heirats- und Familiengründungsalter befinden.[41]

Die Hauptgründe für Mobilität sind Beruf und Karriere. Heute ist vor allem der akademische Arbeitsmarkt mehr und mehr projektorientiert und somit befristet. Die Anstellung auf Lebenszeit gibt es nur noch selten bis gar nicht mehr. Die fehlende Beschäftigungsgarantie, fortschreitenden Pluralisierung der Beschäftigungsverhältnisse und hohe Erwartungen der Arbeitgeber können zu Mobilitätszwängen führen: Ein besserer Job, mehr Gehalt oder überhaupt eine Anstellung können Arbeitnehmer dazu zwingen, mobil zu werden[42]. Andere hingegen sind ausgesprochen berufsorientiert und daher gerne bereit, auch durch einen Umzug ihre Karriere voranzutreiben.

Räumliche Mobilität ist von einigen weiteren Faktoren abhängig: Attraktivität von Herkunfts- und Zielregion, soziale Aufstiegsmöglichkeiten, Alter, Bildungsgrad, wirtschaftliche Situation, individuelle Erfahrungen und familiale Gegebenheiten[43] der potentiell mobilen Personen. Mobilität hat oftmals zur Folge, dass Wohnort und Arbeitsort entkoppelt werden.

Mobilität als eine Ursache für Fernbeziehungen steht in einer engen Verbindung zu den anderen Ursachen und Gründen. Durch die Bildungsexpansion haben sich neue Mobilitätsanforderungen auf dem Arbeitsmarkt ergeben, zugleich hat sich aber die Familie gewandelt und somit stehen andere Möglichkeiten zur Mobilität zur Auswahl, da die Familienformen moderne und gestaltungsoffener geworden sind.[44] Allerdings ist für die weitere Betrachtung bedeutsam, zwischen freiwilliger und eher unfreiwilliger Mobilität zu unterscheiden. Stehen individuelle Interessen im Vordergrund, z.B. eine starke Karriereorientierung oder der Wunsch nach größtmöglicher Freiheit in der Gestaltung des eigenen Lebens und Wohnens, dann fällt die Entscheidung zur Mobilität aus persönlichen Gründen leichter. Diese persönliche Motivation zur Mobilität und Wochenendbeziehungen soll im folgenden Abschnitt thematisiert werden.

2.2.3 Individualisierte Lebensführung

In Fernbeziehungen spielen zwei Aspekte eine ebenfalls wichtige Rolle: Das Partnerschaftsideal und das eigene Lebenskonzept. Folgt man den Individualisierungs-Theorien wird die Tendenz zur individualisierten Lebensführung immer stärker werden. Die Anhebung des materiellen Wohlstandes, eine größere Lebenserwartung bei kürzerer Erwerbsarbeitszeit, längere Ausbildungsphasen (mehr Bildungsmöglichkeiten allgemein) und zunehmende Mobilität führen seit den 1950ern zu einer konstanten Veränderung der Alltagsinteressen: Persönliche Themen, berufliche Ziele und die Erfüllung individueller Wünsche rücken in den Mittelpunkt. Eine starke Orientierung am Beruf und der Karriere sorgt dafür, dass die eigenen Interessen und der eigene Lebensweg eher an den Arbeitsmarkt-Anforderungen ausgerichtet werden. Die steigende Arbeitsmobilität[45] kann zu Los- und Auflösung von lokalen, regionalen und sozialen Bindungen führen. Dann müssen neue Beziehungsmuster (teils über große Distanzen) und neue Strategien entwickelt werden, soziale Netzwerke aufzubauen und zu erhalten.[46] Gleichzeitig entstehen durch die Verkürzung der durchschnittlichen Arbeitszeit mehr frei verfügbare und gestaltbare Zeit und somit auch neue Freizeitmöglichkeiten. Allerdings ist hier einzuschränken, dass vor allem gut, eventuell sogar akademisch gebildete Personen häufig auch eine starke berufliche Orientierung innehaben und es sich somit auch umgekehrt verhalten kann, so dass diese berufliche Fixierung zu einer höheren Wochenarbeitszeit und einer Verknappung von Freizeit führen kann.

Dazu kommt, dass Personen, die sehr viel Wert darauf legen, selbst zu bestimmen, was sie tun und lassen möchten, häufig auch ein sehr individualistisch geprägtes Beziehungsideal besitzen.[47] Man versteht sich als Paar, dennoch hat jeder der Partner dank getrennter Wohnungen die Möglichkeit, sein eigenes Reich beizubehalten, in welchem man sich nicht absprechen muss und das man ausschließlich nach eigenen Vorstellungen gestalten kann. Außerdem können die Partner eine Entscheidung für einen möglichen Umzug, alleine und nach persönlichen Kriterien fällen. Viele möchten sich natürlich die Vorteile bewahren, den eigenen Freizeitbeschäftigungen nach Lust und Laune ohne Absprache mit dem Partner nachgehen zu können. Dennoch geben nur ein Drittel der „individualisierte[n] Paar[e] par excellence“[48] als ersten Grund an, etwas von der Welt sehen zu wollen und Spaß an der Mobilität zu haben. Nur 29 % aller Fernliebenden führen diese Beziehungsform nach dem eigenen Beziehungsideal.[49]

Eng verbunden mit diesen Individualisierungs-Tendenzen, aber auch dem Bereich der Bildungsexpansion[50], ist der Wandel der Rolle der Frau. Durch den bis heute kontinuierlich gestiegenen Bildungsgrad der Frauen sind auch die Autonomie-bestrebungen gewachsen, es steigt der Wunsch (und oft auch der Erwartungsdruck der Eltern), diese Möglichkeiten zu nutzen.[51] Durch die eigene Berufstätigkeit und ein eigenes Einkommen verändert sich die Position der Frauen auch innerhalb der Beziehungen. Gesellschaftliche Rahmenbedingungen und die moderne Schwanger-schaftsverhütung bieten zudem die Möglichkeit, auch außerhalb der Ehe und ohne Folgen ein erfülltes Sexualleben zu haben.[52] Auch dies trägt dazu bei, dass Frauen heute ein wesentlich mehr selbst bestimmtes Leben führen. Die Einbindung in die Ehe wiederum hat sich gelockert und die Abhängigkeit vom Partner ist heute, vor allem bei Akademierinnen, kaum noch gegeben. Bereits bei Beck (1986) findet sich die logische Schlussfolgerung dieser Entwicklung: „Zu Ende gedacht […] sind beide das, was der Arbeitsmarkt fordert, nämlich vollmobil, dann droht das Schicksal der ‚Spagatfamilie’“.[53]

2.2.4 Neue Wege der Partnersuche

In einer Zeit des allgegenwärtigen Internets darf dieses bei Betrachtungen zu Liebe, Partnerschaft und Beziehungsentwicklung nicht außen vor bleiben. Laut einer Emnid-Umfrage des Online-Dienstes „America Online“ nutzen allein in Deutschland 9,8 Millionen Menschen Online-Plattformen, um potentielle Lebenspartner kennen zu lernen.[54] Die bisher nahezu einzige und umfassende Untersuchung zur Partnersuche im Internet stammt von Bühler-Ilieva (2006). Diese Studie widmet sich der Schweizer Dating-Plattform www.PartnerWinner.ch.[55] Durch ihr Mitwirken an der Entwicklung der Plattform verfügt Bühler-Ilieva über eine erstaunliche und vielfältige Datenbasis. Durch PartnerWinner finden pro Monat ca. 1200 Paare zueinander.[56] Unter Berücksichtigung, dass dies nur eine einzige Plattform unter vielen ist und unter Berücksichtigung, dass die Schweiz ein vergleichbar kleines Land ist, ist dies eine große „Trefferquote“. Interessant für die vorliegende Fragestellung ist, ob sich Paare finden, die darauf hin in „real life“ eine Fernbeziehung eingehen.

„Tools wie PartnerWinner erlauben einem, Leute kennenzulernen, die man sonst im Leben vermutlich nie treffen würde. Meine gegenwärtige Partnerin wohnt 130 km von mir weg und wir hätten uns ohne Internet wohl kaum kennen gelernt.“ (Umfrageteilnehmer, Bühler-Ilieva (2006) S. 254, Vorhebungen im Original)

Dies ist die einzige Nachweisstelle für die Entstehung von Fernbeziehungen über das Internet. Tendenzielle Angaben könnten nur über den Bildungsgrad der Partnersuchenden[57] oder Angaben der entstandenen Paare zu ihren Zukunftsplänen, zum Beispiel im Bereich „zusammenziehen“, gemacht werden[58]. Aussagen über die Entstehung von Wochenendbeziehungen können auf dieser Basis nicht getroffen werden. Ungeachtet der Tatsache, dass die Beziehungsformen von Paaren, die sich im Internet gefunden haben, bisher ein weißer Fleck in der Sozialforschung sind, bleibt festzuhalten, dass Partnerbörsen im Internet, ebenso wie Kontaktanzeigen, Dating-Hotlines und ähnliches Wege sind, auch an entfernten Orten einen Partner zu finden.[59]

Resümee

Ungeachtet, auf welchen Wegen sich Paare kennen lernen, wurde deutlich, dass viele Faktoren dazu beitragen, dass sich Paare trotz einer beständigen und auf Dauer angelegten Beziehung häufig gegen die Zusammenlegung der Lebensmittelpunkte in einer gemeinsamen Wohnung entscheiden (müssen). Die Gründe und Ursachen hierfür sind eng miteinander verknüpft. Mobilität ist die wohl wichtigste Ursache. Sie kann aus wirtschaftlichen und/oder beruflichen Gründen notwendig, aber auch aus individuellen Bestrebungen motiviert sein. Denkbar ist, dass der Einzelne der Freiheit und der Ungebundenheit den Vorzug gegenüber der Einbindung und Verpflichtung in gewachsenen sozialen Netzten und Familienverbänden gibt. Vor allem die Bildungsexpansion hat zu einer höheren individualisierten Auffassung und Orientierung geführt, ganz besonders bei Frauen. Laut den Ergebnissen von Gerhard Schulze[60] werden Entscheidungen in allen Lebensbereichen mehr und mehr hinsichtlich des Erlebniswertes der Handlungsoptionen gefällt. Vor allem das von ihm so benannte „Selbstverwirklichungsmilieu“ zeichnet sich durch ein Bildungsniveau, vergleichsweise sehr große Mobilität und ein großes Streben nach Weiterentwicklung der eigenen Persönlichkeit aus. Dies kann zu häufigen Karriere-, Orts- und Beziehungswechseln führen, die allesamt durch Hoffnung motiviert sind, mehr erleben zu können und so wenig wie möglich zu verpassen.[61]

Der Prozess der sich erweiternden Handlungsspielräume für jeden Einzelnen führte gesamtgesellschaftlich gesehen vermehrt zu Individualisierungsprozessen und zur Auflösung von Klassen-, Schicht- und Gruppenzugehörigkeiten. Durch die Individualisierung lassen laut Ulrich Beck und andern die Zwänge kollektiver Muster nach und Autonomie und Selbstverwirklichung werden möglich. So entstehen Spannungsfelder zwischen der Erfüllung eigener beruflicher wie privater Wüsche, den Erwartungen an das eigene Leben und der Vereinbarkeit selbiger mit einem erfüllenden Beziehungs- bzw. Familienleben. Die Kehrseite dieser Entwicklung hin zu mehr Individualisierung ist, dass sich der Einzelnen immer mehr an den Partner (als einzige noch bestehende Konstante im Leben) zu binden sucht.[62] Dadurch werden die Ansprüche an die Leistung von Partnerschaften im Wesentlichen noch größer.

Häufiger sind jedoch die privaten und individuellen Vorstellungen und Wünsche nicht mit den gesellschaftlichen Anforderungen (besonders im Berufsleben) vereinbar. So wird für jede der hier untersuchten Fernbeziehungen festzustellen sein, auf Grund welcher Ursachen und Gründe das jeweilige Paar auf eine gemeinsame Wohnung verzichtet und welche anderen Faktoren in einem möglichen Entscheidungsprozess eine Rolle gespielt haben.

2.3 Blick in die Forschungslandschaft

Bisher hat sich die vorliegende Arbeit mit den drei großen Ursachen von Fernbeziehungen beschäftigt. Doch nicht nur Bildungsexpansion, Mobilität und Individualisierung spielen in diesem Themenkomplex eine Rolle. Die Literatur der spezialsoziologischen Bereiche Familien- und Paarsoziologie, Lebensstilforschung und Alltagstheorie beleuchtet die Materie aus diversen Blickwinkeln. Im Folgenden sollen die bisherigen Forschungsansätze kurz umrissen werden, um ihre Perspektive und ihren Bezug zur eigenen Arbeit herausarbeiten zu können. Wie bereits erwähnt wurde, sind Wochenendbeziehungen häufiger nur ein Teilaspekt größerer Untersuchungen oder spielen lediglich eine periphere Rolle. Dennoch sollen hier auch Arbeiten diskutiert werden, welche sich nicht direkt mit der Thematik befassen, da dennoch wichtige Gesichtspunkte angesprochen werden können. Dazu gehören Fragen danach, ob Fernbeziehung eine Lebensform oder eher eine Lebensphase ist, welchen Stellenwert Berufstätigkeit und Geld in Paarbeziehungen einnehmen und wie Paare ihren Alltag organisieren.

Lebensphase oder Lebensform?

Um genauer klären zu können, welche Entscheidungsprozesse dazu geführt haben, dass Paare trotz einer dauerhaften Bindung ihre getrennten Wohnungen beibehalten, ist es wichtig, herauszufinden, ob es sich bei dieser Beziehungsart um eine dauerhafte Lebensform handelt oder vielmehr um eine Übergangsphase, z.B. während des Berufseinstieges oder zwischen dem Kennenlernen und der Annahme einer neuen Stelle am Wohnort des Partners oder dergleichen. Günter Burkart geht dieser Frage in seinem Werk „Lebensphasen – Liebesphasen“[63] ausführlich nach. Für die vorliegende Arbeit sind drei Partnerschaftskonstellationen interessant: Getrennt lebende Paare, während einer oder beide Partner noch bei den Eltern leben, getrennt lebende Partner vor der Institutionalisierung der Beziehung durch die Hochzeit und getrennt lebende Paare, die diese Beziehungsform bewusst als Alternative zur Kohabitation oder Ehe gewählt haben.[64] Lediglich im letzten Fall kann von einer dauerhaften Lebensform ausgegangen werden. Gerade bei jungen Paaren, bei welchen sich ein oder beide Partner noch in der Ausbildung befinden, kann laut Burkart davon ausgegangen werden, dass diese (noch) nicht an Heirat und Familiengründung denken und darum das Alleineleben eine vorübergehende Phase darstellt.[65] Generell stellen Fernbeziehungen für Burkart mehrheitlich eine Phase dar, vor allem Shuttle-Paare wählen diesen Kompromiss, weil Partner oder Kindern nicht an einen neuen Arbeitsort mit umziehen können oder wollen.[66] Die einzige Konstellation, die Burkart als Beziehungsform heraus kristallisiert, ist das individualisierte und stark Karriere orientierte Paar, welches zwar in der gleichen Stadt, jedoch in getrennten Wohnungen lebt, sich so täglich sehen kann, allerdings freiwillig und auf Dauer nicht zusammenziehen möchte.

Geld und Liebe

Die Kombination der komplexen Themen Geld und Liebe spielt in Fernbeziehungen eine doppelte Rolle: Fernbeziehungen werden häufig aus monetären Gründen eingegangen, entweder um durch eine bessere Anstellung mehr oder um überhaupt erst einmal Geld zu verdienen. Für die Berufstätigkeit werden auch gebundene Menschen mobil und führen in Folge dessen Wochenendbeziehungen. Fernbeziehungen kosten aber auf der anderen Seite auch Geld: Ein zweiter Wohnsitz muss finanziert werden, die Fahrtkosten an den Wochenenden müssen aufgebracht werden und durch den telefonischen oder Internet-Kontakt unter der Woche entstehen ebenfalls zusätzliche Fixkosten. Anzunehmen ist, dass auch Paare mit getrennten Haushalten zu einer Übereinstimmung kommen müssen, wie sie diese Kosten bewältigen und teilen wollen. Aus diesen Überlegungen heraus ist es notwendig, den Umgang mit Geld innerhalb von Paarbeziehungen näher zu betrachten.

Wimbauer (2003) bietet einen guten Literaturüberblick sowohl über theoretische Auseinandersetzungen als auch empirische Studien zur Verknüpfung von Geld und Liebe in Paarbeziehungen.[67] Allerdings beziehen sich die bisherigen empirischen Studien hauptsächlich auf Fragen der Zuständigkeit der Geldverwaltung und auf Vorrechte bei Kaufentscheidungen. Die theoretischen Studien, allen voran bei Simmel (1985a, 1985b, 1989) charakterisieren Geld und Liebe als sich diametral gegenüberstehende Logiken: Geld ist objektivierend, unpersönlich, rational und vergesellschaftend. Liebe hingegen ist subjektivierend, persönlich, emotional und vergemeinschaftend.[68] Wimbauer selbst behandelt die symbolische Bedeutung von Geld in Paarbeziehungen. Die beiden von ihr ausführlich vorgestellten Paare („Kerscher“ und „Clemens“) verzeichnen jeweils Phasen einer Wochenendbeziehung in ihrer Beziehungsbiographie. In den Entscheidungsprozessen für diese Fernbeziehungen spielen finanzielle Überlegungen eine deutliche Rolle. Im Fall „Kerscher“ geht es vor allem um Opportunitätskosten. Hier wird keine Aufrechnung von Einkommenseinbußen (v. a. von Kathrin Kerscher) durch die Kombination von Fernbeziehung und Erziehungsurlaub aufgestellt, vielmehr geht es um potentielle finanzielle und berufliche Vorteile, auf die Klaus Kerscher nicht verzichten möchte und deshalb nicht mit seiner Frau an deren Ausbildungsort umziehen möchte. Im Fall „Clemens“ erfährt man nur, dass die Fernbeziehung beruflich motiviert war und Frau Clemens mit Sohn erst nach Ende der halbjährigen Probephase ihres Mannes an der neuen Arbeitsstelle nachzog. Hier wurde folglich Sicherheit versus neue berufliche Chancen abgewogen.[69]

Allerdings wird der Aspekt des Abwägens zwischen Vor- und Nachteilen auf wirtschaftlicher wie privater Ebene nicht in der für die vorliegende Fragestellung gewünschten Ausführlichkeit behandelt. Für die vorliegende Arbeit ist jedoch immanent, welchen Stellenwert Geld in Paarbeziehungen einnimmt und wie stark wirtschaftliche Interessen des Paares und der einzelnen Partner sich auf die Gestaltung der Beziehung und auf die Entscheidung für eine Beziehung auf Distanz auswirken können. Welche symbolische Bedeutung haben Beruf und Geld in Fernbeziehungen? Welche finanziellen Arrangements werden trotz getrennter Wohnungen und häufig auch getrennter Kassen getroffen? Diese Fragen gilt es weiterhin zu klären.

Lebensthemen als roter Faden der Berufs- und Paarbiographie

Beschäftigt man sich mit Fernbeziehungen, so stellt man schnell fest, dass sich hier zwei Lebensbereiche überschneiden. Zum einen das Privatleben, explizit die Paarbeziehung, zum anderen das Berufsleben. Interessant ist in diesem Zusammenhang das Konzept der Lebensthemen von Keddi (2003). Sie untersuchte in einer Längsschnittstudie das biographische Entscheidungsverhalten junger Frauen. Die von ihr so benannten „Lebensthemen“ gestalten sich als roter Faden, um den sich einzelne Lebensprojekte gruppieren, Prioritäten gesetzt und Entscheidungen nachvollziehbar werden.[70] Keddi identifiziert sieben Lebensthemen: „Familie“, „Doppelorientierung Familie und Beruf“, „Beruf“, „eigener Weg“, „gemeinsamer Weg“, „Aufrechthalten des Status quo“ und „Suche nach Orientierung“.[71] Ein wichtiges Teilergebnis der Studie ist, dass ein Großteil der jungen Frauen über den gesamten Erhebungszeitraum hinweg mit nur einem Partner liiert war. Dies lässt, entgegen vielfach geäußerter Thesen, auf ein starkes Bindungsbestreben schließen. Die Partnerschaft ist trotz häufiger beruflicher oder individualisierter Orientierung immer noch von herausgehobener Bedeutung.[72] Für die hier zu behandelnden Fragen interessieren vor allem die Lebensthemen „Familie“, „Beruf“, „Doppelorientierung Familie und Beruf“, „eigener Weg“ und „gemeinsamer Weg“. Spannend ist in diesem Zusammenhang, welche Rollen der Beruf und die Beziehung je nach Lebensthema spielen. Während beim Lebensthema „Familie“ der Beruf komplett untergeordnet wird, ist dies bei den anderen Themen nicht der Fall. Hier wird der Beruf als dominierend oder als Möglichkeit der eigenen persönlichen Entfaltung angesehen. Folgt man Keddis Argumentation, dann bieten Fernbeziehungen gerade Partnern mit dem Lebensthema „eigener Weg“ genügend Raum und Zeit, diesen Weg zu finden und zu gehen. Vor allem für Frauen mit diesem Lebensthema ist der Beruf aus finanzieller Sicht wichtig, weil die finanzielle Unabhängigkeit die Selbstverwirklichung möglich macht.[73] Wochenendpaare, die jedoch eine starke „Wir“-Orientierung besitzen, sind eher fixiert auf die Erfüllung gemeinsamer Ziele und sehen die Zeit der Fernbeziehung eher als notwendiges Übel.[74] Fest steht, dass sich die Vorstellungen und Perspektiven eines Paares für die gemeinsame Lebensgestaltung an individuellen und kollektiven Projekten, Ressourcen und zufälligen Gelegenheiten orientieren. Jedes Paar muss seine eigene Perspektive entwickeln, es treffen immer divergierende, individuelle Vorstellungen, Wünsche und Projekte aufeinander, die sich durchaus unterstützen und ergänzen, aber auch gegenseitig hinderlich sein können.

Fernbeziehung im Spannungsfeld von Ambivalenzen

Im Zusammenhang von Fernbeziehungen ist die Relevanz der Ambivalenztheorie offensichtlich. Fernbeziehungen stellen wertneutral gesprochen eine Kombination aus Nähe und Distanz, beruflicher und privater Orientierung, monetären und seelischen Notwendigkeiten dar. Diese augenscheinlich existierenden Pole können Ambivalenzen konstituieren. Gemeinsame Ziele der Paare stehen divergierenden individuellen Zielen gegenüber, aber auch die eigenen Erwartungen an das Leben werden mit gesellschaftlichen Erwartungshorizonten konfrontiert.

Ambivalenz sei hier nach Lüscher (2005) wie folgt definiert: „Von Ambivalenzen kann gesprochen werden, wenn gleichzeitige auseinanderstrebende Gegensätze des Fühlens, Denkens, Handelns, Wollens und der Beziehungsgestaltung, die für die Konstitution individueller und kollektiver Identitäten relevant sind, zeitweise oder dauernd als unlösbar interpretiert werden.“[75] Zu untersuchen ist, ob und inwiefern die Paare und ebenso die Partner für sich allein zwischen Optionen entscheiden müssen, die sich möglicherweise diametral gegenüberstehen: „Autonomie und Dependenz, Nähe und Ferne“[76], berufliche Verwirklichung und Familiengründung, individuelle Interessen und gemeinsame Ziele könnten einander gegenüberliegende Pole sein.

Um herauszufinden, ob und wie Alltag in Fernbeziehungen konstruiert wird, ist es notwendig, zu untersuchen, aus welchen Gründen und mit welchem Bezug auf die jeweils vorherrschenden Vorstellungen und Ziele der Partner (beruflicher und privater Natur) die Entscheidung für die Fernbeziehung gefällt wurde. Spielen Ambivalenzen eine große Rolle? Ist eine Fernbeziehung ein Kompromiss oder vielmehr eine Ideallösung? Zu beachten ist dabei, dass Ambivalenz nicht automatisch negativ zu werten ist, sondern auch positiv, sogar leistungssteigernd wirken kann.[77] Deutlich wird dies im Bild des Oszillierens: Zwischen den Polen entsteht ein „Kräftefeld von Polaritäten“[78], die nicht nur dichotom sein müssen. Dieses Kräftefeld erzeugt eine Dynamik, gleich einem Wechselspiel verschiedener Farben. Die Ambivalenzen können neben Belastungen auch eine Spannung erzeugen, welche als positiv empfunden wird. Zu fragen ist also, ob die Spannungsfelder in Fernbeziehungen anregende Wirkung sowohl auf privater wie beruflicher Ebene haben können.

Haushaltsintegration - auch in getrennten Haushalten?

Jean-Claude Kaufmann (2005) befasst sich mit der Haushaltsintegration von Paaren. Seine Perspektive bezieht sich auf die Notwendigkeit der gemeinsamen Organisation des Haushaltes ab dem Zeitpunkt des Zusammenziehens. „Die Haushaltsintegration besteht darin, die häuslichen Aufgaben zusammenzulegen, wobei das Individuum einen Platz innerhalb einer gemeinschaftlichen Organisation übernimmt.“[79] Durch die historische Entwicklung der Paarbeziehungen und durch die Veränderung der Geschlechterrollen läuft die Paarintegration heute wesentlich langsamer und auch komplexer ab. Noch vor ca. zwei Generationen erfolgten Auszug aus dem Elternhaus, Gründung eines eigenen Hausstandes und Heirat gleichzeitig. Heute sind die Beziehungsbiographien wesentlich komplexer und von abwechselnden Phasen des Zusammen- und Alleinwohnens geprägt. Die Partner treten mit einer sehr differierenden Fülle an Erfahrungen, Fähigkeiten und Erwartungen in die Phase des gemeinsamen Wohnens und Wirtschaftens ein. Die Phase der Haushaltsorganisation mit der Aufteilung der Hausarbeiten und dem Aushandeln von Kooperationsmodi ist gleichsam eine Phase des gegenseitigen Kennenlernens und aufeinander Abstimmens.[80] Dieser Prozess des Aushandelns der Arbeitsaufteilung muss zu einer für das Paar gültigen Verteilung der Aufgaben führen. Auch Maiwald (2005) bezeichnet diese Praxis der Alltagsbewältigung als „wichtigen Prüfstein für junge Paare“.[81] Das von Maiwald und Honneth geleitete Projekt „Alltagspraxis der Paarbeziehung“ am Institut für Sozialforschung in Frankfurt befasst sich genau mit dieser Schwierigkeit des Aushandelns von Kooperationsmodi. Trotz emotionaler Bindung der Partner aneinander muss auch die Alltagsbewältigung im gemeinsamen Haushalt funktionieren.

Interessant ist in Bezug auf das Phänomen der Fernbeziehungen, dass Ansätze eines entstehenden gemeinsamen Haushaltes bei kleineren Aktivitäten, z.B. kleineren Einkäufen, kleineren Reinigungen oder der Verrichtung kleinerer Aufgaben wie Fegen und Blumen gießen beginnen.[82] Diese ersten Schritte der Paarintegration erfolgen von Seiten beider Partner bedingungslos. Man investiert Zeit und Mühe, vielleicht zunächst um dem anderen eine Freude zu machen, vielleicht aber auch aus einer Verfügbarkeit heraus: Wer Zeit hat, kümmert sich.[83] Dieser Aspekt der fast unmerklich beginnenden Integration ist von besonderer Bedeutung: An den gemeinsamen Wochenenden sind auch in Fernbeziehungen Arbeiten zu erledigen, selbst wenn man den Aufwand auf ein Minimum reduziert, so entsteht auch bei einem Frühstück oder bei einem Besuch von Freunden ein Arbeitsaufwand: Wer deckt den Tisch, wer räumt ab, wer spült das Geschirr? Es ist unwahrscheinlich, dass sich Fernbeziehungspaare diesem Integrationsbedarf entziehen können.

Nach Kaufmann ist das gemeinsam organisierte Waschen der Wäsche der letzte Schritt in dieser Integrationskette. Der Umgang mit der schmutzigen Wäsche dient Kaufmann als elementarster Indikator für die Festigung der Beziehung, der Kauf einer Waschmaschine für die gemeinsame Wohnung stellt einen bedeutenden Wendepunkt für die Beziehung dar: Zum einen wird so ein materieller Beweis der Existenz der Beziehung erbracht, zum anderen besiegelt man damit das erste gemeinsame Zuhause. Dieser Indikator kann allerdings für Fernbeziehungen nicht ohne Modifikation zum Einsatz kommen.

Alltäglichkeit

Setzt man sich mit dem Phänomen der Fernbeziehungen auseinander, so stößt man unweigerlich auch auf die These, dass Paare die Lebensform der Fernbeziehung freiwillig wählen, um die Beziehung spannender zu gestalten, um das Eindringen des Alltags zu vermeiden oder um das Außergewöhnliche der Beziehung erhalten zu können. Dieser These ist in zweierlei Richtungen nachzugehen: Erstens: Welche Rolle spielen Überlegungen und Erwartungshaltungen dieser Art bei der Entscheidung für eine Fernbeziehung? Zweitens: In wie weit können diese Erwartungen erfüllt werden? Sind Fernbeziehungen tatsächlich Beziehungen, die weniger von Alltäglichkeit geprägt sind?

Zur Klärung dieser Fragen bedarf es zunächst einer allgemeinen Begriffsbeschreibung von Alltäglichkeit. Norbert Elias definiert Alltag als den Erlebnisbereich des täglichen Lebens in Abgrenzung von großen Ereignissen oder Außergewöhnlichem. Alltag entspricht dem Arbeitstag, der Routine[84]. Ergänzen lässt sich diese Definition mit Weber: Regelmäßigkeiten entstehen seines Erachtens nicht durch Normen, sondern durch Zweckrationalität. Zweckrational handeln heißt, auf ähnliche Situationen ähnlich zu reagieren, wodurch schlussendlich Gleichmäßigkeit und Kontinuität entstehen[85]. Im Zusammenhang mit Fern- bzw. Wochenendbeziehungen ist die Definition von Karin Jurczyk vielversprechend: Alltag ist „ein sich immer wiederholender Rhythmus von Arbeit und Freizeit, eingebetet in den Wechsel von Werktag und Wochenende“[86]. Diese Definition lenkt die Aufmerksamkeit auf den Wechsel von Wochenende und Arbeitswoche, welcher gerade bei Fernbeziehungs-paaren in besonderer Weise den Lebensrhythmus bestimmt. Arbeit, Freizeit, Haushalt, Familien- und Privatleben werden strukturiert und sind eingebettet in den Wechsel von getrennt verbrachter Arbeitswoche und gemeinsamen Wochenenden. Im Kontext der hier zu untersuchenden Fragestellungen soll es allerdings nicht darum gehen, wie Partner die anfallende Arbeit aufteilen und ob die Aufteilung gerecht ist. Vielmehr ist zu fragen, wie es überhaupt dazu kommt, dass der Partner, welcher am Wochenende zu Gast ist, auch im Haushalt Aufgaben übernimmt. Wie durch diese Aufgabenübernahme Alltäglichkeit entsteht oder ob alltägliche Routinen an den Wochenenden gezielt von den Paaren ausgeklammert werden, um das „Erlebnis Paarbeziehung“ intensiver zu gestalten, ist in vorliegender Arbeit von größtem Interesse.

[...]


[1] Von zentraler Bedeutung ist, dass sich diese Paare selbst als Paare (und nicht als „Äffären“ oder „Liebschaften“ neben evt. anderen bestehenden Beziehungen) betrachten und dies auch nach außen hin zeigen. Siehe Schneider et al. (1998): S. 47.

[2] Schneider et al. (2002).

[3] Burkart (1997).

[4] Beck (1986).

[5] Bien et al. (2003): S. 247.

[6] In diese Arbeit eingeflossen als Fall „Berghaus“.

[7] Engels /Osthaus (2006).

[8] Sehr ausführlich bei Schneider et al. (2002a), aber auch z.B. Sander (1997).

[9] Nave-Herz (2004): Kapitel 3.

[10] Hradil (1995): S. 5 ff. Hradil grenzt dadurch sein Beziehungsspektrum auf eine komfortable Größe ein und kann gleichzeitig seine Single-These bestmöglich stützen.

[11] Schneider et al. (2002b): S. 60.

[12] Single ist hier in strikter Abgrenzung zur Definition von Hradil (1995, S. 7) notwendig, da Hradil „Single“ lediglich über das Führen eines Ein-Personen-Haushaltes und die Zugehörigkeit zur Altersgruppe der 25 – 55-Jährigen definiert. Dies leuchtet in soweit nicht ein, da hier bestimmten Altersgruppen qua definitionem die Beziehungsfähigkeit untersagt bleibt und bestehende Partnerschaften unbeachtet bleiben. Außerdem wären so Fernbeziehungspaare automatisch Singles.

[13] Verwirrend ist hier die Amtsprache, welche die Institutionalisierung einer Beziehung mit „Familienstand“ beschreibt, selbst dann, wenn (noch) keine Familie besteht.

[14] Nave-Herz (2004): S. 26.

[15] Nave-Herz (2004): S. 24 ff.

[16] Diese Tabelle wurde leicht modifiziert übernommen aus Burkart (1997): S. 148.

[17] Diesen Hinweis verdanke ich Kai-Olaf Maiwald.

[18] Um den Umfang dieser Arbeit nicht unnötig aufzublähen, wird nicht näher auf die Kennzeichen einer Paarbeziehung (Exklusivität, Unaustauschbarkeit der Partner, gegenseitige Verantwortung, emotional motivierte gegenseitige Bindung, Vorhandensein von persönlichem Wissen über den anderen, Kontinuität, Intimität und sexueller Austausch) eingegangen. Es werden Paare untersucht, die sich selbst als Paare verstehen und diese Kennzeichen einer Paarbeziehung tragen.

[19] Schneider et al. (2002a): S. 96.

[20] Schneider et al. (2002a): S. 96: Für 18% der Shuttles liegt die Entfernung zwischen Erst- und Zweitwohnsitz unter zwei Stunden Fahrtzeit, bei Fernbeziehungspaaren beträgt die Fahrzeit in 32% der Fälle unter einer Stunde, für ein weiteres Drittel bis zu drei Stunden.

[21] Lenhard (2001): S. 311 ff.

[22] Schneider et al. (2002a): S. 20.

[23] Der Schwerpunkt dieser Argumentation liegt beim akademischen Milieu, im Folgenden wird sich zeigen, dass vor allem Akademiker Fernbeziehungen führen.

[24] Schneider et al. (20002a): S. 46.

[25] Lenhard (2001): S. 326.

[26] Studierendensurvey 2001 der Universität Konstanz, siehe Verweis zum Online-Zugang unter

www. uni-konstanz.de im Literaturverzeichnis.

[27] Zum gestiegenen Heiratsalter siehe auch Onlinedaten des Statistischen Bundesamtes unter www.destatis.de.

[28] Bien (2003): S. 250 ff.

[29] Bien (2003): S. 253. Wichtig sind die Wechsel von einer dieser Beziehungsarten in die andere und die Gründe für selbige. Die „Überführung“ beispielsweise einer NEL in die Ehe hat häufig mit einer geplanten Familiengründung zu tun. Siehe hierzu Nave-Herz (2004): S. 197.

[30] Nave-Herz (2004): S. 109.

[31] Quelle: Schneider (2002a), S. 146.

[32] Schneider et al. (2002a): S. 18, Wehrspaun (1988): S.165 f.

[33] Schneider et al. (2002a): „Berufsmobilität und Lebensform“ und (2002b) „Mobil, flexibel, gebunden“.

[34] Auch hier findet sich eine umfassende Darstellung bei Schneider et al. (2002a): S. 17 ff.

[35] Schneider et al. (2002a): S. 25 f.

[36] Im Gegensatz hierzu würde man Umzugsmobile als punktuell mobil bezeichnen und Fernpendler erfüllen durch das Nichtexistieren eines zweiten Haushaltes nicht die Bedingung zur Fernbeziehung.

[37] Schneider (2002b): S. 55.

[38] Schneider (2002b): S. 35 ff.

[39] Während bei Shuttles der Anteil der unter 30-Jährigen 10% beträgt, sind es bei den Fernbeziehungen hier 45%! Schneider et al. (2002a): S. 146. Siehe zu diesen Angaben auch die Übersicht über die Ergebnisse des Mikrozensus 1996 und SOEP 1997 bei Schneider et al. (2002a) S. 85.

[40] (Fach-) Hochschulreife, Abitur, EOS 12. Klasse, Schneider et al. (2002a): S. 146.

[41] Schneider et al. (2002b): S 98, 112.

[42] Schneider et al. (2002b): S. 91.

[43] Schneider et al. (2002b): S. 25, Schneider (2002a): S. 24.

[44] Schneider et al. (2002a): S. 16.

[45] Es lässt sich feststellen, dass Mobilität und die Grundeinstellungen bei der Lebenskonzeption eng miteinander verknüpft sind.

[46] Beck (1986): S. 122 ff.

[47] Burkart (1997): S. 145.

[48] Burkart (1997): S. 165.

[49] Bien (2003): S. 247.

[50] Siehe Kapitel 2.2.1.

[51] Hradil (1995): S. 75, aber auch Sander (1997) : S. 101 f.

[52] Hradil (1995): S. 76 ff.

[53] Beck (1986): S. 127.

[54] Bühler-Ilieva (2006): S. 20.

[55] Eine Übersicht über die Kontaktbörsen in Deutschland findet sich unter www.Singleboersen-vergleich.de.

[56] Bühler-Ilieva (2006): S. 106.

[57] Über die Hälfte verfügt über die Matura. S. Bühler-Ilieva (2006): S. 207.

[58] Bühler-Ilieva (2006): S. 272.

[59] Dies kann hier allerdings nicht vertiefend untersucht werden.

[60] Schulze (1992): Die Erlebnisgesellschaft: Kultursoziologie der Gegenwart.

[61] Schulze (1992): S. 312 ff.

[62] Beck (1986): S. 187.

[63] Burkart (1997): „Lebensphasen – Liebesphasen. Vom Paar zur Ehe zum Single und zurück?“ Leske + Budrich, Opladen.

[64] Burkart (1997): S. 146.

[65] Burkart (1997): S. 152. Allerdings bleibt hier die Frage offen, warum das Zusammenziehen abgelehnt wird, wo doch viele andere Paare z.B. im Alter zwischen 23 und 28 bereits einen gemeinsamen Haushalt führen. Diese Möglichkeit stünde Studierenden und Auszubildenden ja offen.

[66] Burkart (1997) S. 164 f.

[67] Wimbauer (2003): Kapitel 3.

[68] S.a. Wimbauer (2003): S. 16.

[69] Die Sicherheit am ehemaligen Wohnort ist besonders stark beeinflusst über die dortige Eigentumswohnung des Ehepaares. Diese Eigentumswohnung stellt ebenfalls ein finanzielles Argument dar, Überlegungen in dieser Richtung und welche Rolle das Wohneigentum bei der Entscheidung für oder gegen die Fernbeziehung gespielt haben kann werden allerdings nicht diskutiert.

[70] Keddi (2003): S. 141.

[71] Keddi (2003): S. 144 f.

[72] Keddi (2003): S. 134.

[73] Keddi (2003): S. 160 f.

[74] Keddi (2003): S. 185.

[75] Lüscher (2005) : S. 62.

[76] Lüscher (2004): S. 2.

[77] Lüscher (2007): S. 27.

[78] Lüscher (2007): S. 11.

[79] Kaufmann (2005): S. 81.

[80] Kaufmann (2005): S. 137.

[81] Maiwald (2005): S. 166 f.

[82] Kaufmann (2005): S. 82 f.

[83] Kaufmann (2005): S. 138.

[84] Elias (1978): S. 26.

[85] Weber (1984): S. 52.

[86] Jurczyk (1993): S. 11.

Ende der Leseprobe aus 128 Seiten

Details

Titel
Liebe mit Sonntagsgesicht. Über Alltäglichkeit in Fernbeziehungen
Hochschule
Universität Konstanz  (Fachgruppe Soziologie)
Veranstaltung
Magisterarbeit
Note
1,0
Autor
Jahr
2007
Seiten
128
Katalognummer
V116349
ISBN (eBook)
9783640186129
ISBN (Buch)
9783640188093
Dateigröße
972 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Liebe, Sonntagsgesicht, Eine, Studie, Alltäglichkeit, Fernbeziehungen, Magisterarbeit
Arbeit zitieren
Magistra Artium Eva-Christina Edinger (Autor:in), 2007, Liebe mit Sonntagsgesicht. Über Alltäglichkeit in Fernbeziehungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/116349

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